Ottakringer-Chefin Wenckheim: Bierpreis, Würstelstand, Familienstreit
Shownotes
100 Liter Bier werden in Österreich pro Kopf und Jahr durchschnittlich getrunken. Ganze 10 Millionen Hektoliter davon werden hierzulande jährlich gebraut.
Unter anderem bei der Ottakringer Getränke AG – sie ist der drittgrößte Bierhersteller des Landes, und hat in der Bundeshauptstadt Legendenstatus.
An der Spitze des Aufsichtsrates steht bei Ottakringer Christiane Wenckheim. Doch obwohl sie in eine Braudynastie hineingeboren wurde, war ihr Berufsweg keineswegs vorgezeichnet.
Das erzählt Christiane Wenckheim in der neuen Folge des CEO-Podcasts. Sie spricht außerdem darüber, wieviel Einfluss ein Hersteller auf die Bierpreise hat, über Konflikte im Unternehmen, und ihre Vergangenheit als Würstelstand-Betreiberin.
Moderation: Petra Stuiber; Videoproduktion: Tobias Holub; Audioproduktion: Christoph Neuwirth; Head of Video/Podcast: Zsolt Wilhelm; Thumbnail: Christian Fischer
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Transkript anzeigen
00:00:06: Einhundert Liter Bier trinken Österreicher und auch Österreicherinnen durchschnittlich pro Jahr.
00:00:11: Zehn Millionen Hektoliter Bier werden in Österreich jedes Jahr gebraut.
00:00:16: Die Otterkringa Getränke AG ist der drittgrößte Bierhersteller des Landes mit einer Aufsichtsratschefin an der Spitze.
00:00:24: Christiane Wenckheim wurde in die Braudynastie hineingeboren, aber so erzählt sie ihr Berufsweg war keineswegs vorgezeichnet.
00:00:33: Was ihr wichtig ist, erzählt sie uns auch und wie Sie sich bemüttert
00:00:37: aus
00:00:37: Otterkringer diesen Traditionsunternehmen eine moderne Marke zu machen.
00:00:42: Ich bin Petra Struber.
00:00:43: das ist der CEO-Podcast des Standard.
00:00:50: Frau Wenkem vielen Dank fürs kommen!
00:00:53: Bevor wir starten machen wir wie immer so ne kleine Lockerungsübung und zwar ist es ein Word Drive.
00:00:58: ich stelle Ihnen zwölf Fragen die Sie bitte so kurz wie möglich beantworten.
00:01:02: können man loslegen?
00:01:05: Vier Tagewoche oder sieben Tage Woche?
00:01:08: Für eine Familienunternehmerin, wie ich es bin ist die Sieben-Tage-Woche – vierundzwanzig Stunden eigentlich angesagt.
00:01:15: Für die Menschen mit denen ich arbeite würde ich mir die vier Tage wünschen plus einen Tag wo wir kreativ arbeiten und ein bisschen anders arbeiten und lustigere und kreative Zusammenarbeit fördern und eine andere neue Gesprächskutte miteinander haben.
00:01:30: Sport vor der Nacht Arbeit
00:01:32: vor der Arbeit, damit ich effizienter in der Arbeit bin.
00:01:36: Führen Sie Ihren Terminkalender selbst?
00:01:39: Ich gebe zu nicht ganz!
00:01:40: Es macht schon eine wunderbare Beziner die mich begleitet und sie ist ein bisschen akkurater als
00:01:45: ich.
00:01:47: Auf welche Eigenschaften achten Sie denn bei Bewerbern am meisten?
00:01:51: Mich interessieren Geschichten aus der Vergangenheit, wo diese Menschen zeigen was sie schon geleistet haben und wie sie das angegangen sind.
00:01:59: Und wie sie ihre Passion ausgelebt haben und die Begeisterung für etwas ausgelegt
00:02:04: hat.
00:02:05: Gibt es eine gute Art zu kündigen?
00:02:08: Ja ich glaube mit Dankbarkeit.
00:02:10: Dankbarigkeit für das was war.
00:02:13: Was ist ihr wichtigster Softskill?
00:02:16: Menschen lesen zu können über ihre Körpersprache.
00:02:19: Das interessiert mich unglaublich.
00:02:21: und ihre Stimme, ich kann sehr gut zwischen den Tönen hören wie es ihnen geht oder was sie jetzt wirklich denken und das gibt mir sehr viel Power in Gesprächen.
00:02:31: Cool!
00:02:31: Muss ich mich jetzt fürchten?
00:02:33: Nein!
00:02:35: Kann nicht ein-und ausschalten...
00:02:37: Auf welches Networking-Event können Sie nicht verzichten?
00:02:41: Ja, das Otterkringer Bierfest natürlich.
00:02:43: Im Sommer die zwei Monate – ich finde es ist einfach so ein Ort der Begegnung mit einem Bier zusammen und einem guten Otterkränger.
00:02:49: Das ist ganz wichtig für mich!
00:02:51: Office, Homeoffice oder Hybrid?
00:02:55: Nicht irgendwo angefesselt zu sein, ist mein Wunsch für mein Leben.
00:03:00: Natürlich brauchen wir mehr Office-Time mit den Mitarbeitern, damit sie eben ihre Kultur des Unternehmens weiter lebendig bleibt, wenn die Menschen zusammen sind.
00:03:09: Also das würde ich mir wünschen für mich... Ich bin mal dort, mal da!
00:03:13: Also Hybrid.
00:03:14: Welche Eigenschaft hat sie denn an die Spitze ihres Unternehmens gebracht?
00:03:18: Ich glaube ein Maß an Hartnäckigkeit und Freude und Passion für Getränke und für Familien.
00:03:25: Zusammengehörigkeit.
00:03:28: Gibt es eine Work-Life Balance?
00:03:31: Ja, die habe ich nicht immer gekannt in meinem Leben.
00:03:33: Jetzt ist es besser.
00:03:34: Ich glaube das ist sehr wichtig für die Menschen und ja sie gibt's glaub' ich schon.
00:03:44: Also ich find super dass jetzt Männer das überhaupt auch mehr ins Auge fassen.
00:03:48: Das finde ich sehr toll!
00:03:49: Dass das jetzt mehr Gleichgewicht bekommt wenn auch ich finde verpflichtend.
00:03:53: soll das alles nicht sein?
00:03:54: Das sollen die Menschen selbst entscheiden können was sie und wie sie das handeln
00:03:58: wollen.
00:03:59: Was ist denn ihr Tipp an junge Leute, die erfolgreich werden wollen?
00:04:04: Etwas zu entdecken was sie wirklich gern machen und das einfach konsequent verfolgen.
00:04:09: Gut vielen Dank für diesen kleinen Wordrap!
00:04:12: Wir starten mit unserem eigentlichem Podcast.
00:04:16: Und da habe ich mal gleich eine Fachfrage an Sie Wie trinkt man den Bier richtig?
00:04:21: als Krügel oder als Seidl?
00:04:23: Naja der Heavy... Also der der mehr trinktrinkt ein Krügel.
00:04:26: Ich persönlich liebe Seidlen.
00:04:28: warum?
00:04:29: Weil das Bier immer kalt bleibt und ich mag halt kaltes Bier.
00:04:32: Und deshalb trinke ich lieber mehrere Sätteln und nicht ein Krügel.
00:04:37: Heißt eigentlich Krügl oder Krüggerl?
00:04:39: Ich sage
00:04:40: Krüggerl!
00:04:41: Krüggerl...
00:04:42: Also die Verniedlichung macht es etwas bekömmlicher beim Konsum, oder wie?
00:04:47: Wahrscheinlich
00:04:47: ja, bisschen harmloser.
00:04:50: Dose- oder Flasche.
00:04:51: was ist besser?
00:04:53: Ja, die Dose ist erstaunlich gut weil sie das Bier schützt vom Licht und dass der Lichteinfluss ein großer Faktor für die Bierqualität.
00:05:01: Daher Tendenzelldose.
00:05:04: Umweltfreundliche sind natürlich die Mehrwegflasche.
00:05:06: Ihr Unternehmen vereint ja Bier- und Wasser.
00:05:10: Sie selbst sind eher eine Biertrinkerin oder eine Wassertrinkerin?
00:05:14: Anlassbezogen.
00:05:16: Ich trinke sehr viel Gutes fürs Lauer hier vor allen Dingen das Ohne dass er zwanzigtausend Jahre alt ist und irgendwie ich habe das Gefühl, das trinkt man einfach leichter.
00:05:25: Und das ist wahnsinnig bekömmlich!
00:05:28: Für die Anlässe natürlich ein gutes Otterkringerbier...
00:05:31: Also nie seckt ihr Otter-Kringer?
00:05:34: Seckt
00:05:35: nein!
00:05:36: Otter Kringer Bier.
00:05:39: Jetzt gibt es leider ein kleines Problem, der Absatz alkoholischer Getränke sinkt.
00:05:43: Es gibt einen Wirtshaussterben.
00:05:45: Haben Sie das Gefühl, dass die Branche insgesamt zu den Zenitüberschritten hat?
00:05:51: Ja... also ich würde sagen, die Zenit-Überschrittin hat nein!
00:05:54: Das sind glaube ich in unserem Geschäft immer Wellen gewesen mal besser, mal weniger gut.
00:06:00: Das alkoholfreie Bier boomt ja enorm.
00:06:02: Das hat zweistellige Wachstumsraten, also das ist schon eine wirkliche Alternative für die alkoholfreien Getränke oder für das Bier insgesamt und ich denke der Tourismus ist ein Riesenfaktor.
00:06:14: Also für uns, die sehr stark auch in Wien ansässig sind, ist der Tourismo sein Riesen Faktor und der boomt Ja enorm!
00:06:20: Und damit sind wir natürlich auch mit der Gastronomie, die hier die Touristenabdeck auch sehr gut abgesichert sage ich jetzt mal.
00:06:29: ist der Markt zwar unter Druck, aber ich glaube es geht schon wieder langsam bergauf und ich bin zuversichtlich dass das trinken nie aufhören wird.
00:06:36: jetzt vor allen Dingen auch von Wasser aber auch vom alkoholischen Getränken.
00:06:41: Gastronomie ist ein gutes Stichwort.
00:06:43: in Wien wurde die sechs Euro Marke für ein Krögelbier im Gasters schon längst überschritten manchmal sieben auch sieben Euro.
00:06:52: was darf denn ein Krügelbär ihrer Meinung nach dem Gasters kosten?
00:06:57: Wir mischen uns absolut nicht in die Bierpreisgestaltung unserer Kunden ein.
00:07:01: Natürlich, desto weniger es kostet, destso besser für die Konsumenten und es gibt ja auch inzwischen Lokale, die drei neunzig fürs Krügerl verlangen und durchaus überrannt sind.
00:07:11: also das ist eine große Bandbreite von Preisen, die am Markt draußen zu sehen sind Und ich finde dass es die Freiheit des Wirtens der sich seine Kosten selbst im Griff haben hat und auch seine Wahl ist was er dafür preise macht.
00:07:24: Uns ist wichtig gutes Bier verkaufen, qualitätsorientiertes Bier.
00:07:29: Dass sie gut auf die Schanktechnik schauen und dass die Qualität passt.
00:07:32: Auf das achten wir eigentlich mehr als auf die Preise.
00:07:36: Lassen Sie uns ein bisschen in den Handel blicken!
00:07:38: Der verkauft neunzig Prozent des Biers zur Aktionspreisen.
00:07:42: Die Kiste um fünfzehn Euro ist zum Beispiel keine Seltenheit.
00:07:46: Tut Ihnen das jetzt auch weh oder machen Sie damit?
00:07:50: Natürlich ist das schwierig, weil diese preisaggressiven Aktionen eine ganze Branche vor allen Dingen uns Privatbrauereien sehr unter Druck setzen.
00:08:00: Das muss man schon klar sagen.
00:08:02: natürlich wünschen wir uns da eine Entspannung seitens des Handels aber wie auch in der Gastronomie haben wir nicht die Preisfahrheit über diese Dinge und wir versuchen halt möglichst unsere Qualität in den Vordergrund zu stellen und hier die Preiswürdigkeit unserer Produkte.
00:08:17: Das sind die Privatbrauereien ja auch Vorreiter darin, eben genau das zu tun.
00:08:22: Zu schauen dass wir mit guten Qualitätenpunkten und dadurch hoffentlich auch diese Preiseaggression irgendwann hoffentlich eine Beruhigung findet.
00:08:31: Das ist
00:08:32: nämlich eigentlich der Hintergrund meiner Frage weil vor allem die kleinen Privat Brauereier sagen also dieser Preiskampf bringt uns noch um.
00:08:40: es können sie eigentlich zu den Großen sind aber eine Privat-Brauerei.
00:08:43: also wo stehen Sie da?
00:08:45: Ja, mal so muss man klar sagen.
00:08:47: Natürlich machen wir immer wieder auch Preisaktionen mit aber in Summe wünschen wir uns eine Beruhigung der Preis-Aktionitis am Markt.
00:08:57: Ist das realistisch?
00:08:58: Weiß ich nicht!
00:08:58: Der Handel hat natürlich durch das Bier einen großen Zuzug in seine Outlets und Bier ist nun einmal ein Kernlebensmittel für die Menschen und bringt die Menschen in die Supermärkte.
00:09:12: Jetzt hat es in der Finanzkrise noch geheißen.
00:09:15: Alles Krise, da-Krise, dort-Krisis.
00:09:17: nur beim Bier gibt's nie eine Krise.
00:09:19: Spätestens seit Corona wissen wir das stimmt nicht ganz.
00:09:23: Wenn Sie sich zurück erinnern was hat diese Coronakrise für Otter Kringer bedeutet?
00:09:28: Also für Otte Kringern war schon ein Herber Schlag.
00:09:31: auch für unsere Tochter Delphaba Kollarik die auch zu uns gehört ist ja reine Gastronomiebelieferung gemacht war das natürlich ein Herberschlag weil die Gastronomiezug gesperrt und das für einige Zeit.
00:09:43: Und daher haben wir fünfzig Prozent seines Umsatzes war dann zugesperrt, quasi.
00:09:49: Das hat sich teilweise in den Handel verlagert aber eben nur teilweise.
00:09:52: die Menschen konnten sich nicht mehr Gruppen treffen.
00:09:54: Wir sind nun mal mit Otterkringer ein Bier des Community wo Menschen zusammenkommen, wo Menschen verbunden werden, wo Leute miteinander feiern, Indoor-Autor – das war halt nicht!
00:10:04: Wir sind sehr froh, dass das wieder zurückgekommen ist und dass jetzt ein wirkliches Leben wieder stattfindet.
00:10:10: Und damit diese Delle, die durchaus da war, wieder zumindest Großteils zurückgekommend
00:10:17: ist.".
00:10:17: Jetzt ist aber in der Corona-Phase der Alkoholkonsum insgesamt glaube ich gar nicht so zurückgegangen sondern eher das Gegenteil.
00:10:24: Das heißt kann man den Schluss ziehen also das Bier ist nicht schuld daran wenn die Leute zu viel dem Alkohl zusprechen oder wie würden sie das interpretieren?
00:10:33: Da bin ich jetzt ehrlich gesagt ein bisschen überfragt.
00:10:37: Ich glaube, dass dadurch das es keine Feiern gab, trotz allem und diese Communityzeit miteinander die Leute ja nicht alleine Biere- und Schnäpse getrunken haben zu Hause.
00:10:48: also das hat man in den Zahlen so nicht gesehen.
00:10:52: Das hat schon gefehlt dieser Teil des Zusammenkommens und denen haben wir halt auch stark gespürt.
00:10:59: Was tut denn Ihr Unternehmen, um den insgesamt zinkenden Bierkonsument gegenzuwirken?
00:11:05: Wir haben sehr viel.
00:11:06: Also beim Bier sind wir als Gruppe sehr innovativ und machen sehr viele neue innovative Produkte.
00:11:13: Wir haben entwickelt einen Bier Spritz zum Beispiel.
00:11:16: Das ist so ein mit Blutorange, ein typisches Spritzgetränk wie wir es jetzt sehr viel sehen am Markt aber mit einem Touch Beer in der Notreerdose.
00:11:25: das z.B.
00:11:25: ein Riesenerfolg haben wir gemeinsam entwickelt mit Kunden von uns und ja dann haben wir zum Beispiel eine Frukade Radle auf den Markt gebracht heuer.
00:11:33: Der ein Riesenerfolg ist, der wirklich köstlich schmeckt und der ein ganz neues und auch innovatives Produkt ist in einer Kooperation mit Frukaden was ich auch sehr... neuartig ist, dass man eben Kooperationen macht mit nichtalkoholischen Getränken.
00:11:47: Jetzt haben Sie vorher schon erwähnt das alkoholfreie Bier.
00:11:50: hat das insgesamt glauben sie das Potenzial quasi die Umsätze zu stabilisieren?
00:11:56: Gänzlich nein aber es hat einen durchaus Potential so zehn Prozent des Volumens vom Biermarkt zu erreichen.
00:12:03: momentan liegen wir ja bei circa sechs Prozent zwischen vier und sechs Prozent und ich glaube es hat ein durchaus Potenziale noch für ein ordentliches Stück Wachstum.
00:12:13: Ganz wird es das nicht kompensieren, aber ist sicher dass nicht alkoholische Getränk in der Alkoholindustrie das wirklich gut schmeckt und anders als Wein wirklich trinkbar geworden ist.
00:12:26: Haben Sie da auch Marktuntersuchungen?
00:12:29: Wer trinkt denn ... Alkoholfreies Bier.
00:12:32: Mehr Frauen, mehr Junge oder geht das durch die Bevölkerung?
00:12:36: Durch die Bevölkerungsdurch?
00:12:38: aber auch junge trinken das.
00:12:40: Aber auch sehr viele Leute inzwischen zum Mittag als das Mittagsbier.
00:12:44: dass eben jetzt alkoholfreie ist durchaus ein wirklicher Volker.
00:12:48: Jetzt ich habe es nicht herausgefunden.
00:12:51: Null Komma Josef gibt es ja schon lange, ich weiß nicht ob sie die ersten Warn am Markt, die ein alkoholfreies Bier angeboten haben allerdings halt schon zu einer Zeit also alkoholfreies Bier noch den Ruf hatte.
00:13:02: das kann man nicht trinken.
00:13:04: Das schmeckt einfach nicht gut.
00:13:07: Jetzt gibt es das Nullkommar Josef noch immer.
00:13:10: Es hat so ein bisschen die alte Tante unter den alkoholfreien Bienen, haben Sie schon jemals einen Rebranding gedacht?
00:13:17: Das irgendwie ein bisschen moderner zu machen?
00:13:21: Wir haben's gerade moderner gemacht und es ist tatsächlich das erste alkoholfreie Bien in Österreich gewesen muss man sagen.
00:13:28: Und ja, wir haben auch immer wieder den Geschmack angepasst.
00:13:31: Auch zuletzt jetzt.
00:13:32: Das schmeckt wirklich großartig wenn sie sitzt frisch kosten insbesondere auch vom Fass ist es wirklich eine sensation schmeckt eigentlich fast wie Bier.
00:13:39: also das echt wirklich köstlich.
00:13:42: Jetzt ist unsere Bundesregierung vielfach beschäftigt, nicht nur mit einem knackigen Sparbaket das erneut geschnürt werden muss und einem Doppelbudget um das gerungen wird.
00:13:52: Sondern sie müssen auch versuchen die Inflation zu bekämpfen.
00:13:56: Und um das zu tun sind auf bestimmte Lebensmittel die Steuern reduziert worden – die Massensteuern.
00:14:02: Um den Leuten die Teuerung ein wenig zu erleichtern?
00:14:06: Auf Bier nicht!
00:14:07: Finden Sie das
00:14:07: okay?!
00:14:09: Schade, weil es ein Grundnahrungsmittel meiner Meinung nach ein Bier gehört zu unseren Grundnarrungsmitteln.
00:14:15: Man muss auch bedenken man muss das ja dann auch wieder gegen finanzieren und die Erfindungsreichtung in neue Steuern setzen ist auch nicht immer ganz hilfreich für diverse Branchen.
00:14:25: wir haben gerade die Plastiksteuer abwenden können für den Biermarkt auch für den alkoholfreien Getränkemarkt.
00:14:32: Also ja, natürlich wäre es schön wenn das billiger wird.
00:14:35: für die Konsumenten keine Frage.
00:14:37: aber wenn wir dann gegen Maßnahmen treffen müssen dann wieder Menschen betroffen sind.
00:14:42: von den Gegenmaßnahmen ist es vielleicht auch nicht unbedingt hilfreich.
00:14:46: kann Es sein dass am sinkenden Bierkonsum vielleicht doch die Verdoppelung des Pfandes für Bierflaschen verantwortlich ist?
00:14:52: Vielleicht war das doch nicht so eine gute Idee.
00:14:54: Ja und die Einführung von Dosenpfand?
00:14:56: Ja die Sammelquote war hoch.
00:14:59: Inzwischen ist das seit einem Jahr am Markt, dass ein Weg gefahren.
00:15:02: Das hat uns tatsächlich... Insbesondere auch für Otterkring, weil wir halt sehr dosenlastig sind in der Produktion.
00:15:08: Weil eine Dosenstat ist.
00:15:10: die Menschen kaufen zu fast achtzig Prozent Dosenbier in Wien, weil sie es hinauftragen müssen.
00:15:16: Also im urbanen Raum ist die Dose einfach das Nummer eins getränkt.
00:15:20: und ja deshalb haben wir einen höheren Dosenanteil, weil überhaupt sich die Wienerinnen und Wienern bedienen.
00:15:26: Und dadurch waren wir natürlich stärker betroffen und das Dosenpfand hat einen Einbruch gebracht.
00:15:30: aber es stabilisiert sich jetzt zum Glück und die Menschen haben sich jetzt langsam... gewöhnt, dass man das halt zurückbringt.
00:15:35: Sie haben ein System zu Hause gefunden wie sie es managen
00:15:38: und... Aber es hat die Leute genervt oder?
00:15:40: Es hat
00:15:40: die leutige nervt.
00:15:41: aber jetzt hoffen wir alle sehr, dass es und wir merken, dass ist eine gewisse Stabilisierung gibt und die Leute das jetzt ein bisschen besser können und auch die Supermärkte ehrlicherweise auch besser können.
00:15:52: Die Maschinen funktionieren besser, die Menschen können besser mit diesem Maschinern.
00:15:55: am Anfang waren ja da lauter Störungen also das war schon schwierig und jetzt ist glaube ich eine Routine bei allen eingetreten was zu einer Stabilisierung führt, hoffentlich.
00:16:05: Sie haben einen großen Konkurrenten, das ist die Brau-Union.
00:16:08: gegen den läuft gerade ein Kartellverfahren.
00:16:11: der Standard hat schon mehrfach darüber berichtet.
00:16:15: Für unsere Zuhörerinnen wird dem Unternehmen vorgeworfen, im wesentlichen Getränkehändler unter Druck zu setzen, dass nur ihre Produkte vertrieben werden.
00:16:28: Wir haben gemerkt bei unserer Berichterstattung, dass die Zeugenaussagenvorgericht stark divergieren.
00:16:34: Das Verfahren wird wahrscheinlich noch lange
00:16:35: dauern.".
00:16:37: Jetzt einmal die eine grundsätzliche Frage an Sie.
00:16:39: Das, was die Braunion dann macht, das nennt man das Streckengeschäft.
00:16:44: Machen sie über Ihren Getränkehandel auch Streckengeschaft?
00:16:48: Ja teilweise.
00:16:50: Wie gestalten Sie Ihr Verhältnis zu Ihren getränken Händlern?
00:16:54: Ja, sehr gut.
00:16:55: Wir haben ein sehr enges Verhältnis zu unseren Partnern.
00:16:58: Wir sind ja hauptsächlich im urbanen Raum tätig.
00:17:01: mit Otterkringern und mit Verslauer sind wir nationaltätig.
00:17:04: Mitgetränke-Händlern haben eine sehr enge Beziehung.
00:17:07: mit denen.
00:17:08: Könnte Ihnen dasselbe passieren wie der Braun?
00:17:10: Und das irgendwer sagt die setzen uns unter
00:17:13: Druck?
00:17:13: Wir sind nicht solche Marktführer und wir setzen unsere Kunden nicht unter Druck.
00:17:19: einer guten Beziehung miteinander, ein gutes Auskommen miteinander.
00:17:23: Ein freundschaftliches Geschäftsverhältnis und Geschäftsgebau.
00:17:27: Jetzt
00:17:28: ist eine heikle Frage aber ich stelle Sie trotzdem war das vielleicht von Beginn an ein Problem dass man die Brauunion so stark werden hat lassen?
00:17:35: also mit Tuldung der EU und auch der Bundeswettbewerbsbehörde sind da ja diese Zusammenschlüsse genehmigt worden.
00:17:41: jetzt ist es ein riesen Ding und jetzt versucht man vielleicht im nachhinein das ganze wieder über solche Kartellverfahren irgendwie aufzutröseln.
00:17:49: Ist das Grundproblem ein anderes aus Ihrer Sicht?
00:17:53: Aus meiner Sicht möchte ich zu Themen der Braunion und Heineken ehrlich gesagt nicht viel Stellung nehmen, weil ich den Fall weder besonders gut kenne noch irgendwelche Involvierungen hier habe.
00:18:05: Aber was glaube ich schon ein wichtiger Punkt ist wir haben eine Gruppierung von österreichischen Privatbrauereien die sich gemeinschaftlich zusammengetan haben, um hier schon auch zu zeigen dass Biere in Österreich von Privatbrauern geführt werden und dass das eben auch ein gutes zusätzliches Angebot ist am Markt.
00:18:25: Dass du halt frei wählen kannst und sagen kannst ja ich möchte einfach mich mit Bieren versorgen die noch im privater Hand sind.
00:18:33: Und ich finde das ist doch die Vielfalt ist wichtig für dich und das ist das was auch österreichische Biermarkt immer gehabt hat vielfalt Und die sollte erhalten bleiben, in jedem Fall.
00:18:42: Wie gelingt Ihnen denn das?
00:18:44: Sie sind ein recht wichtiges Zugpferd in dieser Vereinigung der Privatbauereien.
00:18:51: Sind sie zufrieden mit dem Ergebnis?
00:18:53: Greifen die Leute tatsächlich auch zu den kleinen Biern?
00:18:58: Ja!
00:18:59: Weil wir haben ja alle ein Abzeichen drauf auf unseren Bierflaschen und Bierdosen, dass wir zu dieser Gruppierung gehören.
00:19:06: Und natürlich kann es immer mehr sein!
00:19:08: Ich glaube das ist eine Bewusstseinmachung und ich denke wir sind da auf einem guten Weg und natürlich geht da immer noch mehr – das ist keine Frage und mehr Engagement.
00:19:15: Man darf auch nicht vergessen, es sind halt viele kleinere Brauereien dabei die jetzt nicht die riesigen Budgets haben aber natürlich sind wir am Weg hier schon einen Bewusstsein zu schaffen dass es diese Gruppierung gibt.
00:19:27: Und ich glaube, inzwischen wissen das schon viele Österreicher und Österreichereinnen.
00:19:30: Das macht uns stolz!
00:19:32: Diese Craft Beer ist ja auch so ein Trend... Und ein Kollege von mir, der auch beim Standard arbeitet.
00:19:38: Er hat vor einiger Zeit einmal mit Hilfe der KI Craft Beer erstellt – sein eigenes.
00:19:43: Super!
00:19:44: Das wollte ich Sie fragen?
00:19:45: Wie sehen Sie solche Dinge, weil die Leute da selber herumpanschen?
00:19:49: Ich
00:19:49: finde das lustig und gut.
00:19:51: Es ist alles was uns dazu bringt dass sich die Menschen mit unseren Produkten beschäftigen.
00:19:56: Es ist wunderbar, wir haben auch einen Yellow Heart Club zum Beispiel in Autbergrenk wo die Menschen verkosten kommen und uns Feedback geben über neue Sorten.
00:20:03: Also ich finde das Involvement mit Bier und mit dem Getränk dass ja der Jahrtausende alt ist ist großartig jede Form davon wenn sie es in der Badewanne brauchen Großartig.
00:20:14: Insgesamt gehen ja die Umsätze im Getränkehandel zurück Auch bei den nicht alkoholischen Getränken.
00:20:20: Ich nehme an das trifft Sie eben vor allem im Wasserbereich.
00:20:23: Vielleicht ist auch hier das Pfand ein bisschen ein Hemmschuh, Wasser in Flaschen zu kaufen.
00:20:28: oder erleben Sie das so nicht?
00:20:31: Wir haben jetzt den Getränkehandel per se ansprechen.
00:20:34: Haben wir einen Wachstum im Getränkgehandel, weil wir zum Beispiel auch einen neuen Partner für Österreich gewinnen konnten im Getrankehandeln.
00:20:41: Das ist Fevertree, dass es jetzt auch eine tolle alkoholfreie Marke ist und mit gutweise einem sehr erfolgreichen Partner haben ja auch den wir national vertreiben zwei neue Getränkehändler an Bord genommen haben und integriert haben in unserem System.
00:20:57: Also unser Getränkgehandel wächst tatsächlich, das ist eigentlich ein sehr freuliches Geschäft weil es uns natürlich Zugang für unsere Produkte fürs lauer Otterkringer zu vielen Astronomen gibt.
00:21:12: Die Absätze steigen bei Ihnen?
00:21:14: Das ist dann eigentlich entgegen dem Bundestrend, muss man sagen.
00:21:17: Bei dem Getränkehandel jetzt im Bereich Wasser ist es im Moment wie gesagt durch das Einwegpfand schon unter Druck aber durch die Sorten und auch unsere Deutschland-Expansion schaffen wir's doch immer wieder ein Wachstum hinzulegen.
00:21:32: Aber das Einweggpfand hat uns auch im alkoholfreien Bereich deutliche Einbußen gebracht.
00:21:38: Jetzt haben Sie ein Familienunternehmen übernommen.
00:21:41: Sie haben einmal in einem Interview erzählt, dass sie schon als Kind oft in der Brauerei waren.
00:21:47: Dennoch ist die Einstieg ins Unternehmen für sich überraschend gekommen – das haben Sie mehrfach schon gesagt!
00:21:54: Wie kann es sein, dass Sie das überrascht hat?
00:21:56: Naja man muss bedenken, dass das Unternehmen ja eigentlich der Familie meiner Mutter gehört hat Und hier mein Onkel und hauptbeteiligt war, die meisten Aktien hatte.
00:22:09: Und wie erst in den neunziger Jahren mit meinem Onkel sozusagen ein Management-Beyout gemacht hat – mein Vater!
00:22:16: Daher war das nie geplant, dass einer von uns ins Unternehmen kommt.
00:22:22: So bin ich eigentlich gekommen um meinen Vater auszuhelfen im Marketing.
00:22:26: Das war nur ein Kurzzeitjob, den ich eigentlich angenommen habe Und wollte eigentlich gleich wieder weggehen nach zwei Monaten.
00:22:35: Er hat gerade ein neues Produkt damals eingeführt und es gibt's nicht mehr leider, aber ich habe ihm dabei geholfen und weil seine Marketingerteilung sich aufgelöst hatte so bin ich dahinein gestolpert.
00:22:45: Habe mich aber so unglaublich interessiert, hab alle Akten durchgelesen.
00:22:48: Monate lang war ich in Akten drinnen und habe mich wirklich ganz tief hineingetaucht in die diversen Themen.
00:22:55: So bin ich dann irgendwie auch dort geblieben mit viel Freude und viel Engagement.
00:23:00: Ich
00:23:01: habe ein Standard-Interviews im Jahr zehntzehn ausgegraben.
00:23:05: Da haben Sie folgendes gesagt, ich bin viel in der Welt herum gekommen!
00:23:08: Ich war in Amerika und Südamerika.
00:23:12: In Restaurants auf einer Range habe ich gearbeitet.
00:23:15: Ich war Tellerwäscherin und habe einen Restaurant geführt.
00:23:18: Es war in der Schweiz wo ich studiert habe.
00:23:20: Ich habe mir viel angeschaut.
00:23:22: Zurück in Österreich bin ich Würstelstandlerin geworden.
00:23:26: War es davon, hat sie am besten auf ihr späteres Leben als Vorstandsvorsitzende und dann Aufsichtsratschefin vorbereitet?
00:23:34: Ich glaube zwei Dinge.
00:23:35: Einerseits viele Kulturen kennen zu lernen durch Südamerika, Amerika zu reisen England die Schweiz.
00:23:42: also ich habe wirklich viele viele kulturen sehen dürfen Hawaii zuletzt Singapur war ich Und diese Diversität zu verstehen, Toleranz zu lernen.
00:23:52: Das ist in einem Familienunternehmen sehr wichtig weil du hast verschiedene Familienpersönlichkeiten und so akzeptierender gibt es einfach Unterschiede und auch wenn sie anders denken das ist in Ordnung.
00:24:00: Ich glaube da war das eine oder das zweite was sicherlich das Unternehmerische über den Würschelstand kennenzulernen.
00:24:06: Kommt
00:24:06: man auf die Ideen einen Würchelstand zu erwischnen?
00:24:08: Ich habe tatsächlich keine Arbeit gefunden.
00:24:10: niemand wollte mich haben nach Amerika in der Gastronomie oder Hotellerie.
00:24:14: Ich habe einige Lebensläufe ausgeschickt, aber niemand hat mich nehmen wollen.
00:24:17: und dann hat mir ein Kollege von der Brauerei gesagt da gibt es jetzt einen Würstelstandler-Event.
00:24:21: Da kannst du einen Stand haben am Rathausplatz und mach doch
00:24:24: damit.".
00:24:25: Und dann hab ich gesagt ja weil ich habe jetzt eh keinen Job gefunden, jetzt mache das einfach und habe mich so selbstständig gemacht, habe ein Unternehmen gekröntet und habe das dann als Einzelkauffrau sozusagen geführt und habe wirklich ganz... wirklich ganz simpel angefangen.
00:24:38: Und wo
00:24:38: war der Würstelstand?
00:24:39: Am Rathausplatz, beim Filmfestival und dann in Schombrunn vor am Schluss Schombunnen.
00:24:46: Und viele Jahre, ich glaube dreißig Jahre habe ich diesen Stand betrieben mit einer Freundin zusammen und ja sehr erfolgreich und hab das was ich dort verdient habe in eine Kunstsamlung investiert eigentlich.
00:24:57: Das hat mich dann sehr motiviert.
00:24:59: Was sammelt ihr denn?
00:25:00: Weil ich zeitgenössische
00:25:01: Kunst interessiert habe.
00:25:03: Und heute sammel ich nicht mehr, aber ich gehe sehr gerne in Ausstellungen und schaue wirklich gerne einfach Zeitgenöse-Künstler an um zu sehen wer hat die neue Idee in der Kunst.
00:25:14: Haben Sie sich vielleicht auch sehr bewusst ausprobiert in unterschiedlichen Konstellationen weil sie irgendwie geahnt haben dass da was auf sie zukommt?
00:25:24: Nein, aber ich gestehe das wie ich sechzehn war.
00:25:26: Ich hab den Traum gehabt dass ich einmal ganz viele Menschen führen werde und ich habe immer diese Zahl ca.
00:25:31: tausend in Kopf gehabt.
00:25:34: Und es ist dann irgendwie wieder verschwunden weil ich mir dachte ah ja gut also das ist dieser Traum denn du hast aber schauen wir mal und ich meine Beseelung war einen schönen tollen Arbeitsplatz den Menschen zu geben.
00:25:44: Also dass die wirklich glücklich sind bei der Arbeit und ein glückliches Leben da haben in einer Arbeit.
00:25:51: Und das hat mich irgendwie beseelt und ich habe mir gedacht, dass wird über die Hotellerie passieren.
00:25:55: Also ich habe überhaupt nicht daran gedacht, was das in unserem eigenen Unternehmen passieren könnte.
00:26:00: Ist es aber dann irgendwie...
00:26:02: Wie führt man deinen Familienunternehmen?
00:26:05: Ich glaube einerseits indem man es vorlebt wie eine gewisse Bescheidenheit Demut.
00:26:12: Eine sozusagen, dass man hier etwas bekommt, das man weiterführt für die nächste Generation.
00:26:18: dieses Verständnis zu entwickeln, glaube ich ist sehr wichtig Mit viel Achtsangpertoleranz, viel Geduld.
00:26:23: Viel zuhören können den Familienmitgliedern mit ihren Anlegen.
00:26:26: das ist die eine Seite
00:26:28: und
00:26:29: die Familie als Team zu behalten weil es immer nicht immer einfach ist natürlich und manche mehr dabei sein wollen andere weniger.
00:26:38: und wie schaffst du da dass alle sich gleich informiert sind gleich behandelt fühlen?
00:26:42: Das ist die Kunst.
00:26:43: die eine Kunst.
00:26:45: Und das Zweite ist im Unternehmen eine Kultur zu schaffen, dass die Menschen ihm genau das was mein Traum war einen Arbeitsplatz haben den sie gern haben.
00:26:52: und ich glaube heute sagen zu können dass wir ganz viele Menschen bei uns haben.
00:26:55: Die wirklich gerne da arbeiten und wirklich gerne für die Kunden da sind und den Kunden lieben und ihre Produkte lieben uns die gerne den zu den Kunden bringen in allen drei unserer Unternehmen.
00:27:07: und das macht mich schon sehr stolz.
00:27:09: Jetzt, als ich meinen Onkel erwähnt, es gab auf Wienerisch einen Mega-Wickel in ihrer Familie.
00:27:16: Als ihr Onkel über sein Aktienpaket die bereits erwähnte Brauunion an Bord holte.
00:27:23: Sie haben das dann unternehmerisch bereinigt und die Anteile wurden wieder zurückgekauft.
00:27:27: aber wie legt man so einen Streit bei der Familie?
00:27:34: Das war dann eigentlich im Endeffekt für alle das Richtige.
00:27:38: Also mein Onkel hat eigentlich eher das Richtig für alle gemacht, weil wir haben die Industrien übernommen, er hatte Immobilien übernomen mit seiner Familie
00:27:45: und
00:27:46: eigentlich war der Weg so dann im Endefekt gut.
00:27:50: Heute bin ich bestens mit meinem Onkel.
00:27:52: Ich treffe ihn also auch in zweiundneunzig und ich treffe ihm immer wieder und wir plaudern über alte Zeiten und ich glaube man muss ein Stück die Vergangenheit auch hinten lassen und nach vorne schauen.
00:28:03: Und in Familien hast du halt Strittigkeiten, aber ich bin und wir sind nicht nachtragend.
00:28:09: Das hilft oder?
00:28:10: Und das hilft glaube ich sehr!
00:28:12: Und mein Vater der ja ein Flüchtling ist aus Ungarn die Aristokraten waren hat immer gesagt ein Grafist nur drei Jahre, wir sind Grafen sie ist noch maximal drei Jahre beleidigt und ich finde dass es auch eine gute Einstellung.
00:28:25: er hat auch immer gesagt weißt du every problem is an opportunity Jedes Problem ist eine Chance.
00:28:30: Und so war das dann eigentlich auch, ja?
00:28:32: Es ist zwar momentan ein Problem gewesen aber ich glaube es ist heute eine Chance weil wir sind nun in diesen Unternehmen als Familie sehr verankert und mein Onkel und seine Familie sind sehr veranchert in ihren Immobiliengeschäften und ich glaube dass es gut so wie es ist.
00:28:49: Aber ihr Interesse dafür wie gutes Management gehen sollte rührt dann nicht aus dieser Zeit, sondern eigentlich schon als Teenager wenn ich sie richtig verstanden habe.
00:28:59: Weil ich hab mir gedacht, wenn es so einen Streit in der Familie gibt, kann ich verstehen warum die Frau Wenkheim gesagt hat Ich interessiere mich total dafür wie man ein Unternehmen gut führt und ich mach da auch noch eine extra Ausbildung
00:29:13: usw.,
00:29:13: aber offensichtlich war das etwas was Sie schon früher wollten oder?
00:29:17: Ja ja,
00:29:17: das war schon etwas was ich...
00:29:19: Warum?
00:29:20: Wie kommt man auf sowas?
00:29:21: Wie
00:29:22: ich?
00:29:22: vierzehn war schon Kanarienvogel gezüchtet.
00:29:25: Ich hatte siebzehn kanarien Vogel am Ehrein meinem Ding und hatte die Faszination, wie schafft man ein Kanarientvogeltiemen?
00:29:35: Also es hat mich immer schon fasziniert!
00:29:37: dann war ich Gautscher in einer Farm, in Argentinien und mich hat das fasziniert wie man eine Gruppe, eine Herde irgendwie führt mit einem Pferd.
00:29:45: Also das war für mich faszinerend!
00:29:47: Und so glaube ich ist es halt immer stärker gekommen dass ich mich interessiert habe Wie kann man Gruppen gut managen?
00:29:54: Ich hab dann eben für Gruppen weil Menschen sich nochmal eine andere Dimension natürlich und habe sehr viele Ausbildungen in dem Bereich gemacht über Gruppendynamik sehr viel gelernt Supervisionsausbildung, Coaching-Ausbildung gemacht.
00:30:07: Das ist glaube ich auch extrem wichtig wenn du in einem Familienunternehmen bist weil du eben lernen musst die Dinge nicht persönlich zu nehmen sondern besser zu verstehen woher die Dynamiken kommen und es nicht auf dich zu beziehen sondern zu schauen was muss sich da jetzt im System besser machen damit das Ganze besser funktioniert.
00:30:26: Das war immer mein Bestreben Es gut für alle zu machen.
00:30:31: gelingen tut seinem eh nicht immer aber Das ist sozusagen meine persönliche Mission.
00:30:36: Und an dem habe ich ja sehr gearbeitet.
00:30:38: erstens mal als Mensch an mir selber, das ist glaube ich extrem wichtig.
00:30:42: ohne den geht ja gar nicht dass du ein guter Lieder bist wenn du dich selbst nicht genug hänst oder deine Stärkenschwächen vielleicht ein bisschen abrunden lernst.
00:30:54: Jetzt haben sie erzählt, ihr Vater kommt ja aus Ungarn.
00:30:57: Die Familie hat auch Immobilien nach wie vor in Ungarn und es gibt nicht auch eine Brauerei in Ungern.
00:31:05: Wie war das eigentlich als der eisende Vorhang viel?
00:31:09: Dann hat das für ihre Familie wahrscheinlich einen großen Unterschied gemacht oder Sie konnten restituieren.
00:31:15: ist das richtig?
00:31:17: Und wie haben Sie diese Zeit damals erlebt?
00:31:19: Haben sie das bewusst miterlebt?
00:31:21: und wie war das dann auch unter Viktor Orban.
00:31:23: Da gab es ja immer wieder Phasen, wo man nicht so freundlich war gegenüber österreichischen Investments.
00:31:30: Können Sie da ein bisschen was erzählen?
00:31:32: Also das hat mit der Eiserne vorangefallen ist, hat vor allen Dingen ... also mein Vater, der schon dass man in seiner Jugend alles verloren hat.
00:31:46: Der musste auf einem Pferdewagen über Nacht plötzlich verschwinden, weil er Sorge hatte, dass die Russen kommen und seine Familie umbringen.
00:31:54: Also durchaus wirklich ein traumatisierendes Erlebnis.
00:31:56: Und er hat sehr viel Glück gehabt, dass in Österreich viele Freunde gefunden haben und ihn auch großgezogen haben teilweise.
00:32:03: Mein Bruder hat das eigentlich das Heft an übernommen wie der Vorhang gefallen ist und hat gesagt nein also der möchte sich engagieren und möchte das Ding sozusagen diese Restitutionsarbeit machen.
00:32:14: Und er hat sich wirklich reingetigert, unglaublich.
00:32:17: Er spricht perfekt ungarisch heute und liebt dieses Land unglaublich und hat dort auch Land zurückbekommen für die Familie und hat sich unglaublich engagiert.
00:32:29: also wir haben da wieder Landwirtschaft aber keine Schlösser mehr weil das ja sowieso nur eine Belastung fährt.
00:32:36: Und eine Landwirtschaft haben wir teilweise zurückgegangen, mein Bruder ist viel unten.
00:32:40: Wir hatten eine Brauerei, die haben wir aber vor zehn Jahren circa verkauft an ungarische Eigentümer.
00:32:45: Das war dann notwendig weil die Österreicher anders besteuert wurden von der Biersteuer her als sozusagen ein Lokaler und dadurch konnte er relativ schnell eine profitable Brauerei führen.
00:32:56: das war uns nicht möglich weil wir in der Gruppe sozusagen ein österreichisches Konsortium waren Und damals haben wir uns dazu entschieden, eben auch das zu machen.
00:33:06: Das war ein schmerzvoller Schritt natürlich für meinen Vater der noch einmal ein zweites Mal dann sozusagen einen Eigentum verlieren.
00:33:12: also für ihn was halt trotzdem ein Verlust ja aber ich glaube es ist dann auch im Endeffekt gut gewesen.
00:33:19: Warum
00:33:19: musst du dir vater flüchten weil er Adelig war oder?
00:33:22: Ja weil sie alle Adeligen auch umgebracht haben wie die Russene über die Grenze gekommen sind und die Familie Sorge hatte dass sie nicht überleben werden.
00:33:32: Jetzt gibt es noch ein weiteres sicherlich auch schwieriges Kapitel für ihre Familie, nämlich die Aufarbeitung der eigenen Brauerei-Geschichte.
00:33:40: Es gab ein eigenes Historiker Gutachten, dass die familiäre Mutter, die Familie Hammer, die jüdische Gründerfamilie Kufner – ich glaube da ist die Kufnersternwarte nach dieser Familie benannt im Sechzehnbezirk – so fair wie nur irgend möglich entschädigt worden in der Nazi-Zeit.
00:34:02: Also man hat das zwar sozusagen quasi übernommen, hat die aber gut behandelt.
00:34:07: Wie haben Sie diese Aufarbeitung erlebt und wie war das eine Erleichterung dass Ihre Vorfahren keine bösen Nazis waren?
00:34:17: Also ganz grundsätzlich ist die ganze Sache natürlich schon eine große... also für mich persönlich eine große Belastung gewesen.
00:34:24: Ich bin dankbar, dass mein Onkel diese Aufarbeitung mit dem Oliver Rathkolb gemeinsam gemacht hat.
00:34:31: Die war sehr wichtig für die Familie.
00:34:33: auch dieses ganze Restitutionspapier, der gemeinsame Vertrag, der gemacht wurde in den fünftiger Jahren um das ordentlich abzuwickeln ist glaube ich schon eine Seltenheit in der österreichischen Industrie gewesen muss man auch klar sagen.
00:34:50: also das hat meinen Großvater glaube ich sehr ordentlich gemacht.
00:34:54: In den Neunzen, also zwei Tausend Neunzehn habe ich noch einmal eine Aufarbeitung selber gemacht weil ich einfach die Mitarbeiter, die hier zu Schaden gekommen sind ins Auge betrachten wollte und habe dort zwei Jahre recherchiert gemeinsam mit einer Mitarbeiterin um diese Menschen zumindest wieder ausfindig zu machen.
00:35:15: Wir haben deren Familien leider nicht gefunden aber wir haben diese Menschen gefunden und wir haben ein Denkmal für diese Menschen in der Brauerei gesetzt Die natürlich, es waren um die vierzig jüdische Mitarbeiter-Mitarbeiterinnen.
00:35:27: Und im Jahr zwei Tausend neunzehn haben wir es auch geschafft einen der Nachfahren von den Kufners nach Wien zu holen, um auch sozusagen teilzuhaben und wir haben auch für sie ein Denkmal gesetzt.
00:35:37: also wir haben für die Mitarbeiter und für die Familie Kufner im Herzen der Brauere ein Denkmal gesetzen.
00:35:42: das war mir ein wirklich wichtiges Anlegen dort noch einmal hinzuschauen und auch zu sagen nie wieder.
00:35:48: so eine Situation wollen wir einfach als Menschen nicht mehr erleben.
00:35:54: Jetzt hat aber offensichtlich ihre Familie sich da ein bisschen leichter getan, diese Zeit aufzuarbeiten als viele andere österreichische Familien?
00:36:07: Worauf führen Sie das zurück?
00:36:09: Sicher darauf, dass mein Großvater aus allem was ich recherchiert habe eine ordentliche Abwicklung gemacht hat nach dem Krieg.
00:36:16: Ich glaube das ist entscheidend gewesen, Die Entscheidung getroffen hat aber auch, dass das wieder gut gemacht hat.
00:36:27: Noch in seinem Leben, in seinem eigenen.
00:36:29: Haben
00:36:29: Sie mit ihm darüber gesprochen?
00:36:32: Weil ich sechs Jahre alt war wie er gestorben ist und meine Mutter erzählt da ganz wenig darüber und es war sehr verschlossen darüber zu sprechen.
00:36:44: trotzdem Aber ich denke das ist der eine Teil warum das gut ist und ich glaube weil wir Das auch ehrlich aufgearbeitet haben.
00:36:53: wir jetzt auch, und ich halte das für wichtig.
00:36:57: Dem ins Auge zu schauen und zu sagen, dass war nicht in Ordnung.
00:37:00: Und da ist Unrecht passiert, da ist Mitarbeiterin unrecht passiert... ...und ich denke, das ist ein Teil von Kulturarbeiter.
00:37:10: fährt zu sein, ordentlich anständig zu sein.
00:37:13: Was ist mit diesen jüdischen Mitarbeitern passiert?
00:37:16: Waren die Zwangsarbeiter oder sind sie deportiert worden?
00:37:20: Wir haben jeden einzelnen recherchiert und das Schicksal jedes Einzelnen auf dieser Plakette festgehalten.
00:37:26: Teilweise natürlich.
00:37:27: Und Zwangssarbeiter waren eher Polen und Italiener und gar nicht unbedingt jüdische Menschen.
00:37:35: also es war noch diverse Kulturen auch hier an der Arbeit.
00:37:39: Also,
00:37:41: jetzt kommen wir in die Jetztzeit.
00:37:44: Ich glaube Sie haben nach Ihrer Vorstandszeit ein Change Management Studium angehängt.
00:37:49: ist das richtig?
00:37:50: Einen Master gemacht darin und sie haben einmal gesagt, hätten Sie gelernt wie man Menschen
00:37:57: mitnimmt
00:37:58: wenn man etwas verändert weil man etwas neu macht.
00:38:01: Wie macht man denn das?
00:38:02: Wie nimmt man Menschen?
00:38:04: Ich glaube, also was ich habe ja in Fontainebleau, also in Inseert diesen Master gemacht und das war eigentlich ein Organisationspsychologie-Studium.
00:38:14: Also wie funktionieren Organisationen?
00:38:16: Und was du dort gelernt hast ist einfach, wie funktionierst du einmal?
00:38:20: Wie geht dein eigener Change Prozess dann, wie geht es in einer kleineren Gruppe und dann wie in einer größeren Organisation?
00:38:27: Es fängt immer damit an dass du mal bei dir selber anfangst!
00:38:32: Wie ist deine Vorbildwirkung als Leader?
00:38:34: Wie trittst du gegenüber den Menschen, an dem Menschen gegenüber.
00:38:39: Wie wertschätzend bist Du und was gibst Du in die Welt?
00:38:42: Also ich glaube das ist einmal da das Erste, was wesentlich ist.
00:38:45: Und dann das zweite ist wirklich zuhören zu lernen.
00:38:48: Menschen zuhörn zu lernen!
00:38:50: Ich glaub dass es eine ganz wesentliche Qualifikation und viele Stimmen zu hören.
00:38:55: Und die zuzulassen, ohne gleich emotional zu werden sondern noch mal zu hören, was haben die Menschen da eigentlich zu diesem Thema?
00:39:04: Wir nennen das Fair Process.
00:39:06: Das heißt der faire Prozess dass alle sozusagen ihre Stimmen gehört werden.
00:39:10: Das ist denke ich etwas was entscheidend ist weil aus dem heraus kommen dann sozusagen die Menschen treten die Menschen hervor die das Problem weiter bearbeiten wollen also die sich wirklich engagieren wollen für ein Thema Und das hört man dann heraus und dann nimmt man die Gruppe anders mit, weil sie konnten mitdenken.
00:39:30: Ich glaube, dass ist ganz entscheidend.
00:39:31: Und wen muss man sich mehr kümmern?
00:39:32: Wenn man etwas verändert, dann ist es ja meistens so, es entstehen zwei Gruppen von Menschen – die einen, die da mitmachen und mitziehen und sagen, das ist super!
00:39:40: Da will ich irgendwie dabei sein und die anderen, die sich eher bassiv verhalten und versuchen irgendwie das Unangenehmste zu verhindern.
00:39:47: Um wen muss Man sich mehr
00:39:48: kümmern?!
00:39:50: Also ich glaube... Die Energie von den Menschen, die mit tun ist einmal ganz wesentlich um die anderen zu reißen.
00:39:58: Und dann muss man natürlich auch schauen wie geht man damit um wenn jemand nicht mitten will?
00:40:03: und da denke ich mir immer was ist der Grund oder was ist die Stimme dagegen?
00:40:09: Vielleicht haben sie einen Punkt vielleicht kann man ja dort nochmal hinhören warum sie finden, dass das jetzt nicht gut ist.
00:40:15: Und da bin ich sehr achtsam, dass ich mir das sehr wohl auch anhöre.
00:40:19: wenn jemand sozusagen dagegen spricht genau den vielleicht einzuladen zu sagen Auch in der Gruppe der Befürworter zu sagen hören wir doch mal seine Stimme.
00:40:27: Ich glaube das macht es wertvoll und wenn's dann irgendwann gar nicht mehr geht, dann ist sowieso eine Entscheidung von entweder der Gruppel die es vorwärts treiben will oder dem Menschen selber der gar nichts mitmachen will.
00:40:40: Das
00:40:42: wäre nämlich meine nächste Frage.
00:40:44: Also wie weit kann man gehen in Sachen auch Mitarbeiter mit Bestimmung?
00:40:48: Bis wohin geht man da, wo ist die Grenze?
00:40:51: Dass man sagt ja okay ich habe jetzt alles gehört aber jetzt machen wir es trotzdem so wie ich will.
00:40:56: Ja ich glaube das ist eben entscheidend dass... also für mich ist es immer sehr wichtig dass die Leute das Gefühl haben sie werden gemeinschaftlich entschieden.
00:41:05: Jetzt kannst du das natürlich nicht in allen Belangen des Lebens machen, das ist schon klar.
00:41:08: Aber zumindest auch wenn es kleinere Gruppen sind manchmal muss ich nicht immer diese riesigen Gruppen, da kommst du noch nie zu einer Entscheidung aber in kleineren Gruppen so sagen wie machen wir sie jetzt?
00:41:19: Also ich lebe ja zum Beispiel auch in einer Aufsichtsratgruppe und hier gibt's durchaus diverse Meinungen und das ist aber so unglaublich.
00:41:26: Ich finde das wahnsinnig bereichernd!
00:41:28: Und man findet dann trotzdem einen Konsens trotz dem ein anderer Meinung ist Und das ist so spannend.
00:41:34: Wie schaffst du diesen Konsens auch mit divergierenden Meinungen?
00:41:38: Das ist eigentlich die Kunst, die hohe Kunst des Zuhörns, des Gefühles geben, dass du mitgemacht hast und trotzdem vielleicht anders entschieden hast.
00:41:47: Das ist glaube ich schon eine gewisse Begabung, dass zu schaffen.
00:41:52: Sie waren früher gegen Quoten für Frauen in Führungspositionen.
00:41:57: Da haben sie ihre Meinung geändert!
00:41:59: Warum?
00:42:01: Ich werde nie vergessen... Vortrag, wo es ging um die Quoten und drei Männer saßen am Podium.
00:42:07: Und haben diskutiert warum man die Quote nicht braucht?
00:42:10: Das hat mich damals wirklich richtig geflescht weil ich mir gedacht habe in Österreich wir sind noch nicht so weit Wir brauchen eine Quote Weil wir sonst nicht verstehen Es ist irgendwie schwierig es durchzusetzen weil ja und Die drei Männer haben sehr stark diese Freiwilligkeit kolportiert.
00:42:30: Ich bin dann aufgestanden hab gesagt Jetzt bin ich überzeugt, wir brauchen eine Quote nach diesem Podium hier wo nicht einmal eine Frau im Podium saß.
00:42:38: Also das ist schon interessant.
00:42:40: also da war aber euch schon ein starker Verfechter dann davon weil ich wirklich der Überzeugung bin dass in Österreich braucht es leider vielleicht den Skandinavischen Ländern nicht.
00:42:48: Wir sind aber noch nicht so weit.
00:42:49: glaube ich in Österreich Dass wir so eine Equality aus einer Gleichberechtigung so wirklich schaffen.
00:42:55: Wie schauts denn bei Ihnen einem Konzern aus?
00:42:58: Ja witzigerweise Das muss ich wirklich meinem Vater hoch anrechnen und auch seinem Geschäftspartner, der ja mit ihm die Geschäfte lange geführt hat.
00:43:06: Sie gemäß beide waren immer totale Verfechter von Frauen in der Führung.
00:43:11: Und wir haben wirklich seit Jahrzehnten Frauen in den Führungen und du merkst das ist einfach eine total gleichberechtigte...
00:43:18: Ist das fünftig?
00:43:20: Wir haben eine Vorstände in einem Vorstand.
00:43:24: Wir haben in einer Geschäftsführung Frauen Und das ist, finde ich wirklich total wichtig.
00:43:29: Es heißt ja immer wenn Frauen gefragt werden dann sagen sie viel zu oft nein weil sie viel so oft bedenken alles mögliche und dann schlüpft diese Chance weg.
00:43:38: was brauchen denn Frauen wenn man sich in einem Unternehmen für eine höhere Position motivieren möchte?
00:43:44: Also unsere Finanzchefin die jetzt seit doch einigen Jahren jetzt schon Finanzchefin ist und auch tatsächlich nicht Finanzchefin werden wollte, weil sie genau diese Bedenken hatte.
00:43:57: Hat jetzt so viel Freude mit dieser Aufgabe, so unglaublich viele Freude, weil sich soviel mitgestalten kann an den Gestalt darin ist.
00:44:05: Aber es war wirklich harte Überzeugungsarbeit und ich glaube was Sie schon... Warum Sie es dann letztendlich gemacht haben?
00:44:10: Was Sie verstanden hat das sind die Kultur, die sozusagen auch stark von der Familie jetzt mit einer neuen Kultur nächste Generation andere Kultur mehr Augenhöhe in in der Familienunternehmen.
00:44:24: Und das wurde sie dann wirklich mitgestalten und ich glaube, dass war der Ausschlaggebende.
00:44:28: Das ist ein Kulturthema.
00:44:30: Wenn die Frauen das Gefühl haben, sie können in dieser Kultur aufleben und da mit gestalten, dann glaube ich funktioniert es so was bei uns zumindest.
00:44:39: Unsere Familienministerin hat den Frauen vor kurzem geraten Sie sollten beim Kinderkrieg nicht zu viel nachdenken sondern mehr auf ihr Gespür vertrauen.
00:44:49: Was haben Sie sich gedacht, als Sie das gehört haben?
00:44:52: Ich bin ein großer Verfechter, dass wir Kinder brauchen in der Welt.
00:44:56: Warum?
00:44:56: Weil da sind die Biertrinker von morgen recht egoistisch und daher denke ich über solche Statements ehrlich gesagt wenig nach.
00:45:06: Man arrangiert sich irgendwie, man macht das, man managet das.
00:45:10: Alle Frauen, die wir in Topf-Positionen haben, haben auch Kinder und wir haben das alle gemeinschaftlich gut gemanagt.
00:45:17: trotzdem meine Vorstandsrolle gut machen können.
00:45:20: Ich habe einfach meine Verantwortung für eine Zeit abgegeben an andere, die sich dann ausprobieren konnten in der Rolle, die jetzt Geschäftsführer geworden sind.
00:45:29: also ich finde das ist auch eine unglaubliche Chance vielleicht Menschen wenn man jetzt in Karrenz geht Menschen einen Platz zu geben dass die mal die Rolle ausprobiert werden können die mögliche potenzielle Nachfolger sind.
00:45:41: Ist das Kindergarten-Platzthema?
00:45:43: Ist es in Wien nicht so ein starkes gewesen, weil das ist ja auch oft ein Problem.
00:45:49: Das stimmt ja!
00:45:49: Das war schon durchaus ein Thema, wir waren auf einer Warteliste relativ lang und weil wir halt einen ganz bestimmten Kindergärten wollten, dass ist natürlich dann auch wieder schwierig.
00:46:00: aber ich habe zum Glück sehr viel Hilfe meiner Mutter gehabt auch und ich hab mir selber sehr viel Hilfe zugelegt mit Nenny usw.. Das ist natürlich in meiner Position.
00:46:11: Wie
00:46:11: war die Rolle ihres Mannes?
00:46:13: Der war Unternehmer vor allem, aber er war auch ein sehr liebender Vater muss ich sagen.
00:46:20: Viele Unternehmer klagen ja sie bekämen keine guten Mitarbeiter mehr.
00:46:24: wie ist denn das bei Otterkringer?
00:46:26: Nein das kann ich so nicht bestätigen.
00:46:28: Ich finde wir kriegen tolle Leute.
00:46:31: Wir haben sicher einen Vorteil dass wir im urbanen Zentrum sind.
00:46:36: Das hilft sicher, aber ich glaube die Leute – also ich mich rufen immer wieder Leute an und sagen du wir hören dass es bei euch so ein kulturell einfach eine gute Stimmung gibt.
00:46:46: Dass wir eben Bier trinken nach der Arbeit zusammen
00:46:48: usw.,
00:46:49: das macht ja was aus!
00:46:50: Dass wir Feste feiern, aber dass wir auch zusammen sozusagen Leistung bringen können.
00:46:54: Also wir freuen uns schon immer, dass wir wirklich tolle Leute finden.
00:46:59: Ich kann das so nicht bestellen.
00:47:00: Es gibt natürlich Fachkräftemangel richtig Aber sonst finden wir wirklich tolle auch junge Leute.
00:47:06: Das
00:47:07: wollte ich Sie nämlich fragen, was tun sie denn um junge Menschen in ihrem Unternehmen zu fördern?
00:47:12: Also wir haben ganz viele Ausbildungsprogramme die wir anbieten unseren Leuten.
00:47:18: Wir machen auch Führungskräfteentwicklungen also wenn du in die Führungs-Ebene kommst kriegst auch ein eigenes Entwicklungsprogramm dazu.
00:47:25: Wir machen auch Mitarbeitergespräche, wo wir auch sagen, wo sind deine Entwicklungspotenziale?
00:47:30: und machen im Einzelgespräch sozusagen.
00:47:32: Wo kannst du oder wo solltest du noch hinschauen?
00:47:35: Oder was sind die nächsten Schritte, dass du vielleicht einmal eine Geschäftsführung ins Auge fassen kannst?
00:47:40: Also schauen uns die Jungen schon an die Potenzial haben und fördern sie hin.
00:47:45: Eigentlich sind fast alle unserer Geschäftshörer bis auf einen einzigen aus dem Unternehmen entstanden, die nicht in der Geschäftsführung waren sondern die sich aus Führungspositionen zu Geschäftsführen entwickelt haben.
00:47:59: Also wir versuchen wirklich stark die Menschen aus dem Unternehmern zu fördern und das gelingt uns sehr
00:48:04: gut.
00:48:04: Wie divers sind Sie denn eigentlich?
00:48:06: Wir sind divers in der Führungen.
00:48:09: Wir haben ungefähr vierzig Prozent Frauen in der Top-Führungsebene.
00:48:13: Ich sage jetzt mal auch im Vorstand haben wir eine Frau einen Mann international.
00:48:18: Wir haben sehr viele Kulturen natürlich auch bei uns, Gruaten, diverseste Menschen aus allen Weltäcken.
00:48:26: also das ist glaube ich schon noch eine wichtige, wichtiges Asset dass es verschiedene Kulturengibt.
00:48:33: Auch sehr viele sage jetzt mal Niederösterreicher, Tiroler Salzburger als auch aus Österreich verschiedene Kulturen.
00:48:40: Jetzt habe Wir fühlen seit Jahrzehnten eine Bildungsdiskussion in Österreich und das heißt, um die jungen Menschen sind, kommen immer schlechter ausgebildet als der Schule.
00:48:49: Es gibt auch eben diverse Untersuchungen, PISA-Studien, die das belegen.
00:48:54: Und manchmal stellt sich, speziell auch oft bei Kindern und Jugendlichen aus eher Bildungsfernenschichten am Ende einer Schulzeit heraus.
00:49:04: Die können gar nicht richtig gelesen oder schreiben oder auch rechnen.
00:49:09: Kriegt so jemand eine Chance beinahe im Haus?
00:49:11: Oder muss ich schon einen gewissen Standard an Bildung haben damit ich überhaupt aufgenommen werde bei Otterkringer?
00:49:18: Also wir nehmen sicherlich... also so genau kann ich Ihnen das nicht beantworten.
00:49:23: Aber was wir schon durchaus machen, wir haben ja sehr viele handwerkliche Arbeiten und natürlich musst du zumindest etwas lesen können.
00:49:31: Also das wäre schon wichtig weil natürlich Vorschriften manchmal schriftlich kommen oder Wahnsignale schriftliche dastehen damit du nicht in eine Maschine hineingerätzt.
00:49:40: aber grundsätzlich wenn du einen sozusagen eine händische Arbeit machen kannst dann kannst du durchaus auch bei uns einen Arbeit finden.
00:49:50: Was ist Ihnen denn wichtig, wenn sich jemand beinem bewirbt?
00:49:53: Worauf schauen Sie da?
00:49:55: Dass die Menschen wirklich zu uns kommen wollen.
00:49:58: Dass eine gewisse Passion da ist und vor allen Dingen aber auch eine Passion für das was sie vorher gemacht haben oder dass sie irgendeine Leidenschaft haben für das, was sie beruflich machen wollen.
00:50:09: Ich glaube es ist wirklich wichtig, dass sie kulturell dazu passen oder vielleicht gerade ein bisschen ein Störer sind, damit man die Kultur auch ein bisschen belebt.
00:50:21: Das glaube ich ist sehr wichtig, dass man unterschiedliche Persönlichkeitstypen findet, die sozusagen das Team aufmischen und positiver aufmischen.
00:50:32: Ich glaube es ist sehr, sehr wichtig und Menschen, leisten wollen und mit tun wollen.
00:50:39: Und sozusagen ein Potenzial haben, auch vielleicht einmal eine Führungsrolle einzunehmen.
00:50:44: Das wird man nicht in jeder Position schaffen aber grundsätzlich die Möglichkeit soll es geben.
00:50:50: Jetzt haben sie selbst Kinder ihre Geschwister haben auch Kinder.
00:50:53: ist das schon fix wer aus der nächsten Generation die Otterkringer Getränke AG führen wird?
00:51:00: Also es ist so dass wir ja schon zwei Kinder in Aufsichtsräten haben eine junge Dame, die um die Dreißig ist und um die Vierzichtschuldigung ist.
00:51:11: Und die bei uns im Familienaufsichtsrat sitzt.
00:51:14: Einer meiner Neffen der zweiunddreirnzwanzig ist.
00:51:17: Der sitzt auch in einem Aufsichtsrad einer unserer Familien Holding.
00:51:22: Ich finde das es ein gutes Langsames heranführen an die anderen Unternehmen über den Aufsicherheit ein bisschen kennen zu lernen einen Interesse zu erwecken.
00:51:32: Und damit haben wir schon gestartet.
00:51:33: und dann haben wir eine zweite Ebene, wo wir eben immer wieder Veranstaltungen machen.
00:51:37: Zum Beispiel mit Frau Prof.
00:51:39: Kahls haben wir ein Jugend-Event gemacht, in dem wir sozusagen ihnen erklärt haben was ist ein Vorstand?
00:51:43: Was ist ein Aufsichtsrat?
00:51:45: Wie funktioniert ein Familienunternehmen Schulungen machen?
00:51:49: Und der dritte Baustand ist – Wir laden unsere Jungen auch in die Hauptversammlung ein!
00:51:53: Damit Sie hören, auch vom Vorstand will auf unser Geschäft.
00:51:56: Was machen wir?
00:51:57: Was sind unsere Emotionen?
00:51:59: Welche Wege gehen wir?
00:52:00: Wohin geht die Reise das Strategie unseres Unternehmens... Also da müssen
00:52:04: sie sich auch an die Maschine stellen, müssen sie auch wissen oder an den Kesseln, müssen Sie auch wissen wie man Bier braut?
00:52:10: Also wie man ein Bier braute haben wir noch kein Interesse gehabt.
00:52:13: aber wir haben schon einige unserer Jungen bei uns gehabt einer in der Weltabteilung.
00:52:17: mein Sohn war in der Event-Abteilung Und mein Neffe ist zwei Wochen durch die Maschinenbereiche gelaufen, also durch die Produktionsbereiche.
00:52:26: Einer hat einen Tag lang in der Produktion mitgearbeitet – ja das ist sehr wichtig und wenn Interesse besteht und der Wunsch ist nach einem Praktikum sind wir immer offen für die
00:52:36: Familie.".
00:52:36: Aber das heißt wer sozusagen sich herauskristallisiert als der Chef aller Schiffs?
00:52:41: Das ist noch nicht klar!
00:52:45: alle um die zwanzig sind, also um die dreirundzwanzig ist der älteste.
00:52:48: Also ich glaube es ist einfach ein Mitnehmen-Studienprozess, also sie studieren gerade.
00:52:53: Ich glaube jetzt muss man noch ein bisschen abwarten.
00:52:55: Okay was passiert denn?
00:52:58: Was werden Sie tun wenn Sie abgehen aus dem Unternehmen?
00:53:02: Was würden Sie machen?
00:53:03: Ja ich habe schon begonnen nebenher mein Wissen an vor allen Dingen junge Frauen weiterzugeben in den Berufsleben stehen und mache Coaching und Supervision für junge Führungs... Persönlichkeiten.
00:53:16: Und das macht meine große Freude und das mache ich schon ein bisschen nebenbei, sofern es geht.
00:53:22: Ich glaube, dass werde ich vermehrt machen wenn ich dann einmal nicht mehr so aktiv bin.
00:53:26: Ich habe das Gefühl Sie arbeiten nur wie entspannen sie sich denn?
00:53:30: Ich mach sehr viel Sport und ich lese gerne Sammelkunst.
00:53:36: und ja wir haben ein kleines Schrebergartenhaus und da chillen wir dann am Wasser im XXIII Bezirk
00:53:43: Schön.
00:53:44: Was raten Sie denn heute Ihrem Jüngeren ich?
00:53:48: Ja, macht das Vertrau auf dich selber würde ich sagen.
00:53:52: wahrscheinlich ist das Wichtigste und dass du das schaffen kannst was immer du dir vornimmst und hab Spaß dabei!
00:53:59: Vielen Dank Frau Wenke für das Gespräch.
00:54:01: Danke auch.
00:54:03: Wenn euch diese Folge gefallen hat und ihr unsere Arbeit unterstützen wollt, dann abonniert am besten den Standard.
00:54:10: Alle Infos dazu findet ihr auf Abo.derstandard.at.
00:54:15: Ihr könnt uns auch auf YouTube abonnieren und auf jeder Podcast-Plattform eurer Wahl.
00:54:21: Feedback und Vorschläge schickt bitte gerne an die E-Mail Adresse podcastadderstandart.at.
00:54:27: Diese Folge wurde produziert von Christoph Neuwirt und Tobias Holop.
00:54:32: Unser Podcastchef heißt Schold Wilhelm.
00:54:35: Mein Name ist Petra Stuber, vielen Dank fürs Zuhören und bis zum nächsten Mal!
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