Verbund-CEO Michael Strugl: Gewinnabschöpfung, Energiesicherheit, Windkraftausbau

Shownotes

Rund 1,5 Milliarden Euro Gewinn hat der Verbund im Vorjahr gemacht. Er ist damit eines der wichtigsten Energieunternehmen Österreichs.

Kein Wunder, dass die Regierung und die Politik insgesamt begehrlich auf dieses Unternehmen schauen, wenn es darum geht, Gewinne abzuschöpfen.

Michael Strugl hält davon – wenig überraschend – nicht sehr viel. Er ist CEO bei Verbund und spricht im Podcast darüber, warum er diese Mittel für die Zukunft der österreichischen Energieversorgung als essenziell ansieht, und wie er die Energiepolitik der Alpenrepublik beurteilt.

Hat Ihnen dieser Podcast gefallen? Mit einem STANDARD-Abonnement können Sie unsere Arbeit unterstützen und mithelfen, Journalismus mit Haltung auch in Zukunft sicherzustellen. Alle Infos und Angebote gibt es hier: abo.derstandard.at

Transkript anzeigen

00:00:06: Rund ein Komma fünf Milliarden Euro Gewinn hat der Verbund im Vorjahr gemacht.

00:00:11: Er ist damit eines der wichtigsten Energieunternehmern Österreichs.

00:00:14: Kein Wunder, dass die Regierung, die Politik insgesamt begehrlich auf dieses Unternehmen schaut wenn es darum geht Gewinne abzuschöpfen.

00:00:22: Er sieht das nicht so positiv wie man sich mit guten Grund vorstellen kann.

00:00:27: Michael Strugel ist der CEO des Verbund und er erklärt warum der Verbund diese Mittel braucht, wenn es um die Zukunft der Energieversorgung in Österreich geht.

00:00:38: Wie er sonst noch ausschaut im Unternehmen wie er die Energiepolitik Österreichs beurteilt, das erklärt er mir im Podcast.

00:00:45: Mein Name ist Petra Stuber und das ist der CEO-Podcast des Standard.

00:00:54: Michael Strugel.

00:00:55: herzlich willkommen beim Standard

00:00:57: Guten Morgen.

00:00:58: Hallo!

00:00:59: Bevor wir starten, machen wir wie immer eine kleine Lockerungsübung mit Ihnen.

00:01:02: Ich stelle Ihnen zwölf Fragen, die Sie am besten ganz kurz beantworten.

00:01:07: Bereit?

00:01:08: Es geht los.

00:01:09: Okay.

00:01:10: Vier Tage Woche oder sieben Tage Woche?

00:01:13: Bei mir sechs weil einen Tag brauche ich für mich und meine Lieben.

00:01:17: Sport vor- oder nach der Arbeit?

00:01:19: Grundsätzlich immer in der Früh sowohl an Werktagen als auch wenn ich frei habe.

00:01:25: Wenn wir sagen in der Früh, wann ist es in der früh?

00:01:28: Zwischen sieben und acht.

00:01:30: Also eigentlich eine christliche Zeit.

00:01:32: Ja Führen Sie Ihren Terminkalender selbst.

00:01:35: Nein!

00:01:36: Wenn ich das mache gibt's jetzt mal irgendein Problem.

00:01:40: Auf welche Eigenschaften achten Sie bei Bewerbern am meisten?

00:01:44: Einstellung Leidenschaft.

00:01:47: Alles andere kann man lernen.

00:01:49: Gibt´s eine gute Art zu kündigen?

00:01:53: ja Genauso wie es eine schlechte gibt, aber leicht ist das trotzdem nicht.

00:01:57: Was ist denn ihr wichtigster Softskill?

00:02:01: Zu hören können!

00:02:03: Auf welches Networking-Event können Sie nicht verzichten?

00:02:07: Auf unser Betriebsrat Sommerfest und auf die Weihnachtsfeier im eigenen Haus.

00:02:14: Office Homeoffice oder Hybrid

00:02:16: Büro Homeoffices in Ausnahmefällen?

00:02:22: Was glauben Sie?

00:02:22: Welche Eigenschaft hat sie an die Spitze gebracht?

00:02:26: Energischer Gestaltungswille.

00:02:29: Gibt es eine Work-Live Balance?

00:02:32: Immer, es ist ja kein Gegensatz zwischen work und live Es gehört zusammen Und das muss man für sich selbst ausbalancieren.

00:02:41: Sollten Väter und Mütter gleich lange in Elternkarenz gehen müssen?

00:02:47: Müssen?

00:02:47: nein Das soll in einer Paarbeziehung vereinbart werden, weil Lebenssituationen sehr unterschiedlich sind und weder ein Gesetz noch irgendjemand anderer sollte uns das vorschreiben.

00:03:00: Was ist Ihr Tipp an junge Leute die erfolgreich werden wollen?

00:03:04: Einfach machen aus eigener Kraft!

00:03:08: Herr Strugel, Finanzminister Marta Bauer hat in seiner Budgetrede Alberga myzitiert und gesagt, im tiefsten Winter habe ich endlich erfahren, dass in mir ein unbesiegbarer Sommer lebt.

00:03:24: Er hat das bezogen auf die mögliche machbare Energieresistenz Österreichs.

00:03:33: Sehen Sie das wie der Finanzminister?

00:03:36: Kann Österreich aus dieser Energiekrise einen unbesiegbaren Energiehochsommer machen?

00:03:44: Es könnte, wenn wir die richtigen Lehren ziehen.

00:03:48: Ich bin deswegen ein bisschen zurückhaltend weil wir schon aus der letzten Energiekrise dies doch nicht so lange her im Jahr zwanzig zweiundzwanzig nicht die richten leeren gezogen haben.

00:03:59: Wenn wir es diesmal tun dann könnt das klappen und Wir weisen seit seit Jahren darauf hin dass es eigentlich darum geht dass wir weniger abhängig sind von importierter energie auch von fossiler importierte Energie, weil das ist hauptsächlich Öl und Gas, dass aus Drittländern kommt.

00:04:20: Und da sollten wir jetzt schon seit längerer Zeit wissen.

00:04:24: Ja also wenn er das auch so sieht dann hätten wir hier einen Punkt.

00:04:31: Der Frühling dieses Jahr war der trockenste Frühling in Österreich seit der gesamten Messgeschichte.

00:04:38: Jetzt ist der Verbundgewinn schon im Vorjahr um ein Fünftel eingebrochen, weil es einfach weniger Stromproduktion aus Wasserkraft gab.

00:04:47: Rechnen Sie heuer mit weiteren Verlusten aus diesem Geschäftsfeld?

00:04:52: Ja wir haben zwei große Treiber beim Ergebnis.

00:04:57: das eine ist der Preis und das andere die Menge.

00:05:00: Strompreise an Großhandelsmärkten sinken seit längerer Zeit.

00:05:04: Wir reden von einer Normalisierung wobei man dazusagen muss Der Iran-Krieg hat jetzt wieder einen leichten Aufwärtstrend ausgelöst am Großhandelsmarkt bei Strom.

00:05:14: Aber im Vergleich zu diesen Preisspitzen des Jahres, zwanzig und drehundzwanzig sind wir heute schon ganz so anders.

00:05:23: Daher sinkt auch das Verwundergebnis.

00:05:25: Unser Ergebnis ist natürlich sehr stark ein Strompreisproxy.

00:05:29: Das andere ist die Menge.

00:05:31: Wir hatten noch in den Jahrten Jahren ein außergewöhnlich gutes Wasserjahr über dem langjährigen Durchschnitt, da hatten wir ein sehr gutes Ergebnis.

00:05:41: Die Preiserückgänge wurden dadurch zwar nicht zur Gänze kompensiert aber abgemildert und das hat insgesamt dazu geführt dass die Preise in Österreich auch nach unten gegangen sind weil einfach die Menge des Angebots erhöht wurde.

00:05:57: Das Beispiel ist immer Dieser Preis breit zwischen Österreich und Deutschland.

00:06:02: Der ist in den Jahren zwanzigvierundzwanzig fast auf Null gegangen, weil Österreich wieder zum Exporteur wurde.

00:06:07: Also wir haben so viel produziert einfach weil wir alles ausschöpfen konnten an Wasser.

00:06:11: Wir hatten

00:06:11: so viel Wasser dass wir so viel Strom produziert haben mehr als wir selbst gebraucht haben.

00:06:15: das heißt wir konnten in den Export gehen.

00:06:18: Wir sehen in Europa Länder die im Export sind haben niedrigere Breite.

00:06:21: deswegen reden wir ja auch immer davon dass wir sagen wir müssen das Angebot erhöhen wir müssen die Erzeugung ausbauen.

00:06:28: Jetzt haben wir in den Jahre, und in der Jahre ist es noch sehr trockener.

00:06:34: Wir haben derzeit einen Erzeugungskoeffizienten von Nullkomma-Achtundsechzig.

00:06:38: Das bedeutet hier to date, also bis heute, haben wir um Zweiunddreißig Prozent weniger Wasser als in einem Normaljahr.

00:06:45: Und das bedeutet ungefähr fünfundzwanzig Prozent weniger Erzeugungen.

00:06:49: Wenn Sie fünfund zwanzig prozent weniger erzeugen, dann haben sie auch ein entsprechend niedrigeres Ergebnis.

00:06:56: Damit kommoliert das!

00:06:57: sinkende Preise und sinkende Mengen.

00:07:00: Also wir haben einen Ausblick auf unser Ergebnis von ungefähr eins bis eins.

00:07:06: Komma zwei Milliarden, das ist deutlich weniger als in den Jahren davor.

00:07:12: Das heißt aber dann man setzt sozusagen quasi auf nachhaltige Energien.

00:07:16: Aber möglicherweise geht sich das auch irgendwann einmal nicht mehr aus weil eben sich das Klima verändert Weil Österreich trockener wird.

00:07:23: Dennoch haben Sie im April in einem Presseinterview von der robusten Säule Wasserkraft gesprochen.

00:07:30: Können Sie das wirklich gut und gewissens tun?

00:07:33: Nach wie vor, selbst in einem der trockensten Jahre, so wie wir es jetzt erleben steht die Wasserkraft für ungefähr sechzig Prozent des erzeugten Stroms in Österreich.

00:07:44: Das ist das was ich gemeint habe.

00:07:45: Die Wasserkraft ist die Basis für den Stromerzeugung in diesem Land nicht nur von der Menge her sondern auch, weil sie annähernd grundlastfähig ist.

00:07:54: Das heißt wir haben sie vierundzwanzig sieben nicht nur wenn die Sonne scheint oder der Wind wird und Wasserkraft ist auch speicherfähig.

00:08:02: Wir haben große Bungspeicherkapazitäten, die uns helfen sowohl saisonal aber durchaus auch während der Woche oder auch während des Tages auszugleichen.

00:08:12: das heißt die Wasserkraft ist wirklich ein Schatz den wir haben.

00:08:17: in einem trockenen Jahr tut uns das natürlich weh.

00:08:20: Da haben wir weniger, aber es ist immer noch der größte Anteil.

00:08:24: Aber es ist schon richtig, beispielsweise in einem Wintermonat wie dem Jänner da kann's schon passieren dass auf einmal das Wasser nur mehr für ein Drittel der Stromerzeugung steht und der Rest muss aus Gaskraftwerken kommen oder aus dem Import und aus dem Wind.

00:08:39: Deswegen wäre es auch wichtig den Wind also die Windkraft auszubauen in Österreich weil Wind vor allem im Winter ein gutes Tagebot findet sehr komplementär ist.

00:08:52: Das heißt, es ist eine gute Ergänzung zur Wasserkraft, ergänzt sich auch mit Sonne.

00:08:57: und Wind sind zueinander schon komplementäre.

00:09:00: wir brauchen in Wirklichkeit einen guten Technologiemixen der Erzeugung.

00:09:06: dann ist es systemisch eine gute Situation.

00:09:08: Aber das bringt mich jetzt genau zu meiner nächsten Frage nämlich der Windkraft.

00:09:12: ausbar scheitert ja oft am Florianeprinzip.

00:09:15: alle sind dafür aber bitte nicht von meiner Haustür dass ich so ungefähr Das, was man so mitbekommt.

00:09:21: Das Neuerbahnausbau-Beschleunigungsgesetz – schönes Wort!

00:09:26: soll hier Abhilfe schaffen.

00:09:28: Glauben Sie daran?

00:09:29: Ja ich glaube daran weil in diesem Gesetz sind Maßnahmen vorgesehen wie wir die Verfahren schneller machen können und einfacher machen können.

00:09:38: also eine Konzentration der Verfahren dieser berühmte One Stop Shop ein Verfahren ein Bescheid eine Behörde Das wäre schon wichtig.

00:09:48: und vor allem, es wäre auch festgelegt ein übergeordnetes Interesse für den Ausbau.

00:09:55: Das heißt wir haben ja sehr oft auch Rechtsmittel-Einsprüche.

00:09:59: dann muss ein Gericht entscheiden.

00:10:00: was ist wichtiger?

00:10:01: man muss Rechtsgüter abwägen Biodiversität versus man baut eine Stromleitung Und wenn der Gesetzgeber sagt Der Ausbau hat Vorrang Dann ist es für einen Gericht sehr einfach zu entscheiden.

00:10:13: Aber trotzdem müssen Sie sich nicht doch selbst an der Nase nehmen.

00:10:16: Warum gelingt der Energiewirtschaft seit Jahren nicht die Akzeptanz für Windkraftausbau zu erhöhen?

00:10:24: Wir nehmen das auch sehr ernst und auch unsere eigene Verantwortung dafür,

00:10:29: d.h.,

00:10:30: wir versuchen schon die Leute mit Argumenten zu überzeugen wenn wir ein Projekt entwickeln und wo Windräder bauen wollen.

00:10:39: D.h.

00:10:40: wir machen Informationsveranstaltungen vor Ort Wir informieren, wir machen Angebote beispielsweise für zwanzig Jahre einen günstigen Strompreis von neun Komma sechs Cent.

00:10:51: Das ist unser Angebot.

00:10:52: das ist im heutigen Markt ein exzellentes Angebot garantiert auf Zwanzigjahre.

00:10:57: Wir bieten der Gemeinde Entschädigungen pro Windkraftanlage an,

00:11:01: d.h.,

00:11:01: wir versuchen es wirklich mit guten Argumenten auch zu erklären und die Leute zu und die Menschen zu überzeugen.

00:11:10: Wir sehen aber auch, dass es eine organisierte Gegnerszene gibt die mit Mütten und Fake News arbeitet.

00:11:17: Etwa das Windkraft unfruchtbar macht, dass sie Mikroplastik im Grundwasser verursacht alles Dinge, die nicht stimmen oder wiederlegt sind.

00:11:30: Darf ich da kurz einhaken?

00:11:31: Ist das sozusagen quasi dasselbe Konglomerat, der sich auch bei der Corona-Bandemie zusammengefunden hat.

00:11:39: Also sehr grün bewegte Menschen die sich da auf komische Art und Weise auch mit Agitatoren aus der rechten Szene treffen.

00:11:50: ist es das was sie beobachten oder ist das etwas anderes?

00:11:53: Es ist interessant dass Sie das sagen.

00:11:56: Ja, wir stellen fest es ist eine Szene die sehr viel Überschneidungen hat mit der damaligen Impfgegner.

00:12:03: Gibt es auch europäische

00:12:03: Studien dazu nämlich?

00:12:05: Wo auch Verschwörungstheorien in die Welt gesetzt werden wo aber auch spezialisierte Anwälte gut achter als eine richtige Industrie wird das zur Verhinderung von solchen Projekten.

00:12:18: und das ist natürlich schon bedenklich.

00:12:21: und eines ist eine Lebenserfahrung Angst ist ein schlechter Begleiter und wenn man den Menschen Angst macht, dann tut man sich mit sachlichen Argumenten sehr schwer.

00:12:32: Diese Erfahrung machen wir.

00:12:34: nichtsdestotrotz verstärken wir unsere Anstrengungen in der Überzeugung dass Österreich den Windkraftausbau braucht für seine Energiesicherheit.

00:12:43: Ist das auch so von Gegend zu Gegend unterschiedlich?

00:12:46: was die Widerstätigkeit betrifft?

00:12:48: Von Bundesland zu Bundesland

00:12:49: Ja da gibt es Unterschiede.

00:12:50: Es gibt Bundesländer Da gibt es schon seit längerer Zeit auch den Ausbau der Windkraft, das heißt die Menschen haben dort schon gesehen dass es auch viele Vorteile bringt.

00:13:01: Es gibt ja nichts auch nicht in der Energiewirtschaft was nur Vorteile oder Nachteile hätte.

00:13:05: Es geht immer um eine Abwägung und natürlich ist der Bau einer Erzeugungsanlage ein Eingriff in die Natur, in das Landschaftsbild.

00:13:14: man sieht die Windräder.

00:13:16: wir können sie nicht wie Pumpspeicherkraftwerke unterirdisch bauen.

00:13:19: das geht noch nicht.

00:13:20: aber Man muss es dann abwägen und diese Entscheidungen sind zu treffen.

00:13:25: Und da gibt's natürlich auch Unterschiede zwischen den Bundesländern, zwischen West- und Ost-Eingefälle.

00:13:32: Daran müssen wir noch arbeiten.

00:13:35: Österreich konnte in der Höhe von rund zehn Milliarden Euro die Österreicher brauchen.

00:13:52: Jetzt haben Sie schon gesagt, es braucht einen in Wahrheit einen Technologiemix.

00:13:57: Sie haben gesagt Windkraft ausbauen?

00:14:00: Inwieweit können wir überhaupt noch bei der Wasserkraft ausbaren?

00:14:03: und was ist mit Photovoltaik?

00:14:05: Ja also Statistiken sind das eine.

00:14:08: man hört ja sehr oft also wir haben ninety fünf Prozent der Stromerzeugung erneuerbar.

00:14:14: Das ist ein statistischer bilanzieller Wert denn sie über das gesamte Jahr rechnen.

00:14:18: Das Jahr hat achttausend siebenhundzechzig Stunden und diese Statistik hilft mir nichts an einem kalten Jänner-Tag, um achtzehn Uhr wo die Sonne nicht scheint, wo eine Dunkelflaute herrscht möglicherweise auch in eine niedrige Wasserführung.

00:14:31: da brauchen Sie dann ein Gaskraftwerk und Stromimporte.

00:14:33: das heißt wir haben das im ersten Quartal sechsundzwanzig gesehen.

00:14:38: Da hatten wir in siebenunddreißig Prozent der Stunden einen Gaskraftwerk preissetzend Obwohl wir ninety-fünf Prozent oder neunzig Prozent je nach Jahr erneuerbaren Anteil in der Stromerzeugung haben.

00:14:51: Das heißt, wir brauchen mehr Erzeugungen, das heißt mehr Anlagen und mehr Kapazität.

00:14:57: Wir brauchen

00:14:58: auch mehr

00:15:00: Gaskraftwerke.

00:15:02: Ich würde sagen über Jahrzehnte.

00:15:04: Wir rechnen mit drei Komma fünf bis vier Gigawatt, also viertausend Megawatt Kapazitäten an Gaskraftwirken Und die, die wir jetzt haben, da kommen manche jetzt dann am Ende der Dekade ans Ende ihrer technischen Lebensdauer.

00:15:17: Das heißt sie müssen neu gebaut werden und da muss man jetzt Entscheidungen treffen.

00:15:20: Ich war gestern in Berlin.

00:15:22: das ist dort eine große Diskussion, das wird neu ausgeschrieben.

00:15:26: aber um noch einmal auf diese Frage zu kommen was ist denn der richtige Mix?

00:15:33: Wir brauchen alle Technologien also wir brauchen die Wasserkraft.

00:15:36: kann man sich noch ausbauen?

00:15:37: ja kann man.

00:15:38: es gibt noch Potenziale in Österreich.

00:15:41: Wo

00:15:42: zum Beispiel?

00:15:43: Es gibt Flussstrecken, die noch gehen.

00:15:46: Das wird jetzt gerade in einer Potenzialstudie nochmal untersucht und auch dort muss man dann abwägen.

00:15:54: Gewässer ökologisch, energiewirtschaftlich – was will man machen?

00:15:58: Aber die Potenziale rein energetisch sind vorhanden.

00:16:01: Geht

00:16:01: noch etwas bei der Donau?

00:16:03: Das ist eine Diskussion, die sehr interessant ist.

00:16:06: ja natürlich würde etwas gehen aber das politische Debatte über eine zusätzliche Stauschstufe.

00:16:14: Aber was ich eigentlich sagen möchte, ist wir sollten die Potenziale, die wir haben an heimischer Erzeugung jedenfalls nutzen.

00:16:23: Wir nutzen ja auch bestehende Anlagen in denen wir sich revitalisieren.

00:16:27: das heißt wir bauen im bestehenden Kraftwerke neue Maschinensätze ein, die noch leistungsfähiger sind und da geht noch etwas.

00:16:35: Da investieren Sehr viel Geld, auch als Unternehmen.

00:16:38: Sechs-hundert Millionen nur für solche Revitalisierungen in den nächsten Jahren.

00:16:43: Wir haben ein enormes Ausbaupotenzial.

00:16:45: bei Winter sind bis jetzt nur vier Gigawatt installiert.

00:16:49: das ist wirklich sehr wenig.

00:16:51: Beim Ausbau der Photovoltaik waren wir ganz gut.

00:16:53: Das ist aber hauptsächlich private PhotovOLTAIK auf den Haustechern.

00:16:57: Da haben wir jetzt ungefähr Zehntausend Megawatten.

00:17:00: Österreich da haben wir in den letzten Jahren jedes Jahr so tausend Fünfhundert bis zweitausend Megawatt dazu gebaut.

00:17:06: Menschen, Hausbesitzer, die sagen ich installiere auf meinem Haus auch eine Fototag-Anlage.

00:17:12: Das ist gut!

00:17:13: Der Nachteil ist ein zweifacher.

00:17:16: Erstens wenn dieser Mix

00:17:19: nicht

00:17:19: in der Balance ist dann erzeugen sie in wenigen Stunden sehr viel Strom den Sie vielleicht gar nicht brauchen und auch nicht speichern.

00:17:26: Dann müssen sich andere Anlagen abtreten.

00:17:29: ganz einfach das kostet Geld

00:17:31: Und die Hausbesitzer ärgern sich, weil das Einspeisen so kompliziert ist und nicht das bringt was man sich vorstellt.

00:17:38: Also eigentlich ist es nicht kompliziert denn es wird eingespeist und man bekommt eigentlich Geld für Strom der am Markt gar nichts wert ist, weil der Strompreis negativ ist.

00:17:50: In Deutschland gibt es jetzt eine Debatte darüber dass es in negativen Preisstunden keine Einspeisevergütung mehr gibt, weil da Markt das nicht zeigt.

00:17:59: Eigentlich sollte man wenn zu viel Strom im Netz ist, die Anlagen auch abregeln können.

00:18:06: Darum geht es in der Zukunft.

00:18:08: Wenn wir das nicht in den Griff kriegen dann bezahlen dass viele andere, die nicht einspeisen weil ja am Ende der Netzkunde diese Kosten tragen muss.

00:18:21: und das Zweite ist Es ist auch gefährlich!

00:18:23: Wenn wir die Netze überlasten und das nicht mehr im Griff haben besteht auch eine Blackout Gefahr.

00:18:29: Aber das heißt ja, dass jedes Einfamilienhaus eigentlich seinen eigenen Energiespeicher auch braucht um den Strom, den es erzeugt über Photovoltaik dann noch viel später speichern zu können oder länger speichert zu können.

00:18:43: Das ist ja dann wiederum so teuer, dass sich das niemand leisten kann?

00:18:46: Also der Vorteil der Photovoltag ist, wenn ich den Strom selbst verbrauche, ist es der günstigste Strom, dem man haben kann.

00:18:53: Wenn ich dann auch noch den Strom speicheren kann dann kann ich diesen Strom auch noch verschieben in Stunden, wo keine Sonne mehr scheint und ich habe den günstigsten Strom für mich selbst.

00:19:04: Wenn ich mehr Strom erzeige als ich brauche und einspeisen muss, ist es so lange gut solange man diesen Strom brauchen kann.

00:19:12: Wenn er aber zu viel wird, kostet er dem System und damit allen Stromkunden und das ist ein Problem.

00:19:18: Und wenn es ganz zuviel wird, kommt's zum Bläckart.

00:19:22: Jetzt nochmal zu den Gaskraftwerken!

00:19:23: Ich hab mich erkundigt... Auch in Österreich eine Diskussion um Gaskraftwerke.

00:19:29: Viele, die sich auskennen, sagen wir werden die Energiewende ohne neue Gaskraft Werke nicht schaffen.

00:19:37: Was bräuchten wir denn?

00:19:39: Welches Gaskraftwerk müssen man neu bauen und wie viele bräucht mir insgesamt in Österreich?

00:19:46: Also Gaskraftwerte brauchen wir dann wenn die anderen Anlagen aus Wasser, aus Wind oder aus Sonne nicht liefern können oder nicht ausreichend liefern Dann brauchen wir Gaskraftwerke, denn wenn wir zu wenig Strom erzeugen – also weniger als wir verbrauchen haben wir zwei nämlich aus der neuerbaren Energien.

00:20:05: Man redet dann von der sogenannten Residuallast.

00:20:08: Also was bleibt dann noch über?

00:20:10: Entweder importieren wir den Strom, wir importieren Strom hauptsächlich aus Deutschland oder aus Tschechien.

00:20:16: Atomkraftstrom?

00:20:17: Aus Tschechin ist es haupträglich Atommstrom, aus Deutschland ist es Haupzächtlich Kohlestrom- oder Windstrom.

00:20:23: und die zweite Option ist man hat eigene Gaskraftwerke.

00:20:27: Jetzt ist Gas auch eine importierte Energie, aber man erzeugt selber diesen Strom.

00:20:33: Deswegen wird Gas als grundlastfähige Stromerzeugung und als Reservekapazität über Jahrzehnte noch gebraucht werden.

00:20:42: Man redet heute davon dass man die irgendwann einmal grün machen möchte also beispielsweise mit Wasserstoff vielleicht auch mit Metangas.

00:20:50: das wird man sehen Aber es ist eine wichtige Reserfe, die wir brauchen werden in der Zukunft.

00:20:59: Wie viel es ist, das hängt jetzt vom System ab.

00:21:02: Ein Deutschlandbeispiel schreibt jetzt Zehntausend Megawatt-Gaskraftwerke neu aus weil man sie braucht um eine sichere Stromversorgung zu gewährleisten.

00:21:13: In Österreich haben wir ungefähr viertausend megawatt Gaskraftwerk davon sind einige aber schon sehr alt.

00:21:19: Das heißt die werden irgendwann nochmal von Netz gehen und wenn man die ersetzen muss Weil man sie braucht muss man eigentlich jetzt schon darüber nachdenken, wie das gehen kann.

00:21:28: Das ist jetzt das Thema der sogenannten Kapazitätsmärkte aber das ist ein bisschen kompliziert.

00:21:33: Okay dann belassen wir es mal kurz dabei!

00:21:35: Wie stehen Sie grundsätzlich zu Atomstrom?

00:21:39: Also unser Unternehmen ist nicht in dieser Technologie wird es auch nicht sein verbunden.

00:21:46: Österreich hat sich auch einmal entschieden die Atomkraft nicht zu nutzen.

00:21:51: Anders ist es in Europa.

00:21:52: Europa ist eigentlich der Wirtschaftsraum global gesehen, dass den höchsten Atomstromanteil hat mit ungefähr die gesamten Stromerzeugung.

00:22:04: Man weiß, Frankreich ist zu fast siebzig Prozent vom Kernkraftstrom abhängig.

00:22:11: Andere Länder bauen auch derzeit aus.

00:22:14: Das heißt ... So nüchtern muss man das sehen.

00:22:17: Ohne Atomstrom gibt es auch in Europa keine Versorgungssicherheit, aber die Länder können selbst entscheiden welche Technologien sie nutzen.

00:22:26: und wir merken jetzt dass immer mehr Länder sagen beispielsweise jetzt Italien Aber auch die Schweiz überlegt wieder den Ausstieg vom Ausstieck.

00:22:35: In Deutschland ist es lange diskutiert worden ob man Atom Strom nutzen soll.

00:22:40: Es gibt neue Technologin diese sogenannten Small Modular Reactors.

00:22:45: Diese Mini-Adom-Kraftwerke sind das, die angeblich weniger gefährlich sind?

00:22:50: Ja also das sind Anlagen, die kleiner sind und die modular erweiterbar sind.

00:22:56: Das heißt man stellt sich vor, man erzeugt sie sehr in Modulen.

00:23:00: Das heisst standardisiert.

00:23:03: ein Kernkraftwerk ist ja eine Anlage die so ausgelegt wird technisch ganz individuell.

00:23:09: Das ist eine unglaubliche komplexe Angelegenheit ist, wenn sie so wollen, Atomkraft von der Stange.

00:23:16: Und es gibt aber tatsächlich bis jetzt noch keine Anlage weltweit die im kommerziellen Betrieb ist.

00:23:23: Es gibt Forschungsanlagen.

00:23:25: ob das funktioniert und ab wann das funktioniert wissen wir nicht.

00:23:29: Fakt ist bis dorthin werden wir auch Strom brauchen.

00:23:34: Wenn das dann funktionieren sollte, vielleicht sollte dann Österreich auch seine grundsätzliche Ableinung gegenüber Atomstrom überdenken.

00:23:41: noch einmal?

00:23:42: Oder würden Sie sagen Nein.

00:23:43: Das ist wie die Neutralität.

00:23:45: Wir bleiben einfach dabei.

00:23:47: Ich würde sagen Neutralität.

00:23:49: Ja wenn sie meinen Technologie-Neutralität...

00:23:52: Nein, die meine ich nicht!

00:23:54: Dann ist es eine Diskussion.

00:23:57: Österreich konnte sich diesen Verzicht auf Atomkraft aus einem einzigen Grund leisten Und das ist die Wasserkraft.

00:24:04: Deswegen haben wir es nicht gebraucht.

00:24:06: Es ist ein Kuriosum, dass wir eine Anlage gebaut haben und sie dann nicht in Betrieb genommen haben.

00:24:11: aber das ist historisch.

00:24:13: Wir würden sie wohl auch in Zukunft nicht brauchen wenn wir die anderen Technologien nutzen.

00:24:19: Aber am Ende ist es die Entscheidung eines Landes welche Technologie zur Stromerzeugung genutzt wird und damit auch eine bis zu einen gewissen Grad politische Entscheidung.

00:24:30: Sie haben mehrfach kritisiert auch Eingangs dieses Podcasts, dass Österreich eben die Chance verpasst habe aus den letzten Krisen zu lernen und diese nachhaltigen Energieformen über die wir jetzt lang gesprochen haben auszubauen.

00:24:44: Der Vorwurf trifft vor allem die vorige Regierung – die türkisgrüne Regierung.

00:24:50: Was hätte sie besser machen müssen?

00:24:53: Also ich möchte nicht ungerecht sein!

00:24:57: Man darf nicht vergessen, die letzte Regierung hat eine Energiekrise erlebt.

00:25:03: Die relativ rasch über uns gekommen ist durch den Ukraine-Krieg.

00:25:07: Alle waren da extrem gefordert!

00:25:11: Man könnte auch sagen das hat ganz Europa auf dem falschen Fuß erwischt.

00:25:16: Das war nicht nur in Österreich so.

00:25:18: Wir hatten eine Gasmangelage, es war nicht klar ob wir über den Winter kommen mit dem Gas.

00:25:24: Es war sogar nicht klar, ob wir auch mit Strom über den winter kommen weil die Hälfte der französischen Kernkraftflotte nicht am Netz war aufgrund von Revisionsarbeiten.

00:25:34: also das war schon eine ganz besondere Situation und insofern ich glaube was richtig gemacht wurde ist dass man alles getan hat um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten.

00:25:49: Das heißt, wir haben geschaut dass die Speicher voll sind.

00:25:52: man hat eine strategische Gasreserve eingekauft zu einem sehr hohen Preis aber das war damals eben der Marktpreis den man bezahlen musste seine globale Commodity-Gas.

00:26:03: und das was aber nicht so gut gelungen ist aus meiner Sicht war erstens wie ist man mit der Preiskrise dann umgegangen?

00:26:12: Die Strompreisbremse und vor allem diese Gießkannenartigen Förderungen waren aus heutiger Sicht ein Fehler, der sich auch Budgetär nachwirkt.

00:26:24: Wie wir wissen?

00:26:26: Jetzt das fand ich besonders interessant.

00:26:28: Einer Ihrer Kritikpunkte lautet man habe diesen Ausbau der Alternativenergie mit Klimaschutzpolitik erklärt oder primär mit Klima-Schutzpolitik erklär statt mit wirtschaftlicher Notwendigkeit.

00:26:41: Das jetzt die Grünen in der Regierung sich eher das Klimaschutzthema zu eigen machen, das verwundert uns jetzt wahrscheinlich beide nicht.

00:26:49: Aber was ist dann konkret Ihr Vorwurf an die ÖVP?

00:26:53: Also ich führe keine parteipolitischen Debatten auch nicht hier in diesem Podcast sondern ich sage ... Die Politik muss sich schon überlegen.

00:27:03: energiepolitisch.

00:27:05: was brauchen wir?

00:27:06: und der Vorwurf trifft alle Parlamentsparteien.

00:27:09: wenn heute eine Zweidrittelmehrheit gebraucht wird im Parlament dann kann man sich nicht abseits stellen und sagen, ich stelle die nicht zur Verfügung.

00:27:19: Ich glaube was notwendig ist ein rot-weißroter Schulterschluss in solchen Fragen und kein parteipolitisches Kalkül und das ist mir jetzt egal welche Partei das anstellt.

00:27:32: es geht hier um die Landesinteressen und da glaube ich dass sind alle gefordert.

00:27:38: und bei der Energiepolitik gibt's dieses berühmte energiepolitische Dreieck sie haben gesagt Am Anfang hat man das aus klimapolitischen Erwägungen argumentiert, den erneuerbaren Ausbau.

00:27:49: Das ist richtig und die Klimakrise ist eine reale Krise.

00:27:54: Man braucht sich nur anschauen wie sich das alles verändert.

00:27:57: Siehe

00:27:58: trockenes Frühjahr?

00:27:59: Ein Trockenes Jahr!

00:28:00: Die Erwärmung schreitet voran – das hat auch finanzielle Dimensionen.

00:28:05: Klimaschäden kosten Milliarden an Passungsmaßnahmen, die die Unternehmen machen müssen, kosten Milliarden.

00:28:11: also Das.

00:28:12: Abgesehen von der Verantwortung für die kommende Generation hat das handfeste wirtschaftliche Gründe hier etwas zu tun.

00:28:21: Und interessant ist ja, dass die Erwärmung am stärksten in Europa stattfindet.

00:28:27: Aber es gibt auch zwei andere Eckpunkte des Dreiecks – das eine ist die Versorgungssicherheit und das andere ist die Wirtschaftlichkeit heißt die Leistbarkeit und die Bezahlbarkeit.

00:28:37: Man muss immer darauf achten dass das energiepolitische Dreieck ausbalanciert ist.

00:28:42: Das heißt, wenn man sagt wir machen jetzt Klimaschutz um jeden Preis ist es genauso falsch wie wenn man heute sagen würde Heute ist uns der Klimaschutze egal weil jetzt haben wir zuerst diskutiert nur über Preise Jetzt diskutieren wir über Energie-Sicherheit Jetzt schließt sich das Dreiecke und deswegen brauchen wir alle drei.

00:29:02: Aber der Punkt ist doch der Wenn sich eine Regierung oder ein Land entscheidet zum Beispiel zu sagen okay Klimakrise, Versorgungssicherheit, Preisentwicklung.

00:29:13: Wir müssen schauen dass wir sozusagen unsere Energiewirtschaft in den Griff kriegen.

00:29:18: Wir werden alles darin setzen daraus einen politischen und wirtschaftlichen Schwerpunkt zu machen, dann kann ja das eigentlich nur gut sein für alle Seiten oder?

00:29:26: Weil es gibt neue Arbeitsplätze.

00:29:29: Es ist sozusagen die Kosten für jeden Einzelnen, für die Industrie werden geringer.

00:29:34: Und ist es das was nicht gelungen ist in der Vorregenregierung?

00:29:37: Ist das etwas wo Sie auch sagen da warten sie auf entsprechende Impulse in der jetzigen Regierung?

00:29:43: Das ist das was bis jetzt noch nicht gelingen ist im Ausmaß wie wir es brauchen Außer in der Photovoltaik, da haben aber vor allem die Privaten investiert.

00:29:54: In die Aufdach-Photovoltaaik haben wir vor allem bei Wind zu wenig Ausbau.

00:30:00: Bei der Wasserkraft sind wir einigermaßen on track.

00:30:04: Bei den Leitungen müssen wir auch mehr tun und bei den Speichern auch.

00:30:07: Das heißt nein ich bin noch nicht zufrieden.

00:30:10: Wir müssen hier wirklich das Tempo erhöhen.

00:30:14: Wir müssen einfach die Anstrengungen verstärken Und das gilt jetzt wirklich für uns alle.

00:30:21: Wir müssen umsetzen, wir müssen vom Reden ins Tun kommen.

00:30:26: Wir haben viel zu viele Diskussionen und wir haben zu wenig Umsetzung – und das ist meine Kritik!

00:30:32: Deswegen erleben wir innerhalb kürzester Zeit die zweite Energiekrise.

00:30:38: Das ist ein Weckruf.

00:30:39: Und wir haben immer gesagt, wen wir das tun?

00:30:42: Die Unternehmen sind bereit, Milliarden zu investieren.

00:30:46: Dann bedeutet das, dass wir weniger abhängig sind von teuren Importen.

00:30:50: Im Übrigen war es für Österreich fast dreizehn Milliarden Euro, was Fossileimporte gekostet haben.

00:30:57: Am Höhepunkt der Energiekrise des Jahres zweiundzehnzig waren es sechsundzwanzig Milliarden.

00:31:02: Das heißt, es ist Geld, das wo anders hingeht und das uns ärmer macht!

00:31:08: Weil wir es nicht im Land haben.

00:31:10: Wenn wir selber erzeugen...

00:31:11: Haben auch so was stark verbessert, muss man auch

00:31:13: sagen!

00:31:14: Ja, weil die Preise gesunken

00:31:15: sind.

00:31:15: Nur

00:31:16: deswegen.

00:31:17: Aber die Abhängigkeit existiert noch immer und wir erfahren das gerade schmerzlich.

00:31:22: Das heißt wenn wir hier im Land investieren in Kraftwerke, in Stromleitungen, in Speicher schaffen wir Wertschöpfung.

00:31:29: Bei einem Wasserkraftwerk ist der österreichische Wertschöffungsanteil siebzig bis achtzig Prozent.

00:31:34: Das ist Wertschüpfung im Land und das sind Arbeitsplätze.

00:31:37: Und eines darf man auch nicht vergessen.

00:31:39: Das sind Technologien, die sind weltweit gefragt.

00:31:44: D.h.,

00:31:44: das ist auch GreenTech ein Exportschlager wenn wir Technologieführer sind.

00:31:49: d.h.

00:31:49: es hat alles nur Vorteile in einer Wachstumskrise wo die Konjunktur lahmt.

00:31:54: Ist das ein Konjunktorprogramm?

00:31:56: Wir machen uns weniger abhängig!

00:31:58: Wir erhöhen unsere Energiesicherheit.

00:32:00: Es dämpft die Preise.

00:32:03: Terrabattstunde aus zusätzlich erzeugter erneuerbarer Energie senkt den Großhandelspreis um zwei Euro.

00:32:09: Das hat das AIT vor kurzem erregnet, also es ist eine Win-Win-Situation und ich verstehe nicht warum nicht die gesamte Politik alle Kräfte bündelt um das voranzubringen?

00:32:22: Wenn wir schon bei der Politik sind.

00:32:24: was sie auch nicht kutiert haben war die Strompreisbremse der Regierung.

00:32:29: Die gesamte Energiewirtschaft hat das kritisiert.

00:32:31: Was stört sich denn daran so sehr?

00:32:34: Grundsätzlich sind Markt-Eingriffe problematisch, denn meistens eliminieren sie etwas was sehr wichtig ist – das Preissignal.

00:32:43: Das Preiss signal bedeutet es signalisiert Knappheit.

00:32:47: Wenn ein Gutknapp ist dann geht der Preis nach oben.

00:32:50: Was muss man dann machen?

00:32:51: Man muss das Angebot erhöhen oder man muss sparen.

00:32:54: Wenn man das Preißignal eliminiert dann ist es so, dass man sagt naja es ändert sich eh nix und ich verbrauche weiterhin viel von einem Knappengut.

00:33:03: Was dann passiert is, man kommt in Versorgungsengpässe.

00:33:06: daher sind solche Preisbremsen problematisch.

00:33:11: sie haben nur dann eine Berechtigung wenn wirklich eine extreme Krisensituation eintritt die dazu führt das die Verwerfungen so starks sind dass man volkswirtschaftlich damit nicht mehr zurande kommt.

00:33:26: Ein Markteingriff, der zeitlich begrenzt ist sinnvoll sein.

00:33:30: Es kann aber nicht eine sinnvolle Maßnahme sein auf Dauer und das sehen wir kritisch und dies auch die gegenwärtige Situation.

00:33:39: Wir haben eigentlich eine Situation wo so ein Markteingriff nicht mehr gerechtfertigt ist.

00:33:46: Das sagt auch die europäische Kommission, dass machen auch die anderen Staaten Großteil.

00:33:51: so Österreich geht hier einen Sonderweg.

00:33:56: Das haben wir bei der Spritbremsbremse gesehen, das würden wir auch bei so einem Krisenmechanismus sehen.

00:34:02: Das stelle ich Sie in Frage!

00:34:04: Jetzt habe ich mir angeschaut Strom-Rechner-AT und da habe ich mich angeschauert was eine durchschnittliche vierköpfige Familie in Österreich verbraucht an Strom und was sie pro Jahr zeigt.

00:34:15: Das sind so ungefähr dreihundertunddachzig Euro.

00:34:19: Jetzt stellen wir uns folgendes vor – Sie, der Verbund würde Strom aus Wasserkraft ausschließlich zu Erzeugungskosten verkaufen.

00:34:27: Was wird das dann diese Familie kosten?

00:34:31: Also ich habe das jetzt nicht ausgerechnet, ich kann mit Ihnen aber zwei andere Dinge dazu sagen.

00:34:36: Erstens verbund hat einen Österreich-Tarif mit neun Komma fünf Cent.

00:34:40: Das ist ziemlich einer der günstigsten Tarife die im Markt angeboten werden und wir haben viele viele Kunden bekommen die gesagt haben dass will ich haben und das haben wir garantiert selbst während des Iran Kriegs.

00:34:52: Das ist ein faires Angebot an die Konsumenten.

00:34:55: Und jetzt geht es um die Frage, soll man denn überhaupt Strom zu Gestehungskosten am Markt zur Verfügung stehen?

00:35:02: Warum denn nicht?

00:35:03: also im meisten Wasserkraftwerke sind schon

00:35:04: abgeschrieben?

00:35:04: Ich kann Ihnen ja sagen warum nicht?

00:35:05: weil das würde bedeuten dass die Unternehmen dann nichts mehr verdienen.

00:35:09: und wenn die Unternehmen nichts mehr vertienen dann werden sie nichts mehr investieren können.

00:35:14: was machen wir mit den Gewinnen die wir machen?

00:35:16: wie reinvestieren Sie in Kraftwerkgeleitungen und Speicher und einen Teil geben wir zurück an unsere Eigentümer in Form der Dividende.

00:35:24: Das ist mehrheitlich der Bund, das verschwindet im Budget und das sind die privaten Eigentömer kleine rot-weißrote Aktionäre aber auch andere, die sich Verbundaktien gekauft haben.

00:35:36: Das heißt wenn ich verhindere dass Unternehmen Gewinne machen können dann verhinderei ich dass Unternehmen investieren können.

00:35:47: dann gibt es kein Wachstum und wenn es kein wachstums gibt, dann gibt das keine Arbeitsplätze.

00:35:51: Und das ist ein Teufelskreis weil dann werden wir nicht energiesicher sein die Anlagen werden älter sie werden auch zum Teil ausfallen.

00:36:01: also das ist eine Szenario dass ich mir nicht vorstellen kann.

00:36:05: und dann kommt noch eines dazu Ich höre ja immer wieder naja eure Wasserkraftwerke sind ja abgeschrieben und jetzt verdient ihr damit sehr viel Geld.

00:36:14: Wir verdienen damit Geld, also das ist unterschiedlich je nach Strompreis.

00:36:18: Wir hatten auch schon sehr niedrige Strompreise wo wir entsprechend weniger verdient haben.

00:36:23: In der Preiskrise haben wir dann mehr verdient.

00:36:25: Das wurde dann noch abgeschöpft.

00:36:27: Aber ich sage Ihnen etwas anderes Wasserkraft ist ein Generationengeschäft.

00:36:32: Wenn Sie heute einen Wasserkraffwerk bauen Dann werden sie erst in dreißig Jahren etwas damit verdienen.

00:36:38: Und die Wasserkrafwerke mit denen wir heute Geld verdienen Haben die Generationen vor uns gebaut.

00:36:45: Wenn man das jetzt abschöpft, können wir keine Kraftwerke mehr bauen für die nächsten Generationen und dann bricht man diesen Generationenvertrag.

00:36:52: Und dann werden die nach uns nicht mehr die Situation haben wie wir dass wir Geld verdienen können und dann werden sie auch nichts verdienen Können.

00:37:01: da kann man natürlich sagen na gut Dann bezahlen wird das halt mit Förderungen und mit Steuergeld kann man auch machen.

00:37:08: ob das volkswirtschaftlich effizienter ist bezweifle ich.

00:37:13: Wir hatten das über lange Zeit vor der Strommarkt-Liberalisierung.

00:37:18: Jetzt gibt es einen Wettbewerbsmarkt,

00:37:20: d.h.,

00:37:21: die Unternehmen müssen selber schauen wie verdienen sie Geld?

00:37:24: Sie müssen wettbewebsfähig sein und der Kunde kann sich seinen Versorgern, seinen Lieferanten aussuchen.

00:37:30: Und die Energieagentur nicht.

00:37:31: wir haben einmal errechnet dass in den ersten zwanzig Jahren der Liberalisierung dass den österreichischen Stromkunden pro Jahr sixundfünfzig Millionen Euro Ersparnis gebracht hat im Vergleich zum regulierten System.

00:37:43: Das heißt, es gibt schon gute Gründe dafür das Wettbewerblich und marktlich organisiert.

00:37:50: aber wenn man eingreift und die Gewinne wegnimmt dann fehlt das auch für die Investitionen.

00:37:56: Das war ja auch übrigens dieses, wir investieren unsere Gewinne und wir brauchen sie für diese Investitionen in die Zukunft.

00:38:04: War ja auch das Argument der Energieunternehmen herangezogen zu werden.

00:38:09: zur Sanierung des Budgets, sag ich jetzt einmal grob formuliert also sprich da einen solidarischen Beitrag zu leisten.

00:38:15: Jetzt bin ich mal populistisch und sage Okay, wenn alle herangezogen werden.

00:38:20: Die Familien die Pensionisten, die Arbeitslosen.

00:38:23: Warum nicht auch ihr Unternehmen das ja auch wirklich gute Gewinner gemacht hat?

00:38:29: Ja wir werden auch herangezogen.

00:38:31: Aber sie sind ja trotzdem dagegen!

00:38:33: Erstens ich bin gegen solche Eingriffe, die Gewinnabschöpfungen sind.

00:38:40: Erstens zahlen wir Steuern und wenn wir mehr verdienen zahlen mir auch mehr Steueren.

00:38:45: Zweitens zahl'n wir eine Dividende Und wenn wir mehr verdienen, zahlen wir eine Sonderdividende.

00:38:50: Das heißt, wenn das Unternehmen mehr Gewinn macht profitiert eigentlich nur der Finanzminister in Form der Steuern die wir zahlen und in Form des Dividenden die wir bezahlen.

00:39:01: Und das sind Milliarden die wir hier bezahlen.

00:39:05: Wenn jetzt der Staat sagt oder die Regierung sagt Wir schöpfen Gewinne ab!

00:39:10: Also das heißt zweihundert Millionen Euro Über fünf Jahre, das ist eine Milliarde.

00:39:16: Im Übrigen waren sie im letzten Jahr schon zweihundertfünfzig Millionen und nicht zweihundert.

00:39:20: Dann ist das Geld, dass nicht den Stromkunden zugutekommt sondern dem Budget.

00:39:26: Das ist entschieden worden.

00:39:28: Dann es entschieden wurden ein Sozialtarif, den ich für richtig halte wird auch von den Unternehmen finanziert.

00:39:34: Das heißt wir sind die einzige Branche, die eine sozialpolitische Maßnahme selber finanzieren muss.

00:39:40: Das muss sonst niemand.

00:39:41: Denn selbst wenn Sie irgendeine andere Branche etwas senken, dann gibt es Gegenfinanzierungen aus irgendwelchen anderen Steuern.

00:39:48: Und jetzt finanzieren wir auch den Industriestrompreis.

00:39:51: Das heißt die E-Wirtschaft ist die einzige Branche, die die Subventionen selber finanziert muss und abgeschöpft wird.

00:39:57: Jetzt könnte man sagen naja, bei Ihnen bleibt ja immer noch genügend Geld?

00:40:01: Ja das ist alles relativ.

00:40:04: eines ist klar Wenn wir weniger haben nachdem wir unsere Steueren und unsere Dividenden bezahlt haben dann können wir auch weniger investieren.

00:40:13: Und es gibt auch noch einen Leverage-Effekt, das heißt wenn zwei Hundert Millionen im Eigenkapital fehlen sind es eine Milliarde weil es ja auch sozusagen Freundfinanzierungen gibt.

00:40:24: aber das Wichtigste ist eigentlich das Signal dass ich an Investoren damit zur Verfügung stelle und wir reden sehr vom Kapitalmarkt den wir mobilisieren wollen für diese Investitionen.

00:40:34: Wenn Investoren sehen wenn der Kapitalmark zieht in Österreich werden Gewinne abgeschöpft dann werden Sie nicht investieren in diesem Land und einen großen Bogen um dieses Land machen.

00:40:44: Und wir sehen das am Kapitalmarkt, Österreich hat hier als Standort enorm verloren durch diese

00:40:50: Maßnahmen.".

00:40:51: Jetzt machen mal ein Gedankenspiel!

00:40:53: Wären Sie heute in der Regierung?

00:40:56: Wären sie Finanzminister?

00:40:57: Was hätten Sie gemacht?

00:40:59: Und wären Sie Energieminister?

00:41:01: Was hatten Sie

00:41:02: gemacht?".

00:41:03: Wissen Sie, dass ist eine eigentlich nicht faire Frage denn...

00:41:07: Das tut mir leid.

00:41:08: Man würde jetzt da sitzen und sagen, was ein Minister tun sollte.

00:41:16: Aber ich möchte sie trotzdem beantworten.

00:41:19: Mir geht es ja auch nicht darum dass sich jetzt Haltungsnoten vergeben will.

00:41:22: aber eines möchte schon sagen Ich sehe schon das wir bei den Steuereinnahmen in Österreich auf einem Höchststand sind.

00:41:36: nicht die Situation, dass wir zu wenig Einnahmen haben und neue erfinden müssten.

00:41:42: Wir haben aber bei den Ausgaben ein Problem.

00:41:44: Das werden Sie jetzt nicht zum ersten Mal gehört haben – aber das ist ein Faktum!

00:41:49: Und ich glaube, dass man das angehen muss ausgabenseitig in dem man strukturell an das Budget herangeht.

00:41:58: Deswegen bin ich der Meinung, wir müssen mit Reformen versuchen, diese finanziellen Spielräume zu schaffen.

00:42:08: Und es geht auch um die Frage wie verwende ich dem mit durchsagenen Beispiel?

00:42:12: Österreich nimmt aus dem Emissionshandel dreihundert Millionen Euro ein.

00:42:16: das bezahlt die Industrie für CO-Zweih.

00:42:20: Dazu kommt dass es auch sozusagen CO-zweigosten gibt außerhalb des ETHS, außerhalb der Emissions handels.

00:42:28: da geht mehr als eine Milliarde Einnahmen ins Budget.

00:42:32: Ich würde dieses Geld recyceln und damit die Industrie unterstützen.

00:42:38: Und diejenigen, die die hohen CO²-Kosten haben.

00:42:43: Das wäre funktional richtig!

00:42:46: Deswegen bin ich der Meinung man könnte schon etwas machen.

00:42:49: uns fehlt es auch nicht am Geld.

00:42:51: Uns fehlt aber daran am Willen das wirklich strukturell zu lösen.

00:42:58: Ich möchte nicht sagen, dass das einfach ist.

00:43:00: Ich glaube, dass der Finanzminister keine einfache Aufgabe hat und er sagt ja auch immer wieder eigentlich bin ich nicht schuld dran – es war die Vorgängerregierung!

00:43:08: Ja und das ist schon richtig.

00:43:10: aber jetzt ist er in der Verantwortung und jetzt sollte er das Richtige tun.

00:43:15: und da bin ich der Meinung, da könnte man schon noch anders an die Dinge herangehen.

00:43:19: Da müssten halt Bundeskanzler oder Witzekanzler und einige andere noch mitziehen und vor allem die Länder.

00:43:26: Also Finanzminister Leyen kann natürlich auch wenig bewirken, wenn es halt sozusagen Bremseffekte gibt durch verschiedene Einflüsse und Kräfte in diesem Land.

00:43:37: Ist das nicht das eigentliche Problem?

00:43:39: Da haben Sie natürlich recht!

00:43:41: Es gibt ganz viele

00:43:42: Wünsche... Frage Sie als Oberösterreich!

00:43:43: Ja,

00:43:44: ich war selber einmal in den Landesregierungen.

00:43:46: Ich weiß.

00:43:46: Es gibt sehr viele Wönche an einen Finanzminister ob er jetzt im Land oder im Bund sitzt.

00:43:53: Die Länder haben ja auch Finanzen und eine Finanzverantwortung.

00:43:56: Also mir ist das schon geleifig, das können Sie mir glauben.

00:43:59: Und hätte ich nicht selber damals mehr darüber den Kopf zerbrochen dann wird man das vielleicht auch nicht so leicht von den Lippen gehen.

00:44:06: und es ist mir auch bewusst dass die Bundesliga noch was anderes ist wie die Landesliga.

00:44:11: aber nichtsdestotrotz gibt es Fakten an denen wir nicht vorbeikommen und ich habe mich mit dem Finanzminister gelegentlich unterhalten und ihm auch dazu gesagt wie ich denke Und das Standort bestimmt den Standpunkt.

00:44:25: Das ist mir österreichisch auch bekannt, aber wenn Sie mich heute hier fragen dann sage ich meine Meinung und ich denke schon dass wir die Möglichkeiten haben.

00:44:35: natürlich müssen alle zusammenwirken es muss ein gemeinsames Bestreben sein auch zwischen den Gebietskörperschaften.

00:44:44: Das

00:44:45: betrifft Bund Länder und Gemeinden und niemand hat gesagt dass das einfach ist wichtig und deswegen glaube ich diese Anstrengungen müssen wir unternehmen.

00:44:58: Jetzt haben Sie selbst angesprochen, sie waren vierundzwanzig Jahre lang in der Politik erst als Landesparteisekretär dann Wirtschaftslandesrat und Landeshauptmann-Stellvertreter.

00:45:07: was haben Sie denn mitgenommen aus dieser Zeit?

00:45:09: Was was Sie jetzt noch brauchen können an Erkenntnissen oder Skills?

00:45:15: Also ich habe sehr viel gelernt in der Politik muss ich sagen Ich bin ja von meiner Ausbildung her Kaufmann und Jurist Und ich wollte ja eigentlich einmal Wirtschaftsanwalt werden, so wie mein Sohn es jetzt werden will.

00:45:29: Ich habe auch das studiert und bin dann durch einen Zufall in die Politik gekommen.

00:45:35: Aber was ich in der Politik gelernt habe – nicht im Hörsaal!

00:45:39: Das war erstens Führung.

00:45:41: Ich hab viel mit Ehrenamtlichen arbeiten müssen.

00:45:49: Auch in Aufsichtsräten, auch beim Landesenergieversorger zehn Jahre lang am Schluss aufsichtsrat Vorsitzenden.

00:45:54: Das heißt ich habe die Unternehmensseite in der Energiewirtschaft kennengelernt und ich habe gelernt was es bedeutet wenn man verhandeln muss.

00:46:04: das lernen sie in der Politik und Verhandlung gehört zum täglichen Brot.

00:46:08: Das kann sein wenn Sie im Unternehmen mit den Betriebsräten sind Das kann sein, wenn Sie mit Geschäftspartnern verhandeln.

00:46:17: Wenn Sie mit anderen Steak-Holdern verhandlen – etwa mit Regierungen und Regulator – was auch immer.

00:46:23: Also zu schauen wie kommt man gemeinsam zu einem guten Ergebnis?

00:46:30: Das können sie in der Politik lernen!

00:46:32: Und Geduld nämlich an oder?

00:46:35: Manchmal braucht man auch eine gewisse Hardneckigkeit auch Geduld, man muss sich auch in den Schuhen des anderen gehen können.

00:46:44: Das heißt alles was sie in der Führung eines großen Unternehmens brauchen hat sehr viel mit diesen Dingen zu tun!

00:46:51: Ich habe einen Unternehmen mit vielen hochgradigen Spezialisten also das kann ich alles nicht selber bis ins letzte Detail verstehen.

00:47:01: aber was ich verstehen muss ist da Zusammenhang und die Grund Zusammenhänge verstehen, ich muss wissen wie es funktioniert und das ist auch für einen Politiker wichtig.

00:47:12: Ein Wirtschaftslandesrat, ein Wirtschaftsminister muss wissen, wie Unternehmen funktionieren, muss wissen ,wie eine Volkswirtschaft funktioniert.

00:47:21: Und das ist schon etwas was ich beispielsweise im Wirtschaftsresort gelernt habe.

00:47:26: Ich war dort in sehr vielen Betrieben hab sehr viele Situationen gesehen, habe sehr viele Problemstellungen und Herausforderungen gesehen oder auch gesehen wie die Unternehmen damit umgehen.

00:47:37: Jetzt gab es ja bei Ihrem Wechselzweilhzehnheftige Kritik, Sie galten damals als parteipolitische Besetzung.

00:47:43: Sie sind ja dann auch gleich eingestiegen als Stellvertreter des Vorstandsvorsitzenden.

00:47:48: Ganz ehrlich heute, immer in acht Jahren später hat die ÖVP damals bei ihrem Umstieg die Finger im Spiel gehabt?

00:47:57: Nein!

00:47:59: Weil der Aufsichtsrat zur damaligen Zeit gar nicht sich so zusammengesetzt hat.

00:48:08: Also es war eine Bewerbung, das war auch für mich ein Risiko.

00:48:13: Eigentlich wollte ich mich ja in der oberösterreichischen Energie AG für den Vorstand bewerben.

00:48:19: Das war auch der Wille damals des Unternehmens und des Aufsichtsrats.

00:48:22: Alle eigentlich immer nicht nur das Land haben mich damals ermuntert.

00:48:26: Ich war Energielandesrat, ich war zehn Jahre im Aufsichtsrat, dass ich mich dort... ich habe das Unternehmen gut gekannt, was ich mir dort bewerbern soll.

00:48:34: Ich habe mich dann entschieden, als der Verbundvorstand ausgeschrieben wurde, mich dort zu bewerben.

00:48:40: Das hätte auch anders ausgehen können und die Abstimmung im Aufsichtshalt war auch entsprechend knapp.

00:48:46: Und das wurde damals kritisiert weil ich aus der Politik gekommen bin und damit bin ich bei einem aus meiner Sicht schon problematischen Punkt.

00:48:55: Ich bin mitten in einer Regierungsperiode, habe ich die Politik verlassen ohne Fallschirm.

00:49:00: Wenn es schiefgegangen wäre, hätte ich mir irgendetwas anderes suchen müssen.

00:49:06: Wirtschaftsanwalt?

00:49:08: Ja vielleicht wäre ich zu einem Anwalt gegangen.

00:49:11: Ich habe auch während meiner Zeit als Wirtschaftslandesrat immer wieder Angebote bekommen von Unternehmen und der Andem auch einmal von einer großen Wirtschaftsanwaltskanzlei.

00:49:19: aber abgesehen davon in Österreich ist es sehr schwierig von der Politik in die Wirtschaft zu gehen.

00:49:25: umgekehrt das ist ein bisschen leichter in eine wirtschaftliche Aufgabe zu wechseln, das wird einem sehr schwer gemacht.

00:49:35: Weil sofort Stereotyp unterstellt wird – das ist irgendwie politisch gelenkt, das ist sozusagen eine Versorgung wie auch immer.

00:49:48: Das wurde damals auch medial kritisiert, das wurde auch politisch kritisieren.

00:49:53: am Ende bin ich im Vorstand gewesen Und ich musste dort auch beweisen, dass ich zurecht in den Vorstand dann vom Aufsichtsrat gewählt wurde.

00:50:06: Das heißt sie müssen einen Track record zeigen.

00:50:10: Ich habe mich ja zwei Jahre später für den CEO beworben.

00:50:17: Drei-Tägiges Assessment durch einen deutschen Unternehmensberater, wo sie dann eine Punkteanzahl bekommen und dann geht ja zum Aufsichtsrat.

00:50:24: Also eine knackige Prüfungssituation?

00:50:26: Es war ein bisschen zu keis da das wirklich knackig und der Aufsichtshort hat dann geschaut okay wie hat er in den zwei Jahren gearbeitet, hatte Erfolge vorweisen können?

00:50:36: Wir hatten damals für den Vertrieb zuständig das zweitbeste Vertriebsjahr der Unternehmensgeschichte Und ich habe das Innovationsekosystem völlig neu aufgesetzt.

00:50:45: Wenn sie sowohl in der Track record und der Unternehmensberater hat diese Bewertung gemacht, ja gesagt das kann er gut.

00:50:51: Da muss er sich noch weiterentwickeln aber wir empfehlen ihn als Vorstandsvorsitzenden und dann habe ich eine einstimmige Wahl bekommen.

00:50:58: Das heißt nach einer gewissen Zeit... Und ich hab das damals gesagt beurteilt es mich doch an der Arbeit die ich mache, hat man da gesagt Ja, wir sind der Meinung dass ist eine gute Besetzung.

00:51:10: Was ich damit sagen will

00:51:12: Es gibt einen Vorurteile gegenüber Menschen, die in der Politik

00:51:15: waren.

00:51:15: Aber es gibt ja

00:51:18: in anderen Ländern auch so etwas wie eine Cooling-off Phase?

00:51:20: Ist das nicht vielleicht auch etwas für Politiker?

00:51:23: Macht das nichts Sinn?

00:51:25: Ja, Cooling off gibt's für Funktionen, die man ausgeübt hat und wenn man beispielsweise in Aktiengesellschaften dann in eine andere Funktion wechselt – und das hat ja auch einen guten Sinn!

00:51:38: Aber wie schaut denn ein Cooling oft bei einer Politiker aus, dass er ein halbes Jahr oder ein Jahr oder zwei Jahre nichts machen darf?

00:51:45: Gar nichts machen in der Wirtschaftsnicht zu machen.

00:51:50: Ich weiß nicht, wie stellt man sich das vor?

00:51:52: Oder soll man ihn weiter bezahlen?

00:51:54: Also ich habe eine andere Einstellung.

00:51:56: Ich glaube Politik ist eine Aufgabe auf Zeit.

00:51:59: Ich halte wenig davon wenn man von dem Berufseinstieg bis zur Pension Politiker ist.

00:52:05: Das führt einfach dazu die Politik abkapselt von realen Wirtschaftswelten oder auch anderen Lebenswelten und eine Blase wird.

00:52:16: Ich glaube, das soll man nur eine Zeit machen aber damit es geht brauchen wir Durchlässigkeit hinein aber auch wieder hinaus und das ist in anderen Ländern völlig anders.

00:52:26: ich halte das für einen Fehler.

00:52:28: Das führt auch dazu dass immer weniger Menschen bereit sind die qualifiziert sind in die Politik zu gehen Und das kann nicht gut sein für die Firma Österreich.

00:52:38: Jetzt führen Sie laut Jahresfinanzbericht viertausendsechsundertneunundachtzig Mitarbeiter.

00:52:45: Wie würden sie denn Ihren Führungstil beschreiben?

00:52:48: Also ich versuche zu führen in zwei Dimensionen, das eine ist Leading by Design.

00:52:53: Das heißt Ich erwarte von Mitarbeitern und Führungskräften dass sie Verantwortung übernehmen und dass sich selbst Entscheidungen treffen können.

00:53:04: Da muss es dann auch erlaubt sein, dass Fehler gemacht werden.

00:53:07: Das ist sehr stark eine kulturelle Frage in einem Unternehmen.

00:53:10: aber dieses Design das so würde ich meinen Führungsstil beschreiben.

00:53:15: Ich möchte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Führungskräfte haben die so tun als wären es ihr eigenes Unternehmen.

00:53:23: Und die zweite Dimension ist leading by example das heißt man muss natürlich auch selber ein Beispiel geben und vorangehen.

00:53:33: Man kann nicht etwas predigen, was jeder dann sieht das man selbst nicht auch liefert.

00:53:39: Und deswegen ist mir auch wichtig dass ich sehr gut verstehe was meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter machen.

00:53:48: Ich bin sehr oft bei den Kraftwerken redet dort mit den Leuten, ich bin bei dem Baustellen.

00:53:55: gerade als wir das Pumpspeicherkraftwerk Linnberg III gebaut haben war ich sehr oft dort um zu sehen was passiert.

00:54:03: Das heißt, es müssen natürlich die Mitarbeiter auch die Führung wahrnehmen.

00:54:09: Man muss sichtbar sein, man muss präsent sein und so würde ich meinen Führungsstil auch beschreiben.

00:54:16: Jetzt müssen wir ein bisschen das Thema wechseln aus aktuellem Anlass.

00:54:20: Sie waren ein Jahr alt als der Lask zum ersten Mal Meister geworden ist.

00:54:25: eigentlich war sogar ein Double damals mit dem Cup.

00:54:29: jetzt erleben sie das zum zweiten mal.

00:54:31: wie geht's Ihnen?

00:54:32: Ja, ich habe mich riesig gefreut.

00:54:35: Der Lars Katze hat sehr turbulente Jahre hinter sich.

00:54:37: es gibt immer wieder Wickel zwischen Fans und Vereinsführung.

00:54:41: Wie hat man sich davon denn zuletzt irgendwie wieder auf den Binnerisch würde man sagen der Rappelt?

00:54:47: Also ich bin mit diesen Vereinen schon sehr lange emotional verbunden.

00:54:53: das ist einfach so.

00:54:54: wenn man sich interessiert für Fußball dann ist das etwas was eine eine Herzensangelegenheit.

00:55:01: Das ist bei mir genauso gewesen und ich bin auch auf der Tribüne gesessen, als wir in der Regionalliga gespielt haben.

00:55:07: Nicht immer ein eigenes Stadion hatten – da sind wir in Schwarnenstadt leihweise aufgelaufen.

00:55:12: also das waren schon ganz andere Zeiten.

00:55:14: Und ich habe auch erlebt wie dieser Verein vor der Insolvenz gestanden ist.

00:55:18: die Spieler haben kein Geld mehr bekommen.

00:55:20: Ich war damals auch für den Sport in Oberösterreich zuständig, ich hab dann mit den Leuten geredet und wir haben dann die Freunde des Lars gegründet und so uns sozusagen an den eigenen Haaren wieder aus diesem Zumpf herausgezogen.

00:55:35: Die Geschichte ist glaube ich bekannt, es war dann ein nicht einfacher Weg aber er ist jetzt sozusagen mit einem Höhepunkt, mit diesen Doppel einmal auf einen Punkt wo sich alle gefreut haben.

00:55:48: Das

00:55:48: ist

00:55:50: also verbunden hat einen Claim und der heißt als eigener Kraft Und das würde auch für den Laskin Anspruch nehmen.

00:55:57: man hat den Stadion gebaut Man hat Unterstützer und Sponsoren gefunden.

00:56:02: Man hat natürlich auch Schwierigkeiten gehabt am Weg, man musste die Auseinandersetzung mit einem Teil der Feinszene – das möchte ich auch betonen – führen müssen.

00:56:12: Wenn Politik im Stehplatz gemacht wird dann habe ich dafür eigentlich kein Verständnis.

00:56:16: Man geht in Stadien um die Mannschaft zu

00:56:18: unterstützen.".

00:56:19: Man hat Leute angefeindet, die heute abgefeiert werden.

00:56:23: Es ist so und nicht nur beim LASK das kennen Sie auch von anderen Vereinen aber das macht das Ganze so interessant.

00:56:30: Sind

00:56:30: sie eigentlich traurig dass sie nicht ÖFB-Präsident geworden sind?

00:56:33: Nein weil ich hätte das nicht machen können.

00:56:36: also ich war zu dem Zeitpunkt wo ich gefragt wurde Vorstandsvorsitzender vom Verbund und das ist nicht vereinbar weil ich habe einen Vollzeitjob etwas, wo man sehr viel Zeit investieren muss.

00:56:50: Da muss das Unternehmen auch mitspielen.

00:56:52: Mein Aufsichtsrat hätte das nicht gut

00:56:55: gefunden.".

00:56:56: Mit dem ESV hat es ja auch nicht geklappt?

00:56:57: Ist eines davon noch in weiterer Folge Ihr Karriereziel, ÖFB-Sv?

00:57:05: Also geklappt ist glaube ich das falsche... Ich bin heute Vizepräsident im ESV weil ich auch Nichtpräsident hätte werden Erkönnen.

00:57:14: Ich habe einmal ein Gespräch mit Peter Schroekstner geführt und hab ihm das auch erklärt.

00:57:18: Der Vizepräsident war sozusagen das Zugeständnis, wo dann auch mein Aussichtsratvorsitzender gesagt hat...

00:57:25: Na gut!

00:57:28: Das

00:57:28: geht halt gerade noch?

00:57:30: Ja ja.

00:57:30: Ich hab auch Chaos Stoßes, also es ist um das ÖOC ging gesagt, dass geht nicht bei mir.

00:57:36: Und da sind alles Funktionen die wirklich extrem herausfordernd und spannend sind Aber die sich nicht vereinbaren lassen mit der Funktion eines CEO, einer Aktiengesellschaft, eines bösennotierten Verbunds.

00:57:54: Das heißt ja nicht dass man sich nicht interessiert und ich finde das Josef Preul das großartig macht.

00:58:01: Das ist eine gute Entscheidung gewesen genauso wie Nussbaumert als wenn ÖAC hervorrennt macht oder Roswitter Steiner im ESV exzellente Personalentscheidungen gewesen, da glaube ich muss man nicht traurig sein.

00:58:17: Aber ganz allgemein was lehrt uns denn der Sport so fürs Leben?

00:58:22: Der Sport lehrte uns für das Leben dass ohne Anstrengung keine Leistung möglich ist und dass ganz einfach dieser Anspruch auch an sich selbst mehr zu leisten zum Erfolg führt dass Talent alleine nicht ausreicht.

00:58:44: Und ich glaube, das ist das was ich im Sport sehr oft gesehen habe und das was für mich das Learning ist.

00:58:49: wenn ich Mitarbeiter habe die am Leistungssportler waren und ich habe welche dann sehe ich das an ihrer Einstellung.

00:58:55: Die sind einfach leistungsorientiert und wissen ohne Fleiß kein Preis.

00:59:01: Eine letzte Frage haben Sie einen Rat an Ihr jüngeres Ich?

00:59:06: Also mein Rad an meinen Jüngeres ich wäre Heute probier einfach die Dinge aus, trau dich.

00:59:16: Schau dir das an!

00:59:18: Macht auch nichts wenn es einmal nicht klappt.

00:59:21: Gerade am Anfang geht's darum dass man sich sehr viel anschaut

00:59:26: und

00:59:27: dieses Trauen und Zutrauen – das ist glaube ich eine ganz wichtige Eigenschaft.

00:59:33: Herr Strugel vielen Dank fürs Kommen und vielen Dank für das interessante Gespräch.

00:59:37: Ich bedanke mich hat auch mir Spaß gemacht.

00:59:41: Wenn euch diese Folge gefallen hat und ihr unsere Arbeit unterstützen wollt, dann schließt am besten ein Standard-Abo ab.

00:59:48: Alle Infos dazu findet ihr auf Abo.derStandard.at.

00:59:52: Ihr könnt uns auch abonnieren auf YouTube oder auf der Podcastplattform eurer Wahl.

00:59:58: Feedback schickt bitte am Besten an Podcast at DerStandart.at.

01:00:03: Wir freuen uns über Feedback!

01:00:05: Diese Folge wurde produziert von Christoph Neuwirt und Tobias Holop.

01:00:09: Schold Wilhelm verantwortet unsere Podcasts.

01:00:12: Ich bin Betra Stuber, ich bedanke mich fürs Zuhören und freue mich auf's nächste Mal!

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.