Vinzenz-CEO Heinisch: Die wirklichen Übel unseres Gesundheitswesens

Shownotes

Insgesamt 12 000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dirigiert Michael Heinisch als vorsitzender Geschäftsführer der Vinzenz Gruppe – dazu zählen Spitäler dazu wie St. Joseph in Wien der die barmherzigen Schwestern in Linz. Doch das Konzept eines Krankenhauses, wie wir es seit Jahrhunderten kennen, ist laut Heinisch nicht mehr zeitgemäß.

Er hat aus der Gruppe kooperierender Ordensspitäler ein integriertes Gesundheitsunternehmen geschaffen. Was das bedeutet, warum wir in Zukunft vielleicht auch im Einkaufszentrum zum Arzt gehen können, und was das alles mit Hochspringern zu tun hat, erzählt er in der neuen Folge des CEO-Podcasts.

Gast: Michael Heinisch (Vinzenz Gruppe); Moderation: Petra Stuiber; Audioproduktion: Christoph Neuwirth; Videoproduktion: Tobias Holub; Head of Audio/Video: Zsolt Wilhelm

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Transkript anzeigen

00:00:06: Insgesamt zwölftausend Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dirigiert Michael Heinisch in der Winzensgruppe, deren CEO er ist.

00:00:14: In der Winzensgruppe sind versammelt Spitäler wie Sankt Josef in Wien oder der göttliche Heiland oder auch die beim herzigen Schwestern in Linz.

00:00:23: Was Heinish aber gemacht hat, er hat aus einer Gruppe von Ordensspitälern ein integriertes Gesundheitsunternehmen geschaffen.

00:00:30: Was das genau isst?

00:00:32: Wie man so etwas macht Und was es bedeutet, wenn man der Gemeinnützigkeit und damit hohen ethischen Standards verpflichtet ist.

00:00:40: Das erzählt ihr gleich hier!

00:00:41: Ich bin Petra Stuber und das ist der CEO-Podcast des Standard.

00:00:50: Herr Heinisch schön dass Sie da sind.

00:00:52: herzlich willkommen beim Standard.

00:00:54: Danke für die Einladung.

00:00:55: sehr gerne.

00:00:56: bevor wir starten mache ich mit meinen Gästen immer so eine kleine Lockerungsübung.

00:01:01: Ich stelle Ihnen zwölf Fragen kurze Fragen diese am besten Ganz kurz beantworten, am allerbesten in einem Wort.

00:01:07: Sind Sie bereit dazu?

00:01:09: Ja!

00:01:09: Wunderbar.

00:01:10: Vier Tagewoche oder sieben Tagewochen?

00:01:14: Schwierig!

00:01:15: Wir haben gesundheitslos ein insbesondere...

00:01:19: Für Sie persönlich?

00:01:20: Für mich persönlich ist es eigentlich eine siebentage Woche aber nicht immer arbeitend

00:01:25: Sport vor- oder nach der Arbeit

00:01:28: Nach der Arbeit.

00:01:29: Führen Sie Ihren Terminkalender selbst?

00:01:32: Ja

00:01:33: Auf welche Eigenschaften achten Sie bei Bewerberinnen und Bewerbern am

00:01:37: meisten?

00:01:39: Ich achte darauf, ob die Menschen in der Lage sind sich selbst zu reflektieren.

00:01:43: Gibt es eine gute Art zu kündigen?

00:01:46: Seitens der Mitarbeiterinnen oder seitens

00:01:49: des Arbeitgebers also von Ihrer Seite?

00:01:52: Kündigen heißt ja ein Dienstverhältnis einfach nämlich aufzulösen.

00:01:56: Also das würde ich einmal darunter verstehen Und das kann in der Situation notwendig sein.

00:02:02: Was ist Ihr wichtigster Softskill?

00:02:05: Zuwendung.

00:02:06: Auf welches Networking-Event können Sie nicht verzichten?

00:02:11: Ich glaube auf unsere eigene Führungskräfte, Klausur.

00:02:14: Office?

00:02:15: Homeoffice oder Hybrid?

00:02:18: Für mich Office!

00:02:19: Welche Eigenschaft hat sie persönlich an die Spitze gebracht?

00:02:23: Das Vertrauen des die Eigentümer mir entgegen gebracht haben dass die mich überhaupt... in die Position gebracht haben.

00:02:30: Aber

00:02:30: was glauben Sie?

00:02:31: Was war ausschlaggebend dafür, dass sie das getan haben?

00:02:34: Ich glaube ich kam ja nicht aus der Branche, ich kam nicht aus dem Gesundheitswesen, ganz woanders her.

00:02:39: aber da sich in der Lage bin Systeme trotzdem zu verstehen egal welcher Branche.

00:02:46: Gibt es eine Work-Life Balance?

00:02:49: Also für mich ist Work und Life nicht unterscheidbar, insofern such' ich nicht nach einer Balance.

00:02:55: Sollten Väter und Mütter gleich lange in Karrenz gehen müssen?

00:03:00: Ich glaube an die Gleichberechtigung hier.

00:03:03: Ihr Tipp an junge Leute, die erfolgreich werden wollen...

00:03:07: Neugierig bleiben!

00:03:09: Vielen Dank!

00:03:10: Das war's schon wieder.

00:03:11: Jetzt starten wir mit den wirklich schwierigen Frauen.

00:03:15: Herr Heinisch bitte beschreiben Sie uns kurz einen Fosbury-Flob.

00:03:21: Ja, der Phosphoryflop ist eine interessante Metapher eigentlich.

00:03:24: Also einerseits ist es ein Hochsprung, bislang Jahrzehnten sind ja die Menschen mit dem Scheransprung über eine Hochsprunglatte gebrungen das heißt einen Bein zuerst und dann des Becken und dann das andere Bein wird nachgezogen.

00:03:37: Und damit sind die Menschen bis zu einer gewisse Höhe gekommen aber darüber ging's nicht mehr.

00:03:43: Dann kam Mr.

00:03:44: Phosphary und hat es anders getan also gleiche Disziplin gleiche Themenstellung, aber anders gemacht.

00:03:53: Und er ist angelaufen und hat sich kurz vor der Latte umgedreht und ist mit dem Rücken zuerst drüber und hat das Becken dann hinten nachgezogen.

00:04:03: Das ist der Standard wie es jetzt ist im Hochsprung.

00:04:06: Und das hat dazu geführt dass er deutlich weiter gekommen ist.

00:04:09: Das der Phosphory Flop und ich denke, dass wir immer einen Phosphoric Flop brauchen wenn wir anstehen bei Problemen.

00:04:16: Dann braucht's eine neue Methode.

00:04:19: eine Disruption, damit man weiterkommt.

00:04:21: Jetzt haben Sie ein Buch geschrieben Die Kraft des Miteinander Das Wege aufzeigen will wie wir unser gesundes System reformieren können.

00:04:30: Warum haben Sie ausgerechnet in diesem Buch diese Hochsprungtechnik als Metapher gewählt für das was sie eigentlich ausdrücken wollen?

00:04:38: Kommen Sie aus dem Hochsprungen?

00:04:40: Haben Sie das selbst einmal gemacht oder ist Ihnen das einfach aufgefallen?

00:04:44: Nein, es ist mir aufgefallen.

00:04:45: Es ist mir aufgefallen weil im Gesundheitswesen sehr genau die gleiche Themenstellung ist wie eigentlich damals im Hochsprung.

00:04:50: wir haben eine hohe Latte und wissen dass wir da drüber müssen für den Menschen die sich dem Gesundheitsversorgen, ja dem Gesundheitswesner anvertrauen Und ich habe den Eindruck das wir derart wie wir derzeit springen diese Höhe und auch die Erwartungen an künftige Höhen nicht mehr schaffen werden Und deswegen müssen wir neu denken.

00:05:08: Es braucht einen neuen Bauplan fürs Gesundheitswesen, damit wir da drüber kommen und das erinnert mich an den Fossbrief-Lob.

00:05:14: Können Sie kurz beschreiben was genau soll im Gesundheitswesend dieser Flop sein?

00:05:19: Was ist der Gamechanger könnte man auch dazu sagen?

00:05:22: Ja

00:05:23: ich beobachte seit Jahrzehnten – ich mach das schon seit fünfundzwanzig Jahren – dass wir ein ausgezeichnetes Gesundheitssystem haben wenn mal auf die einzelne Teile sehen.

00:05:34: Also wir haben ausgezeichnete Krankenhäuser, wir haben ausgezeichnende Primärversorgungszentren, ausgezeichnet Pflegeeinrichtungen, ausgezeichnete Ordinationen und was auch immer.

00:05:44: Die Einzelteile sind immer exzellent!

00:05:46: Das ist etwas, was ich aus dem Bauch heraus sage, sondern da gibt es Studien, da gibt's OECD-Vergleiche wo das drinnen steht – Fakten.

00:05:54: Aber dennoch kommt bei den Menschen das irgendwie nicht an wenn man sich die Die Beurteilung des eigenen Gesundheitszustands derzeit ansieht, da gab es gerade längst eine Studie.

00:06:05: Sagen die Menschen im Jahr hier noch in den Jahren ist, dass mein Gesundheitszustand großartig oder sehr gut ist?

00:06:13: Jetzt, das ist nicht viele Jahre später, sind es nur mehr als neunundsechzig Prozent.

00:06:17: Also wie kann es sein, dass einerseits die Einzelenteile Exzellenzfakten betrunken, aber trotzdem bei den Menschen, die es nicht ankommt und sie leiden unter Wartezeiten?

00:06:26: Das sind ja alle so Symptome!

00:06:28: glaube ich, dass wir eine Änderung brauchen.

00:06:31: Und diese ist entscheidend!

00:06:33: Wir müssen schauen, dass aus diesen Einzelteilen Gesamtqualität entsteht.

00:06:36: Das heißt, wir müssen verbinden was zusammen gehört.

00:06:40: Wir haben kein Leistungsproblem, wir haben ein Verbindungsproblem.

00:06:43: Die Menschen müssen einen Gesundheitswesen haben das in sich völlig integriert arbeitet.

00:06:48: nur dann wird es menschlich.

00:06:50: Da muss ich Sie jetzt gleich aus der aktuellen Anlass fragen.

00:06:54: Die Bundesregierung hat sich gerade noch vor der Sommerpause das selbst gesteckte Ziel erfüllt, aus Ihrer Sicht dass sie da jetzt ein Reformpaket auch für das Gesundheitswesen vorgelegt hat.

00:07:10: Haben Sie sich das angeschaut?

00:07:11: Ist es etwas das diese Verbindungsstücke herstellen kann oder sehen Sie das noch nicht so?

00:07:19: Ich habe es mir angesehen, also das was hier vorliegt.

00:07:21: Insbesondere des Papiers, dass dann direkt bei der Pressekonferenz, glaube ich an die Medien gegangen ist.

00:07:25: Es sind Absichtserklärungen, es sind so Zielformulierungen.

00:07:29: Aber ich könnte daraus noch nicht ableiten ob das passiert Was sie jetzt gerade... welche Frage die Sie danach gestellt haben Ob das es schon erfüllt wird Das wird man sich jetzt anschauen müssen So wie generell.

00:07:42: Eine Gesundheitsreform ist dann zu beurteilen, wenn man sieht ob sie bei den Patientinnen ankommt und das noch viel zu früh.

00:07:49: Das muss jetzt ausformuliert werden.

00:07:50: es muss umgesetzt werden und dann wird man sehen ob das hält was es verspricht.

00:07:54: Wie ist das überhaupt in der Gesundheitspolitik, wenn man da eine Reform aufsetzt?

00:07:59: Irgendwo ansetzt in irgendeinem Teilbereich.

00:08:02: Wann frühes wie langfristig sieht man dann die Folgen, ob man da jetzt etwas Gutes reformiert hat oder ob es nicht so gut funktioniert.

00:08:10: Sieht man das gleich oder dauert das Jahre bis sich das herausstellt, ob das jetzt eine gute Idee war oder nicht?

00:08:17: Es kommt darauf an, wem sie diesen Auftrag geben.

00:08:20: Die Winzensgruppe ist ja ein Gesundheitsunternehmen ein gemeinnütziges Gesundheitsunternehmen, das den Anspruch hat die Dinge, die möglich sind möglichst schnell auch für die Patientinnen umzusetzen.

00:08:32: Also dass die Patienten ihn schnell spüren da tut sich was, da wird es besser.

00:08:36: also ich denke dass wenn wir uns darum kümmern dann geht das relativ rasch und dass die Menschen spülen was sich da ändert.

00:08:44: Jetzt leiten Sie sie haben selbst gesagt die Winzensgruppe seit fünfundzwanzig Jahren.

00:08:48: welche Gesundheitspolitischen Herausforderungen haben Sie heute diese damals, als sie begonnen haben nicht hatten?

00:08:56: Ich glaube die Rahmenbedingungen innerhalb dessen wir Gesundheitspolitik oder in meinem Fall Gesundheitsmanagement machen, haben sich diametral geändert.

00:09:06: Vor zwanzig Jahren haben wir noch nicht diese demografische Entwicklung gehabt.

00:09:11: also sie war.

00:09:13: Man wusste, sie kommt.

00:09:14: Aber sie war noch nicht so präsent.

00:09:15: Also die Anzahl der Menschen über sixty-fünf sind, die dann sehr viele Krankheiten zugleich haben, die einen besonderen Bedarf haben nach Versorgung, Krankenversorgung und auch Pflege – das waren doch nicht so massiv!

00:09:26: Auch der medizinische Fortschritt hat noch nicht solche Möglichkeiten gegeben wie wir das jetzt sehen.

00:09:32: Und auch die Ressourcen waren damals noch nicht unter Druck, wie wir es ja jetzt haben.

00:09:38: In den neunziger Jahren sind auf einem Pensionist noch vier Erwerbstätige gekommen.

00:09:43: Und jetzt sind es schon drei und perspektivisch werden es nur mehr zwei Erwerbstätige sein, die eine Pensionisten, die dann keinen Erwerbseinkommen hat quasi im Sozialwesen mit und Gesundheitswesen finanziert.

00:09:54: Das sind Rahmenbedingungen, die haben sich jetzt komplett verändert.

00:09:58: Das ist jetzt viel dynamischer.

00:09:59: das heißt der Druck in diesem System, die Herausforderung ist gestiegen Und deswegen braucht es eben auch Überlegungen wie ein Frostbrieflob, wie wir da weiterkommen.

00:10:08: In ihrem Buch geht's vor allem um Kooperation – das ist auch der Untertitel – so stärken Kooperationen, Gesellschaft und Gesundheitssystem.

00:10:16: die Realität ist offenbar das Gegenteil.

00:10:18: Die Gesellschaft ist polarisiert, es regiert der Elbogen und belohnt wird mit Aufmerksamkeit, mit Geld und auch mit Macht wer für sich selbst lobbyiert.

00:10:30: Das ist jetzt ein bisschen zugespitzt formuliert, aber im Wesentlichen glaube ich kann man unsere Gesellschaft momentan ein bisschen so charakterisieren.

00:10:39: Sind Sie da nicht ein einsamer Kooperationsruf in der Egoismuswüste?

00:10:45: Wie wollen sie denn das umdrehen?

00:10:48: Ich glaube es gibt viele Menschen die das gleiche Gefühl haben.

00:10:51: also zumindest gibt mir das Feedback der Menschen auf dieses Buch den Eindruck.

00:10:55: Es gibt viele die sagen genau wir müssen da enger zusammenrücken.

00:11:00: Ich glaube wir müssen das ganze, was wir da tun und es ist das Gesundheitswesen viel weniger aus der Sicht der einzelnen verantwortlichen Betrachten und Gestalten.

00:11:10: Weil da hat jeder sein eigenes Bild und seine eigenen Ziele sondern wir müssen uns wirklich konsequent und fast radikal des Gesundheitswesens anschauen aus der Brille der Patientinnen beziehungsweise auch aus der brille derer die noch gar nicht krank sind.

00:11:28: Wir definieren Gesundheitswesen instinktiv aus dem Bauch heraus immer als, das ist dann wenn man krank ist.

00:11:33: Das stimmt nicht!

00:11:34: Das Gesundheitswesendienst beschäftigt sich eigentlich mit zwei Phasen.

00:11:39: Die eine Phase und die bei den meisten Menschen viel länger ist es gesund, die Gesundheit.

00:11:44: Und dann kommt fast immer irgendeine Krankheit.

00:11:48: Aber es sind zwei PhASEN, es sind ZWEI Teile vom Gesundheitswäsen.

00:11:52: Wir müssen uns um beides kümmern.

00:11:53: Ich finde es interessant, dass jetzt gesagt haben wir hat sich die Demografie geändert und das gibt viel mehr Menschen über fünfundsechzig, die dann krank werden.

00:12:01: also fünfundsechzig ist jetzt nicht.

00:12:03: ich hätte mir gedacht, dass die intensive Krankheitsphase eigentlich erst später beginnen sollte oder?

00:12:09: Das

00:12:09: ist der Punkt den Sie als machen.

00:12:11: sie sollte später beginnen!

00:12:13: Also die Anzahl der gesunden Lebensjahre sollte länger sein also wie bis fünfund sechzig.

00:12:18: aber in Österreich und das ist eines unserer Kernprobleme beginnen die Leiden viel zu früh.

00:12:24: Auch wiederum, wir haben davor über OECD-Vergleiche gesprochen auch im Vergleich zur OECd es beginnt zu früh und wir müssen schauen...

00:12:31: Welche Leidens sind das?

00:12:33: Können Sie uns das ein bisschen beschreiben?

00:12:34: Es ist so diese typischen Leiden einer Zivilisationsgesellschaft also Stoffwechselerkrankungen Diabetes Herz Kreislauferkrankung Die kommen da ganz stark Und das ist zu früh.

00:12:47: Und wir müssten darauf achten, dass wir diese gesunden Lebensjahre verlängern.

00:12:50: Erstens weil es für die Menschen ja mächtig ist.

00:12:53: Das ist sehr schrecklich wenn man so früh solche Krankheiten hat und zum anderen weil's auch das System damit entlastet.

00:13:00: also das Gesundheitswesen wird natürlich besser und leichter und finanzierbarer wenn die Menschen erst später diese Krankheiten haben und dann Versorgung

00:13:09: brauchen.

00:13:11: Jetzt ist es ja so, dass im Gesundheitswesen oder sagen wir bei der Bekämpfung von Krankheiten, gibt es ja tatsächlich Kooperationen die ihr sein muss.

00:13:22: Der Bund kooperiert mit den Ländern und den Sozialversicherungen.

00:13:25: also das ist dieses Dreiergespann.

00:13:27: Das gibt's ja, das funktioniert auch aber offenbar wenn ich Ihnen richtig folge nicht gut genug.

00:13:33: was genau funktioniert ihnen denn nicht gut genug?

00:13:36: Ich sage Ihnen ein Beispiel oder ich sage Ihnen zwei alt ist, der eben diese vielen Krankheiten hat.

00:13:46: Bauen sie ab und zu ein Krankenhaus!

00:13:48: Und idealerweise liegen Sie dann auf einer Akutgeriatrie.

00:13:51: dort wird versucht ihnen ihre Stärken wieder rauszuholen, ihre Ressourcen und sie soweit zu behandeln und zu begleiten dass sie danach wieder selbstständig Zuhause leben können.

00:14:00: das macht eine akut geriatrie.

00:14:04: Wenn Sie in einer akut Geriatrie liegen dann zahlen Sie im Krankenhaus einen minimalen Selbstbehalt.

00:14:08: jeder Mensch der in einem Krankenhaus Das ist je nach Bundesland unterschiedlich so um die zehn Euro.

00:14:16: Jetzt ist es für viele Menschen aber eigentlich besser von der Patientenorientierung, von der Qualität und auch von der Effizienz.

00:14:24: wenn sie in eine Kurzzeitpflege gehen oder einen Überleitungspflege nur in dem Moment wo Sie das tun zahlen Sie ein Vielfaches an Selbstbehaltung, das Zehnfache.

00:14:34: Und damit sehen Sie das Problem.

00:14:36: Es ist die Systemlogik.

00:14:38: Wir hätten zwei großartige Bereiche Topqualität und auch die Pflegeeinrichtungen, top Qualität.

00:14:45: Und trotzdem ist das System gegen eine sinnvolle Integration dieser Bereiche... Aber

00:14:50: wie sozial ich im Pflegebereich ein viel verpreist?

00:14:53: Weil es unterschiedliche Finanzierungslogik ist.

00:14:55: Es ist eine unterschiedliche Verantwortlichkeit dahinter, es ist eine Unterschiedliche Logik.

00:14:59: also es ist die Fragmentierung sagt man dazu im Gesundheitswesten ja und nachdem die der Logik, die System-Logik aber nicht sind eigentlich die logische und menschliche Entscheidung unterstützt bleiben die getrennt.

00:15:13: Und es gibt viele andere Beispiele auch, das zweite Beispiel und war jetzt letztes Mal, habe ich mich beschäftigt mit einer Master thesis also eine Diplomerei von einer Studentin.

00:15:23: der hat sich angeschaut wie ein Primaversorgungszentrum?

00:15:27: Also das über was wir so leidenschaftlich reden derzeit als die Lösung.

00:15:32: Wie sich die Entwicklung, die Aufbau, die Errichtung eines Prima Versorgungscentrums auf das benachbarte Krankenhaus auswirkt.

00:15:40: unsere Vermutung und Hoffnung ist ja, wenn man einen Primer Versorgungszentrum baut, steigen da die Patientenzahlen, Patientinnenzahlen.

00:15:48: Und im Krankenhaus gehen sie zurück.

00:15:49: Das ist die Logik, die wir auch politisch gerade diskutieren.

00:15:53: Aber es ist nicht so!

00:15:54: Laut dieser Studie, laut dieser Untersuchung steigen Sie in beiden Bereichen also keine Entlastung.

00:16:00: Ich verstehe das auch wiederum weil's ja auch unterschiedliche Systeme sind.

00:16:04: Es sind Primerversorgungs-Zentren werden finanziert über die Sozialversicherung und die Krankenhäuser über die Länder.

00:16:10: Also solange da nicht ein integrierte Finanzierung stattfindet, würden sich diese Dinge nicht ausbalancieren, sondern sie werden jeweils suboptimiert!

00:16:20: Aber jetzt sind wir ja beim entscheidenden Punkt.

00:16:22: Also der ursprüngliche Plan dieser Gesundheitsreform war ja zumindest eine Finanzierung aus einer Hand, bei der Präsentation dieser Elfeckpunkte über die wir vorhin gesprochen haben hat die Frau Außenministerin und Neoschefin Beate Meindl-Reisinger den semantisch interessanten Satz gesagt Wir bekennen uns zu einer Finanzierung Aus einer gemeinsamen Hand.

00:16:47: Das klingt für mich so wie eine Hand, die halt jetzt dreißig Finger hat statt fünf.

00:16:52: So ungefähr ein bisschen polemisch formuliert.

00:16:55: aber ist das nicht der Punkt?

00:16:56: Wir haben Pläne gibt es genügend Es gibt die Absichtserklärungen.

00:17:02: Es müsste halt irgendjemand nachgeben Entweder die Sozialversicherungen nachgeben Es müssten die Länder nachgeben und der Bund nachgeben.

00:17:11: Das ist schwierig, das hat auch mit Machtverlust zu tun.

00:17:14: Wie kann man das aufbrechen?

00:17:18: Ich bin Praktiker.

00:17:19: Also ich bin kein politischer Kommentator, das maße ich mir nicht an weil ich da nicht in diesen ganzen Gremien bin und... Ja

00:17:26: aber Sie sprechen systemische Fehler an!

00:17:29: Aber ich spreche sie nie aus der Blickrichtung eines Politikers an, der ich nicht bin sondern immer aus der Sicht des Patienten unter Patientin.

00:17:38: also was müsste man tun?

00:17:40: Man müsste radikal die Perspektive der Patientin einnehmen.

00:17:44: Ein Mensch, wenn er krank ist hat er eine Krankheit.

00:17:47: Diese Krankheit kann ich nicht in Sektoren einteilen.

00:17:51: Also der Mensch tut es nicht In seiner innerlichen Logik.

00:17:53: Wenn er Hilfe braucht Weil er was hat dann denkt er nicht Na ja da muss sich zuerst in diese Struktur gehen.

00:17:59: Dann gehe ich in diese struktur und dieser struktur.

00:18:01: Der will dass sie ihm geholfen wird Und der erwartet Dass die einzelnen Teile Die er da braucht Das kann vom niedergelassenen Bereich bis zum Krankenhaus unter Pflege der Rehabilitation alles sein Der erwartet, dass sich die Teile zusammenfügen in seiner Logik.

00:18:16: Der will keine Schnittstellen!

00:18:18: Das Problem sind die Schnittstellen und die sind wirklich das Übel des Gesundheitswesens weil an jeder Schnittställe... Und es gibt wahnsinnig viele Schnittstellungen.

00:18:27: Was sind so Schnittstände?

00:18:29: Eben diese Übergänge zwischen

00:18:31: Spital- und Pflegeendrichtung.

00:18:34: Schon einmal von zu Hause Zum niedergelassenen Arzt, dann zum Spital.

00:18:39: Dann zur Rehabilitation und zur Pflege.

00:18:41: Und uns fallen noch andere Schnittstellen ein.

00:18:44: Der Mensch möchte diese Schnittstellen gemanagt haben der will dass das integriert läuft weil an jeder Schnittsstelle verlieren sie immer dreierlei.

00:18:52: Sie verlieren zuallererst mal Patientenorientierung Weil sie haben Wartezeiten.

00:18:57: Sie müssen alles sich nochmal erklären was sie haben was sie brauchen.

00:19:00: da gibt es Irrwege.

00:19:01: Also Patientenorientieren verlieren die Qualität Sie kommen nicht dorthin, wo sie vielleicht für ihr Anliegen am besten aufgehoben werden.

00:19:10: und drittens verlieren sie Effizienz.

00:19:12: Und das ist das was wir uns nicht mehr leisten können.

00:19:14: Sie machen Doppelbefundungen, Sie machen doppelt Durchsprachen, vielleicht widersprüchliche Therapieempfehlungen – all das was die Menschen, die zuhören und die uns nicht zuhörten kennen!

00:19:25: Das können wir uns jetzt nicht mehr leisten.

00:19:27: Wir müssen ein System bauen, dass nicht den Patienten das Management der Schnittstellen überlässt, sonst müssen wir machen.

00:19:37: Und dazu braucht es eine andere Systemlogik.

00:19:40: Strukturen hätten wir genug und qualitätsvolle.

00:19:42: Das ist das was wir zu Beginn besprochen haben.

00:19:45: Wir müssen die Systemlogika ändern dann funktioniert's.

00:19:49: Es ist vielleicht ein bisschen komisch wenn ich das ausgerechnet tief frage.

00:19:52: aber hat Österreich zu viele Krankenhäuser?

00:19:55: Ein Gesundheitswesen braucht Krankenhäuser?

00:19:58: ja weil Menschen manchmal sehr komplexe Krankheiten und vor allem haben sie manchmal akute Situationen.

00:20:05: Und da brauchen Sie funktionierende Strukturen, die mit höchster Qualität und mit högster Erfahrung einfach diese Probleme lösen.

00:20:13: Das wird es immer geben.

00:20:15: Es sollte nur jedes Krankenhaus in Österreich sich überlegen was ist wirklich mein sinnvoller Auftrag?

00:20:21: Da wird das Krankenhäuser geben, die sagen meinen Auftrag ist einfach hochkomplexe, hocher gute Medizin spezialisierte medizininnovative Medizin.

00:20:30: Die muss ich machen und dazu brauche ich Ressourcen.

00:20:32: Und dann wird es Krankenhäuser geben, die sagen, ne?

00:20:35: Ich kann mich eigentlich auf mehr auf die Grundversorgung konzentrieren!

00:20:38: Und ich kann dort auch sehr stark ambulantisieren, weil's für die Menschen sehr oft auch reicht.

00:20:45: Also man sollte sich über den Auftrag Gedanken machen, dass das eine flächendeckende Struktur braucht ist klar.

00:20:51: Weil ein Gesundheitswesen dient der Resilienz einer Bevölkerung und der Gesellschaft und da brauchts einfach eine wirklich stabile Grundversorgen.

00:20:58: Jetzt gibt es diese Geschichte mit dem berühmten Krankenhaus in Oberwart.

00:21:05: Es gibt ja einen nationalen Strukturplan Gesundheit, wo drinnen steht, wo welcher Spitäler sein sollen, perspektivisch wer sich worauf spezialisieren soll – ich veranfache das jetzt stark!

00:21:16: Und da steht zum Beispiel nichts davon drin, dass es in Oberward eine Herzchirurgie geben soll.

00:21:23: Landeshauptmann des Burgenlands Hans-Peter Doskozil sagt aber Das ist mir wurscht.

00:21:29: Ich brauche eine Herzchirurgie in Oberwart und deswegen wird es die auch geben, auch in Zukunft geben.

00:21:34: Das führt zu großen Konflikten zwischen Bund- und Landburgenland, der gegenseitige Klagstrungen und so weiter.

00:21:42: Verstehen

00:21:43: Sie das Cozil oder verstehen sie da eher die Bundesseite?

00:21:47: Oder wie löst man sowas auf?

00:21:48: Ja

00:21:49: ich glaube jetzt geht um die burgenländischen Patientinnen weil So wie jeder Österreicher und jede Österreicherin gesundheitliche Probleme.

00:21:58: Und zum Teil betrifft es auch des Herz- und zum Teil auch sehr schwere Herzerkrankungen.

00:22:01: Jetzt müssten wir den Bogenländerinnen, genauso wie den Steirerinnen und der Niederösterreicherinnen durch Kooperation die medizinische Versorgung anbieten, die sie wirklich brauchen.

00:22:13: Das muss das Ziel sein!

00:22:16: Da müssen unsere Aufmerksamkeit und auch unsere Investitionspolitik hingehen.

00:22:20: Es muss einfach möglich sein... Zeitnah ohne Wartezeiten versorgt werden.

00:22:24: Das ist das Ziel und daran muss man die Versorgungsstruktur ausrichten.

00:22:29: Jetzt haben Sie für Ihr Buch, da haben sie nicht nur selber was geschrieben und Ihre Gedanken hineingetan.

00:22:34: Sie haben auch Leute interviewt, die eigentlich mit dem Gesundheitswesen nichts zu tun haben unter anderem Harald Katzmeier den Netzwerk Forscher der in ihrem Buch sagt oder in diesem Interview sagt, kooperierende Gruppen setzen sich gegenüber jenen durch die nicht kooperieren.

00:22:51: Das lehren die Evolution.

00:22:53: Jetzt wird es ein bisschen philosophisch.

00:22:55: Wie erklären Sie sich das wir dann eigentlich in so einem wichtigen Bereich wie der Gesundheitspolitik konsequent gegen die Evolution agieren?

00:23:05: Das ist jetzt wirklich schon sehr philosophisch aber ich glaube dass sich in der Menschheitsgeschichte Mit jedem Spezialisierungsschritt, den wir getan haben natürlich auch der Koordinationsaufwand massiv gestiegen ist.

00:23:22: Also wie wir Jäger und Sammler waren war die Koordination so stelle ich es mir vor relativ einfach.

00:23:27: aber je spezifischer unser Wissen wurde unsere Möglichkeiten jemals sich daher unterschiedliche Institutionen und Einrichtungen herausgebildet haben sie sich wiederum spezialisieren umso höher wurde der Komplexität und damit der Koordinationsaufwand

00:23:43: ist

00:23:44: das ultimative Beispiel für Komplexität.

00:23:48: Deswegen ist es so schwierig, aber umso größer auch der Nutzen wenn wir schaffen.

00:23:53: Jetzt wäre meine Frage Sie haben gesagt sie sind kein Politiker, aber wehren Sie einer.

00:23:59: und könnten Sie bestimmen was wäre das erste was Sie in Österreichischen Gesundheitssystem ändern

00:24:04: würden?

00:24:05: Ich mache's wieder aus der Praktika Brille.

00:24:07: da fühle ich mich einfach wohler!

00:24:09: Ich würde diese lange Phase des Gesundheitswesens Nämlich die Gesundheit einmal ziemlich in den Blick nehmen.

00:24:17: Ich würde mir ganz genau überlegen, wie kann ich es schaffen dass die Menschen in der Lage sind das sie die Ressourcen haben?

00:24:24: Die persönlichen Ressource haben also die Kompetenz und die Motivation gewisse Leben also gesundheitsförderliche Maßnahmen zu setzen nämlich zum eigenen Nutzen, zur eigenen Freude.

00:24:35: Wie kann man das machen wenn Sie krank sind dann gibt es in Österreich einen unglaublich dicken Plan Der heißt österreichischer Strukturplan Gesundheit.

00:24:48: Wenn Sie den mal ausdrucken, als tun sie es nicht, er ist dichtichtig.

00:24:52: und dann gibt's noch neue regionale Strukturpläne.

00:24:54: auch das wird ein richtiges Paket.

00:24:57: da steht genau drinnen was man tun muss wenn was ist wo der Mensch hingehen muss wenn er etwas hat mit Qualitätskriterien also wirklich professionell gemacht.

00:25:05: ich glaube dass sind wir übrigens in Europa ziemlich einzigartig was die Qualität dieser Planung anbelangt.

00:25:12: für die viel längere Phase der Gesundheit.

00:25:14: Schauen Sie danach, ob sie was finden.

00:25:16: Jetzt hat man längst nach einem Interview eine Politikerin das geschickt.

00:25:21: Was es dazu gibt?

00:25:22: Gesundheitsförderungsgesetz heißt das glaube ich Bundesgesundheitsförderunggesetz.

00:25:26: Das hat so zwanzig Seiten und da ist weniger strategisch und weniger auch konkretisiert wie das jetzt umgesetzt werden soll.

00:25:35: also Ich glaube wir sollten die gleiche Aufmerksamkeit, die wird der Krankheit widmen Auch der Gesundheit widmern weil...

00:25:41: Also auch so einen Ein Paket, ein Papier produzieren.

00:25:44: Nein!

00:25:44: Hauptsache

00:25:44: ein intelligentes Papier.

00:25:46: Das ist das Entscheidende.

00:25:47: Man kann es relativ kompakt halten aber es geht darum dass wir mit relativ wenig Geld wenn wir nämlich in Präventionen gesundes Förderung und Gesundheitskompetenz investieren einen riesigen Output realisieren.

00:26:01: Das Problem ist nur nicht gleich also nicht morgen und das ist so schwierig das in unseren Köpfen unterzubringen weil man zuerst mal investieren muss zehn, zwanzig Jahren.

00:26:13: Wenn die Raucherprogramme wirken, wenn die Bewegungsprogramme Wirken, dann hat man was davon.

00:26:22: Also man investiert wirklich in die künftige Generationen.

00:26:25: aber das würde ich tun.

00:26:27: Haben Sie vorher irgendwann in die Politik zu gehen?

00:26:30: Warum nicht?

00:26:31: Das klingt ja vernünftig, was Sie vorschlagen!

00:26:33: Ja, aber ich sehe meine Rolle und die habe ich immer so gesehen als derjenige, der genau zuhört was die Politik spricht.

00:26:41: Was sie auch entscheidet aber seine Rolle darin findet die Dinge dann umzusetzen.

00:26:48: und da ist die Winzensgruppe ein perfektes Unternehmen dafür weil die Winsensgruppen ist gemeinnützig.

00:26:54: das heißt wir machen es nicht um Dividenden oder irgend sowas auszuschütteln.

00:27:00: Sie ist aber trotzdem gehört einer privaten gemeinnitzigen Stiftung.

00:27:04: Das heißt wir agieren ziemlich dynamisch.

00:27:07: Wir sind sehr, wenn man so will unternehmerisch auch unterwegs aber ohne Gewinnabsicht und deswegen ist diese Winzensgruppe so perfekt diese Dinge einfach umzusetzen für alle, für die Allgemeinheit mit hohen unternehmerischen Anspruch an Geschwindigkeit und Flexibilität.

00:27:23: Jetzt mache ich einen kurzen Transparenz-Hinweis für unsere Zuhörerinnen und Zuhörer.

00:27:28: Wir haben uns sehr nett unterhalten, bevor dieser Podcast begonnen hat.

00:27:32: Und ich habe so die Frage gestellt – Kann ich zusammenfassen dass die Winzensgruppe zu den Privat- und Ordensspitälern zählt?

00:27:39: Und darauf haben sie fast aufgejault, muss ich jetzt mal sagen.

00:27:43: Nein wir sind kein Privatspital.

00:27:44: können Sie uns noch einmal weil Sie auch gesagt haben dass das sehr oft verwechselt wird was da genau der Unterschied ist?

00:27:50: Ja

00:27:51: also das österreichische Krankenhauswesen insbesondere ja besteht aus drei Gruppen.

00:27:57: eine Gruppe sind die größte grösste Gruppe es sind die kommunalen Krankenhäuser.

00:28:02: Die haben einen öffentlichen Eigentümer meistens gehören sich den Ländern und sie werden öffentlich finanziert und sie sind auch gemeinnützig.

00:28:10: Am anderen Ende der Skala stehen die privaten, gewinnorientierten Spitäler.

00:28:16: Also wo man privat versichert sein muss, wo man sich das selbst bezahlen muss und ich finde dass diese Spitäler eine absolute Berechtigung haben weil in einer Demokratie soll doch jeder Mensch entscheiden wohin will.

00:28:29: nur für die Grundversorgung brauchen sie eine starke öffentliche Seite, ja das ist wichtig.

00:28:33: Also jeder kann es sollte darauf angewiesen sein dass er sich privat Gesundheitswesen leisten kann aber

00:28:38: Es tun aber immer mehr Menschen.

00:28:40: Ja das ist nochmal ein anderes Thema Und die Winzensgruppe ist dazwischen.

00:28:45: Wir haben einerseits all diese Eigenschaften Die auch Ein städtisches Spital hat Gemeinnützig Auch öffentlich finanziert und alle können kommen Alle egal wie sie versichert sind.

00:28:57: Aber wir Haben auch etwas von dieser anderen Gruppe Nämlich an privaten In dem Fall bei uns gemeinnützigen Eigentümer, also keine politischen Eigentömer.

00:29:05: Also da sind wir so dazwischen... Aber was

00:29:09: bedeutet das jetzt für die Patientinnen und Patienten?

00:29:11: Wo ist denn der Unterschied?

00:29:13: Für die Menschen.

00:29:14: Die Patienten spüren eigentlich nichts!

00:29:16: Jeder kann zu uns kommen mit all seinen gesundheitlichen Themen, die er hat.

00:29:21: Er zahlt ja nichts.

00:29:22: Er wird genauso behandelt wie in einem städtischen Spital.

00:29:26: Er spürt dann nichts.

00:29:27: aber wenn sie mich davor gefragt haben ist unser Beitrag oder warum bin ich kein Politiker, warum mache ich das was ich mach?

00:29:33: Dann hat da bei uns natürlich die Gewissheit dass wir auch wenn wir spüren dann muss etwas geschehen.

00:29:42: Weil wir auch in einem unpolitischeren Bereich arbeiten also mit unpolitischer Rahmenbedingungen arbeiten dass wir das sehr schnell agieren können.

00:29:50: Ich sage Ihnen ein Beispiel Wir haben zwei Krankenhäuser in Wien.

00:29:55: Das ist einmal das Krankenhaus Göttlicher Heiland und einmal das St Joseph Krankenhaus.

00:30:00: Und vor rund fünfzehn Jahren haben wir uns angesehen, wie gehen wir das strategisch weiter vor.

00:30:06: Beide Krankenhäuser haben eine Geburtshilfe gehabt mit so tausend drei Hundert Geburten.

00:30:11: Das ist eh schon viel.

00:30:13: aber wir haben uns gedacht für die Qualität der Versorgung ist es besser wenn man nur mehr eine Geburtshilfe hat und die beiden zusammenlegt.

00:30:21: dann hat man noch höhere Fallzahlen.

00:30:23: also man ist spezialisierter Man kann noch mehr in Qualität und Infrastruktur investieren.

00:30:29: Und so haben wir es dann gemacht.

00:30:30: Wir haben die Geburtshilfe im Krankenhaus Göttlicher Heiland beschlossen und verlagert in das Sankt Josef Krankenhaus, jetzt haben sie dort viertausend dreihundert Geburt, wir konnten eine Neonatologie investieren also eine Intensivabteilung für kleinste Kinder, eine Kinderabteilungen.

00:30:47: Also da ist jetzt wirklich alles was man braucht um sicher sein Kind auf der Welt zu bringen.

00:30:52: Aber

00:30:53: warum sage ich das?

00:30:55: Weil wenn Sie politisch wenn sie eine politische Eigentümerschaft haben, dann stehen Sie in allen Zeitungen und die Oppositionsparteien werden wahrscheinlich nervös werden.

00:31:05: Und werden das vielleicht auch nutzen?

00:31:07: Bei uns hat man es uns machen lassen, weil wir sind politisch für Parteien nicht interessant.

00:31:13: Aber jetzt ist es ja zum Beispiel so... Weil wir zuerst über Kosten gesprochen haben, wenn man in St.

00:31:18: Josephin bindet, dass es nicht so, dass das nix kostet.

00:31:21: Also das kostet schon auch Geld!

00:31:27: Meistens ist es dann noch so, dass man vielleicht gefragt wird ob man nicht noch ein bisschen im Spital bleiben will und so weiter.

00:31:32: Es ist nichts schon so.

00:31:33: können Sie reinen Gewissens sagen das Sie da nicht versuchen über die Hintertür ein bisschen Gewinn zu machen?

00:31:40: Nein weil Gewinn würde uns gar nichts nützen.

00:31:42: also wir können ja irgendwelche Gewinne nicht ausschütten.

00:31:46: Das ist ja das Prinzip der Gemeindesigkeit.

00:31:48: nein wenn eine Patientin zu uns in St.

00:31:50: Joseph Krankenhaus kommt wird sie genauso behandelt, wir waren eine Geburtsabteilung im städtischen Spital.

00:31:55: da ist kein Unterschied.

00:31:56: es gibt natürlich Menschen die privat versichert sind sowie auch in den städtesten Spitälern und bei denen zahlt dann die Privatversicherung etwas dazu.

00:32:04: aber Wie ist das überhaupt?

00:32:06: Glauben Sie, dass in Zukunft die Patientinnen und Patienten für verschiedene Leistungen im Krankenhaus aber eben auch im niedergelassenen Bereich wieder einfach mehr zahlen müssen.

00:32:18: Also glauben sie an so etwas wie eine Ambulanzgebühr?

00:32:22: wäre es gut so was wieder einzuführen?

00:32:24: Nein ja ich glaube nein weil das ist wohl unsere Aufgabe als diejenigen die in der Realität des Management diese Einrichtungen des Gesundheitswesens machen.

00:32:36: Wir müssen darauf achten, dass wir zuallererst alles an effizienzsteigernden Maßnahmen tun bevor wir an die Patienten herantreten und sagen ich bitte in Zukunft müsst ihr noch mehr mit zahlen.

00:32:50: Wir zahlen schon ein Viertel der Gesundheitsausgaben zahlen die Menschen selbst.

00:32:54: das ist Statistik!

00:32:56: Wir müssen zu allererst all das rausholen aus diesem System was in Doppelstrukturen oder im Doppellgleisigkeiten in Ineffizienzen verinvestiert wird und erst dann, wenn das gemacht ist kann man über andere Schritte nachdenken.

00:33:09: Aber da sind

00:33:10: wir noch nicht.

00:33:14: Wenn jemand richtig krank ist, wenn jemand eine schwere Erkrankung hat, dann greift das Gesundheitssystem von allen Ecken und Enden zu.

00:33:21: Und man kriegt in Österreich glaube ich tatsächlich die beste Versorgung, die beste Chemotherapie, die beste Immuntherapie – die tollsten Operationen alles!

00:33:31: Aber wenn man so ein bisschen krank is', wenn das Kreuz weh tut, wenn die Hüfte zwickt, wenn das Knie nicht mehr funktioniert….

00:33:37: Dann muss ich mir doch jetzt schon Privat die beste Versorgung zu kaufen, nämlich wenn ich gleich eine Knieoperation haben möchte oder wenn ich Gleiche Eine andere versorgen haben möchte weil ansonsten muss sich im öffentlichen System halt vielleicht Monate warten.

00:33:55: Wie löst man das auf?

00:33:58: Also wir sind ja immer wieder bei dem Phosphoryflop.

00:34:01: Ja also für mich würde hier der Phospharyflop heißen dass sich Die Menschen zu allererst besser orientieren muss in diesem system Weil sehr viel von den Themen, die Sie jetzt gerade angesprochen haben sind dadurch bedingt das die Menschen an die falsche Stelle kommen.

00:34:16: Und damit zum Beispiel weil alle sofort ins Krankenhaus gehen wird dieses Krankenhaus einfach überfüllt und da ist der Flaschenhals dann.

00:34:25: also wir müssen schauen dass wir die Menschen erstens einmal in der Gesundheitskompetenz unterstützen und zweitens auch ein System bauen wo die Menschen schneller schneller an die richtige Stelle kommen wo ihnen besser geholfen werden kann.

00:34:38: Es wird nicht immer im Krankenhaus optimal geholfen.

00:34:41: Nämlich für Dinge, für Krankheiten die da noch gar nichts hingehören und wenn wir das besser ausbalancieren würden des System dann würde jeder wieder in der Lage sein schneller den Menschen richtig zu helfen.

00:34:54: Jetzt haben wir es glaube ich schon auch so ein bisschen das Problem dass wir ja im Gesundheitssystem planen müssen perspektivisch nicht genau wissen, wohin die Reise geht.

00:35:08: Was ist denn Ihre Prognose?

00:35:11: Worauf müssen wir hinplanen wenn wir uns das österreichische Gesundheitssystem in dreißig Jahren vorstellen?

00:35:18: Einerseits müssen wir sehr genau die demografische Entwicklung im Auge behalten und das ist eigentlich ziemlich leicht weil die Menschen sind schon geboren und die die nicht geboren sind sie noch nicht geborent.

00:35:28: Das heißt wir kennen die Zahlen.

00:35:30: es ist ziemlich leicht.

00:35:31: Wir müssen die Augen offen halten für den medizinischen Fortschritt, was da alles möglich ist.

00:35:36: Was in Zukunft auch an digitalen Fortsschritten kommen wird durch die künstliche Intelligenz.

00:35:43: Es ist unglaublich, was sich da auch im Gesundheitswesen derzeit abspielt.

00:35:47: Könnte

00:35:47: ja sein dass das dadurch billiger wird oder?

00:35:50: Kann ohne weiter sein wenn einfach Dinge die Routine abläufe sind, wenn wir die automatisieren können.

00:35:55: Wenn man dann nicht mehr Menschen die nicht mehr Menschen dokumentieren müssen oder Briefe schreiben müssen für die Patientinnen, die eigentlich was anderes zu tun hätten.

00:36:04: Da kann es wirklich effizienter werden.

00:36:07: Aber der Punkt ist würde ich mich trauen einen genauen Gesundheitsplan auf den nächsten zwanzig Jahre zu machen?

00:36:13: Ich würde mich das nicht trauen!

00:36:15: Da würde ich's eher mit den polinesischen Seglern halten.

00:36:19: Die haben auch ein Ziel gehabt Dinge zu entdecken.

00:36:23: damals Haben sie diese Dinge entdeckt nicht unbedingt, aber sie haben zumindest andere Inseln entdeckt auf ihrem Weg dorthin.

00:36:31: Und ich glaube dass wir auch so denken müssen im Gesundheitswesen.

00:36:33: Wir sollten ein Ziel haben und das muss meiner Meinung nach die Steigung der gesunden Lebensjahre der Menschen sein.

00:36:40: Dann gehen wir los dann fahren wir los ja?

00:36:42: Und dann werden wir suchen oder wenn wir finden, dann werden in den Inselen finden vielleicht die, auf die wir gar nicht geachtet haben zu beginnen Aber Sie sind da!

00:36:49: So werden wir uns durchhandeln und immer mehr entdecken und es immer besser machen.

00:36:54: So würde ich Planen im Gesundheitswesen.

00:36:56: Ist vielleicht nicht exakt und technisch, aber es ist realistisch!

00:37:01: Und vor allem das Ziel – nicht der Verarm verliern – und das ist dieser den Menschen durchzuführen durch ein System integriert in seiner Logik mit dem Ziel länger gesund zu bleiben.

00:37:13: Jetzt gibt's viele Kritiker des Gesundheitssystems die sagen wir haben doch längst eine zwei-klassen Medizin.

00:37:21: Würden sie das auch sagen?

00:37:24: Wir haben eine zwei-klassen Medizin, weil es auch die Möglichkeit gibt für Menschen sich privat zu versichern.

00:37:31: Und daher haben sie das Anrecht darauf, auch hier andere Serviceleistungen zu bekommen.

00:37:38: Was die Grundversorgung anbelangt sind die Menschen, weil sie neunundneinzig Prozent sozial versichert sind was übrigens ein Riesenwert ist in Österreich also nicht nur einen Zahlenwert sondern es ist ein gesellschaftlicher Wert.

00:37:51: Haben das An Recht darauf Und sie bekommen auch aufgrund der Qualität der Krankenhäuser wirklich beste Medizin.

00:37:59: Jetzt haben Sie es selbst angesprochen, Sie haben die Winzensgruppe von einem Spitalsträger umgewandelt zu einem integrierten Gesundheitsunternehmen mit über zwölftausend Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen vor allem nämlich ein

00:38:15: Dreiviertel.

00:38:16: Was heißt denn das genau?

00:38:19: Integriertes Gesundheitsunternehmern?

00:38:21: Das ist Über was wir eigentlich die ganze Zeit gesprochen haben, dass wir aufhören müssen in einzelnen Sektoren nur zu denken.

00:38:29: Nur mehr Krankenhäuser!

00:38:31: Wir haben uns davon gelöst.

00:38:32: Wir haben sehr gute Krankenhäuser aber wir sehen das die Menschen noch ganz etwas anderes brauchen.

00:38:38: sie brauchen Rehabilitation danach weil sie danach noch nicht gesund sind.

00:38:42: nach dem Krankenhausaufenthalt wenn sie einen Herzinfarkt haben geht es danach wahrscheinlich erst los.

00:38:46: also wenn Sie werden auch gut versorgt wird gut sein.

00:38:51: hohe Qualität Aber das heißt noch nicht, dass sie gesund sind.

00:38:54: Sie brauchen Rehabilitation und eine Lebensstiländerung.

00:38:56: wahrscheinlich oder in anderen Krankheiten brauchen sie danach eine Pflegeeinrichtung und davor brauchen sie einen niedergelassenen Arzt der Ambulante versorgen.

00:39:04: Und deswegen müssen wir uns auch so aufstellen, dass wir die Bedürfnisse der Menschen abbilden in der Winzensgruppe – und diese sind nicht nur mehr Krankenhäuser, sondern so entstand es!

00:39:14: Jetzt haben Sie vor Kurzem glaube ich ein Gesundheitszentrum in einem Einkaufszentrum eröffnet.

00:39:21: Warum in einem Einkaufszentrum?

00:39:22: Was kann das oder was soll das?

00:39:26: Es sollen näher zu den Menschen kommen.

00:39:28: Bislang sind wir gewohnt im Gesundheitswesen, dass nicht wir zu den menschen kommen sondern die Menschen zu uns.

00:39:34: Sie müssen sich an Termin vereinbaren sie müssen sich einstellen bei einer Empfang eines Krankenhauses sie müssen dann ihre Daten abgeben sie werden weiter geschickt in die Aufnahme in die Station und so weiter.

00:39:46: also sie kommen zu uns.

00:39:49: viele Menschen müssten nicht zu uns kommen, wenn wir zu ihnen kommen.

00:39:55: Und wir haben uns überlegt wo sind denn eigentlich Orte die hochfrequentiert sind?

00:39:59: Wo wahnsinnig viele Menschen sind jedes Jahr über hundert Millionen.

00:40:04: und da sind wir auf dieses Shoppingcenter gekommen und dort verbringen die Menschen ja mittlerweile einen Alltag.

00:40:11: es ist ja nicht nur mehr ein Einkauf den sie dort machen Sie leben dort zum Teil.

00:40:15: Da gibt's ja alles mögliche vom Kino über das Theater bis über die Polizeidienststelle Restaurants sowieso, Kinos.

00:40:21: Sie sind dort.

00:40:22: Also gehen wir doch am besten dorthin und begleiten die Menschen in ihrem Alltag, das war die Idee

00:40:30: dahinter.".

00:40:31: Und was kann man jetzt dort machen?

00:40:33: Ich nehme an es wird dort keine Operationen geben.

00:40:35: oder gibt's da sogar Operationen?

00:40:39: Zuallererst sollen die Menschen mit ihren Grund mit ihren Basisproblemen versorgen werden.

00:40:44: Wo haben Sie das gebaut?

00:40:46: in Oberösterreich?

00:40:46: Nein,

00:40:47: im Moment entwickeln wir das gerade in Innsbruck im Silpark.

00:40:50: Das ist hinterm Hauptbahnhof auf dreitausend Quadratmeter.

00:40:54: Wir bemühen uns sehr stark um ein primär Versorgungszentrum weil das würde natürlich die Grundversorgung dort sicherstellen und wir bemühe uns seit Monaten darum.

00:41:04: ich hoffe dass es uns gelingt.

00:41:05: Es hängt von der österreichischen Gesundheitskasse ab die der Entscheidungen treffen muss, aber es hängt auch von der Ärztekammer ab.

00:41:13: Die da hier ein Mitspracherecht hat.

00:41:14: also ich hoffe dass die Idee unterstützt wird den Menschen diese Grundversorgung in einen Alltag zu bringen.

00:41:21: Ja

00:41:22: und die Grundversorgen heißt was konkret?

00:41:24: Was machen sie dort?

00:41:25: sind Sie so wie eine ausgelagerte Ambulanz für kleinere Probleme?

00:41:29: oder was genau soll angeboten werden?

00:41:32: Der Mensch soll dort hingehen mit seinen Alltagsgesundheitsproblemen ja dir sonst in einem primären Versorgungszentrum am Land hat, aber da kann er sich dann auch ... bekommt er die Hilfe in einem Shoppingcenter?

00:41:45: Weil er vielleicht dort eh schon seinen Alltag verbringt und weil er viele Parkplätze dort hat.

00:41:49: Und weil es einfach attraktiv ist!

00:41:51: Aber er bekommt dort auch noch ... Gesundheitspark heißt das Konzept... Noch anderes was er auch brauchen könnte.

00:41:57: Auch

00:41:57: Fachärzte?!

00:41:58: Er bekommt auch fachärztliche Versorgung.

00:41:59: Er bekommt sogar pflegerische Versorgungen.

00:42:02: Bekommt Unterstützung von Dietologen, von Ärgertherapeuten, Physiotherapeuten also alles was der Mensch in seinem Gesundheitsleben und Krankheitsleben braucht.

00:42:12: Das Ziel ist nur, dass er dann nicht mehr herumlaufen muss sondern dass er das an einem Ort bekommt weil es einfach für ihn weniger Schnittstellen bringt.

00:42:20: One Stop

00:42:21: Shop

00:42:21: nennt man das den Wirtschaftskreisen.

00:42:23: Weniger Schnittstellen!

00:42:23: Das ist das zentrale Thema des Gesundheitswesens und der Gesundheitspark sollte darauf eine mögliche Antwort sein.

00:42:30: Jetzt haben Sie es zu Beginn im Wordrap angesprochen.

00:42:33: Sie sind ja, bevor sie vor v.a.

00:42:35: von zwanzig Jahren zur Winzensgruppe kamen – zuerst waren sie im Managementzentrum St.

00:42:40: Gallen und bei der VATEC.

00:42:43: Was ist denn da krasseste Unterschied zu ihrem jetzigen Betätigungsfeld?

00:42:48: Das Zeit im Management-Zentrum

00:42:49: St.,

00:42:49: Gallen hat mich sehr geprägt.

00:42:51: Also jede Station hat sich mich sehr geprägt.

00:42:53: aber das Management-Centrum der perfekte Start ins Berufsleben, weil wir uns dort mit Systemfragen beschäftigt haben.

00:43:01: Das können Sie jetzt brauchen?

00:43:03: Genau das ist der Punkt.

00:43:04: Also da gab es große Denker, der Kybernetik, der Systemtheorie die sagen Es geht um die Systemlogiken.

00:43:13: Wir Anreizsysteme, Übersteuerungssysteme.

00:43:16: Das macht jede Organisation jedes Unternehmen und auch jede Gesellschaft gesund wenn man das versteht.

00:43:21: Das habe ich sehr geprägt.

00:43:22: also die Strategie die dahinter gestanden hat In der VATEC, das habe ich auch sehr geprägt weil da habe ich Betriebswirtschaft gelernt.

00:43:30: Also wie zählt man zusammen?

00:43:31: Wie dividiert man also?

00:43:32: Wie versteht man Balanzen, Gewinn- und Verlustrechnungen

00:43:34: usw.?

00:43:36: Es war dort ein sehr kapitalmarktorientiertes Arbeiten.

00:43:40: Das ist mir auch in Erinnerung geblieben.

00:43:42: Das habe mich sehr geprägt, weil ich wusste dass es nicht meine Zukunft ist.

00:43:46: Wir haben uns jedes Quartal mit Shareholder Value Analysen beschäftigt um am Kapitalmarkt gute Zahlen zu präsentieren.

00:43:54: Und dann kam ich und habe gewusst, das bin ich nicht.

00:43:57: Dass mich interessiert einerseits die professionelle Herangehensweise an Strategie wie Machherr-Strategie aber ich will das in einem Umfeld tun wo ich nicht jedes Quartal getrieben bin von Rondit Interessen.

00:44:10: Also ich will nachhaltiger, langfristiger denken.

00:44:13: Und damit ist die Winsensgruppe dann plötzlich gekommen.

00:44:16: also es war ein eigenes für mich.

00:44:19: Die haben mir das Vertrauen geschenkt, die Eigentümer-Vertreterinnen.

00:44:21: Sie sind VertreterInnen gewesen und es war nämlich eine Ordensgemeinschaft beim herzigen Schwestern, die Konkrigation der Beim Herzlichen Schwesten.

00:44:28: Und ich sage Ihnen in den ersten Tagen habe ich gewusst – Das ist es!

00:44:33: Das verbindet all das was ich kann, die Strategie auch des ökonomische Verständnis aber die Nachhaltigkeit dieses langfristige Denken.

00:44:43: und dann war das ein Paradies ja?

00:44:44: Ein Arbeitsparadies.

00:44:45: und es ist immer noch so.

00:44:47: Jetzt haben Sie eben, wie Sie es selbst angesprochen haben die Vincenzgruppe Transformiert von dieser Spitalsgeschichte in ein integriertes Gesundheitsunternehmen.

00:44:57: Das ist ja eine riesige Transformation mit ganz vielen Mitarbeitern.

00:45:02: Wie geht man denn so was an ohne dass man auf dem Weg dorthin Menschen verliert?

00:45:07: Ja das ist eine sehr zentrale und wichtige Frage weil sonst wird's schlechter als wie besser.

00:45:15: Das Allerste, was ich gelernt habe ist, dass sie Klarheit herbeiführen müssen.

00:45:21: Klarheit!

00:45:22: Indem Sie einfach auch über die Probleme reden.

00:45:25: und was passiert wenn man diese Probleme nicht löst?

00:45:29: Und die Menschen, die mit ihnen arbeiten, die wissen ja das auch.

00:45:33: Die brauchen manchmal auch die Reflexion darüber.

00:45:37: Vor allem im Gesundheitswesen wissen alle alles weil sie kriegen das im Alltag mit, die Probleme.

00:45:42: Und die wissen, dass man etwas tun muss.

00:45:43: jetzt muss es halt Klarheit geben über die Richtung Das ist das Entscheidende.

00:45:48: Und da sollte man nicht unklar oder wasserweich sein, oder zu diplomatisch sondern man muss die Dinge auf den Punkt bringen.

00:45:56: und wenn man es dann schafft und Klarheit ist die Voraussetzung dass die Menschen sagen ja stimmt wir sehen das auch so So kann's nicht weitergehen das macht keinen Sinn.

00:46:03: Dann kommen sie die Varaussetzungen.

00:46:06: Aber wie diese Klarheit mit der man reingeht geht man sofort mit dieser Klarheit rein?

00:46:10: Oder macht man vorher noch einen Prozess wo man sozusagen Auch mitbestimmen kann, als Mitarbeiter, Mitarbeiterin?

00:46:20: soll es diesen Transformationsprozess überhaupt geben oder nicht?

00:46:24: Ja.

00:46:25: Also unsere, ich sage da zwei Antworten, unsere Vision hinter dem allen steckt was ich da jetzt die ganze Zeit erzähle, die haben wir ungefähr drei vierte jahr lang mit unseren Führungskräften gearbeitet also das war extrem mitgestaltend.

00:46:42: unser anderes Beispiel Geht's dann weniger von der Vision her, sondern ganz konkrete strategische Abstimmung zwischen Häusern.

00:46:49: Also unser Beispiel kranker aus göttlicher Heiland in St.

00:46:51: Joseph?

00:46:53: Wir haben da nicht die Mitarbeiterinnen gefragt ob sie das wollen weil die Antwort wäre klar gewesen wer will freiwillig eine Abteilung schließen?

00:47:00: Da müssen Sie Klarheit vorgeben.

00:47:02: aber was wir dort getan haben ist zu sagen Die wird treffen die Entscheidung.

00:47:06: wir sehen dass für die PatientInnen einfach besser wenn wir das bündeln.

00:47:11: Aber ihr Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entscheidet mit, wie wir das umsetzen.

00:47:18: Also wann wir welchen Schritt tun?

00:47:20: Also ihr seid Mitgestalter nicht mehr bei den Grundentscheidungen aber wie wir es tun so dass es für euch passt, dass ihr gut mitgehen könnt und dass wir auch die Risiken vermeiden, die bei so einer Transformation entstehen.

00:47:33: Jetzt haben Sie's bereits erwähnt Die Winzensgruppe wurde von dem beim herzigen Schwestern als gemeinnützige Stiftung angelegt eben wie gesagt nicht gewinnorientiert.

00:47:45: Jetzt interessiert mich aber sozusagen das Detail, sie sind der CEO dieser Gruppe.

00:47:51: was ist dann?

00:47:52: Sie haben gesagt es interessiert sich nicht dass sie jedes Quartal von Shareholder Value angetrieben werden.

00:47:58: Was ist aber dann die Kennzahl die für sie entscheidet über?

00:48:03: das ist gut gelungen oder das ist nicht gut gelungern?

00:48:06: Es ist ein Bündel.

00:48:07: ja weil gesundes Wesen ist so komplex das bringt's nicht mit einer Kennzahl.

00:48:11: Das ist ein Bündel.

00:48:13: Da geht es um Patienten Feedback, dass wir messen regelmäßig und da wünsche ich mir noch viel mehr tun weil ich habe den Eindruck das das Gesundheitswesen noch zu wenig ein lernendes System ist und lernt uns immer nur dann ins Feedback kriegen.

00:48:27: Wir müssen regelmässig die eigentlich einbinden Die größten Experten.

00:48:33: also ich sag's jetzt ein bisschen symbolhaft ja?

00:48:35: Die größte Expertinnen des Gesundheitswesens sind nämlich die Menschen die tagtäglich da drinnen die Versorgung kriegen, die da drinnen leben.

00:48:43: Die müssen wir einbinden.

00:48:44: Ihr Feedback muss ausschlaggebend sein dafür wie wir Strukturen und Prozesse ausrichten.

00:48:49: Also Patienten mit Erweiter in den Ergebnissen also Mitarbeiter zu Friedenheit!

00:48:53: Wir fragen die Mitarbeiter was ist euch aufgefallen?

00:48:56: Wo sind unsere Schwächen?

00:48:58: Da kommt zum Beispiel immer leider...

00:49:02: Wir wollen mehr Geld.

00:49:03: Nein es kommt.

00:49:04: wir wollen besser innerhalb unserer Teams zusammenarbeiten.

00:49:09: Über die Berufsgruppen wollen wir besser zusammenarbeiten, das klappt noch nicht ausreichend.

00:49:20: Natürlich messen wir auch jedes Quartal unsere betriebswirtschaftlichen Ergebnisse.

00:49:25: Wir machen genauso wie jeder Industriebetrieb oder professionelle Dienstleistungsbetrieb unsere Quartalsberichte.

00:49:32: Wir schauen uns die Bilanzen an, die Gewinn- und Verlustrechnungen an – die Cashflow Statements.

00:49:36: Weil wir uns ja nicht leisten können dauerhaft Verluste zu machen!

00:49:39: Wir brauchen keine hohen Gewinne aber wir müssen überleben können.

00:49:44: das heißt es muss sich ausgehen, es muss ein Balance sein, Bilanz ist die Waage also es muss im Balance sein.

00:49:50: Das schauen wir genauso professionell an wie alles andere.

00:49:54: Interessant ist eben, Sie haben ja auch mit dem Andreas Dreichel gesprochen.

00:49:57: Dem ehemaligen Erste-Bankchef für ein Buch und der sagt ja zum Beispiel Gemeinnützigkeit ist eigentlich das bessere Konzept für einen langfristig gutes nachhaltiges Wirtschaften weil die Gemeinnütsigkeit diese Perspektive beinhaltet.

00:50:13: Sehen sie das auch so?

00:50:14: Ich sehe es tatsächlich so wenn Gemeinnutzigkeiten mit höchster Professionalität gebaut sind.

00:50:21: Also es darf nicht weich werden oder nebulos oder intransparent, weil man ja zu den Guten gehört.

00:50:28: Gesammeinnützigkeit ist gut aber nur wenn's mit höchster Kompetenz und Professionalität gemacht wird dann ist das perfekt!

00:50:35: Jetzt beinhaltet ja quasi die Gründungsidee beim herzigen Schwestern auch einen christlichen Ethos.

00:50:43: Ist dieser Ethos noch ein Thema?

00:50:45: Gibt es etwas, was sie nicht machen würden in der Winzensgruppe weil's unchristlich wäre?

00:50:52: Das ist unsere DNA, die Sie da ansprechen also nicht mehr und mit weniger!

00:50:56: Also die christlichen Werte sind unsere DNA Weil wir ... Die Gründung Und übrigens nicht nur unsere Krankenhäuser, sondern auch eigentlich der ältesten Krankenhäusern in Europa ging immer auf Ordensgemeinschaften zurück.

00:51:12: Weil die immer geschaut haben was brauchen denn die Leute?

00:51:15: Naja sie brauchen Schulen!

00:51:16: Deswegen haben sich sehr früh im Schulen gekümmert und sie brauchen Krankenh Häuser, deswegen haben sie sich um Krankenh häuser gekümpft im vierzehnten-fünften Jahrhundert bereits.

00:51:24: Und aus dieser Frage was braucht ein Mensch wie können wir ihn wenn er arm ist, wenn er notleidend ist also wenn er krank ist wie kann man ihm helfen?

00:51:34: Und diese Grundhaltung, diese Menschenhaltung dieses Menschenbild das ist immer noch tief in uns drinnen.

00:51:42: Jetzt ist es allerdings so dass die Ordensfrauen zumindest bei uns immer weniger werden.

00:51:47: Sie sind sehr alt geworden sie haben keinen Nachwuchs, sie wären immer weniger und deswegen haben die Ordenzfrauen eine extrem verantwortungsvolle Entscheidung getroffen.

00:51:55: Das weiß man glaube ich in Österreich noch nicht ausreichend.

00:51:58: Sie haben ihr Vermögen und das waren ihre Krankenhäuser eingestiftet, das heißt sie haben sich ihrem Zugriff entzogen.

00:52:05: Eine Stiftung gehört sich selbst!

00:52:07: Sie haben sich der Allgemeinheit, der Gesellschaft geschenkt und wir haben jetzt die Aufgabe diese Krankenhäuser den Wert der Krankenhäusern zu erhalten und sie haben uns aber auch den Auftrag mitgegeben und wir setzen denn zeitgemäß um.

00:52:22: Ich bin kein Ordensangehöriger, aber ich habe die Haltung in mir, ich hab diese Wertorientierung Und so haben es andere Menschen auch.

00:52:33: Wir haben in jedem Krankenhaus einen Werte-Manager, eine Wertemanagerin wurden wir sehr stark kritisiert, dass wir Werte managen.

00:52:41: Das darf man doch nicht!

00:52:43: Ich sehe da schon Möglichkeiten und ich sehe ja auch die Notwendigkeit, dass man für sowas ein Budget zum Beispiel gibt und eigene Verantwortlichkeiten definiert.

00:52:50: Wir habe Wertebeiräte, wir haben Wertegruppen, wir machen Ethikbeira oder Ethikleitlinien – das werden Sie immer die gleiche Haltung drinnen spüren haben an Anspruch die Mitarbeiterinnen auch in Personalentwicklungsfragen dorthin zu unterstützen.

00:53:07: Aber wir haben zugleich einen kompletten repräsentativen Querschnitt, was unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter anbelangt.

00:53:16: Unsere Gesellschaft finden sie genauso bei uns!

00:53:18: Wir haben alle Religionen... Alle Gruppen, die man einfach in der Gesellschaft findet sind auch bei uns und das ist auch gut so.

00:53:28: Weil die Diversität ist auch etwas von wir leben.

00:53:32: Und es schützen wir auch, erhalten wir auch.

00:53:33: Das ist ganz wertvoll!

00:53:35: Also nicht dass Bekenntnis ist so wichtig – der Auftrag.

00:53:40: Den schützen Wir sehr.

00:53:42: Jetzt ist es so, dass zur christlichen Nächstenliebe gehört, dass man sich den ganzen Armen widmet und zu den ganzen Armen gehören jene, die oft nicht sozial versichert sind?

00:53:53: Illegale Migranten.

00:53:54: Behandeln Sie solche Leute zum Beispiel?

00:53:57: Ja, das tun wir!

00:53:57: Wir haben in jedem Krankenhaus auch ein Budget dafür und auch einen Sozial-Board.

00:54:03: so heißt es dass sich speziell um diese Menschen und diese Gruppen kümmert.

00:54:07: Wir haben auch Kooperation mit dem neuen Haus wo wir über diesen neuen Haus auch weil zu uns kommen die Menschen ja nicht zu allererst sondern sie kommen meistens in NGOs wo die speziellen Namen dafür haben.

00:54:21: die kommen dann zu uns, übern als neuner Haus zu uns.

00:54:23: Wir haben zum Beispiel soziale Geburten im St Joseph Krankenhaus, die übrigens von einer großen privaten Versicherung finanziert wird wo wir einfach Menschen, die überhaupt nicht versichert sind sehr oft Migrantinnen der war ein Kind kriegen dass man denen hilft dieses kind gesund zur Welt zu bringen.

00:54:41: jetzt komme ich wieder zum Abschluss noch ein bisschen auf die Managementebene zurück.

00:54:46: Das ist ja ein CEO-Podcast, da wollen wir auch herausfinden wie arbeiten CEOs?

00:54:52: Was war denn bisher die schwierigste Entscheidung, die sie treffen

00:54:55: mussten?

00:54:56: Diesen

00:54:57: Punkt

00:54:58: wo ich gespürt habe dass der Fokus allein auf Krankenhäuser nicht mehr ausreicht und zu sagen Wir müssen das verlassen weil es hat sehr viel Verunsicherung vorgerufen Da haben wir uns wohlgefühlt, das haben wir gekonnt.

00:55:14: Das können wir!

00:55:15: Das ist unsere Kernkompetenz.

00:55:16: und dazu sagen... Wir müssen es weiter machen und hochprofessionell machen weil's wichtig ist aber wir werden noch in andere Bereiche gehen.

00:55:26: Das hat mich auch selbst persönlich stark unter Druck gesetzt weil die Menschen ja das hinterfragt haben.

00:55:30: Ich sag warum willst du das?

00:55:32: Es läuft doch eh gut.

00:55:33: Das war einer der wichtigsten und schwierigsten Momente.

00:55:37: Wie sind Sie dann eigentlich für sich zu dem Entschluss gekommen?

00:55:40: oder wie?

00:55:41: Wie gehen Sie solche Dinge an, dass ich nehme an das Ratter dem Kopf eine Zeit lang.

00:55:47: Wie kommen sie dann für sich zu einer Entscheidung?

00:55:50: Ich mach' das jetzt!

00:55:51: Ich zieh das

00:55:51: durch.".

00:55:53: Also ein gewisse Krise steckt schon immer dahinter.

00:55:58: Wo ich einfach spüre und zwar nicht nur im Kopf sondern ich spüre das im ganzen Körper.

00:56:05: Wenn wir das so weiter tun, dann rennen wir quasi in einen Abgrund hinein.

00:56:10: Und dann wäre ich extrem Energie geladen, das ist sehr persönlich gesprochen und dann fallen mir plötzlich die Dinge ein, die man jetzt tun muss.

00:56:18: Also ich werde ganz klar und die Klarheit gibt man dann die Kraft.

00:56:26: aber es führt mich sehr oft einfach durch eine Krise dass sie dorthin kommen zu dieser Emotion Ohne diese Emotionen, also nur weil es halt alle sagen das macht mich auch... Also das führt mich nirgends hin.

00:56:38: Wie führt man denn überhaupt ein Unternehmen mit zwölftausend Mitarbeitern?

00:56:42: Nicht alleine auf jeden Fall!

00:56:45: Das ist einmal der Urpunkt.

00:56:47: Man muss sich zuallererst einer Rolle klar werden und die hat sich bei mir fundamental verändert.

00:56:54: Ich bin ja gekommen in die Winzensgruppe quasi als operativer Krankenhaus oder Gesundheits, also Krankenhausholdingmanager wo erwartet wurde, dass ich mir um die Krankenhäuser im Detail kümmere und schaue wie dort läuft.

00:57:07: Das mache jetzt gar nicht mehr weil meine Rolle ist eine ganz andere nämlich ich entwickle Strategien über die wir heute gesprochen haben.

00:57:17: das ist meine Rolle Und Ich habe auch Selbstbewusstsein entwickelt mich nicht in der erste Reihe stellen zu müssen.

00:57:24: das hat was mit Selbstbewussteintutung.

00:57:27: Das habe ich früher anders gemacht, die hat sehr viel kontrolliert.

00:57:33: Das tue ich jetzt nicht mehr!

00:57:34: Sondern die Menschen kriegen es die Freiheit und in dem Moment wo sie das... Die Menschen, die mit ihnen arbeiten, Freiheit geben wird's viel besser.

00:57:42: Aber Sie müssen einmal das zulassen und sagen damit verlieren wir nicht ich was nämlich Kontrolle oder Bedeutung weil alles bei mir zusammenlaufen muss sondern na sie kriegen Bedeitung in dem moment wo sie loslassen.

00:57:53: dann kriegen sie Bedeuten wenn sie dann ihre Rolle auch bewusst ausleben.

00:57:58: Für mich ist es Strategie und Werte, das ist das was ich im Moment im Kern tue.

00:58:03: Jetzt haben Sie zu Beginn gesagt, dass Sie schauen darauf bei Menschen die sich bei ihnen vorstellen ob sie eine Reflexionsfähigkeit haben.

00:58:11: jetzt kann es aber trotzdem dazu kommen, dass man sich vielleicht in einem Mitarbeiter einer Mitarbeiterin irrt, dass Man sich trennen muss oder vielleicht auch, dass ein Konflikt entsteht.

00:58:24: Wie gehen Sie mit so einer Situation um?

00:58:31: Was können sie verzeihen wenn es zum Beispiel irgendwelche Fehler gibt oder wenn irgendetwas fundamental falsch läuft?

00:58:37: und wo sagen sie nein das geht nicht.

00:58:40: da müssen wir einen Arbeitsverhältnis beenden.

00:58:43: Wenn ich sehe und spüre, wenn man einen Fehler gemacht hat dass der Mensch fähig ist, darüber zu reflektieren.

00:58:53: Wenn er sagt ja das ist nicht gut gelaufen ich kenne auch die Gründe und ich bin bereit daraus zu lernen dann ist er ein großartiger Mitarbeiter, eine großartige Mitarbeiterin und den muss man beschützen und bewahren weil sie sein schatzt.

00:59:06: es ist eine extreme Ressource weil da hat er schon einmal durchgemacht einen Fehler.

00:59:14: Friedmund Malik Sie haben gesagt ich habe beim Managementzentrum Sagengallen gearbeitet.

00:59:17: Der Friedmund Da hart jetzt.

00:59:26: Bevor man dreißig ist, sollte man einen kompletten beruflichen Absturz erlebt haben.

00:59:31: Warum?

00:59:32: Weil man daraus lernen kann und sich abbeuteln kann und dann wieder aufstehen.

00:59:38: Und er sagt Führung braucht jemanden der einen wieder hochbringt, der dann sagt Lernen wir was daraus, machen wir's besser!

00:59:45: Dann sind diese Mitarbeiterinnen perfekt.

00:59:47: Also dann sind sie großartig weil sie eben schon nochmal ein paar Narben im Gesicht haben.

00:59:52: Wenn ein Mitarbeiter überhaupt keine Reflexionsfähigkeit hat, wenn er sagt na das ist alles in Ordnung da waren irgendwelche Rahmenbedingungen Schuld kann auch manchmal sein.

01:00:01: Dann gibt es ein Problem.

01:00:03: Wenn man nicht bereit ist zu lernen und zu reflektieren aus dem was man erlebt hat dann gibt's ein Problem.

01:00:06: Aber

01:00:07: sie würden nichts sagen dass die Lernfähigkeit mit dreißig verändert.

01:00:09: Man kann vielleicht auch mit fünfzig noch etwas dazulehren.

01:00:13: Man muss immer lernen und gerade in einer Zeit wo es um Digitalisierung künstliche Intelligenz geht ist man so gefordert wie noch nie zuvor.

01:00:20: ich Ich bin jetzt neunundfünfzig, ich lerne jeden Tag es anstrengend aber großartig.

01:00:27: Jetzt wäre meine nächste Frage was ist ja nächster Karriere Schritt?

01:00:30: Aber ich denke mir so wenn ich Ihnen zuhöre wollen Sie in der Winzinsgruppe im Pension gehen.

01:00:35: also wenn man mir die Möglichkeit gibt möchte ich solange es möglich ist dazu arbeiten.

01:00:40: aber für mich ist nicht siebzig da die Möglichkeit sondern so lang alt einfach Solange ich produktiv bin und mehr Nutzenstift als Schaden anrichte.

01:00:53: Was ist denn Ihre Legacy?

01:00:55: Was wollen Sie der Winzensgruppe beruflich hinterlassen?

01:01:01: Ich habe von dem gelebt, was Menschen geschaffen haben, die lange vor mir Entscheidungen getroffen haben, Innovationen gesetzt haben.

01:01:13: Davon hab' ich gelebt!

01:01:15: Urwunsch, das was mich so antreibt ist dass ich genau das gleiche möglich mache.

01:01:20: Dass ich jetzt Entscheidungen treffe, Investitionen tätige Richtungen festlege mit meinen Kolleginnen die dann der nachfolgenden Generationen es erlauben davon gut zu leben also beruflich gut zu Leben strategisch gut davon zu leben.

01:01:36: Ich sehe da einen Generationenvertrag und das macht man auch den größten Stress immer wieder zu sagen, da darf man nicht zufrieden sein.

01:01:43: Weil in zehn Jahren reicht es nicht mehr!

01:01:46: In zwanzig Jahren reicht das nicht mehr.

01:01:48: Jetzt die Entscheidung hinzutreffen, die man selbst nicht mehr erlebt also erleben aber bürflich nicht mehr Aber auf die anderen eine gute Arbeit erlauben Das ist das was mich antreibt.

01:02:01: Haben sie einen Rat an ihr jüngeres ich?

01:02:04: An meinen Jüngeres Ich?

01:02:06: Ja na ich glaube dass ich immer entschieden habe Was in der Situation für mich am Richtigsten war, was ich am Richtigsten angefühlt hatte.

01:02:17: Also ich bereue da keine Entscheidung weil wenn ich anderes entscheiden hätte sollen dann hätt es gemacht.

01:02:23: Ich habe nie gegen mich entschieden Nie gegen mich.

01:02:27: Jetzt weiß ich wie hoch effektiv und effizient Es ist wenn man nicht mehr alles so kontrolliert Wenn man den Menschen Freiheit gibt zu gestalten in ihren Verantwortungsbereichen Wie glücklich man sie macht Und wie schönes is wenn man eine eigene Rolle entwickelt.

01:02:45: Und jetzt bin ich eben neunundfünfzig und das ist eine wundervolle Rolle, die ich derzeit habe.

01:02:50: Eine Rolle wo die Leute sagen na wenn er was sagt müssen wir schon zuhören.

01:02:55: Es macht mal ein bisschen auf einer Abstrackenebene, auf einer hohen Ebene unterwegs.

01:02:59: aber naja irgendwie Inspiration kriegen wir da schon nach jeder Sitzung.

01:03:04: Inspiration!

01:03:05: Aber nicht die Vorschrift wer macht was bis wann?

01:03:09: Das muss man sich dann selbst daraus entwickeln.

01:03:11: Das ist eine wunderschöne Rolle!

01:03:13: Also Sie hätten gerne als Jüngeres ich etwas weniger kontrolliert?

01:03:17: Aber es war damals nicht möglich, sonst hätte ich's gemacht.

01:03:20: Ich war zu unsicher.

01:03:21: Ich hatte die Angst dass mir da irgendwas durch die Lappen geht und dann irgendwas Schreckliches draus passiert.

01:03:28: Ich glaube das Leben ist einfach dazu da, dass man reift und dass man einfach sich weiterentwickelt als Mensch.

01:03:35: Wenn man das schafft, dann ist alles gut.

01:03:38: dann kann es auch einmal in den jüngeren Jahren nicht so gut gelaufen sein, aber wenn man eben reflektiert und sich weiterentwickelt.

01:03:44: Aber ich nehme mit aus diesem Gespräch keine Angst!

01:03:49: Ist immer eine gute Idee.

01:03:52: Herr Heinisch vielen Dank für dieses Gespräch.

01:03:54: Danke Ihnen sehr.

01:03:55: Wenn euch diese Folge gefallen hat und ihr unsere Arbeit unterstützen wollt, dann schließt am besten ein Standard-Abo ab.

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01:04:12: Wenn ihr Anregungen habt oder Feedback geben wollt, anbesten einen E-Mail schreiben an podcastadderstandard.art.

01:04:20: Diese Folge wird produziert von Tobias Hulub und Christoph Neuwirt.

01:04:25: Unser Podcastchef heißt Schold Wilhelm, mein Name ist Petra Stuber.

01:04:30: Vielen Dank fürs Zuhören und bis zum nächsten Mal!

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