Erste-Bank-Chefin: Rezession, Krypto, KI-Gefahren, Frauenquote

Shownotes

"Uns gibt es seit 200 Jahren. Wir sind die größte Bank zwischen Deutschland und Russland", sagt Gerda Holzinger-Burgstaller. Als Chefin der Erste Bank Österreich ist sie die mächtigste Bankerin des Landes. In der neuen Folge des STANDARD-Podcasts "CEO" spricht Gerold Riedmann mit ihr über Branchen in Schieflage und darüber, was die Politik tun muss, um Österreich aus der Rezession zu holen. Und die Bankerin erklärt, was sie von Kryptowährungen hält und wie Künstliche Intelligenz die Finanzwelt verändert.

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00:00:00: Wir sind mehr als 200 Jahre alt. Wir sind die größte Bank zwischen Deutschland und Russland.

00:00:13: Gerder Holzinger Burgstaller ist die mächtigste Bankerin des Landes. Sie ist CEO der erste Bank

00:00:22: Österreich. Wir sehen auch Schwierigkeiten im Dienstleistungsbereich, in der Gastronomie

00:00:29: und vor allem im Handel. Mit dem Einblick in Millionenkonten weiß sie, wie es wirklich um

00:00:37: unsere Wirtschaft steht. Wir brauchen eine Lösung für die Herausforderung Pflege. Wir

00:00:44: brauchen eine Lösung für die Herausforderung Kindesbetreuung. Und wie stellen Kryptowährungen und

00:00:51: die künstliche Intelligenz die Bankenwelt ein weiteres Mal auf den Kopf? Es ist eine Form der

00:00:57: Spekulation. Da gibt es vieles, was man wissen sollte, bevor man dort investiert. Weil wir es uns

00:01:06: nicht leisten können, ihnen eine falsche Antwort zu liefern. Mein Name ist Gerald Riedmann und das

00:01:23: ist der CEO Podcast vom Standard. Wir haben die interessantesten wirtschaftstreibenden Österreichs

00:01:29: zu Gast. Wir blicken in deren Arbeitswelten. Wir finden heraus, wie sie es an die Spitze

00:01:34: geschafft haben und was es braucht, um Österreichs Wirtschaft anzukurbeln. Wenn Ihnen dieser

00:01:39: Podcast gefällt und sie keine Folge mehr verpassen wollen, abonnieren Sie CEO auf den

00:01:44: Podcast-Plattformen ihrer Wahl. Und damit geht es los. Gerder Holzinger Burgstahler. Schön, dass

00:01:53: Sie da sind. Herzlich willkommen. Dankeschön. Ja, Österreichs Wirtschaft ist lange nicht gewachsen.

00:01:59: Jahrelang war es da, dass Rezessionsgespenst und mittlerweile muss man sagen, das ist längst

00:02:03: kein Gespenst mehr. Wir haben ja uns ja regelrecht in einer Rezession festgefahren. Bis zuletzt,

00:02:08: wenn man sich den ersten Aktienkurs ansieht und das ist ja nicht nur die erste in Österreich drin,

00:02:14: aber eben auch, dann ist er auf Höchststand wunderbar auch während ihrer Vorstandstätigkeit in

00:02:18: Österreich eigentlich nur angestiegen. Schwierige Zeiten für die Menschen, herrliche Zeiten für

00:02:24: die Banken oder irre ich mich? In der ersten Gruppe haben wir eine sehr spezielle Zusammensetzung. Und

00:02:30: ich glaube genau dieses Gesamtgefüger ist das, was uns erfolgreich macht in Summe. Wir haben in

00:02:36: der ersten Bank und vor allem, wenn man jetzt dazu nimmt, die angekündigte Transaktion in

00:02:41: Polen eine wirkliche Größe erreicht. Wir sind die größte Bank zwischen Deutschland und Russland.

00:02:47: Das heißt natürlich auch, dass wir hier eine Streuung haben, eine Diversifizierung auch in

00:02:53: den Ergebnissen. Wenn es Österreich mal nicht so gut geht und in anderen Ländern besser geht,

00:02:57: habe ich in Summe hier eine sehr positive Entwicklung. Wir haben schon Jahre erlebt, wo das

00:03:02: andersrum war, wo Österreich extrem gut performt hat. Das war beispielsweise 2023 der Fall. Der war

00:03:09: vielleicht in einem oder anderen SIE-Land die Entwicklung nicht so erfreulich. Und genau diese

00:03:14: Diversifizierung, die Sie auch vielleicht von Ihrem privaten Aktienportfolio kennen. Genau das

00:03:20: ist das, was die Erste ausmacht. Und deswegen sind wir in Summe hier sehr erfolgreich. Und ja,

00:03:24: wir freuen uns wirklich über die Entwicklung am Kapitalmarkt, die Börseentwicklung. Und vielleicht

00:03:29: ein allgemeiner Satz ganz generell im ATX sehen wir eine sehr erfreuliche Entwicklung. Es ist

00:03:35: nicht nur Banken getrieben, aber wir haben in Österreich viele gute Unternehmen. Auch die

00:03:41: Versicherungen sind beim ATX momentan ja die Boomer. Und all diese guten Unternehmen, die Sie in dem

00:03:47: ATX finden, haben eben den Vorteil, dass Sie nicht nur auf die heimische Wirtschaft angewiesen sind.

00:03:53: Sie sind teilweise sehr stark exportorientiert und haben viele von Ihnen, Sie haben Versicherungen

00:03:59: angesprochen, Sie haben die Erste angesprochen. Es gilt für viele andere Unternehmen auch den großen

00:04:05: Vorteil, dass Sie von der guten Entwicklung in Osteuropa profitieren. Wir haben den Vorteil hier,

00:04:11: wir haben Zeit. Lassen Sie uns etwas bei der wirtschaftlichen Situation bleiben und da freue

00:04:16: ich mich ganz besonders mit Ihnen darüber diskutieren zu können, weil Sie was haben, was wir alle uns

00:04:20: wünschen, nämlich Einblick in so viele Konten. Nein, Sie haben in Ihrem Institut natürlich

00:04:25: Kreditgespräche. Sie haben einen ungeschönten Einblick auch darauf, wer Geld braucht, wer

00:04:31: er Geld hat und wer was damit anstellen will und wer eher den Kopf einzieht. Also wenn es

00:04:37: natürlich um Privatpersonen geht, aber vor allem auch um die Wirtschaft, um KMUs,

00:04:40: kleine mittlere Unternehmen. Wie geht es Österreich aktuell? Es ist sehr unterschiedlich. Das,

00:04:46: was Sie angesprochen haben, ist natürlich der große Vorteil in der Bank, dass wir in jeder

00:04:50: Branche einen Einblick haben, dass wir Partnerin von vielen Unternehmerinnen und Unternehmern

00:04:56: sein können. Und hier sehen wir einige, die gut wachsen. Vielleicht ein Beispiel, das nicht so

00:05:02: bekannt ist, aber das immer wieder jetzt auch als positiv Beispiel genannt wurde, ist die Eisenbahn

00:05:09: Branche. Da haben wir einen wirklichen wachsenden Markt. Gute Unternehmen, viele Unternehmen,

00:05:16: die hier tätig sind in Österreich. Wir haben klassische Industrien und die prägen natürlich auch

00:05:21: in Summe die Wirtschaftsentwicklung in der Industrie, bzw. vor allem auch in der Bauwirtschaft. Wir

00:05:28: sehen auch Schwierigkeiten und Herausforderungen im Dienstleistungsbereich, teilweise in der

00:05:33: Gastronomie und vor allem auch im Handel. Das sind so die großen Branchen, die wir auch in Österreich

00:05:38: haben und deswegen das von Ihnen angesprochene Wirtschaftswachstum, das wir sehen mittlerweile

00:05:43: das dritte Jahr eine Rezession oder zumindest kein Wachstum. Schauen wir mal, was dann wirklich

00:05:48: passiert im Dezember bzw. es ist und bleibt eine Herausforderung. Das heißt zum Beispiel,

00:05:54: weil man solche Einblicke auch irgendwie als Frühindikator sehen könnte. Ich kann mich an

00:05:58: ein Gespräch mit dem Asfener-Geforstand erinnern. Als Tunnel-Durchfahrten, als Konjunkturmesser

00:06:03: herangezogen wurden, weil ja auch die Transport-Häufigkeit einen Einblick gibt, wie geht es der

00:06:08: Industrie, was wird geliefert, was wird ausgeliefert, wenn die Bauwirtschaft anzieht, wenn man sich die

00:06:13: Strabag-Aktie aktuell so ansieht und wir werden mit Herrn Haselstein an diesem Podcast auch demnächst

00:06:20: sprechen. Das heißt, dass ein Anziehen in den Infrastrukturprojekte ja eigentlich eine gute

00:06:25: Nachricht schon wäre in der aktuellen Situation. Ganz klar, eine positive Nachricht, was wir auch

00:06:31: sehen, ist, dass die Nachfrage steigt im Zusammenhang mit dem privaten Wohnbau. Hier sehen wir, dass

00:06:38: Menschen das Bedürfniswohnen immer gehabt haben und jetzt in eine Situation kommen, wo sie mit

00:06:45: gesunkenen Zinsen niedrigeren Baukosten wieder in die Situation versetzt wurden, dass sie hier

00:06:51: auch wirklich ins Eigenheim gehen. Da sehen wir eine klare Nachfrage und wirklich auch einen

00:06:57: Anstieg im Vergleich zu den Jahren davor. Das heißt, wir glauben in Summe, dass wir den Talboten

00:07:05: hier jetzt in Österreich verlassen und in eine positive Entwicklung gehen. Beim Wohnbau und

00:07:11: vor allem, wenn es um die Häuselbauer geht. Hätte jetzt der frühere Bundeskanzler, auch der

00:07:14: Finanzminister, der frühere, als in dem Fall Karl Nehammer, aber auch Magnus Brunner, sich kaum

00:07:19: halten können, weil dann wäre ja die Rade auf die Kim-Verordnung losgegangen. Die Kim-Verordnung,

00:07:24: diese Verordnung der Finanzmarktaufsicht, die dazu geführt hat, dass einerseits 20 Prozent,

00:07:30: sozusagen Eigenkapitalquote, also fürs eigene Projekt vorhanden sein müssten, aber für

00:07:35: private, auch in zweiter Linie, 40 Prozent der laufenden Kosten, die nicht überschritten werden

00:07:40: dürfen, die in eine Kreditilgung fließen dürfen. Jetzt ist die weg. Irgendwie ist sie doch so halb

00:07:47: verlängert, weil man soll weiter darauf achten. Was hat sich denn jetzt geändert? Ist die Kim-Verordnung

00:07:51: schuld daran, dass es jetzt aufwärts geht, das Auslaufen der Kim-Verordnung? Die Kim-Verordnung

00:07:56: war nicht daran schuld, dass es so weit runtergegangen ist und die Kim-Verordnung oder das

00:08:01: Aufheben der Kim-Verordnung ist nicht der Grund dafür, dass es jetzt wieder deutlich nach oben

00:08:06: geht. Das war, glaube ich, eine Gemengenlage. Und vielleicht erlauben Sie mir gerade aus der

00:08:10: Bankssicht einen wichtigen Satz, den ich hier unbedingt klarstellen möchte. Es ist im Ureigensten

00:08:18: Interesse des Kreditnehmers, dass die Kreditvergabe nachhaltig ist. Das ist aber auch im Ureigensten

00:08:24: Interesse der Bank, weil ich möchte mein Geld wieder zurück haben. Das ist einmal die Ausgangslage,

00:08:30: das heißt, nachhaltige Kreditvergabe ist etwas, was wir seit Jahren Jahrzehnten betreiben und

00:08:36: das sieht man auch in der guten Qualität unserer Kredite. Die Finanzmarktstabilität und die

00:08:42: Kim-Verordnung per se hat natürlich die Marktentwicklung in Summe vor Augen gehabt und ja, es gab

00:08:48: sicherlich ein sehr großes Wachstum in dem Bereich und hier hat man aus makroökonomischen

00:08:56: Gründen diese Kim-Verordnung verabschiedet. Die Parameter, die Sie angeführt haben,

00:09:01: egal ob es jetzt die Eigenkapitalkomponente ist, ob es die Leistbarkeit ist oder auch die

00:09:07: Laufzeit. Das war der dritte Parameter, der hier angeführt wurde. Die sind grundvernünftig.

00:09:12: Und Sie werden niemanden in der Branche finden, der gegen diese Parameter per se argumentieren

00:09:20: kann mit dem großen KWRT und das ist ganz klar, dass wir in Österreiches wieder geschafft haben,

00:09:27: eine Regelung, die dem Grunde nach grundvernünftig ist, im Detail extrem bürokratisch auszugestalten.

00:09:37: Es hat Banken die Flexibilität genommen, die Flexibilität, die wir vielleicht gerade in der

00:09:43: Zeit mit steigenden Zinsen und hohen Baukosten gebraucht hätten, um etwas mehr zu finanzieren,

00:09:50: war das gut. Das muss man im Nachhinein, diese Frage muss man gelten lassen. Und das andere

00:09:57: Thema ist, dass es nach wie vor Einschränkungen gibt beziehungsweise hier die Bestrebungen gibt,

00:10:04: Grundzüge eben aufrecht zu erhalten und an den Parametern per se kann ich auf jeden Fall

00:10:09: nichts aussetzen. Ich kann nur an der fehlenden Flexibilität, die diese Kim-Verordnung Banken

00:10:16: geboten hatten, da hatten wir ganz viele Kreditpunkte. Da muss man zwei Sachen wissen. Einerseits,

00:10:21: sie sprechen ja auch in der Wirtschaftskammer für die ganze Bankenkruppe sozusagen, die

00:10:26: wir in Österreich haben oder die Grundgesamtheit der Banken. Und ich kenne schon Institute,

00:10:30: die dann anfangen würden, Kredite zu vergeben, wenn sie längst aufgehört haben bei der ersten.

00:10:34: Das ist ja auch ein Geschäftsmodell, sind oftmals auch jene, die für Spareinlagen sehr hohe Zinsen

00:10:39: bezahlen, weil sie das Geld brauchen sozusagen. Aber davon abgesehen, die Kriterien sind nicht

00:10:44: völlig daneben. Es war vielleicht auch die Beruhigung notwendig oder auch der Hinweis darauf,

00:10:48: dass Menschen nicht mehr Geld in Anspruch nehmen sollen, als sie je die Möglichkeit haben,

00:10:53: dass in den nächsten Jahrzehnten zurückzuzahlen. Aber jetzt wäre in diesem Geschäft das für die

00:10:58: Banken auch für die Erste sehr lukrativ ist, die Hypothekar-Kredite. Sie hätten mehr Spielraum

00:11:03: und haben mehr Spielraum in der Vergabe. Nützen Sie den und von mir aus auch komme ich was Wolle

00:11:08: oder geht es eh so weiter wie bisher? Haben Sie Ihre Kundenberat, Ihre lokalen Risk-Managements

00:11:14: angewiesen, als anders vorzugehen oder geht es eh so weiter wie auch während der CHIM-Verordnung?

00:11:18: Man muss dazu sagen, die CHIM-Verordnung ist ja ausgelaufen mit Ende Juni. Wir sind jetzt

00:11:24: im August und wir werden sicherlich beobachten, wie die Entwicklungen weitergehen. Aus unserer Sicht

00:11:30: ist es wirklich der Fokus auf die Nachhaltigkeit der Kreditvergabe abzustellen. Und das wird

00:11:36: vielleicht in Ihrem Fall eine andere Leistbarkeitsbeurteilung sein als bei Ihrer Kollegin, Ihrem

00:11:42: Kollegen, als bei mir, als bei vielen anderen Personen. Also dieses Eingehen auf den Einzelfall,

00:11:47: das wollen wir ganz klar machen. Wir wollen den Spielraum, der uns geboten wird, auch nutzen. Aber

00:11:53: immer unter der ganz klaren Überschrift, es muss eine nachhaltige Kreditvergabe sein. Aber das

00:11:58: heißt auch, wer seine Bankberaterin, seine Bankberater vor vier Monaten aufgesucht hat und

00:12:02: mit Hängen und Kopf nach Hause gegangen ist, der könnte sich noch einmal ein Termin ausmachen.

00:12:07: Entweder war die Leistbarkeit vor vier Monaten da und dann ist sie jetzt auch noch da oder umgekehrt.

00:12:12: Ich habe ganz wenige Fälle gesehen, wo die CHIM-Verordnung wirklich die absolute Schranke war

00:12:20: für die Kreditvergabe. Es waren viele Konstellationen, Einzelfallkonstellationen und auch da gab es die

00:12:27: Möglichkeit Ausnahmen zu machen. Was es uns erleichtert und dafür bin ich wirklich dankbar ist,

00:12:33: dass wir in der Handhabung einen größeren Spielraum haben. Wie die Finanzmarktaufsicht in sechs

00:12:40: Monaten, in zwölf Monaten die Situation beurteilt, das werden wir dann sehen. Unser Ansatz ist ganz

00:12:46: klar, aus einer Risikoperspektive, es muss eine nachhaltige Kreditvergabe sein.

00:12:50: Apropos CHIM und jetzt kommt ein sehr weiter Sprung. Es gab Zeiten, in denen CHIM-Jong Un,

00:12:55: der einzige Verrückte auf der Weltbühne war. Allerdings sind jetzt die Handlungen insbesondere

00:12:59: auch des US-Präsidenten völlig unvorhersehbar geworden. Jetzt sind die Zölle für China werden

00:13:04: verhängt, dann werden sie auf drei Monate verschoben, dann abermals auf drei Monate verschoben. Die

00:13:08: Schweiz fast 39 Prozent zoll aus, weiß eigentlich nicht genau, warum bis heute nicht. Die EU hat es

00:13:14: auf 15 geschafft, aber die Sache mit dem Geldgeschenk von 600 Milliarden ist nicht ganz geklärt. Was

00:13:19: macht das in dieser Gemengelage und gehen wir vielleicht zurück zur gesamtwirtschaftlichen

00:13:23: Lage, was macht das mit Österreich oder ist mit den 15 Prozent und es hat eh alle in der EU so

00:13:27: getroffen, eh OSBB-Fein. Das eine sind die 15 Prozent, wenn es dann bei den 15 Prozent jetzt

00:13:34: final bleibt, also wir kennen ja die Details dieses Deals noch nicht, das geht es noch abzuwarten.

00:13:39: Der wirklich große negative Impact von all diesen Diskussionen ist die große Unsicherheit. Egal mit

00:13:47: welchen Unternehmenskunden ich spreche, Unsicherheit ist Gift für Investitionen, Unsicherheit ist Gift

00:13:55: für Wirtschaftswachstum und natürlich all die Diskussionen, die wir jetzt über viele Monate

00:13:59: erlebt haben und vielleicht wird noch einmal verlängert, China wurde gerade noch einmal

00:14:03: verlängert, die Diskussion über die Zölle in Europa haben wir jetzt die 15 Prozent, die sind

00:14:09: etwas niedriger als ursprünglich angekündigt. Wenn es bei diesen 15 Prozent bleiben sollte,

00:14:15: ist der größte Mehrwert aus meiner Sicht, dass wir wieder Stabilität haben und dann hier

00:14:21: in eine planbare Zukunft kommen. Was braucht das? Planbarkeit, das braucht Rechtssicherheit und

00:14:27: das haben wir vermisst in den vergangenen Monaten. Das hat eine schon schwierige Situation in Österreich

00:14:32: vielleicht noch ein bisschen schwieriger gemacht. Wie sich die Märkte entwickeln? Welche Einschätzung

00:14:36: es gibt, sind auch Dinge, die Sie im Vorstand diskutieren und zwar auf sehr vielen Ebenen in

00:14:40: der ganzen Gruppe und auch in Ihrem Bereich in Österreich. Mit welchen Annahmen rechnen Sie

00:14:45: denn momentan für die kommenden Monate, für die kommenden Beorden? Also wir rechnen für Österreich

00:14:52: ganz konkret mit einer ganz leichten Abschwächung der Wirtschaft. Also wir gehen von minus 0,2

00:14:58: Prozent daraus. Heutige Perspektive, klarerweise. Wir gehen davon aus, dass wir im nächsten Jahr

00:15:05: 2026 in Österreich etwas wachsen werden, aber auch noch sehr moderat um einen halben Prozentpunkt

00:15:13: herum. Auf der Inflationszeit glauben wir, dass wir bei ungefähr 2,9 Prozent rauskommen werden

00:15:20: in diesem Jahr. Wir sehen natürlich und das wird sich weiter so halten, eine gewisse Unterscheidung

00:15:27: in der Inflationsquote im Vergleich Österreich zur Eurozone. Also wir werden hier eine höhere

00:15:34: Inflationsrate in Österreich sehen. Das sind die jetztigen Prognosen. Wie gesagt, wir haben viele

00:15:40: Prognosen in der Vergangenheit gesehen. Das eine oder andere hat sich dann immer geändert. Aber

00:15:46: in Summe würde ich es gerne so beantworten. Wir sehen hier, dass wir wirklich in ein Wachstum

00:15:55: jetzt langsam hineinkommen. Wir sehen positive Signale. Wie viele davon sich heuer noch

00:16:02: niederschlagen werden und dann wirklich in den Zahlen niederschlagen werden. Es ist immer ein

00:16:05: bisschen zeitverzögert. Also ich hoffe, dass wir spätestens im Jahr 2026 auch in Österreich

00:16:11: wieder ein Plus davor haben werden. Welche Variante hat in dieser Prognose Formel ein Frieden in

00:16:17: der Ukraine? Genau in Prozentpunkten ist es schwierig festzumachen. Ich glaube, es würde vor allem

00:16:23: eine sehr positive Auswirkung auf die Stimmungslage im Land haben. Wir haben viele Bereiche, viele

00:16:29: Branchen, die hier Anknüpfungspunkte haben, die vielleicht auch bei einem Wiederaufbau in der

00:16:36: Ukraine einen Beitrag leisten könnten, Wachstum generieren könnten. Das wäre sicherlich sehr

00:16:42: positiv. Ich glaube nicht, dass es eine große Veränderung in den Zahlen für 2025 hätte,

00:16:49: aber natürlich in der Prognose in den nächsten Jahren hätte es eine sehr positive Wirkung.

00:16:55: Sie haben eingangs angesprochen, dass die Kreditvergabe wieder ansteigt und das muss man kurz mit

00:17:00: einer Runde erklären. Das ist insofern eine sehr gute Nachricht, weil dann eben der Mut da ist,

00:17:03: neue Projekte in die Hand zu nehmen und keine schlechte Nachricht, dass Kredite aufgenommen

00:17:08: werden. Das Kreditwachstum liegt bei der ersten Gruppe und wir kommen gleich auf Österreich bei

00:17:13: 4 Prozent in den Ostländern. Wenn man so will, CII heißt das ja in Managementsprache, also in

00:17:19: Mittel- und Osteuropa, 4 Prozent. 1,7% waren es in Österreich, als ich das im Geschäftsbericht

00:17:24: herausgesucht habe. Auch bei Inflation und Wirtschaftswachstum, dafür kann die erste nichts,

00:17:28: sticht Österreich negativ heraus. Was machen wir denn falsch im Vergleich zueinander?

00:17:34: Ich glaube, die Diskussion ist eine Bekannte, dass wir in einigen Statistiken, wenn wir uns

00:17:41: in Europa Vergleich vor Augen halten, nicht an erster Stelle stehen bzw. eher in den hinteren

00:17:46: Rängen vorkommen. Und wir müssen uns die Frage stellen, wo haben wir in den letzten Jahren hier

00:17:51: verloren als Österreich im Vergleich zu anderen Ländern? Wir haben sicherlich eine spezifische

00:17:57: Ausgangslage, aber wir haben und das sollte der Fokus der Diskussion sein, welche Chance sehen

00:18:05: wir, welche Möglichkeiten haben wir, uns hier wieder nach vorne zu arbeiten. Wir sind in einer

00:18:11: Situation, wo wir tagtäglich in vielen Medien und auch in vielen Gesprächen sehr schnell, sehr

00:18:17: österreichisch pliammen, das negative versuchen und auch das immer wieder hervorstreichen. Ich bin

00:18:24: eine klare Anhängerin von der der Wiese, man muss optimistisch in die Zukunft blicken. Und

00:18:30: Optimismus, ich möchte das auch hier noch einmal festhalten, heißt jetzt nicht, dass wir uns alle

00:18:35: eine rote Brille aufsetzen, uns zurücklegen im Liegestuhl und sagen, es ist alles gut. Nein,

00:18:41: das ist es nicht. Wir sehen, und das haben Sie angesprochen, in den Zahlen, in den makroekonomischen

00:18:46: Zahlen und auch in vielen anderen Diskussionen, dass Österreich verloren hat an Wettbewerbsfähigkeit.

00:18:51: Aber Optimismus heißt für mich ganz klar, an die Fähigkeit zu glauben, dass wir diese

00:18:59: Probleme lösen können. Und dort müssen wir anknüpfen und dort müssen wir ansetzen. Die

00:19:04: jetzige Regierung ist angetreten, mit dem Arbeitsmotto sanieren, reformieren, investieren. Ich dachte,

00:19:13: das Arbeitsmotto ist immerhin, haben wir eine Regierung. Sanieren war der große Fokus. In der

00:19:20: ersten Phase, Sie haben es geschafft, ein Doppelbudget auf die Beine zu stellen. Und jetzt geht es darum,

00:19:28: schaffen Sie, das Akzente zu setzen, bei reformieren und investieren. Das werden wir in einiger Zeit

00:19:36: beantworten können. Es wurde ja viel angekündigt für Ende Sommer. Ich bin vorsichtig optimistisch,

00:19:45: weil ich grundsätzlich optimistisch bin. Ich vermisse aber klar ein positives Zukunftsbild.

00:19:53: Gedankenspiel. Mir ging übersetzt Frau Bundesministerin Holzinger Burgstahler. Sie sind keinem Koalitionspartner

00:20:01: verpflichtet. Welche sind die top drei Maßnahmen, die jetzt notwendig sind, die Sie sich wünschen

00:20:07: würden, um das ganz ernsthaft zu fragen? Eine Überprüfung der Anreize, die wir im jetzigen

00:20:13: System haben. Und hier geht es mir nicht nur um Steueranreize und Förderungen und Unterstützungsleistungen.

00:20:20: Ich glaube, wir brauchen generell einen Review des gesamten Rahmenwerks im Sinne von, wie wirken

00:20:30: die Regelungen, die wir haben. Und wir haben sehr viele.

00:20:32: Rohe Besteuerung von Arbeit oder woran denken Sie?

00:20:35: Ich bin jetzt gar nicht in einem konkreten Steuerdetail, sondern hier geht es darum,

00:20:40: zu sagen, was bedeuten die Kombination von vielen Faktoren auf die Gesellschaft. Was macht es mit

00:20:47: welcher Anreize werden geboten, um zu arbeiten? Wie wird eine Steuerlast verteilt? Welche

00:20:57: Möglichkeiten werden auch geschaffen, damit Menschen arbeiten können? Also ich denke jetzt

00:21:03: speziell an Betreuungspflichten von Kindern, auch Pflege-Themen, klarerweise, die hier mit ein

00:21:10: Hergehen. Welche Auswirkungen hat es auf die Gesellschaft, dass wir viele Dinge sehr kleinteilig

00:21:18: denken in Österreich? Gibt es Bereiche, wo man vielleicht in einem Gesamtwurf noch einmal überlegen

00:21:25: kann, wo wäre es sinnvoll, in einer kleineren Einheit vielleicht Dinge zu organisieren und wo

00:21:34: wäre es sinnvoll, einen ganz klaren landesweiten Fokus zu machen? Ich bin wirklich gespannt,

00:21:40: dass meine ich ohne jeglichen Zynismus, ich glaube, diese Reformpartnerschaft, wenn wir uns vor Augen

00:21:47: halten, Bundesebene, Landesebene, Gemeindeebene, hier liegt ein ihres Potenzial. Und da hoffe ich,

00:21:55: dass wir einen Schritt weiterkommen. Ja, es mag dauern. Ja, viele Stimmen sagen, es geht viel

00:22:02: zu langsam. Da bin ich ein ganz großer Anhänger von die richtigen Dinge machen und hier wirklich in

00:22:09: die Tiefe gehen und die Diskussionen auch führen, die es führen muss. Wir haben, glaube ich, in der

00:22:15: Situation, in der wir sind, ein bisschen eine historische Chance, dass wir Eins, zwei Reformen

00:22:19: hinbekommen und von denen werden unsere Kinder und deren Kindeskinder noch profitieren, wenn

00:22:25: wir es jetzt richtig machen. Und um das ganz klar zu machen, wo Sie mich jetzt mit dem Beispiel

00:22:30: hingebracht haben, ist, dass ich Landesregierungen sehe, die derzeit in Ihren Budgetes auch Sanierungsthemen

00:22:36: haben und deshalb in den kommenden Jahren die Zuschüsse für private Kinderbetreuung streichen

00:22:41: werden und/oder die Frage der 24-Stunden-Pflege anders organisieren wollen, dass sind Themen,

00:22:46: die aus westlichen Bundesländern kommen. Das heißt, das wäre die falsche Richtung. Wir brauchen

00:22:50: eine Lösung für die Herausforderung Pflege, wir brauchen eine Lösung für die Herausforderung

00:22:55: Kindesbetreuung und zu sagen, es gibt hier keine Angebote, würde unser volkswirtschaftlicher

00:23:02: Seite natürlich treffen. Habe ich das perfekte Konzept für diese Frage? Nein, leider nicht,

00:23:08: aber ich glaube, es liegen die richtigen Themen am Tisch, die es zu diskutieren gilt. Wir erwarten

00:23:14: nicht die Weltrettung von Ihnen, sondern ein besseres Bild in Sachen Bankenbereich in Österreich

00:23:20: und auch was Ihren persönlichen Antrieb betrifft, über den wir dann gleich sprechen wollen, aber

00:23:25: bleiben wir noch ganz kurz beim Bereich des Bankings in Österreich. Die Bankendicht ist sehr

00:23:32: hoch in diesem Land, der Wettbewerber auch. Wie lassen sich den Marktanteile gewinnen? Geht das

00:23:36: nur mit Gratiskonten oder muss heute jeder ein Kryptokaiser sein oder welche Strategien sehen

00:23:41: Sie? Und die erste Gewinntier-Marktanteile auch im Retail-Bereich, wie der Bereich für

00:23:46: Privatkunden bei Bankern heißt und Bankerinnen. Wie geht Wachstum in Österreich? Wachstum ist

00:23:53: das Ergebnis von sehr harter Arbeit in mehreren Dimensionen. Einerseits leben wir als Bank davon,

00:24:01: dass wir das Vertrauen unserer Kundinnen und Kunden genießen. Wir sind mehr als 200 Jahre alt,

00:24:06: das klingt vielleicht auch dort nach sehr verstaubt, bringt aber natürlich auch eine sehr große

00:24:11: Stabilität und eine sehr große Vertrauensbasis von unseren Kundinnen und Kunden. Wodurch verdienen

00:24:18: wir uns auch dieses Vertrauen weiterhin? Es geht nicht nur um die Vergangenheit, es geht vor allem

00:24:22: auch um die Zukunft und wo wir uns weiterentwickeln, wo wir uns hin entwickeln ist, dass wir natürlich

00:24:27: das Banking der Zukunft, ein modernes Banking anbieten müssen und auch wollen. Wir haben es

00:24:35: geschafft vor wirklich einigen Jahren mit George als Banking-Plattform hier einen ersten Schritt

00:24:42: zu machen in die Digitalisierung. Da waren wir Vorreiter in Österreich, das hat extrem gut

00:24:46: funktioniert und hier konnten wir uns auch dieses Image erarbeiten und diese Marke arbeiten, dass

00:24:53: wir ein modernes Banking anbieten und auch für eine Modernität und für eine Technologiefreude

00:24:59: stehen. Das, was George tut und noch immer tut, tagtäglich ist, dass wir hier Weiterentwicklungen

00:25:06: machen und vor allem auch versuchen neue Technologien nutzbar zu machen, weil eine neue

00:25:12: Technologie ist toll, aber sie ist nur so gut, wie man sie nutzt und es liegt an uns, wie wir

00:25:19: diese technologischen Möglichkeiten einsetzen. Wir haben mittlerweile viele Möglichkeiten in

00:25:25: George, die wir uns vor einigen Jahren nicht hätten träumen lassen, was alles funktioniert, was in

00:25:31: einer mobilen Art und Weise funktioniert und wie es auch von den Menschen angenommen wird. Hier

00:25:38: möchte ich aber auch eine ganz spannende Beobachtung teilen, was wir schon sehen und wir haben zuerst

00:25:46: gesprochen über die erste Gruppe und in den Zielländern, wo wir tätig sind. Wir sehen durchaus

00:25:51: Unterschiede im Nutzungsverhalten von Kundinnen und Kunden. Während wir in Österreich Bargeld

00:25:57: wollen, basiert woanders was? Wir sehen eine sehr viel digital affinere Kundenschicht in den

00:26:04: Zielländern und hier haben wir in Österreich, sei es Vorbehalte oder einfach im Nutzungsverhalten

00:26:11: andere Ansätze als andere Märkte. Das gilt aber auch für ihre Industrie. Also ich kann mich in den

00:26:18: vergangenen 15 Jahren mit Diskussionen, mit Bankerinnen und Banker erinnern, die Apple Pay total

00:26:24: unsicher fanden, die in den Zahlungsausschüssen lieber dafür plädiert haben, bei jedem zweiten

00:26:28: Verwenden der berührungslosen Funktion, die Pin-Abfrage zu befürworten, die die Menschen

00:26:33: transaliert haben mit Sicherheitskonzepten, die heute längst überholt sind. Es gibt auch technisch

00:26:37: andere Möglichkeiten und die Verwendung von Apple Pay war bei ihrem Institut noch nie ein Thema,

00:26:43: bei vielen anderen ist es bis heute ein Kampf. Wie ist zu erklären, was die Digitalisierung mit

00:26:48: ihrer Branche gemacht hat, mit ihren Mitarbeiterinnen, mit ihren Mitarbeitern? Wieso wurde das bei der

00:26:52: ersten anders angenommen als bei einer Landesbank gegebenenfalls? Es ist sicherlich der Zugang,

00:27:00: mit dem wir diesen neuen Technologien entgegentreten. Wir wollen und sehen es hier wirklich ganz klar,

00:27:07: als unsere Rolle hier Frontrunner zu sein. Wir wollen diese Nutzungsmöglichkeiten möglichst

00:27:15: umarmen, weil wir wissen als erste Apple Pay gibt es, egal ob die erste Apple Pay verwendet oder

00:27:22: nicht verwendet. Wir wollen natürlich die Möglichkeit, die die neuen Technologien bieten,

00:27:27: nutzen und vor allem im Sinne unserer Kundinnen und Kunden nutzen. Für die Bank hat Apple Pay

00:27:33: per se jetzt keinen riesigen Vorteil. Aber für sie als Nutzer, sie haben es angesprochen,

00:27:39: kann er seinen Vorteil bieten. Und egal, wir brauchen nicht nur über Apple Pay sprechen, es gibt

00:27:45: alternative Zahlungsmethoden Google Pay, um nicht nur einen Anbieter jetzt hier zu nennen und noch

00:27:50: andere Möglichkeiten. Wir wollen ihnen die Bandbreite bieten. Es ist unsere Aufgabe und das

00:27:55: sehen wir uns ganz klar in einer Verantwortung, dass wir ihnen alle Kanäle aufmachen und ihnen

00:28:02: alles ermöglichen, auch das Bargeld, weil es ist ihre Entscheidung, welchen Kanal sie schlussendlich

00:28:08: verwenden. Ja, die gute alte Frage ist ja auch seit vielen vielen Jahren bei ihren Vorgängern und

00:28:12: bei allen Instituten wird das zu Filialschließungen führen. Fragen wir andersrum und positiv. Was

00:28:17: sehen wir in weiterentwickelten Märkten in Sachen Digitalisierung? Gibt es dort auch so ein

00:28:22: enges Filialnetz? Wir sehen in allen Kundenbefragungen, die wir derzeit durchführen, speziell auch im

00:28:30: Zusammenhang mit dem Investieren. Investieren ist ein Riesenthema, vor allem auch für junge Menschen.

00:28:35: Und jungen Menschen unterstellt man landläufig, sie sind sehr digital auf ihn und sie brauchen keine

00:28:42: Filialen und sie wollen eigentlich keine Beratung. All diese Dinge können wir in dieser Absolutheit

00:28:49: nicht bestätigen. Wir kennen und kriegen dieses Feedback auch von vielen unserer Kundinnen und

00:28:55: Kunden, das auch junge Menschen Beratung wollen, nämlich auch persönliche Beratung, von Menschen.

00:29:02: Wir wissen, dass es Teilbereiche gibt, wo Kundinnen sehr digital auf ihn sind und wir wissen auch,

00:29:09: dass es Bereiche und Lebensmomente gibt, wo man lieber in eine Filiale geht. Das heißt, es ist

00:29:17: kein homogenes Bild mehr, es wird die Bank der Zukunft aus meiner Sicht ganz klar ein hybrides

00:29:24: Modell sein, Kombination von superhuman und superdigital. Das ist aus meiner Sicht die Bank der Zukunft.

00:29:31: Vor etwa sieben Jahren hatten Banker noch panische Angst vor sogenannten Schattenbanken,

00:29:36: wie das bei etablierten Playern hieß, die Startups an einem lieber challenger Banken dazu gesagt,

00:29:41: aber je nachdem, wie man es dreht und wendet, Markteil nehmen wir ja auch eine teils österreichische

00:29:45: Gründung wie N26 oder Revolut oder sowas. Wie groß ist die Panik da heute? Sind das neue Anbieter,

00:29:52: die sich etabliert haben und eigentlich auch normale Banken mit einem digitaleren Interface sind?

00:29:57: Sehen Sie da heute noch Disruptionspotenzial oder ist die Phase überstanden?

00:30:02: Ich beneide die neuen Markteilnehmer, sie haben jetzt zwei genannt, darum, dass sie gerade auf der

00:30:09: technologischen Seite agieren können von der grünen Wiese weg ohne großen IT-Altlasten. Das ist

00:30:16: sicherlich etwas, was eine alteingesessene Bank da oder dort ein bisschen träge macht.

00:30:21: Was wir aber sehr wohl auch gesehen haben, speziell auch in Corona gesehen haben,

00:30:26: das war, glaube ich, ein guter Maßstab, um zu sehen, wie erfolgreich sind denn diese Geschäftsmodelle.

00:30:32: Hier haben wir einen sehr starken Trend weg von Digitalbanken, auch wieder zu Banken gesehen,

00:30:39: die Filialen vor Ort haben, wo man mit Menschen sprechen konnte, auch in einer Pandemie. Haben

00:30:46: Sie Ihre Berechtigung? Ja, ich glaube, man muss ganz offen sagen, man kann sich auch die

00:30:52: Entwicklung an der Markt anschauen. Sie haben Ihre Berechtigung, es gibt einige, die mittlerweile

00:30:57: durchaus auch profitabel sind und es ist ein Mitbewerber, den wir sehr ernst nehmen und der

00:31:04: uns natürlich auch immer wieder dazu zwingt, unsere eigenen Systeme, unsere eigenen Prozesse zu

00:31:11: überprüfen, weil manche nennen sie auch Challengerbanken. Und hier muss man sagen, das ist zum

00:31:18: Vorteil des Kunden. Wir haben sicherlich viele unserer Prozesse modernisiert, vereinfacht,

00:31:24: digitalisiert, um hier auch entsprechend mithalten zu können. Wir haben mit Georgin West gerade

00:31:30: jetzt ein Angebot auch gescheiten, speziell, also grundsätzlich steht es natürlich allen offen,

00:31:36: aber hier sicherlich mit einem Fokus auf junge Menschen mit sehr attraktiven Angeboten, um

00:31:43: mit Neobrockern mithalten zu können. Da wären andere Namen zu nennen. Jüngere kennen Trade

00:31:49: Republic und da sieht man auch, dass Trade Republic heute, wer ein paar Tausende Euro auf der Seite

00:31:54: hat und die auch dort anlegen will, Zinsen anbietet, die sie wahrscheinlich als umständig

00:31:58: betiteln würden. Das heißt, konkret auch Gehaltskonten, die wollen jetzt natürlich

00:32:03: jedenfalls auch zu einer volleren Bank werden, als sie das bisher waren. Sind die

00:32:08: Jungen, wie sie das auch vorher ansprachen, schon vieler finer für Trading, für Wertpapiere,

00:32:14: vielleicht auch über den Krypto-Umweg? Ich weiß es nicht, ob es der Krypto-Umweg ist,

00:32:18: es ist aber sicherlich in der Euro-Zone mitunter auch das Ergebnis von Negativzinsen über viele

00:32:26: Jahre und auch ein positiver Effekt aus Finanzbildungs-Initiativen, Diskussionen. Natürlich bieten

00:32:36: auch soziale Medien und andere Kanäle mittlerweile mehr Informationen zu dem Thema Wertpapier zum

00:32:43: Thema investieren. Und hier sind digital auf ihn junge Menschen empfänglicher dafür. Und das

00:32:50: ist aus unserer Sicht eine extrem positive Nachricht, weil die gesamte Branche inklusive

00:32:57: Finanzministerium, Finanzmarktaufsicht, Nationalbank und viele andere Experten immer wieder darauf

00:33:04: hingewiesen haben, das Geld am Sparbruch zu lassen, bedeutet ein Kaufkraftverlust und die

00:33:11: Chancen, die ein Kapitalmarkt bietet, die sollte man nutzen, das heißt investieren, das heißt breit

00:33:16: gestreut und diversifiziert investieren mit einem langen Horizont. Idealerweise und ich spame

00:33:23: jetzt alle Risiko-Hinweise, die ich als Bank natürlich geben muss. Danke, wir werden natürlich

00:33:27: kleingedruckt in die Show-Notes. Bleiben wir noch kurz den Weg bei Krypto. Sie sind, jetzt bin ich

00:33:33: furchtbar, Unschamant, 1979 geboren. Wir beide sind in einer Generation groß geworden, die ohne Bitcoin

00:33:39: und ohne Krypto auskommen musste. Und ich muss ganz ehrlich sagen, ich weiß nicht, meine Töchter,

00:33:44: drei Töchter sind jetzt, die älteste ist zwölf geworden. Ich bin mir nicht sicher, ob ich jeder

00:33:48: dazu in der Lage sein werde, ihr full-hearted Bitcoin zu empfehlen. Ich glaube auch, dass die

00:33:53: meisten CEOs in diesem Land Bitcoin eher dann kennenlernen, wenn sie erpresst werden und da

00:33:58: plötzlich Bitcoins überweisen sollten und sich fragen, wie das funktioniert und was das eigentlich

00:34:02: kostet.

00:34:04: Was bei Seite? Ein kernchen Wahrheit ist da wahrscheinlich dabei. Wie ernst nehmen Sie

00:34:08: denn Kryptowährungen?

00:34:09: Wir nehmen es sehr ernst. Wir sehen hier die Wachstumsraten. Ganz klar. Wir haben lange

00:34:17: intensiv diskutiert, in welcher Form wir unseren Kundinnen und Kunden natürlich auch

00:34:22: dieses Bedürfnis erfüllen wollen. Wie gesagt, es ist ihr Geld, es ist ihre Entscheidung,

00:34:27: worin sie investiert sein wollen. Und hier haben wir uns für einen ganz klaren Ansatz

00:34:34: entschieden. Wir haben keine Kryptoangebote derzeit im Beratungsangebot, weil es gibt

00:34:42: Rechtsthemen, es gibt Risken, wo wir noch nicht glauben, eine gute Antwort zu haben.

00:34:49: Und wir haben aber es natürlich möglich gemacht und auch sehr transparent möglich gemacht,

00:34:55: in Krypto zu investieren. Das können Sie über George tun. Sie finden im George Invest

00:35:01: sogar eine eigene Kachel zum Thema Krypto, wo Sie sich informieren können. Also für

00:35:06: uns geht auch nicht nur das Investieren oder das Trading mit Krypto ein Thema, sondern

00:35:11: natürlich auch Inhalte und Finanzbildung zum Thema Krypto. Da gibt es vieles, was man wissen

00:35:17: sollte, bevor man dort investiert. Und es ist eine Form der Spekulation und es steht

00:35:22: mir nicht so, manche Dinge auszuschließen oder hier wirklich zu sagen, ich möchte das

00:35:29: bewerten, sondern das obliegt Ihnen, wir geben Ihnen die Möglichkeit. Aber wir sehen es

00:35:34: jetzt nicht in der breiten Masse, wenn es darum geht, Vermögen aufzubauen. Glauben wir, dass

00:35:41: der Krypto-Bereich der richtige ist, um langfristig Vermögen nachhaltig aufzubauen, das sehen

00:35:47: wir aus der heutigen Perspektive noch nicht. Das heißt auch für Staaten eine Krypto-Reserve,

00:35:51: die da immer wieder angesprochen wird, da würden Sie jetzt nicht aufs Gaspedal drücken.

00:35:55: Wäre ich nicht vorne dabei.

00:35:57: Apropos Gaspedal, wie sieht es mit künstlicher Intelligenz aus? Wie viel an einem George-Konto

00:36:02: und an Maßnahmen und an Auswertungen, die hinten mal mit den Daten passieren, sind mit

00:36:06: KI heute möglich und würden Sie auch mit KI gerne machen wollen?

00:36:10: Möglich ist ja viel. Wir haben als Bank, als Nutzer von KI-Glösungen, glaube ich, eine

00:36:18: noch einmal besondere Verantwortung, weil wir es uns nicht leisten können, Ihnen eine falsche

00:36:24: Antwort zu liefern. Wir haben, wenn Sie sich mit einem großen Anbieter eine Reise zusammenstellen

00:36:32: oder sich eine Restaurantempfehlung holen, was ist denn das Downside-Risk? Es ist wahrscheinlich

00:36:38: relativ überschaubar. Wenn Sie es nutzen, um Ihr Finanzleben zu planen, um eine Beratung

00:36:45: durchzuführen, ist das Risiko, das damit einhergeht und die Folgen einer falschen Antwort oder

00:36:52: einer Fehlinformation oder einer unvollständigen Antwort, eine viel viel größere. Das heißt,

00:36:57: wir sind natürlich extrem zurückhaltend im Sinne von, wir wollen KI-Lösungen dann einsetzen

00:37:03: und dort einsetzen, wo wir sagen, wir können das sehr risikolos tun.

00:37:08: Aber in der Fraud-Detection beispielsweise machen Sie das ja schon seit Jahren, um Risiko

00:37:12: festzustellen.

00:37:13: Wir haben viele Bereiche, wo wir sagen, da kann uns die künstliche Intelligenz helfen,

00:37:19: um besser zu werden. Sie haben einen Bereich angesprochen, wo wir es schon sehr lange nutzen.

00:37:23: Das ist im Fraud, im Betrugsbereich, um zu erkennen, welche Transaktionen sind potenziell

00:37:30: ein Betrugsfall? Wo wollen wir, bevor wir diese Transaktion durchführen, vielleicht den Kunden

00:37:36: nochmal fragen, bist du das wirklich?

00:37:39: Wir haben beispielsweise auch mittlerweile im Einsatz die Möglichkeit, wenn Sie eine

00:37:45: Kartenzahlung durchführen und das ist für uns als Bank, als Ihre Hausbank, sehr überraschende

00:37:54: Destination, dann fragen wir Sie, sind Sie sicher, sind Sie das und sind Sie gerade in

00:38:00: diesem Land und wollen Sie diese Transaktion durchführen über George, wo wir eben die Möglichkeit

00:38:05: haben, sicher zu kommunizieren und wenn Sie uns das bestätigen, können wir Ihnen das

00:38:10: sofort freigeben und Sie kann durchgeführt werden. Das ist ein riesiger Kundennutzen.

00:38:15: Wir haben in der Geldwäsche, im Geldwäsche-Bereich auch schon Prüfalgoritmen, wo wir sagen können,

00:38:23: können wir Muster erkennen und da hilft uns eine Technologie in der Analyse der Daten.

00:38:30: Die Interpretation dieser Analysen erfolgt aber auf jeden Fall noch durch den Menschen

00:38:37: und zu sagen, ja, wir glauben diese Analyse, wir gehen den Schritt weiter, wir machen diese

00:38:42: Nachforschung oder wir machen sie nicht. Wir haben viele Bereiche zusätzlich noch zu

00:38:48: dem bereits genannten, wo wir ganz klassisch als großes Unternehmen die Chance haben,

00:38:54: mit KI unsere Prozesse intern zu verbessern.

00:38:58: Und Kundenseitig haben Sie ja zunächst so eine Art Chatbot, haben sich ja schon einige

00:39:03: bei Jajapiti eingegeben, was wäre eine gute Anlagestrategie? Ich denke, wer es nicht

00:39:09: gemacht, haben Sie ihm das bestimmt gemacht. Haben Sie die Antworten bekommen, die Sie

00:39:12: überrascht haben?

00:39:13: Ich habe gute Antworten bekommen im Zusammenhang mit welchen Themen werden adressiert und

00:39:19: sind es die richtigen Themen, die adressiert werden. Es ist da und dort für mich nicht

00:39:25: ganz nachvollziehbar, wenn es um Einzeltitel geht. Und ich hätte noch wirklich eine große

00:39:31: Skepsis, dass die KI vielleicht ein sehr gutes Datenset hat, auf das sie zugreift, aber

00:39:39: kennt die KI meine individuelle Lebenssituation. Weiß Sie, das ist die Gerder Holzinger,

00:39:46: die ist 79 geboren, die hat diese, diese, diese Themen, die hat diese, diese Anlage-Richtlinien,

00:39:52: die ja wichtig sind, die hat diesen Risiko-Apetit, das kann eine KI, glaube ich, noch nicht so

00:39:57: gut einschätzen.

00:39:58: Was für einen Risiko-Apetit hat eigentlich eine Risk-Managerin? Ist der höher oder geringer

00:40:04: eigentlich als von uns normalsterblichen?

00:40:07: Es geht um die Risiko-Attekwanz.

00:40:08: Sie verwirren mich?

00:40:10: Ja, ich verwirre sie sehr gerne. Es geht darum, zu sagen, was ist der potenzielle Outcome

00:40:18: und welches Risiko gehe ich damit ein? Und wie sind meine Rahmenbedingungen? Ich glaube,

00:40:24: ein Risiko-Manager lebt davon, dass er Risiko nimmt. Weil wenn ich kein Risiko nehmen möchte,

00:40:30: wenn mein Risiko-Apetit gleich null ist, dann brauche ich keinen Risiko-Manager mehr, dann

00:40:34: nehme ich überhaupt keine riskanten oder treffe überhaupt keine riskanten Entscheidungen.

00:40:39: Es geht darum, die Unsicherheit, die da und dort mit Entscheidungen einhergeht, abschätzbar

00:40:45: zu machen, bewertbar zu machen und dann zu sagen, in welchem Bereich kann und möchte

00:40:50: ich ein Risiko nehmen. Und vielleicht ist mein Risiko-Apetit bei manchen Entscheidungen

00:40:56: ein anderer als ihrer und ist ganz sicher ein anderer vielleicht von ihren Kindern, wenn

00:41:00: es um Veranlagungsstrategien geht. Vielleicht haben sie Erfahrungen gemacht in manchen Bereichen,

00:41:07: die anders sind als meine. Und damit einhergehen, haben sie einen anderen Risiko-Apetit.

00:41:12: Ich habe jetzt ja eher ans Fallschirm springen oder ans Mountainbike fahren ohne Helm gedacht,

00:41:16: aber es geht auch um Anlagestrategien. Apropos Anlage, die erste Gruppe, über die wir heute

00:41:22: auch ausführlich gesprochen haben und sprechen, der Nucleus die erste Bank ist, hat vor wenigen

00:41:27: Wochen einen Nettogewinn von 1,6 Milliarden Euro verkündet. Über den wirtschaftlichen

00:41:33: Erfolg haben wir auch Eingangs kurz gesprochen. Wie erklärt man Menschen, die am Ende des

00:41:38: Monats ihr Konto überziehen müssen, dass eine Bank, die dem Gemeinwohl verpflichtet ist,

00:41:44: 1,6 Milliarden Euro Gewinn macht und dass das okay ist?

00:41:47: Was tun wir in der erste Gruppe? Wir sind ein Unternehmen, wir sind ein großes Unternehmen.

00:41:52: Wir beschäftigen 45.000 Menschen in der Gruppe, wo Menschen tagtäglich in die Arbeit gehen,

00:41:59: die eine Leistung erbringen, die einen Mehrwert für Kundinnen und Kunden erbringt. Ohne

00:42:03: dem Grund mehrwert hätten wir nie die Erfolge, die wir haben und ohne diesen guten unternehmerischen

00:42:12: Erfolg hätten wir auch nicht die Ergebnisse. Das heißt, das ist die Kombination und das

00:42:16: Ergebnis von ganz, ganz vielen Menschen und der harten Arbeit von ganz, ganz vielen Menschen.

00:42:22: Der Vorteil in der erste Gruppe ist, das, was wir angesprochen haben, ist, dass wir die Situation

00:42:28: haben, dass wir einen Kernaktionär, einen Hauptaktionär haben, der eine erste Stiftung ist und

00:42:35: die kann genau das machen, was wir als bösenotiertes Unternehmen nicht machen können. Wir sind ein

00:42:42: bösenotiertes Unternehmen. Wir haben im Sinne des Unternehmens auch für unsere Investoren

00:42:50: Gewinne zu erwirtschaften. Diese Gewinne liefern wir ab und dadurch, dass der Hauptaktionär

00:42:57: eine Stiftung ist. Diese Stiftung kann genau diese Dinge tun, die wir nicht tun können,

00:43:02: die im Rahmen der Gemeinwollorientierung sehr viel weitergehen. Wir haben beispielsweise

00:43:08: in der Kombination erste Stiftung und erste Bank seit vielen, vielen Jahren eine extrem

00:43:13: gute Zusammenarbeit. Wir versuchen jene Bereiche, wenn es um Finanzbildung geht, die wir im

00:43:20: Kundengeschäft machen können und auch als Aktiengesellschaft machen können. Das ist

00:43:24: auf der Bankseite, aber wir haben viele Bereiche. Beispielsweise FLIP ist ein Schlagwort, das

00:43:31: ist der Financial Life Park, wo wir Finanzbildung unabhängig vom Kundenstatus für ganz viele

00:43:38: Menschen anbieten. Wir haben mittlerweile mehr als hunderttausend Jugendliche im FLIP

00:43:44: als Gast gehabt, wo wir Finanzbildung bieten und das ist nur möglich, weil wir hier eine

00:43:48: erste Stiftung haben, die hier die Gewinne, die von uns erwirtschaftet werden, als Dividende

00:43:54: bekommt und dann entsprechend hier wieder an die Zivilgesellschaft zurückgibt. Das heißt,

00:43:59: diese Kombination, wir erwirtschaften als erfolgreiches Unternehmen eine Gewinne und diese Dividenden

00:44:05: werden dann auch wieder an die Zivilgesellschaft zurückgegeben.

00:44:08: Und neben den vielfältigen Tätigkeiten der erste Stiftung gibt es ja auch mit der zweiten

00:44:13: Sparkasse ein Thema, das Ihnen auch sehr nahesteht, auch weil Sie dort im Vorstand des Vereins

00:44:19: seit Jahren sind, können Sie mir an einem konkreten Fall erklären, wann ich mit der

00:44:23: zweiten Sparkasse in Kontakt komme?

00:44:26: Grundsätzlich ist eine Geschäftstätigkeit mit der zweiten Sparkasse nicht etwas, was

00:44:32: man plant und wahrscheinlich auch nicht anstrebt, in klassischen Sinne. Was ist die zweite

00:44:38: Sparkasse? Die zweite Sparkasse wurde wieder mit Hilfe der erste Stiftung und auch mit

00:44:44: dem Geld der erste Stiftung gegründet. Und was wurde dort gemacht? Die Idee war, es

00:44:49: gab damals noch, das ist mittlerweile mehr als 15 Jahre her, die Situation in Österreich,

00:44:55: dass es viele Menschen gab, die kein Bankkonto hatten. Und Sie wissen, wie essentiell es

00:45:01: ist, ein Bankkonto zu haben. Es beginnt bei Mietzahlungen für Energieversorger und auch

00:45:08: um überhaupt ein Arbeitsverhältnis zu haben. Es werden Löhne nicht mehr bar ausbezahlt,

00:45:14: sondern werden überwiesen auf ein Konto. Und es gibt noch ganz viele andere Bereiche,

00:45:18: wo man ohne Kontoverbindung einen wirklichen Nachteil im sozialen Leben hat.

00:45:23: Diese Idee oder dieses Thema und diese Problematik wurde aufgegriffen gemeinsam von der erste

00:45:29: Stiftung, der erste Bank und auch NGOs. Also wir haben das jetzt nicht im Stehencam alone

00:45:36: erfunden, sondern haben auch NGOs gefragt, wo drückt denn der Schuh? Und da ist dieses

00:45:40: Thema eben herausgekommen. Und dem haben wir uns angenommen. Die zweite Bank wurde gegründet

00:45:46: dann eben als eigenes Institut, was es auch ganz besonders macht. Und Sie merken schon,

00:45:53: ich kann es ja lange und sehr viel über die zweite Sparkasse erzählen. Was es so besonders

00:45:58: auch macht, ist, dass hier nur ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tätig sind.

00:46:04: Es gibt keine andere Bank in Europa, wo genau das der Fall ist. Dass Menschen in ihrer

00:46:10: Freizeit bereit sind, für eine Bank zu arbeiten, damit man Bankberatung macht.

00:46:16: Das ist der Kern der zweiten, im Ursprung gewesen. Mittlerweile hat sich die zweite

00:46:21: weiterentwickelt und wir versuchen natürlich auch hier zu sagen, welche neuen Themen gibt,

00:46:27: wo drückt denn jetzt der Schuh? Mittlerweile gibt es ein Basiskonto. Das heißt, jeder hat

00:46:33: einen Anspruch, einen Rechtsanspruch auf ein Konto. Das kriegen Sie bei jeder Bank. Das

00:46:39: alleine ist nicht mehr jetzt die Aufgabe der zweiten Sparkasse. Was wir zusätzlich gemacht

00:46:44: haben in der zweiten Sparkasse ist auch das Thema Finanzbildung aufzugreifen. Wir bieten

00:46:49: und auch das schon über viele Jahre Workshops für Jugendliche an, die vielleicht aus den

00:46:56: klassischen Schulbildungswegen rausgefallen sind. Und das sind Workshops, wo es wirklich

00:47:05: um die Basics geht. Ich habe sie auch selber gemacht. Und wenn Sie dann mal erklären,

00:47:09: wie ist dann eine Einnahme, Ausgaben, Rechnung und warum sollte man vielleicht eher zu einem

00:47:14: Lebensmitteldiskonto gehen und nicht zur Tankstelle am Sonntag einkaufen. Und was macht es, wenn

00:47:20: man eine Rechnung nicht aufmacht? Also all diese Dinge, da geht es wirklich um Basiswissen

00:47:25: und das kann eine zweite Sparkasse sehr glaubwürdig verkaufen und auch erklären. Weil dort verdienen

00:47:31: wir auch nichts. Die zweite Sparkasse ist nicht darauf ausgelegt, dass wir dort Geld verdienen,

00:47:35: sondern eben wirklich über den Umweg mit Bankdienstleistungen, die Hilfe zur Selbsthilfe. Und das

00:47:41: letzter Punkt, wo soll es weitergehen? Wo soll die zweite Sparkasse jetzt tätig werden? Wir haben

00:47:47: von diesem Gedanken kein Konto haben, es jetzt weiterentwickelt. Das ist die Bank für Hoffnungsträger

00:47:55: drinnen. Und es geht vor allem um alleinerziehende, vielfach Mütter. Weil wir hier sehen, hier

00:48:03: gibt es einen besonderen Bedarf und das ist jetzt der große Schwerpunkt, wo wir ansetzen wollen,

00:48:08: dass wir hier zusätzliche Beratungsangebote und Möglichkeiten noch einmal anbieten, weil

00:48:15: diese Schicht braucht es. Ich hoffe, ich bringe ein Terminkalender mit unserem Gespräch heute nicht

00:48:31: völlig durcheinander, aber wenn sie noch 20 Minuten haben, ich hätte noch ein paar Fragen. Gerne. Dann

00:48:37: hätte ich zuerst so zu sagen Schnellfeuerfragen. Mit der Bitte um kurze Antwort, manche sagen auch

00:48:41: Wörterrap dazu. Ich hätte zwölf Fragen, wo ich sie um eine ganz kurze Antwort bitten würde. Im

00:48:47: Idealfall ein Wort, ein paar mehr, aber die erste wäre vier Tage Woche oder sieben Tage Woche?

00:48:52: Sieben Tage. Sport vor oder nach der Arbeit? Vor. Führen Sie an Terminkalender selbst? Nein.

00:49:00: Auf welche Eigenschaften achten Sie bei Bewerberinnen oder Bewerbern am meisten? Respekt,

00:49:06: Kompetenz und Humor. Gibt es eine gute Art zu kündigen? Ja. Was ist Ihr wichtigster Softskill,

00:49:16: wie man so sagt? Geradlinigkeit. Und auf welches Networking-Event können Sie nicht verzichten?

00:49:22: Forum Alpach. Office, Homeoffice oder Hybrid? Office. Welche Eigenschaft hat Sie persönlich an

00:49:30: die Spitze gebracht? Durchhaltevermögen. Gibt es eine Work-Live-Balance? Ich lebe auch in meiner

00:49:37: Arbeit sehr gut. Was ist für Sie eine gute Bank? Die erste Bank. Wie ein tippern junge Menschen,

00:49:43: die erfolgreich werden wollen? Einsatz zeigen und eine Meinung haben.

00:49:46: Ich verrate kein Betriebsgeheimnis, weil ich Ihr Geburtsjahr schon genannt habe, also 79

00:49:55: Geboren in Sankt-Pölten. Eigentlich Reifeisengebiet würde man meinen. Hatten Sie Ihr erstes Konto

00:50:02: eigentlich bei der Zoom-Sibine oder beim Sparifrohr? Bankgeheimnis. Aber Sie hatten ja auch nie den

00:50:09: Plan in eine Bank zu gehen. Wie sind Sie dann trotzdem in einer Bank gelandet? Ja, es war

00:50:14: nie mein Plan. Ich muss gestehen. Ich habe in meiner Studienzeit, in meiner Schulzeit nur klassische

00:50:22: Berührungspunkte mit Banken gehabt. Klassisch ein Konto, eine Bankomatkarte und recht viel

00:50:28: intensiver war die Auseinandersetzung auch nicht. Ich bin nach meinem Studium vor der Situation gestanden,

00:50:35: dass ich arbeiten muss und arbeiten wollte. Mir war aber nicht ganz klar, wohin die Reise gehen soll.

00:50:42: Ich habe auf der Wirtschaftsuniversität Handelswissenschaften studiert und das Gute an der

00:50:49: Wirtschaftsuniversität ist, dass es extrem viele Möglichkeiten danach öffnet. Und das ist auch

00:50:55: gleichzeitig die größte Herausforderung nach der Wirtschaftsuniversität, dass es extrem viele

00:50:59: Möglichkeiten danach öffnet. Ich wollte mich eigentlich nicht entscheiden und wollte ursprünglich

00:51:05: noch auf der Uni bleiben, wollte ein Doktorat ein Studium anhängen und bin dann durch Zufall bei

00:51:13: einer Ausschreibung bei der Finanzmarktaufsicht gelandet. Das war nie mein Plan. Ich wollte da

00:51:19: doch nie hin. Ich muss gestehen, ich hätte ihnen keine qualifizierte Antwort geben können, was die

00:51:27: Bankenaufsichten zu tun in Österreich davor. Da ging es mir um die Assistenzstelle sozusagen im

00:51:32: ersten Aufschwung und dann sind zwei Jahre draus geworden. Genau, also die Assistenzstelle auf der

00:51:37: Universität hat es nie gegeben, sondern ich bin dann direkt in der Finanzmarktaufsicht gelandet und

00:51:42: hatte dort einen sehr spannenden Bereich, wo ich tätig war. Das war die Analyse der Großbanken

00:51:48: und damals war die Aufsicht noch nicht so groß wie sie heute ist. Also gab es auch noch keine

00:51:53: EZB in der direkten Aufsichtstätigkeit von Banken. Und da hat man wirklich viel gesehen.

00:51:59: Apropos viel gesehen, Sie haben einen meiner Lebensträume, den ich nie mehr erreichen kann,

00:52:04: erzielt, nämlich in jungen Jahren. Sie haben eine Zeit lang in Frankreich während ihrer Schulzeit,

00:52:10: während der Gymnasialzeit war das verbracht in der Nähe von Clermont Ferrand. Wie ist es dazu

00:52:13: gekommen? Zufall wie so vieles in meinem Leben, weil ich habe zwei Schwestern. Ich bin in der

00:52:19: Nähe von St. Beuthen groß geworden, in einem sehr kleinen Dorf, in einer sehr ländlichen Region.

00:52:24: Da gibt es jetzt auch nicht so viele Programmpunkte und damals hatten meine Eltern von uns ein

00:52:32: bisschen initiiert von meiner Schwestern und mir, von meiner großen Schwestern die Idee,

00:52:37: dass wir doch eine Austauschschülerin aufnehmen könnten. Und es gab Organisationen, die das

00:52:42: angeboten haben und es ist dann schlussendlich eine Französin bei uns gelandet, die Philisi. Und

00:52:49: mit der Philisi habe ich mich sehr gut verstanden. Wir waren fast gleich alt und ich habe dann das

00:52:55: Jahr danach, also sie war ein Jahr bei uns und ich habe dann das Jahr danach bei ihrer Familie,

00:52:59: bei ihnen verbracht, bin einfach mitgegangen und das war eine tolle Erfahrung und ich würde,

00:53:05: dass jeden Kind, jeden Jugendlichen nur empfehlen, ein bisschen über den Teller

00:53:10: anschauen, das hilft schon sehr. Haben Sie heute noch Kontakt? Ja. Ich bin immer wieder bei jedem

00:53:16: Kontakt mit französischem Banken überrascht, wie lange sich Schäcks dort gehalten haben. Das

00:53:19: werde ich nie verstehen, aber Gott lob ist das bei uns anders gelaufen. Zu ihrer beruflichen Karriere,

00:53:24: auf die wir uns ja konzentrieren wollen, sind dann aber auch bei der ersten Bank 20 Jahre fast

00:53:28: geworden. Nächstes Jahr ist es soweit. Was kriegt man denn, wenn man 20 Dienstjahre hat bei der

00:53:32: ersten als Geschenk? Gibt es da einen Anstecknadel oder? Es gibt keine Anstecknadel. Es gibt etwas,

00:53:39: wir haben klar und das ist ein bisschen auch vorgegeben in unserer Betriebsvereinbarung ein

00:53:46: Jubiläumsgeld. Ich bin jetzt ganz offen, ich kann Ihnen nicht sagen, wie hoch das Jubiläumsgeld ist,

00:53:53: was wir Ihnen aber auch anbieten, wenn Sie 20 Jahre bei uns sind, als Mitarbeiter ist, dass Sie

00:53:59: statt Geld Freizeit nehmen können und dass immer mehr Kolleginnen und Kollegen auch wirklich machen.

00:54:05: Im Ernst möchte ich ja mit der Frage auch ausdrücken, hat sie es nie von der ersten weggezogen?

00:54:10: Jedes Mal, wenn der Gedanke ganz kurz in mir hochgekommen ist, es wäre an der Zeit etwas

00:54:17: Neues zu machen, im Sinne vielleicht von ein bisschen einer anderer Tätigkeit. Der Bankbereich

00:54:22: oder die Bank und die erste Gruppe ist extrem vielfältig, hat sich innerhalb des Konzerns,

00:54:29: innerhalb der Gruppe etwas Neues aufgedan, sprich eine neue Aufgabe. Also ich bin nicht in all den

00:54:35: Jahren in der ersten Gruppe immer in meiner gleichen Funktion gewesen, sondern habe viele

00:54:40: unterschiedliche Tätigkeiten gemacht, unterschiedliche Verantwortung gehabt. In kleineren Banken wäre es

00:54:47: wahrscheinlich notwendig gewesen, die Bank zu verlassen und woanders hinzugehen. Die erste

00:54:52: Gruppe ist so groß, dass es die Möglichkeit gibt, das innerhalb des Konzerns zu machen und davon habe

00:54:56: ich profitiert. Und dann kommt der Moment, wo sie mit 41 Jahren Vorstandsvorsitzende wurden und so

00:55:02: steht das dann auch überall, aber eigentlich ist ja viel mehr damit verbunden, weil sie werden

00:55:07: nicht einen Anruf von einem Headhunter wie Egon Zehnder oder so bekommen haben, sondern gab es

00:55:11: ja nämlich an viele Entwicklungen auch, dass sie schon zuvor im Vorstand waren. Wie ist es denn

00:55:16: tatsächlich dazu gekommen, dass die ganze Maschinerie angeworfen wurde, die Aufsichtsratsbeschlüsse,

00:55:21: etc., die Bestellung. Wer hat wann angerufen und sie gefragt, ob sie Vorstandsvorsitzende

00:55:26: werden wollen? Es ist die Kombination von einer längeren Entwicklung und dann wirklich diese

00:55:34: Diskussion mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden, mit dem Konzern Vorstand, sprich auch dem alten CEO,

00:55:40: damals Bern Spalter, der hier in seiner Funktion war. Und es ist sicherlich das Resultat von

00:55:49: Leistung einerseits, andererseits aber auch Glück. Man braucht Glück, um in diese Situation zu kommen,

00:55:58: dass genau diese Position zu diesem Zeitpunkt auch frei wird und dass es diese Möglichkeit gibt.

00:56:03: Und die Leistung und den Einsatz, den man gezeigt hat über viele Jahre davor,

00:56:09: den braucht es, damit es dieses Vertrauen gibt, dass Menschen, die diese Entscheidung treffen,

00:56:15: einem das zutrauen. Und in dieser glücklichen Situation war ich, dass ich einerseits im Konzern

00:56:21: war, schon im Vorstand war, hier auch schon Vorstandssiedlichkeit vorweisen konnte und auch

00:56:28: das Vertrauen von den entscheidenden Personen hier genossen habe, dass sie mir das zutrauen.

00:56:32: Vorstandsvorsitzende mit 41 Jahren in einer Bank, sie haben gesagt, dass sie etwas über 200 Jahren

00:56:38: gibt als Frau in einem Bereich, in dem ansonsten Nadelstreif, Bern Spalter hat wahnsinnig gern

00:56:44: Hosenträger, kann ich mich gut erinnern oder so, wie ich ihn kenne. Bei den Zigarren weiß ich es

00:56:48: nicht genau, aber das sind Bankvorstände in vielen Bilden und dann stehen sie als junge Frau dort.

00:56:54: War das immer alles super easy in der ersten, weil die erste so total modern und cool ist,

00:56:58: oder gab es da auch Widerstände? Ich glaube, dass ich die Karriere, die ich gemacht habe,

00:57:02: in anderen Banken so nicht gemacht hätte. Das heißt ja, ich hatte viele vorgesetzte Männer

00:57:09: wie Frauen, die mich immer gefördert und gefordert haben und ich bin ganz sicherlich nicht die

00:57:16: typische Vorstandsvorsitzende einer Bank. Also ich trau mich jetzt zu wetten, dass hier unten im

00:57:24: Eingangsbereich einige Personen, die mir untergekommen sind, keine Ahnung davon haben, wer ich bin

00:57:29: und was ich bin. Und das sicherlich jetzt nicht, dass auf eine Frage, was macht denn diese Dame,

00:57:35: als erste Antwort geben würde. Das heißt, ja, ich bin anders. Ich glaube schon, dass Banken sich

00:57:43: ändern und vielleicht auch natürlich die Zeit ein bisschen vorgibt, welche Vorstände braucht es

00:57:52: denn und vielleicht braucht es jetzt etwas anderes, als es noch vor fünf, vor zehn, vor 20 Jahren war.

00:57:58: Und das ist auch komplett wertfrei. Ich möchte nicht sagen, dass mein Stil besser ist als das

00:58:04: Stil von anderen. Es ist sicherlich ein anderer Zugang und in Summe geben uns die erfolgreich.

00:58:11: Faktum ist auch, dass sie als Frau, deshalb möchte ich das auch so betonen an der Spitze

00:58:16: einer Bank, nach wie vor eine Ausnahmeerscheinung sind. Sie sind aber nicht die erste Frau an der

00:58:21: Spitze der Erste Bank Österreich, Elisabeth Bleileben-Korn, ihre Vorvorgängerin als CEO

00:58:27: sozusagen, war auch Stellvertreterin vom damaligen Group CEO Andreas Dreichel. Was hat sich denn

00:58:33: in den vergangenen 15 Jahren nicht verändert? Wo sind Frauen in Führungspositionen und nach wie

00:58:38: vor benachteiligt, im Vergleich zu Männern und dass man sie manchmal vielleicht auf den ersten

00:58:43: Blick unterschätzt, das haben sie ja auch gerade eben gesagt. Das kommt sicherlich vor. Ich würde

00:58:48: jetzt nicht nur meinen Frau sein zu schreiben, sondern vielleicht auch dort auch, dass ich zwar

00:58:54: vielleicht schon 20 Jahre tätig bin, aber mir das nicht auf dem ersten Blick mehr zutraut. Das

00:58:59: kann auch ein Vorteil sein. Das heißt, als ich gesagt habe, wo gibt es Nachteile, dieses Unterschätzen,

00:59:05: ich habe das auch erlebe, vielen jungen männlichen Kollegen, die wurden oft unterschätzt. Das war

00:59:11: oft nicht der Nachteil der jeweiligen Person. Ja, ist ein gutes Treuhungsmanöver. Und andere

00:59:17: Bereiche, wo wir strukturell als Frauen einen Nachteil haben, es ist immer sehr individuell

00:59:25: unterschiedlich, wie man diese generell Frauen-Männer-Diskussionen erlebt. Ich sehe schon und ich war

00:59:32: wirklich überrascht, dass ich damals meine Funktion angetreten habe, also in den Vorsitz

00:59:37: gekommen bin, mit welcher Überraschung das in Österreich und mit welcher medialen Präsenz das

00:59:45: auch einhergegangen ist, dass eine Person in meinem Alter und dann auch noch eine Frau hier in die

00:59:53: Funktion kommt. Ich wusste, es ist ein Thema, es war mir bis zu diesem Zeitpunkt nicht bewusst,

00:59:58: wie groß das Thema noch ist, das wir auf dieser Seite haben. In den vergangenen Jahren sind also

01:00:05: auch deutliche Fortschritte erzielt worden. Ich würde sagen, wenn zwei dieser Bereiche natürlich

01:00:09: Diversity, ja, im Bankbereich sind auch die grünen Investments sicher etwas über das wir auch nochmal

01:00:14: eine Stunde reden könnten, das ist aber nicht tun. Beide Themen sind laut US-Präsident Trump irgendwie

01:00:19: tot. Die Diversity-Programme wären vor allem in US-Konzernen zurückgefahren, hat es nie gegeben.

01:00:25: Die Akten darüber werden vernichtet, die Bilder werden gelöscht. Nein, Diversity nie gehört.

01:00:29: Der Präsident ist scheint zufrieden. In der ersten Gruppe spielt Diversity mutmaßig, jetzt auf der

01:00:35: Webseite stand es heute Nachmittag auch noch drauf, weiterhin eine große Rolle. So hoffe ich,

01:00:39: darf man das in diesem internationalen Umfeld, in dem man sich jetzt immer bewegt, überhaupt noch

01:00:44: laut sagen oder was verändert sich im Diversity-Bereich in den kommenden Jahren? Es verändert

01:00:49: sich laufend etwas. Im Diversity-Bereich aus meiner Sicht haben wir eine ganz große Herausforderung

01:00:57: und hier spreche ich nicht als Frau, sondern als Vorstand eines Unternehmens. Wir brauchen

01:01:04: Talente. Wir brauchen die glücklichsten Köpfe und wir werden nicht erfolgreich sein, wenn wir

01:01:11: nachhaltig auf mehr als 50 Prozent der Menschen verzichten. Mittlerweile sind Frauen die Mehrheit,

01:01:19: auch in Österreich. Und deswegen ist das eine sehr natürliche Entwicklung in dieser Richtung. Wir

01:01:26: sehen auch in dem Moment, wo Frauen in Führungspositionen sind, dass zu Themen wie Gender Pay

01:01:34: Gap kein Thema mehr sind. Wir sehen auch im Zusammenhang mit, wer geht in welche Programme,

01:01:41: wer wird befördert, wer bekommt eine Gehaltserhöhung. Wenn es einen gewissen Anteil, einen Anteil,

01:01:49: der hoch genug ist an Frauen in Führungspositionen gibt, dann kommt der Rest von selbst. Dort,

01:01:56: wo wir noch hinterher hinken, ist sicher, dass der Anteil noch nicht flächendeckend und noch

01:02:02: nicht systematisch hoch genug ist. Das heißt, eine Frau, die aus einer Führungspunktion ausscheidet,

01:02:09: aus einer Topmanagementfunktion ausscheidet, reißt ein Riesenloch und wir haben noch nicht die

01:02:15: breite Masse an Nachwuchs. Das wird noch ein bisschen dauern, aber ich bin ganz klar davon

01:02:21: überzeugt, als Frauen wir sind gekommen, um zu bleiben. Als Sie Vorstandsvorsitzende wurden,

01:02:27: hat jemand nachgezählt 178 von 192 Vorstandsbosten in der österreichischen Wirtschaft von Männern

01:02:33: besetzt. Ich persönlich mag auch immer gerne den Vergleich, wenn es mehr Steffans als Frauen gibt

01:02:37: oder so ist sicherlich auch der Fall. Aber wie ändern wir das? Oder ändert sich das auch

01:02:41: von allein? Oder braucht es kurzfristig noch die Quote und andere Mechanismen?

01:02:46: Ich glaube, es muss das allgemeine Bemühen geben, dass wir dorthin wollen. Das ist für

01:02:53: mich der erste Schritt. Sie haben zuerst Entwicklungen in den USA genannt, wo es Menschen gibt, die das

01:02:59: nicht mehr erreichen wollen. Wenn wir diesen ersten Schritt nicht gemeinsam gehen und diesen

01:03:04: Gedanken nicht teilen, werden wir dort nicht hinkommen. In Europa, in Österreich habe ich nicht

01:03:09: diesen Eindruck, dass wir hier von diesem Grundkonzept abgekommen sind, was mich sehr freut. Das heißt,

01:03:16: diesen Grundkonsens haben wir und jetzt geht es darum, die Maßnahmen zu setzen, dass wir dort

01:03:22: hinkommen. Die Quote ist ein bisschen dieses eine Instrument, das immer wieder herangezogen wird

01:03:29: in positiven wie im negativen. Ich glaube, wir können es auch sehr wohl ohne Quote schaffen,

01:03:36: ohne Frauenquote, dass wir dorthin kommen. Die Frage ist, in welchem Zeitraum schaffen wir das?

01:03:41: Ich möchte ein Beispiel nennen, wo wir gesehen haben, dass eine Frauenquote durchaus positive

01:03:49: Ergebnisse gezeigt hat. Das war im Aufsichtsrat. Im Aufsichtsrat von großen Unternehmen wurde es

01:03:54: vor einigen Jahren ja eingeführt, wo man vorgegeben hat, das muss eine gewisse Anzahl des

01:03:59: unterrepräsentierten Geschlechts in den Aufsichtsräten geben. Und hier haben wir gesehen, dass die Anzahl

01:04:06: von Frauen massiv zugenommen hat. Und ich sehe es auch in meinem Unternehmen, in der Erster Bank

01:04:14: und in meinen Diskussionen mit Kolleginnen und Kollegen. Also wir haben eine Situation, wo wir

01:04:20: im Aufsichtsrat, lassen Sie mich kurz nachrichten, 50/50, wenn nicht sogar einen Überhang an Frauen

01:04:30: und weiblichen Mitgliedern haben. Und wenn ich alle zusammennehme und wir haben auf der Vorstandsebene

01:04:39: 50/50. Also ich glaube, das ist das Ziel, wo wir hinwollen. Wir haben jetzt ja auch ihre Karriere

01:04:46: besprochen, haben gesehen, was die Station war, noch die Perspektiven, die für sie wichtig waren.

01:04:50: Könnte das ja auch zusammenfassen, immer nach oben immer neue Themen, wenn es zu langweilig

01:04:54: wurde ein neues Thema, immer spannend. Gibt es auch Dinge und vielleicht sind das die schwersten

01:04:59: Fragen, die man nicht mag, sagten, wenn es im Vorstellungsgericht kommt, was sind ihre negativen

01:05:03: Eigenschaften und sagt man, ich bin ungeduldig oder irgendwie sonst was. Gibt es Fehler, gibt es Sachen,

01:05:08: die Sie heute definitiv anders entscheiden würden als damals in der jeweiligen Situation?

01:05:12: Natürlich lernt man dazu. Alles andere wäre gelogen. Man lernt in den einzelnen Funktionen

01:05:18: dazu, man lernt in der Dynamik dazu, man lernt auch mit Erfahrungen, die man gemacht hat. Ein Punkt,

01:05:24: und ich würde sicherlich nicht sagen, das ist die Ungeduld, die Frage ist und ich möchte ein

01:05:30: Beispiel nennen, wo wir gesehen haben, nicht nur in der erste Bank, sondern generell in Österreich,

01:05:37: wie viel Veränderung möglich ist und das war in der Pandemie, in der Corona-Zeit. Wir haben in

01:05:43: der erste Bank umgestellt, den gesamten Geschäftsbetrieb und auch die Kundenprozesse von

01:05:49: einen Tag auf den nächsten Tag um hier wirklich digital. Alle Dinge, die über Jahre nicht möglich

01:05:55: waren, waren über dieses eine Wochenende oder über dann wenige Wochen möglich und wurden

01:06:01: möglich gemacht. Sind wir damals in der Veränderung, wie sehr tragen wir das standardisiert in das

01:06:09: Unternehmen hinein, wie sehr greifen wir das auf? Weit genug gegangen, bin ich weit genug gegangen?

01:06:15: Ich glaube nicht aus heutiger Perspektive. Also ein bisschen Zurückhaltung ist sicherlich etwas,

01:06:23: wo ich sage, vielleicht gerade in jungen Jahren, sprich jungen Funktionsjahren, hat man diesen

01:06:31: Mut, hat man diese Einschätzung, wie weit kann ich gehen, wie weit ist gesund, wie weit muss ich

01:06:37: gehen und was braucht es wirklich? Da habe ich sicherlich über die Jahre dazu gelernt. Das heißt,

01:06:42: man könnte auch der Politik zurufen, es geht mehr als wir manchmal auch meinen, vielleicht auch

01:06:49: insgesamt. Es geht mehr bzw. ich glaube wir müssen nach mehr Streben um das zu erreichen, was wir

01:06:56: erreichen wollen. Also ein besseres Schlusswort würden wir nahezu nicht finden. Ich versäme

01:07:01: es dann trotzdem mit der letzten Frage, weil darüber muss man natürlich reden. Ihren Vertrag

01:07:04: haben Sie bis Ende 2027 unterschrieben. Meine Schlussfrage ist, könnten es auch 30 Jahre bei

01:07:10: der Ersten werden? Das liegt an der Erste Bank. Und wenn es nach Ihnen geht? Ich sehe keinen Grund,

01:07:15: es zu ändern. Ich bedanke mich herzlich für die Überzeit, die Sie gewährt haben für den Besuch

01:07:21: bei uns hier im Standard Podcast Studio. Herzlichen Dank für das Gespräch. Danke für die Einladung.

01:07:26: Ja und wenn Ihnen diese Folge gefallen hat und Sie unsere Arbeit unterstützen wollen,

01:07:31: dann abonnieren Sie am besten den Standard. Alle Infos dazu gibt es auf Abo.derstandard.at.

01:07:37: Feedback darauf freuen wir uns, das schicken Sie uns am besten auf podcast@derstandard.at. Diese

01:07:45: Folge wird produziert von Christoph Neuwirt. Schaltwilhelm ist unser Chef und Dienst. Unsere

01:07:50: Musik stammt von Maximilian Bless. Mein Name ist Gerald Riedmann. Vielen Dank fürs Zuhören. Bis zum

01:07:55: nächsten Mal.

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