Sacher-Chef Matthias Winkler: Moderner Luxus, Löwenbabies, Karl-Heinz Grasser

Shownotes

Das Sacher. Allein der Name – mit dem Artikel vorangestellt – ist eine Marke für sich.

Es klingt verheißungsvoll: Nach Sachertorte, Luxushotel, Spitzenrestaurant mit verschwiegenen Separees, jeder Menge Tradition. 150 Jahre alt ist das legendäre Wiener Hotel Sacher heuer. Und während das ein Anlass ist, die große Tradition zu betonen, blickt CEO Matthias Winkler lieber nach vorne.

In der neuen Folge des CEO-Podcasts spricht Petra Stuiber, stellvertretende Chefredakteurin des STANDARD, mit Winkler über die Zukunft des Luxustourismus. Und darüber, ob und wie ein Traditionshaus wie “Das Sacher” den Anspruch zwischen Exklusivität und Massen-Nachfrage balancieren kann.

Produktion: Tobias Holub; Head of Video and Podcast: Zsolt Wilhelm

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00:00:00: Das Sacher, allein der Name mit dem Artikel vorangestellt ist eine Marke für sich und klingt verheißungsvoll.

00:00:07: Nach Sachartorte nach Luxushotel nach Spitzenrestaurant und nach Plüsch und viel Tradition.

00:00:15: Hundertfünfzig Jahre alt wird das Wiener Hotelsacher heuer und dieser Anlass wird natürlich entsprechend begangen.

00:00:24: Währenddessen überlegt sich aber der CEO Dieses Familienbetriebs, Matthias Winkler schon wie die Zukunft des Hotelssacher ausschauen soll und nicht nur die Zukunft das Hotel sondern insgesamt.

00:00:37: Wie kann Luxus-Gastronomie, Luxushotellerie in Zukunft sein?

00:00:42: Was werden die Gäste wollen?

00:00:44: Wie sind die Ansprüche und wie viel davon kann man erfüllen?

00:00:48: Darüber habe ich mit Matthias Winckler gesprochen.

00:00:52: Ich bin Petra Stuber.

00:00:53: Das ist der CEO Podcast des Standard Matthias Winkler, herzlich willkommen im CEO-Podcast des Standard.

00:01:06: Bevor wir starten machen wir eine kleine Lockerungsübung einen Wordrap sozusagen.

00:01:13: ich stelle Ihnen zwölf Fragen die Sie bitte am besten ganz kurz beantworten.

00:01:18: Vielen Dank für der Einladung.

00:01:19: bin gespannt!

00:01:19: Sind sie bereit?

00:01:20: Wunderbar okay.

00:01:22: vier Tage Woche oder sieben Tage Woche?

00:01:26: Sieben Tage woche

00:01:27: Sport vor oder nach der Arbeit

00:01:30: Vorher?

00:01:31: Führen Sie Ihren Terminkalender selbst?

00:01:33: Ja.

00:01:34: Auf welche Eigenschaften achten sie bei Bewerbern am meisten?

00:01:39: Ob sie eine Idee und einen Anspruch ins Leben

00:01:41: haben.

00:01:42: Gibt es eine gute Art zu kündigen?

00:01:45: Ja

00:01:46: Was ist Ihr wichtigster Softskill?

00:01:49: Neugier!

00:01:51: Auf welches Networking-Event können Sie nicht verzichten?

00:01:55: Auf alle kann ich verzichten

00:01:57: Office, Homeoffice oder Hybrid?

00:02:00: Office.

00:02:01: Welche Eigenschaft hat sie an die Spitze gebracht?

00:02:04: Neige.

00:02:06: Gibt es eine Work-Live-Balance?

00:02:08: Ja.

00:02:09: Sollten Väter und Mütter gleich lange in Elternkarrenz gehen müssen?

00:02:14: Nicht müssen!

00:02:16: Ihr Tipp an junge Leute, die erfolgreich werden wollen?

00:02:20: Hört euch nicht Tipps von einem siebenundfünfzigjährigen alten Mann an.

00:02:24: Okay... Gut dann starten wir mit unserem etwas ausführlicher zu beantwortenden Fragen.

00:02:32: Herr Winkler, wie oft pro Woche essen Sie Sachertorte?

00:02:36: Originalsachertorte esse ich circa einmal in der Woche wenn ich in die Manufaktur fahre am Weg zum Flughafen quasi beruflich induziert als Qualitätskontrolle und esse immer noch gerne aber nie eine ganze Torte im normalen Paar Stück

00:02:53: Ein ganzes Tortenstück oder eine ganze

00:02:55: Sache?

00:02:56: Nein, nicht mal ein ganzes Tortenstuck.

00:02:58: Sondern nur ein paar Bissen!

00:03:00: Aber wie ist man sich denn richtig?

00:03:01: die Original-Sachertorte mit oder ohne Schlag?

00:03:04: Selbstverständlich mitschlagobers so gehört sie und das ist auch muss ich sagen das beste Geschmackserlebnis gesamt.

00:03:12: Es gibt ja Leute die behaupten die Sachartorte vom Thema sehr saftiger und schmeckt besser.

00:03:17: Was sagen Sie dazu?

00:03:19: Ich habe ungezählt aber wahrscheinlich Tausende Menschen getroffen, deren Mütter, Väter oder auch sie selber jeweils behaupten die beste Torte zu machen und ich glaube das allen tausend.

00:03:32: und dass ist auch nicht die Frage auf die wir uns selber stellen sondern unsere Torte sind eben die Original-Sachertorte Die allererste.

00:03:41: so hat sacher begonnen Und es gibt viele gute Torten, so wie es auch sehr viele gute Hotels gibt.

00:03:47: Aber halt nur ein Original und das haben wir hier und darauf sind wir stolz!

00:03:51: Das machen wir bis heute nach dem Originalrezept von abendzehn-dreißig und bis heute mit Hand.

00:03:57: Jetzt ist aber schon die Frage... gibt eben andere Sachertorten auch, die halt nicht die Original-Sachertorte sind.

00:04:05: Aber belebt die Konkurrenz in dem Fall das Geschäft oder ist es schon eher störend wenn sie ganz ehrlich sind?

00:04:11: Wenn

00:04:11: ich ganz ehrlich bin, bin ich der festen Überzeugung dass die vielen tausenden anderen Sachertoten das Original wichtiger gemacht haben.

00:04:19: also ich glaube die Sachertorte wäre nicht so berühmt wenn's nicht so oft kopiert worden wäre und da stärkt wiederum das Original weil Kopien gibts eben viele.

00:04:29: Aber das Original gibt es noch einmal und das gibt's halt bei uns.

00:04:33: Das Geschäft mit den Dorten ist jedenfalls offenbar ein Mega-Business, ich habe auf ihrer Homepage gelesen, dreihundertsechzig tausend Stück pro Jahr werden in Schwächer hergestellt und weltweit versandt von Hand wie sie betonen.

00:04:48: Jetzt frage ich mich... Was heißt das genau bei dreihundertsechzigtausend Stück?

00:04:52: Was wird da von Hand gemacht?

00:04:54: Ja, letztlich alles.

00:04:56: Es beginnt mit den Eiern die bei einer ganz gewissen Temperatur von Hand aufgeschlagen werden und all weiß und all gelb voneinander getrennt werden.

00:05:06: Das macht eine Dame, die sogar mal in Fernsehsendungen präsent war.

00:05:11: Und dann geht es weiter mit Teig.

00:05:13: Natürlich gibt's Rührmaschinen Die helfen Aber letztlich wird der gesamte Prozess mit Hand gemacht.

00:05:18: und jetzt kann man sagen, wie geht das wenn dreihundertsechzig tausend Stück im Jahr gemacht werden?

00:05:24: Das war ja auch schon eine Frage des ORF in einer Dokumentation.

00:05:28: Aber letztens sind sechzig Kolleginnen und Kollegen die das an fast dreihundertfünfundsechzig Tagen im Jahr mit großer Leidenschaft machen

00:05:38: Wie oft machen Sie diese, wie Sie gesagt haben, Qualitätskontrolle?

00:05:42: Dass sie immer wieder kosten.

00:05:43: Ob es stimmt oder nicht stimmt und warum muss man das überhaupt machen?

00:05:46: Also wir machen's täglich.

00:05:48: Warum?

00:05:49: Weil jedes Stück Mangelsmaschinen ja ein Unikat ist.

00:05:53: Ist die Kassur zu dick aufgetragen, zu dünn aufgetragend?

00:05:56: sind mehrere Menschen, die das klassieren Und deshalb müssen wir uns in Wahrheit jedes Stück anschauen.

00:06:01: Der Würfel, der originale Sacherwürfel hatten wir glaube ich letzte Woche war Das Gespräch einige waren schief.

00:06:08: Und jetzt war die Frage, darf ein Original auch ein bisschen schief in der Verpackung stehen?

00:06:14: Meine Überzeugung ist ja, weil es letztlich unterstreicht, dass das eben ein Unikat von handgefertigtes Produkt ist und deshalb müssen wir täglich immer wieder – und das haben ja auch genug Menschen Sichtkontakt dazu – schauen, ist das so wie unser Qualitätsanspruch und auch unser Qualitätversprechen für Kundinnen und Kunden

00:06:33: ist?".

00:06:34: Jetzt ist es ja so, dass das Geschäft mit den Torten auch vor Ort sehr gut funktioniert.

00:06:39: Wenn man sich überzeugen kann wenn man vorbei geht.

00:06:42: Sacher Schlangen von Touristen stehen stundenlang an.

00:06:46: Planen Sie hier in Zukunft noch eine Ausweitung der Verkaufszone oder überhaupt auch des Pistropereichs zum Beispiel?

00:06:54: Also für Wien nicht, für Salzburg nicht, Für Österreich nicht.

00:06:58: aber das was wir zum ersten Mal gemacht haben war nach Dresd zu schauen.

00:07:02: Dort gibt es einen sehr engagierten, fast Künstler würde ich sagen der sich in Sacha verliebt hat und dort mit uns als unser Franchisepartner ein Café betreibt.

00:07:15: Und dieses erste Mal auch über die Grenzen schauen ist für uns auch ein Test und eine Überlegung Ist Sache so mit Wien oder Österreich verbunden dass es nur in Wien- oder Österreich geht?

00:07:24: Oder ist das auch etwas womit wir über die grenzten gehen können?

00:07:28: Und wir haben zweitens...

00:07:29: Priester hat ja mal zu Österreich gehört

00:07:31: Genau, aber wir sind auch noch ein Stückchen weitergegangen.

00:07:34: Wir sind in Mailand in Kooperation mit Campari direkt vis-à-vis vom Dom.

00:07:38: Wir jetzt gerade in London in Kooperation mit dem Lensboro immer wieder temporär begrenzt an speziellen Standorten und das wollen wir die nächsten zwei drei Jahre noch machen.

00:07:49: Wollen lernen wie funktionieren wir?

00:07:51: Wie funktioniert Sache im Ausland können wir selbst brauchen wir Partner Und all diese Themen gibt es im Wesentlichen seit zwei Jahren und wohl noch zwei Jahre in Zukunft.

00:08:01: Mit so vier, fünf Jahren Erfahrung wollen wir dann die Entscheidung treffen.

00:08:05: gehen wir vielleicht auch mal ins Ausland mit unserer Torte, mit Cafés aber Hotels nicht angedacht.

00:08:11: Das heißt die Zukunftsperspektive sehen Sie in der Internationalisierung?

00:08:17: Ich glaube ja!

00:08:20: Vermittelt das Sache einerseits Exklusivität und Luxus, andererseits ist es aber auch, siehe die Schlangen davor irgendwie ein bisschen einen Massenphänomen.

00:08:30: Wie gehen Sie damit um?

00:08:32: Ich glaube

00:08:34: bei beiden egal ob's sozusagen das kleine Sache um zehn Euro oder das große Sache jetzt eine Übernachtung in einer Suite von bis zu zehntausend Euro Letztlich haben beides gemeinsam das allerhöchste Qualitätsanspruch, unter den allerhöchsten Qualitätersanspruch.

00:08:51: Das ist das was wir letztlich vermitteln wollen und auch verkaufen.

00:08:57: Und je nach Börse – und ich halte es eher für einen Vorteil als für einen Nachteil – für jedes Geldbörsel ist in Wahrheit ein Stück echtes Österreich bei aller höchster Qualität, ein Stück Geschichte dass man essen kann oder bewohnen kann.

00:09:12: also ich sehe da keinen Widerspruch sondern im Gegenteil Das ergänzt sich und damit können wir vom studentischen Geldbörsel bis hin zur Start-up Millionärin.

00:09:25: quasi allen einen Stückssacher bieten.

00:09:27: Sie nehmen mir die nächste Frage vorweg, also das Hotel Sacha Wien ist ja Mitglied von The Leading Hotels of the World und wurde im Jahr twenty-fünf und zwanzig sogar in The Worlds fifty best hotels gelistet.

00:09:40: Ein Zimmer kann man glaube ich ab vierhundertdreißig Euro bekommen.

00:09:44: Das ist wahrscheinlich ein sehr kleines Zimmer, sie haben gesagt eine Suite bis zehn tausend Euro pro Nacht.

00:09:51: Frage wer steigt bei ihnen ab?

00:09:55: Zweiundneinzig Prozent nicht Österreicherinnen und Österreichern.

00:09:59: Das heißt, nur acht Prozent unserer Gäste kommen aus Österreich – das ist im Übrigen bei der originale Sache dort ziemlich ähnlich!

00:10:05: Also es sind Vorwiege in Dreißende und die kommen aus knapp hundert Nationen.

00:10:11: Wir stehen also zwar in Wien und Salzburg und auch in Seefeld in Tirol aber wir agieren letztlich auf einem Weltmarkt.

00:10:19: Wir sind global mit unserer Kommunikation, mit unserer Werbung, Selstim unterwegs und es sind Internationale Reisende, die nach Österreich kommen.

00:10:30: Und dort sehr unterschiedliche Erwartungen haben – das ist vom sogenannten Fudi bis hin zum Deine Wille in der Albertina, der nächste in den Staatsoper, der dritte schaut sich die Architektur in Wien an, der vierte ist auf Hochzeitsreise, der fünfte Aufscheidungsreise der sechste auf irgendwas dazwischen usw.

00:10:47: Also es gibt ganz, ganz unterschiedliche Interessen nach Österreich und nach Wien und so auch in Sachen zu kommen.

00:10:53: Und unsere Aufgabe ist wenn jemand an Österreich denkt, wenn jemand dann Wien oder Salzburg denkt, dann präsent zu sein auf seinem Bildschirm im Smartphone, in seiner Tageszeitung wo auch immer!

00:11:07: Und das bedeutet aber, wenn diese Leute sich dieses Witten leisten können bei einem Absteigen dann erwarten die auch dass sie zum Beispiel die Karten für die Bundespräsidenten Losche in der Staatsoper organisieren und dass Sie sich um all das Programm rundherum auch kümmern.

00:11:24: Also die Erwartungshaltung ist von jetzt eine Zebra Milch zu trinken, wo dann der Anruf nach Schönbrunn geht.

00:11:31: Das

00:11:32: ist

00:11:33: nicht erfunden?

00:11:34: Wir hatten auch schon die Erwartungshaltung an ein Löwen-Baby zum Geburtstag eines keinen arabischen Buben und das konnten wir nicht erfüllen.

00:11:44: Es wurde dann ein Steiftier also ein Stofftier und die Ansprüche an unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sind so hoch, dass es wahrscheinlich mehrere Sonderausgaben des Standards füllen würde.

00:12:00: Hat sich das seit Sie dabei sind verändert?

00:12:03: Ist das noch extravaganter verrückter geworden oder war das immer speziell?

00:12:08: Also es hat sich in der Coronazeit auf ein fast dankbares sehr höfliches Niveau reduziert wo ich ehrlicherweise schon die Hoffnung hatte wir haben diese Trendumkehr.

00:12:22: Corona hat uns Klüger gemacht, alle zusammen.

00:12:25: Hat uns Tankbarer gemacht.

00:12:27: Das hat nicht lange gedauert und wir sind in neuen Höhen was Ansprüche, was Spezialitäten, was Sonderwünsche betrifft.

00:12:37: Ja da ist offensichtlich no limit!

00:12:40: Und wenn Geld alles kaufen kann...

00:12:42: Aber wie weit muss man dem nachgeben?

00:12:44: Ich meine das geht ja schon ein bisschen mehr als Exklusivität.

00:12:47: Das ist ja eigentlich schon Dekadenz.

00:12:49: Muss man das unterstützen?

00:12:51: Also unser Prinzip ist schon, Kundenwünsche zu erfüllen.

00:12:56: Und die Grenzen geben uns die Gesetze und eine gewisse Form von Wertehaltung.

00:13:01: Und dazu gehört also wenn Mitarbeiterinnen psychisch oder physisch angegriffen werden sei es rassistisch, sei es sexistisch aus einem anderen Grund dann sind wir hier eine sehr klare für alle erkennbare Linie und dann kommunizieren wir das auch.

00:13:19: nicht selten ist es dass zum Beispiel Gäste nicht mit weiblichen Mitarbeitenden sprechen wollen.

00:13:26: Diesen Wunsch unter Anführungszeichen erfüllen wir nicht.

00:13:30: Und kann das dann dazu führen, dass auch irgendein sehr vermögender Scheichprinz was auch immer dann auch des Hotels verwiesen wird?

00:13:42: Auch das hat er schon gegeben.

00:13:43: ja und da sind die schönsten nicht gemachten Umsätze weil sie uns in unserer Wertehaltung bestätigen und ich glaube, dass gerade in einer Zeit die wir jetzt haben diese Wertehaltung besonders wichtig ist.

00:13:56: Jetzt kann man bei Ihnen noch Veranstaltungsräume buchen also zum Beispiel den Metternich oder den Meier-Linksaal.

00:14:02: Ich habe mir das auch angeschaut auf Ihrer Webseite.

00:14:04: Das schaut natürlich alles schwer nach K&K Tradition und diesen ganzen Stil aus.

00:14:11: Wohlmeinend kann man sagen eine schöne Tradition, Österreich

00:14:14: usw.,

00:14:15: man kann aber auch etwas verstaubt.

00:14:18: Wie sehr verspüren Sie hier auch einen Druck sich moderner zu geben?

00:14:24: oder muss man wirklich auf diese Sache?

00:14:30: Also das ist ein sehr schmaler Grad und wenn wir vom Mörling oder Metternich noch einen Raum weitergehen, dann kommen wir zum Beispiel in die Beletage.

00:14:41: Die österreichische Architekten gemacht haben mit denselben Materialien letztlich also roter Blüsch und Mama und Eiche

00:14:48: usw.,

00:14:50: aber wesentlich moderner interpretiert.

00:14:52: ich glaube dass es der Weg bei allem steht immer das höchste Qualitätsversprechen also die besten Materialien Und dann entsteht daraus ein neuer Raum.

00:15:01: Wenn man sich auch unseren Salon anschaut, ist der im Stil in den siebziger Jahren gemacht worden und auch das völlig modern.

00:15:13: Der hat so auf den ersten Blick gar nichts mit Sacher zu tun.

00:15:16: Wir nehmen aber schon das Gästebedürfnis weil es besonders reißende Internationalreisende sind.

00:15:24: Die haben von Wien genau diese Idee Erwartungshaltung, dass es sich quasi um die Ecke steht oder der Kaiser noch aus einer Kutsche heraus lächelt.

00:15:36: Und damit müssen wir natürlich umgehen und setzen das auch ein.

00:15:40: Gleichzeitig ist es wichtig, dass die Dienstleistungen am letzten Stand, dass Technik am letzten stand ist und es in einem historischen Möbelstück wahrscheinlich den Internet-Router gibt wo wir zum Beispiel die ersten Waren in Wien, die eine damals hundert Megabitleitung ins Hotel gelegt haben und Internet für alle Gäste frei zur Verfügung gestellt haben.

00:16:00: Also ich glaube, es geht um die Dualität.

00:16:03: beides muss es geben nur dass eine wäre wahrscheinlich verstaubt, nur das andere wäre nie am Puls der Zeit weil's schon um die Ecke den Nächsten gibt ja noch modernere Software, die noch moderne Einrichtung hat.

00:16:17: Jetzt müssen sie ja um eben wie Sie sagen an Puls da Zeit zu sein den Markt sehr genau beobachten und auch versuchen zu erspüren, was die Trends der Zukunft sein könnten.

00:16:26: Was glauben Sie denn?

00:16:28: Wird der Gast der Zukunft wollen?

00:16:30: Was wird ihm und ihr wichtig

00:16:33: sein?".

00:16:34: Da gibt es eben nicht diese eine Antwort drauf sondern es wird Ihnen bei Ihrer Reise etwas anderes wichtig sein als mir beim meiner Reise.

00:16:41: Und so geht's allen unseren Gästen.

00:16:43: Die Interessenslagen sind extrem unterschiedlich Und früher konnten sich Hotels glaube ich über Produkte entscheiden Über das größte Pool, die beste Lage Die schönsten Zimmer etc.

00:16:54: Das ist heute wichtig, aber nicht mehr zentral.

00:16:58: Wesentlich ist das wir ihr Reiseziel, Ihr Reisebedürfnis kennen und mit dem umgehen.

00:17:05: Das heißt letztlich geht es bei uns um Individualität und Personalisierung.

00:17:10: Und so wie der Naschmarkt vor zehn oder fünfzehn Jahren noch etwas war, wo unsere Konzerte erst gesagt haben Vorsicht halten sie die Handtasche fest

00:17:17: etc.,

00:17:18: und reißen sie aus Amerika gar nicht hingegangen sind.

00:17:21: So ist es heute eine der ersten Adressen, weil man diese Authentizität auch sucht und wir müssen eben wissen – nicht wann ist die Premiere sondern wo ist der beste Sitzplatz für diese Enzzenierung?

00:17:33: Und wenn wir das wissen dann können wir das individuelle Bedürfnis unserer Gäste am besten abdecken.

00:17:39: Das heißt Individualisierung und Personalisierung sind unsere große Aufgabe.

00:17:45: Jetzt weiß man vor allem von der jungen Generation, dass dieses Thema Nachhaltigkeit Klimaschutz sehr wichtig ist.

00:17:51: Was tun Sie in diese Richtung?

00:17:54: Zuhören unseren jungen Mitarbeitenden!

00:17:57: Wir haben die nächste Generation nicht als Gäste sondern als Mitarbeiterin im Haus und wir haben gelernt das mal um zehn Uhr fünfundvierzig die Frühstücksbefehl sind nicht mehr vollräumt.

00:18:06: wenn um elf Uhr das Frühstück Befehl dann weggeräumt wird und die Abfälle zwar verwertet werden aber letztlich doch abfälle sind Und da haben unsere Lehrlinge, sind mal auf uns zugekommen und haben gesagt kann man das nicht verändern.

00:18:19: Kann man es nicht anders machen?

00:18:22: Also letztlich muss man der Generation nur zuhören und da gibt's dann viele Themen die wir entsprechend umsetzen können.

00:18:28: Wir haben auch einen Nicht-Veröffentlichen aber für uns mal einen vollständigen Nachhaltigkeitsbericht erstellen lassen.

00:18:36: Wir tun das alle zwei Jahre.

00:18:37: Wie gut sind Sie oder wie schlecht?

00:18:40: Naja das Thema Reisen hat mit Anreise und Abreise.

00:18:44: Und bei der Gästestruktur, die wir haben meistens Flugzeug natürlich eine schlechte Klimabilanz.

00:18:51: Wenn man dann aber im Hotel ist da haben wir schon einige Stellschrauben an denen wir drehen können und wir haben vor vielen Jahren schon begonnen echten Grünstrom zu kaufen nicht mehr grün zertifizierten oder Graustrom sondern echt Gründstrom.

00:19:07: und viele solche Dinge haben wir.

00:19:09: Ich glaube aber, dass es uns nicht gut stehen würde das groß in die Öffentlichkeit zu tragen.

00:19:15: Sondern wir haben als eine unserer drei Unternehmensziele auch nachhaltigen finanziellen Erfolg definiert und so ist auch die Nachhaltigkeit definiert Und haben hier auch CO-Einsparungsziele und andere zum Thema Gesamtheit, Nachhaltigkeitsdefiniert und arbeiten jeden Tag daran.

00:19:32: Aber das verstehe ich jetzt nicht.

00:19:33: bis wo kann man damit nicht an die Öffentlichkeit gehen?

00:19:35: Das ist doch nichts wofür man sich schenieren muss

00:19:38: Weil das ganz schnell in Richtung Greenwashing geht.

00:19:44: Wegen der An- und Abreise?

00:19:47: Das Hauptproblem, wenn man so will des Tourismus die An-und-Abreise ist an der wir nichts ändern können.

00:19:55: Laut der Konsumstudie zwanzig sechsundzwanzig geben die Menschen am meisten Geld für Urlaub, Hobbys und Gastro aus.

00:20:02: Die Genset gibt sogar am meisten geld für die Gastro Aus.

00:20:07: Bemerken Sie etwas davon?

00:20:09: Wir merken, dass wir mit diesem original Wiener Erlebnis durchaus auf der Bucketliste Gensett stehen.

00:20:16: Und ich glaube das gilt es auch entsprechend zu würdigen und da unserer Verpflichtung nachzukommen.

00:20:22: Ich glaube, dass es fantastische internationale Küchen auch in Wien gibt!

00:20:27: Und wir decken eben diesen Bereich des Wieners Originals ab oder des Salzburger Originals also so Salzburger Noggerl Auf der Terrasse des Hotelsacher Salzburg mit Blick auf die Hohenfeste, das ist etwas was auch einen sehr jungen Reisenden.

00:20:42: Das hätte er gerne mal sowohl gegessen als auch dann auf Insta geteilt.

00:20:47: Aber ist das wirklich so, dass die Gastro so boomt?

00:20:51: Man hat zum Beispiel den Eindruck, lokale sind zwar abends voll.

00:20:56: Aber die Menschen gehen spätestens um zehn nach Hause.

00:20:58: Also es hat sich da schon seit der Corona-Pandemie etwas verändert, sage ich jetzt einfach als Durchschnittskonsumente.

00:21:06: Es ist wahrscheinlich die Masse und Menge weniger geworden und das einzelne Erreignis wichtiger geworden.

00:21:11: also das gibt's durchaus.

00:21:12: haben wir höhere Umsätze als früher?

00:21:14: ja schon Aber wir sehen, dass es ein sehr gezieltes – nicht ich gehe was essen, sondern eine sehr gezielte Vorstellung gibt, was man da tut.

00:21:26: Ein großes Bewusstsein und ich glaube in Sachen Essen zu gehen hat etwas mit Wiener oder Salzburger Küche zu tun und das ist ein Ereignis, das sich bewusst anstrebe und will und zwar nicht nur weil ich Hunger habe, sondern weil ich dieses erst schon erwähnte Erlebnis haben möchte.

00:21:43: Und da sind wir auf der Packetlist von sehr vielen Reisenden, die das mal erleben wollen und ich glaube nicht dass es da um Hunger oder Durst geht.

00:21:54: Was die Standardleser und Leserinnen und Userinnen und Users ja bewegt ist die Frage der Preise in der Gastro.

00:22:01: Jetzt habe ich mich so ein bisschen durch ihr Menü durchgesurft.

00:22:04: also ein Stück Sacherdorte mit Schlagobers kostet im Salonsacher zehn Euro fünfzig.

00:22:10: Ein großer Brauna sieben Euro zehn.

00:22:13: Jetzt werden sie sich ja sagen, naja es ist halt das Sache und die Lage.

00:22:16: In einer bekannten Wiener Konditorei kostet ein großer Brauna auch fünf Euro vierzig in einem sehr bekannte Caféhaus am Rande der Innenstadt, kostete sogar acht Euro.

00:22:29: zusammengenommen gefragt, ist die Gastro insgesamt nicht einfach zu teuer momentan?

00:22:35: Aus Konsumentensicht würde ich sagen Ja und aus Unternehmenssicht muss ich leider sagen Nein.

00:22:40: Wie kalkulieren Sie Ihre Preise?

00:22:43: Wir kalkulieren unsere Preise schlechter, als wir das noch im Jahr zwei Tausend Neunzehn und Davor taten.

00:22:50: Also wir machen Gewinne die zu denen bekenne ich mich auch und sind auch notwendig.

00:22:55: aber wir machen weniger Gewinnen mit Gastronomie Übrigens auch mit Hotellerie weniger Gewinn.

00:23:00: warum gibt es ein paar ganz starke Treiber?

00:23:03: auf der einen Seite ist es das höchste Qualitätsversprechen dass werden alles was wir tun anlegen.

00:23:09: damit wären die Zutaten teurer eingekauft, als wir das früher gemacht haben.

00:23:14: Und vor allem sind es unsere Mitarbeitenden, die deutlich mehr

00:23:19: verdienen.

00:23:20: Wir versuchen Schlagobas schrägstichmählich immer nur in Österreich zu kaufen.

00:23:23: gelingt gut.

00:23:25: Die Avocado kriegen wir natürlich nach wie vor nicht aus Österreich aber dort wo wir können kaufen wir regional oder sogar lokal ein.

00:23:32: Aber zu den Preisen noch.

00:23:33: unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verdienen deutlich mehr und das ist gut so!

00:23:38: Aber wenn Sie sich ein Winnerschnitzel im Sache anschauen, dann hat das einen Personalkostenanteil von über fünfzig Prozent.

00:23:45: Und wenn Sie da noch einen Warnanteil wahrscheinlich knapp dreißig Prozent dazu zählen und jetzt noch Miete und viele andere Kosten abziehen, dann wissen sie dass wir in einem Winterschnitzeln nicht mehr sehr viel verdienen auch wenn es für die Konsumentin oder den Konsumenten schon in Summe sehr viel kostet.

00:24:02: Also ich glaube beide Seiten haben recht, aber dazwischen steht halt Inflation und eine ... zu sagen auch ein Anspruch den wir haben nämlich fast twenty four seven three six five.

00:24:15: also es soll alles immer und jederzeit geben.

00:24:17: Auch diese Dinge kosten letztlich Geld.

00:24:20: Wie kommt man aus dieser Schere raus oder kommt man da gar nicht raus?

00:24:23: Ist das halt einfach so?

00:24:24: Ich

00:24:24: glaube im Moment ist es so Und die Krisen, die es rund um uns herum gibt zeigen auch nicht, dass etwas billiger werden würde.

00:24:31: Also die Flüge werden eher teurer und viel teurer weil wir den Krieg im Iran haben und das Kerosin-Mangelware wird.

00:24:39: Wir haben die Strom bzw.

00:24:42: Gaskrise auch mit Russland erlebt.

00:24:44: Auch da schaut es danach aus, dass alleine der Strom, der zwar billiger ist als zur absoluten Krisenzeit aber fast verdoppelt ist zu einem Jahrzehnt auch Inflationsbereinigt.

00:24:57: Also ich sehe nicht, wo es rundherum billiger werden wird.

00:25:00: also wir haben sicher eine Spirale nach oben.

00:25:04: Merken Sie den Iran-Krieg schon bei den Buchungen?

00:25:07: Ja definitiv, so schnell

00:25:09: geht

00:25:09: das!

00:25:10: Wir merken zweierlei.

00:25:11: auf der einen Seite ist der Hub in Dubai über den quasi alle Asiatischreisenden kommen wird gemieden bzw.

00:25:21: nicht mehr angeflogen und damit fehlen uns sehr viele Asiatinnen und Asiaten, die Araber selber fehlen weil sie derzeit ihre Länder nicht verlassen können oder vielleicht auch nicht wollen.

00:25:33: Und Krieg im Allgemeinen von so großer medialer Bedeutung schafft natürlich auch nicht dieses oder formulieren wir es negativ Schaft eigentlich ein Grundgefühl von Problemen, von Krise in der eine Luxusreise und darum geht es beim Sache.

00:25:51: Die verschiebt man vielleicht.

00:25:54: Jetzt ist es aber trotzdem so dass insgesamt gesprochen der Tourismus in Wien glaube ich immer noch sehr gut funktioniert.

00:26:01: also man hat schon das Gefühl wenn man durch die Innenstadt geht das pumpt ziemlich.

00:26:07: Gleichzeitig höre ich auch Klagen von Geschäftsleuten, speziell in der Innenstadt.

00:26:11: Die sagen ja die Leute kommen zwar schauen aber sie kaufen halt nix.

00:26:15: also es wird irgendwie dann doch auf Reisen gespart.

00:26:19: ist das etwas was Sie auch bemerken und droht Wien womöglich ihr eines Tages so etwas wie ein Hallstattproblem?

00:26:28: Ich glaube dass Wien sehr gut funktioniert nicht zuletzt auch weil sich der Bürgermeister sehr engagiert, auch für den Tourismus.

00:26:37: Das ist eine ganz wichtige Grundvoraussetzung.

00:26:40: Tourismus hat in Wien einen hohen Stellenwert.

00:26:44: Die Stadt ist sicher die Stadt ist sauber und damit sind so wesentliche Grundvaraussetzungen für Reisende geschaffen.

00:26:51: also ich habe gerade vor gestern Abend wieder mit einer Amerikanerin bei uns im Hotel gesprochen.

00:26:55: wie gesagt hat es war so wunderbar am Abend als Frau alleine durch die Innenstadt gehen zu können.

00:27:01: Das finden sie nicht mehr in vielen Städten, vor allem nicht mehr an amerikanischen Städte.

00:27:06: also da hat Wien schon etwas ganz Spezielles.

00:27:09: gleichzeitig stimmt wir haben sehr viel schauende Gäste die dann vielleicht in einem Fast-Food Restaurant essen nix kaufen und dann wieder fahren.

00:27:19: ich glaube da kann man gegen steuern.

00:27:21: das Problem ist bewusst muss man auch gegen Steuern Menschen, die in Wien auch wieder Geld ausgeben.

00:27:29: Weniger Fast food Restaurants?

00:27:31: Habe ja selbst mal in einem gearbeitet.

00:27:34: Ich glaube wie immer die Dosis macht das Gift.

00:27:37: ich glaube es braucht beides.

00:27:39: aber wir haben gerade vor wenigen Minuten über die Preiserwartung gesprochen.

00:27:43: Qualität hat heute ihren Preis.

00:27:46: Jetzt wird das Sache ja ein Hundertfünfzig Jahre alt, das Hotel nämlich.

00:27:50: Und wenn es um seine Geschichte geht dann verweist das Hotel gerne auf andere Sachen.

00:27:56: die legendäre erste Chefin bekannt für ihre Zigarren aber auch für ihr mit unter etwas rupiges Verhalten Wenn etwas nicht nach ihrem Kopf ging.

00:28:06: ich weiß nicht wie Sie das sehen Aber da gab's einen Film über anderen Sachen wo das eigentlich auch sehr gut raus kam.

00:28:13: jetzt haben sie bestimmt die Geschichte des Hauses sorgfältig studiert.

00:28:19: Was konnten Sie persönlich vom Führungsverhalten einer anderen Sache mitnehmen?

00:28:24: für sich?

00:28:25: Dass die anderen Sachen immer ganz besonders auf ihre Mitarbeitenden geschaut hat in einer Zeit, wo das gar nicht selbstverständlich war.

00:28:33: Das war, glaube ich, Learning Nummer eins.

00:28:35: Learning Nummer zwei ist ein starker Charakter – ist notwendig!

00:28:39: Sie war eine der ersten Frauen, die überhaupt ein Geschäft übernehmen durfte.

00:28:44: Da hat sie also hart gekämpft darum und das ist in der heutigen Zeit, Gott sei Dank nicht mehr so.

00:28:49: Aber auch meine Schwiegermutter, die diese Häuser so erfolgreich geführt hat, hatte er nicht mit Platz eins begonnen, sondern so wie das Sache heute darstellt, ist zentral auch ihr Werk.

00:29:02: Also von den Frauen in der Geschichte von Sacha konnte ich mehr mitnehmen als von meinen Männern.

00:29:08: Interessant!

00:29:12: Ist das Gasgewerbe im weiteren Sinn offenbar Ihr Ding?

00:29:15: Also Sie haben selbst angesprochen.

00:29:16: Sie haben als Studierender, sie waren ja auch ÖH-Fortsitzende, da haben sich diese großen Partys, diese Events organisiert.

00:29:24: Sie sind dann zu McDonalds gegangen.

00:29:27: Was nehmen Sie aus dieser Zeit mit wo Sie so begonnen haben?

00:29:32: was können Sie heute noch im Sache gebrauchen von damals.

00:29:35: Also ich bin vor kurzem mit leitenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ins zu McDonalds zurückgekehrt.

00:29:42: In die heiligen Städterstraße, zu Patrick Högt im meinem ersten Franchisenehmer wo ich meine ersten glaube ich drei vier Monate verbracht habe bevor ich dann in einen anderen Store gegangen bin.

00:29:52: dort hab' ich McDonald's gelernt und dorthin sind wir zurückgegangen weil auch dort wenn sie ... bis zu einem Tag, wo alle Pompfrit essen, dann darf bei den Pompfit einfach nichts passieren.

00:30:06: Also auch dort gibt es einen ganz hohen Qualitätsanspruch und wir sind dort in den Store gegangen... ...und haben gesehen dass zum Beispiel die Verkaufsbudel in der Mitte geteilt war.

00:30:17: Und ich habe dann den Franchisenehmer gefragt warum denn das?

00:30:21: Und er sagt naja sie haben's gemessen!

00:30:23: Wenn die Mitarbeiter jedes Mal wenn sie zur Tisch servieren auf der Seite oder in der Mitte durch können dann ist das ein Unterschied von bis zu zwei Sekunden.

00:30:33: Wo man sagen würde, mein Gott was macht das für einen Unterschied?

00:30:36: Wenn Sie das aber über's Jahr rechnen wie oft da Mitarbeiter in den vorbei gehen, dann macht es ja Wohlsehen.

00:30:42: und bei McDonalds habe ich gelernt die Marke ist alles Das höchste Qualitätsversprechen wichtig Und auf die vielen Details kommt es an.

00:30:50: Ich glaube, wer Gastronomie versteht oder mal kennengelernt hat weiß da gibt's hundert Stellschrauben und wenn sie fünfundneunzig richtig haben dann schaffen Sie ein ausgeglichenes Ergebnis.

00:31:01: Wenn Sie nur vierneunzig richtig haben sind Sie defizitär und wenn Sie Gewinne machen wollen müssen Sie wirklich alles richtig machen und zwar die ganze Zeit.

00:31:09: Das wollten Sie Ihren leitenden Angestellten zeigen.

00:31:14: Wir sind dort mal hingegangen und uns mal anzuschauen.

00:31:17: Und wir tun das regelmäßig, wir gehen immer in andere Unternehmen lernen.

00:31:21: dort haben auch den Anspruch dorthin zu gehen und neue Dinge mitzunehmen und ich habe eigentlich großen Widerstand erwartet.

00:31:30: aber es war dann doch ein für beide Seiten glaube ich auch für den Franchisenehmer ganz interessant.

00:31:36: womit beschäftigt er sich womit wir sich wo sie da zumindest auf strategischer Ebene wenig auf operativer Aber wo sind da die Dinge, die wir voneinander lernen können?

00:31:46: Ich halte es für ganz wichtig dass man offen und so wie in der Einleitung schon erwähnt neugierig durchs Leben geht.

00:31:52: Sonst ist die Gefahr das man saturiert wird stehen bleibt zu groß.

00:31:58: Ihre Biografie ist ja durchaus von Neuge geprägt.

00:32:01: Sie waren dann sogar eine Zeit lang neugerig auf die Politik und sind in der Regierungsschüssel zur Karl-Heinz Grasser gekommen.

00:32:08: Sie haben gesagt, die Marke ist alles.

00:32:10: Sie haben aus Krasse eine Marke gemacht.

00:32:12: also KHG war damals.

00:32:14: das haben sie erfunden.

00:32:15: sozusagen was haben sie damals mitgenommen aus der damaligen Zeit was sie auch heute noch brauchen können?

00:32:22: Was haben sie gelernt in der Politik für sich persönlich?

00:32:25: Also Politik hat mich immer schon fasziniert.

00:32:28: schon in der Hochschülerschaft als Studierender war es für mich ganz spannend Politik zu machen und was nur studentische Politik.

00:32:36: und später hatte ich die Möglichkeit in dieses Kabinett zu kommen.

00:32:40: Und habe zuerst gesagt, nein, ich glaube diese blau-schwarze Regierung wird es nicht lange geben.

00:32:45: Ich war gerade bei McDonalds und habe einen gesicherten Karrierepfad gehabt und dann hat mich Karl-Heinz Glaster den ich privat kannte nochmal angerufen und er sagte ja, die sechs Wochen sind vorbei, es gibt uns immer noch.

00:32:57: und mit einer Verzögerung bin ich dann in dieses Kabinett gegangen.

00:33:01: was ich dort gelernt hab?

00:33:03: Wahrscheinlich auch drei Dinge.

00:33:05: Erstens, wir hatten ein fantastisches Kabinettsteam.

00:33:08: Das waren alles Leute nicht aus der Politik so wie ich sondern alle aus Unternehmen, aus der Steuerberatung von der Magna und anderen.

00:33:16: Und wir haben als Team unglaublich gut funktioniert.

00:33:18: also Team war das eine.

00:33:20: zweitens perfekte Vorbereitung für Alles.

00:33:23: Also egal ob es das Gespräch mit der steuerischen Apfelprinzessin oder die Zeit in Bild zwei oder der Standard Interview war Es war alles Perfekt vorbereitet, das war sehr viel Arbeit.

00:33:35: Aber sich auf etwas gewissenhaft vorzubereiten war der zweite große Punkt.

00:33:40: und drittens habe ich gelernt Politik auf Zeit ist unheimlich spannend und dieses Kapitel ist Finale und für immer geschlossen.

00:33:48: Ich bewundere alle Politikerinnen und Politiker wirklich egal welcher Kohle er für diesen Einsatz aber zurückmötig dort nicht mehr wollen.

00:33:58: Warum nicht?

00:33:59: Weil ich glaube, dass es in so schwierigen Zeiten wie diesen eine Situation bräuchte mit klaren Mehrheiten und Menschen in der Politik arbeiten die nachher nichts mehr werden müssen.

00:34:14: Und die keine Familie haben um das was zu tun ist auch medial und in einer Öffentlichkeit zu überstehen.

00:34:21: also ich glaube die Wahrheit wäre wir werden später in Pension gehen Wir müssen länger und mehr arbeiten.

00:34:28: Die Wahrheit ist, wir werden vielleicht kurzfristig sogar mehr Steuer zahlen müssen.

00:34:33: Alle diese Wahrheiten die ja bei Lektüre nicht nur das Standard sondern wenn man im Wirtschaftsforschern zuhört, ja am Tisch liegen.

00:34:42: also da gibt es ja gar keine Frage über die Fakten.

00:34:46: aber der Umgang damit scheint so schwierig und die Rahmenbedingungen so unmöglich dass es jedes Jahr

00:34:53: noch schlechter

00:34:54: wird.

00:34:55: Genau und ich müsste, also würde ich in die Politik zurück können.

00:34:59: Ich müsste es aussprechen, ich müsste es so machen aber wir sehen die Menschen was mit ihnen passiert wenn sie das tun.

00:35:06: Jetzt haben Sie die perfekte Vorbereitung auf alles.

00:35:09: Also ich erinnere mich noch an diese Zeit zurück.

00:35:13: Die Pressearbeit war wirklich sehr professionell.

00:35:16: Haben Sie die Messagekontrolle eines Herrn Fleischmann damals vorweggenommen?

00:35:24: Ein Politiker ist der festen Überzeugung, dass das was er tut richtig ist und ärgert sich dann über eine Berichterstattung die das völlig anders sieht.

00:35:37: Beides glaube ich legitim und in Ordnung.

00:35:40: meine Aufgabe war es damals den Inhalten und den Geschichten die wir erzählen wollten weil wir da Auffassung waren dass sie richtig sind auch das entsprechende Gewicht zu verleihen.

00:35:52: Damit kommt eine gewisse Message-Control, zumindest der Versuch.

00:35:58: Kommt damit trotzdem...

00:36:02: Was heißt das?

00:36:02: Was meinen Sie, dass man nachtelefoniert oder dass man...?

00:36:06: Also ich kann stolz für mich behaupten ... Ich hoffe jetzt vergesse einzelne Telefonate nicht aber in meiner Erinnerung habe ich niemandem nachtelefoniert und mich über eine Berichterstattung aufgeregt sondern ich habe immer versucht die Inhalte besonders lesbar schon darzustellen, besonders plakativ und in Bildsprachen zu kommunizieren.

00:36:32: Das war unser Versuch aber im Sinne von Control und darum habe ich mich so ein bisschen gewährt gegen das – das habe ich nie gemacht!

00:36:41: Es gibt ja auch eine Profilgeschichte wo ich gesagt habe, das Interview mit dem Minister nur gegen entsprechende Titelseite Meinend mit großer Präsenz, wenn wir diese Dinge ankündigen.

00:36:55: Sonst machen wir es in einem anderen Medium und Profil hat das damals nicht gemacht sondern sich über dieses Vorgehen massiv aufgeregt.

00:37:03: auch in Ordnung haben wir beide ausgehalten aber mein Ziel war ein Medium zu finden wo der Inhalt den wir kommunizieren wollten ich weiß heute gar nicht mehr worum es ging aber auch entsprechend groß und wirksam zu kommuniziert.

00:37:16: Wenn das Message Control ist dann ja

00:37:18: Das finden Sie auch legitim, dass man das macht als Presse?

00:37:20: Ich finde

00:37:21: es absolut in Ordnung.

00:37:21: Ja, absolut.

00:37:22: Sprecher!

00:37:22: Ja,

00:37:23: würde ich auch genauso wieder machen.

00:37:25: Aber es ist ja auch legitim... ...dass man das als Medium abblendet und sagt dann halt nicht.

00:37:28: Absolut!

00:37:28: Genau,

00:37:29: genau.

00:37:29: Beides okay.

00:37:30: Jetzt im Nachhinein haben sie's ein bisschen übertrieben mit der Marke Karl-Heinz Grasser.

00:37:35: Haben sich den Grundstein dafür gelegt was dann später, als sie schon längst weg waren irgendwie passiert ist.

00:37:41: Ist da eine gewisse Hybris basiert?

00:37:46: Ich möchte für den Karl-Heinz Grasser nicht beantworten, ich möchte für mich beantwortend.

00:37:51: Ich habe mit dreißig Jahren und so alt war ich damals wahrscheinlich viele Dinge anders gesehen als ich das heute sehen würde.

00:38:00: Ich würde trotzdem nicht sagen dass es ein Fehler war weil da hätte ich damals schon wissen müssen oder wieder besser in Wissens handeln müssen.

00:38:09: aber ich sehe heute Dinge anders als ich sie damals gesehen habe.

00:38:13: Haben Sie noch Kontakt?

00:38:14: Man sagt, dass Sie ein sehr loyaler Mensch eigentlich sind.

00:38:19: Ich habe Karl-Heinz Glasser als Freund gehabt bevor ich für ihn gearbeitet habe.

00:38:24: dann hab ich dazwischen mit ihm gearbeitet und das war wie man auch beobachten konnte nicht immer leicht aber für mich ist das überhaupt kein Grund heute keinen Kontakt zu haben im Gegenteil.

00:38:38: Ich bin auch besucht in schwierigen Zeiten und werde das weiter tun.

00:38:42: Sehen Sie diese Erkenntnisse, die Sie bei sich selbst sehen?

00:38:45: Auch bei ihm sieht er die Dinge auch anders.

00:38:50: Das kann ich mit einem ganz klaren Ja beantworten.

00:38:54: Jetzt sind sie heute Unternehmer.

00:38:55: was fordern Sie denn heute als Unternehmer von der Politik?

00:39:03: Eigentlich nur in Ruhe gelassen zu werden.

00:39:05: Was

00:39:07: soll das heißen?

00:39:08: Ich glaube dass wir inzwischen auf einem Bürokratienniveau sind, das unerträglich ist.

00:39:14: also Ich will weder Förderungen noch Unterstützungen oder Ähnliches, sondern mein größtes Anliegen ist oder meine größten Aufgaben sind es eigentlich gegen diesen Bürokratie Wahnsinn den sie inzwischen gibt zu kämpfen.

00:39:29: Und das sind Millionen kleine Beispiele die unseren Alltag, der unseren unternehmerischen Alltag so schwierig machen.

00:39:36: In Zusammenarbeit mit welchen Institutionen?

00:39:38: Mit allen.

00:39:39: Also ich kenne keine, wo ich sagen würde das ist vorbildlich sondern egal ob sie etwas umbauen wollen oder eine Eröffnungszeit verlängern wollen oder einen Scharnengarten haben wollen oder oder oder.

00:39:51: Das ist immer nicht nur einer normalen Bürokratie für dich verständnishaft sondern mit überbordender Bürokrate verbunden.

00:39:59: ein konkretes Beispiel wir wollen gerade ein Haus umbaut in dem Mitarbeitende wohnen und dieses Haus steht circa vierzehn Meter von einem anderen entfernt.

00:40:09: Und mit unserer Dämmung, die wir aufbringen wollen, unterschreiten wir einen Mindestabstand um fünf Zentimeter auf eine Distanz von knapp vierzehnt Metern und jetzt müssen wir unsere Dämonen von sechzehn auf elf Zentimeter reduzieren damit dieser Abstand gewahrt bleibt und das sind Dinge die seit Monaten hin- und hergehen wo es Pläne ausgetauscht werden müssen.

00:40:34: also das sind alles Sachen wo mir Verständnis völlig fehlt.

00:40:38: Das heißt, von den Endbürokratisierungsversprechungen dieser Regierung merken Sie bis jetzt noch nix?

00:40:44: Ich merke den Sepp Schelhorn als Unternehmer der das versucht, redlich versucht.

00:40:50: ich bewunder ihn für seine Energie aber der Widerstand ist groß.

00:40:55: also ich schreibe das nicht im Sepp-Schelhorn zu sondern ich schreibe die seiner völlig absurden Landschaft an Bürogatinnen und Bürogaten zu dass da wenig weiter geht.

00:41:07: Hat da der Föderalismus auch eine Rolle oder ist das egal?

00:41:12: Ist es in jedem Bundesland gleich schlimm?

00:41:15: Das ist glaube ich in jedem Bundesland gleich schlimmer, aber die Frage ist ob wir das wirklich in jeden Bundesland einzeln immer wieder so regeln müssen.

00:41:22: und jedes Regelwerk dass sie schaffen schafft wieder drei Expertinnen und Experten die nur mit Blick auf dieses eine auf diese eine Regel wahrscheinlich ihr Bestes versuchen, aber in Summe führt das zu letztlich Stillstand und irgendwann auch mal zu Wandern der Unternehmen ab oder sagen sie tun sich es nicht mehr an.

00:41:45: Und ich glaube wir haben auf der einen Seite Krise die wir jeden Tag lesen und auf der anderen Seite hätten wie viele Unternehmerinnen und Unternehmer die bereit sind gegen diese Krise zu kämpfen, aber man lässt uns nicht formuliert, der ich das einzige was ich von der Politik will ist eigentlich in Ruhe gelassen zu werden heißt Bürokratieabbau.

00:42:06: Wir beide kennen einander ja schon länger und wir saßen vor Jahren einmal bei einer Podiumsdiskussion.

00:42:14: da ging es um Tourismus.

00:42:16: Alle anderen Tourismus-Experten auf dem Podium haben sich darüber beklagt, dass sie kein gutes Personal bekommen.

00:42:22: Sie sagten damals singemäßt – das weiß ich heute noch – Unternehmer, die kein Personal bekommen sind selber schuld weil sie die Leute offensichtlich nicht anständig behandeln.

00:42:31: Man muss sie anständigen behandeln und anständige bezahlen dann bekommt man diese Leute auch, die man braucht.

00:42:38: Würden sie das heute noch genauso sagen?

00:42:40: Genauso und noch drei Rufzeichen dahinter setzen.

00:42:43: Ich glaube, das ist sein Wettbewerb und wer den nicht versteht hat die Zeit verpasst.

00:42:49: genauso wie wir um unsere Gäste kämpfen in welches Hotel kommen sie wenn sie nach Wien gehen oder nach Salzburg gehen?

00:42:57: Das ist ein Wett Bewerb über den regt sich eigentlich auch niemand mehr auf Und inzwischen ist es auch bei den Mitarbeitenden ein Wettbewerb.

00:43:04: Nicht der Koch bewirbt sich bei uns, sondern wir beim Koch und wer dieses Grundverständnis nicht hat, sondern nach wie vor glaubt junge Menschen so ein Dankbar sein wenn sie bei uns arbeiten dürfen, ist völlig fehlgeleitet.

00:43:16: Der hat die letzten fünfzehn Jahre verschlafen.

00:43:19: Wie viele Festangestellte haben Sie derzeit?

00:43:23: Naja sind im Sacha-Wien circa hundertfünfzig, im Sachaa Salzburg circa zweihundertund noch ein paar in der Manufaktur.

00:43:29: also Ohne das jetzt geschlossene Hotel Bristol sind wir auf ca.

00:43:32: sixhundertfünfzig Menschen.

00:43:36: Wenn das Hotel Bristol Wien wieder aufsperrt, sind wir dann wieder ca.

00:43:39: achthundert.

00:43:41: Wie macht man dass, dass man gute Leute bekommt?

00:43:45: Dass man sie rekrutiert bildet man sich selbst aus?

00:43:48: oder wie beschreiben Sie ein bisschen wie Sie da vorgehen?

00:43:51: Ich glaube es ist eine Mischung aus vielen Dingen.

00:43:54: Es beginnt aber bei der Haltung Was sind Mitarbeiter für mich?

00:43:59: Und Mitarbeiterinnen für mich sind unser, neben dem Geheimrezept der original Sache, dort das eigentliche Erfolgsgeheimnis.

00:44:06: Wenn ich das sage dann muss ich auch entsprechend handeln und deshalb haben wir schon vor vielen Jahren einen Mitarbeiterinnen- und Mitarbeiterchater erstellt.

00:44:17: Im Übrigen nicht top down sondern natürlich mit den Kolleginnen und Kollegen haben erarbeitet zwei Seiten auf denen fest gehalten ist was wir für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tun und zwei Seiten was von ihnen erwarten.

00:44:30: Und wenn ich diesen neuen Generationen begegne, dann muss ich akzeptieren, dass die vielleicht auch nur dreißig Stunden arbeiten wollen und ihnen das nicht vorwerfen.

00:44:41: Dann muss ich halt Jobs schaffen, die auch in dreißigen Stunden gut machbar sind.

00:44:45: Wenn jemand nur einen Tag arbeiten will, soll er noch einen Tag, dann müssen wir ein Umfeld schaffen, wo es nur über einen Tag geht.

00:44:53: Wir haben Gäste aus hundert Nationen und Mitarbeiterinnen aus vierzig Nationen Und deshalb bilden wir auch sehr viel aus und unsere Ausbildung macht nicht aus dem Koch den besseren Koch oder aus dem Kellner, den bessere die Kellnerin.

00:45:06: Sondern wie verstehen wir unsere Marke?

00:45:12: Was bedeutet das?

00:45:13: Wir beschäftigen uns mit der Destination also Mitarbeitern, die haben selbstverständlich Stadtführungen.

00:45:19: Wir begleiten sie bei sozialen Aktivitäten.

00:45:21: Wenn wir in die Gruft kochen können, dann schreiben wir das aus dass da sieben acht Leute mitgehen können.

00:45:25: Das ist schneller gebucht als jedes Justin Bieber Konzert und wir versuchen auch allgemein Bildung ein bisschen nachzuholen.

00:45:35: also das was und wie wir ausbilden sieht den Mensch der bei uns arbeitet in seiner Gesamtheit und nicht nur den Mitarbeiter oder gar die Arbeitskraft.

00:45:46: und am schlimmsten finde ich das Wort Personal

00:45:48: Personal.

00:45:51: Das ist so wie man es früher genannt hat und wahrscheinlich auch schlecht behandelt hat, also ich hatte immer hervorragende Vorgesetzte meistens Frauen, habe viel gelernt wurde ehrlicherweise in keinem meiner Jobs auch ein Student nie irgendwo schlecht behandlt.

00:46:07: und gerade ein Unternehmen wie Sacher hat glaube ich auch die Verpflichtung da Vorreiterin zu sein.

00:46:13: Es gibt

00:46:13: ja viele Unternehmer mehr Unternehmen als Unternehmerinnen, die auch hier an dieser Stelle zum Beispiel einfach sagen naja das mit der Work-Life Balance und die wollen alle weniger arbeiten.

00:46:24: Das geht halt so nicht weil es wird sich irgendwann wirtschaftlich nicht mehr ausgehen.

00:46:27: Sie sehen das offenbar nicht so Es geht sich ja ausschließlich.

00:46:29: Ich sehe das ganz genauso.

00:46:31: aber das ist kein Problem der GenC sondern dass es ein Problem unserer Gesellschaft von bei den Sechzigjährigen genauso wie bei den zwanzigjährigen.

00:46:39: also das ist keine Phänomen einer speziellen Generation.

00:46:43: Wie zuerst gesagt, ich glaube die Wahrheit ist wir werden mehr arbeiten müssen.

00:46:46: Wir werden länger arbeiten müssen, wir werden wahrscheinlich härter arbeiten müssen und klüger arbeiten müssen!

00:46:51: Wir werden mit AI arbeiten müssen usw.

00:46:54: Das ist die Wahrhalt.

00:46:55: aber das kein Phänomen dieser eine Generation, die wir gerade besprechen im Gegenteil.

00:47:00: Wir sehen wenn wir zum Beispiel Lehrlinge rekrutieren machen wir einen Tag der offenen Tür, die bei uns Lehrlingen werden wollen, müssen an diesem Tag kommen und sich einmal das Sache anschauen damit sie mal wissen Nebst der Literatur oder der Website, was passiert dort?

00:47:14: Da sind Stationen.

00:47:15: Da sind Lehrlingskollegen mit denen man reden kann – wie ist es hier

00:47:19: etc.?

00:47:20: Und nur wer bei diesem Tag der offenen Tür war, kann sich nachher für eine Lehrstelle bewerben.

00:47:26: Wir haben kein Problem, Lehrlinge zu bekommen!

00:47:28: Was muss ich denn können wenn ich mich bei Ihnen als Lehrling bewerbe will?

00:47:32: Was muss Ich

00:47:34: draufhaben?

00:47:36: technisch im Sinne einer Arbeitsleistung oder einer Fertigkeit relativ wenig.

00:47:41: Aber sie müssen eine Idee von ihrem Leben haben und das haben wir beim Word Drive am Anfang besprochen, das Wichtigste für uns ist immer dass Sie etwas wollen!

00:47:50: Dass Sie nicht gleichgültig durchs Leben gehen und alles akzeptieren und letztlich nichts machen.

00:47:54: Aber

00:47:54: ist es nicht ein bisschen viel verlangt?

00:47:56: wie soll man mit sechzehn schon eine Idee vom seinem Leben haben?

00:47:58: Oder mit fünfzehn?

00:48:00: Da geht's ja nicht darum was da seine Idee sein muss die durchgehend hält.

00:48:04: aber Ich habe erst wieder mit allen Lehrlingen, die bei uns sind, zu einem Roundtable gemacht.

00:48:09: Ein Kamin-Gespräch allerdings ohne Kamin und die allerwenigsten wollen oder wollten in den Tourismus eine Will DJ'n werden.

00:48:18: Und das fand ich unheimlich cool!

00:48:19: Sie hat mir es dann auch beschrieben wie ihr Weg dorthin ist und in der Zwischenzeit macht sie eine Lehre im Sacher.

00:48:25: Der zweite wollte Pianist werden und weiß halt, dass reicht nicht für einen Beruf aber er arbeitet um... Auch das darum geht.

00:48:32: zum Menschen Die nicht eine fixe Idee haben, was wollen sie mit zwanzig?

00:48:36: Wusste ich ja auch nicht, was du mit dreißig sein willst.

00:48:40: Sondern die haben eine Idee, was sie machen wollen.

00:48:44: und wenn der aber jemand gegenüber sitzt, der in den Luft schaut und überhaupt keine Idee hat dann ist das kein Mensch mit dem ich im Sache arbeiten will und er wird bei uns auch nicht glücklich sein.

00:48:56: Wie schaut es denn aus mit schlechten Noten?

00:48:58: Kann man schlechte Noten haben und trotzdem bei ihnen landen, weil viele tun sich ja schwer.

00:49:03: Und das ist immer wieder die Klage!

00:49:05: Die können nicht gescheit lesenschreiben, rechnen... Es fehlt an den Grundkenntnissen.

00:49:12: Ist das bei Ihnen ein Ausschließungsgrund?

00:49:14: Nein, gar nicht.

00:49:17: Ich habe selbst glaube ich ganz selten gute Noten gehabt und ich möchte damit Also nichts worauf ich stolz bin, aber ich weiß dass Noten in der Schule wichtig sind.

00:49:32: Ich glaube auch noch drei Kinder die das jetzt hören also das ist schon wichtig und lesen schreiben können ist eine Grundfertigkeit ohne dies auch nicht geht.

00:49:41: Aber Das ist kein Qualitätskriterium für Karriere oder Erfolg.

00:49:48: wir haben Wie wir zu Corona feststellen mussten auch mehrere Analphabetinnen, muss man in dem Fall sagen.

00:49:58: Vor allem in der Manufaktur gehabt und haben natürlich sofort reagiert und haben Kurse angeboten.

00:50:05: aber meistens Frauen durften die gar nicht machen von Zuhause aus.

00:50:11: Frauen mit Migrationshintergrund?

00:50:12: Mit

00:50:12: Migrations-Hintergrund ja!

00:50:13: Die bewusst von Bildung auch ferngehalten wurden Und die sind selbstverständlich noch bei uns.

00:50:20: Aber wir können auch in ihre Familien nicht einmischen, ja?

00:50:25: Jetzt ist das Sache ein familiengeführtes Fünf-Sterne Superior Hotel Also im Privatbesitz.

00:50:32: Ihre Frau und ihr Schwager sind die Erben.

00:50:35: Elisabeth Gürtler ihrer Schwiegermutter führt der Sache Salzburg.

00:50:39: Sie sind CEO.

00:50:40: Jeder und jeder in der Familie hat eine Funktion in diesen Unternehmen.

00:50:45: Wie schwierig oder wie leicht ist es für Sie da berufliches und privates, um einen Hut zu bekommen?

00:50:53: Ja nur eine kleine Korrektur.

00:50:54: Meine Schwiegermutter führt ihr eigenes Haus in Seefeld, in Seefeld in Tirol.

00:51:00: Das Sacher Wien und das Sacher Salzburg gehören sozusagen zum anderen Teil.

00:51:06: Lässt sich das trennen?

00:51:07: Nein!

00:51:07: Für die Schwierigkeiten ja.

00:51:10: Braucht große Disziplinen aller beim gemeinsamen Weihnachtsabendessen dann nicht ... über das dienstliche Problem zu sprechen.

00:51:19: Ich bin meiner Schwiegermutter...

00:51:20: Ist es das einzige, wo Sie sich privat sehen?

00:51:22: Nein, nein, nein!

00:51:22: Aber es ist ein ganz gutes Symbol dafür.

00:51:26: Wir schaffen bewusst auch bei Familienereignissen den Raum und sagen jetzt redet man nicht drüber.

00:51:32: Das hält dann sieben Minuten und dann geht's wieder los.

00:51:35: Und dann muss wieder einer sagen, nein wir haben gesagt, wir reden nicht darüber.

00:51:37: aber anders als in sehr vielen Familienbetrieben glaube ich, ist es meiner Schwingermutter gegügt diese Distanz aufzubauen zu ihrer früheren Tätigkeit in den beiden Hotelsacher Winsacher Salzburg plus Manufaktur.

00:51:53: Also, in diesem... In diesem Sacherbetrieb, den ich jetzt leiten darf und wie die Frage war ob ich ihr Nachfolger werde.

00:52:00: aber wir haben am Anfang einmal eher mit Nein geantwortet und wir uns dann darauf verständigt haben.

00:52:06: Sie haben mit Nein Geantwortet?

00:52:07: Ja!

00:52:07: Ich wollte das eigentlich nicht weil ich schon... Das ist die maximale Freiheitsaufgabe quasi wenn man auch den Beruf noch mit der Familie teilt.

00:52:18: Und natürlich auch eine Verantwortung, wenn du den Eigentümern beim Frühstück ins Gesicht schaust.

00:52:24: Das ist was anderes als, wenn es für einen anonymen Aktionär oder für dich selber arbeitet.

00:52:30: Aber meiner Schwiegermutter ist es gelungen diese Distanz aufzubauen und ich kann mich erinnern wie wir gesprochen haben.

00:52:35: machen wir das jetzt gemeinsam?

00:52:37: hat sie gesagt, nein!

00:52:39: Ich darf das sagen weil sie es selbst öffentlich sagt, sie ist keine Teamspielerin Und auf einem Schiff gibt es noch einen Kapitän und hat mir das übertragen.

00:52:52: Das war sicher nicht leicht für sie, wenn jemand so wie ich der gar nicht aus dem Tourismus kam im Übrigen sieht damals auch nicht Sie waren ja auch keine Touristikerin sondern Quereinsteigerin und ich rechne es hier jeden Tag hoch an dass sie akzeptiert hat dass jetzt vieles anders gemacht wird Und wir haben beide, glaube ich eine Zeit gebraucht bis das auch funktioniert hat und gelebt werden konnte.

00:53:18: Heute ist das so und dafür bin ich ja dankbar.

00:53:20: Ich habe auch einmal einen langen Brief geschrieben wo ich mich dafür bedankt hab.

00:53:24: Aber ist es nicht so dass man wenn man in der Familie streitet?

00:53:30: Jede Familie streitet irgendwann, der weiß das oder die Geschwister hat.

00:53:34: Dass man das dann auch so ein bisschen ins berufliche mitnimmt?

00:53:37: Nicht nur ein bisschen sondern es ist fast ohne Filter überträgt sich das und da braucht's eben die Disziplin aller und ich bin ja quasi eine Hybrid-Sonderrolle weil ich bin angeheiratete Familie.

00:53:52: auf der anderen Seite bin ich auch externer in meiner Rolle als Geschäftsführung.

00:53:56: Es gibt ja trotzdem Fragen in den Geschäftsordnungen und in Gremien verankert sind, dort gelöst werden müssen.

00:54:06: Aber ich versuche eine meiner Rollen ist schon auch diese Bandscheibe zu sein zwischen den reibenden Knochen.

00:54:12: Und bis jetzt gelingt es ganz gut.

00:54:16: Haben

00:54:16: Sie eine Militionsausbildung?

00:54:18: Habe ich nicht.

00:54:19: aber glaube Learning by Doing hätte mir wahrscheinlich mit dreißig wäre mir das nicht gelungen.

00:54:26: Mit ein bisschen Lebenserfahrung, die da dazukört.

00:54:29: Ist das dann schon ein bisschen leichter?

00:54:31: Jetzt haben sie selbst drei Kinder.

00:54:33: Ihr Schwager hat mit seiner Frau glaube ich auch Kinder.

00:54:37: Wie wird es denn weitergehen mit dem Sache?

00:54:40: Wird irgendjemand von den Kindern dieses Familienunternehmen weiterführen

00:54:44: müssen?

00:54:45: Also das kann ich gar mit Nein beantworten müssen.

00:54:48: tut das niemand und wir haben.

00:54:53: unser Sohn ist jetzt gerade im Matura-Status und die Frage der nachfolgenden Ausbildung stellt sich.

00:55:00: Und wir haben das gemeinsam entschieden, und haben gesagt, Tourismus mal nicht!

00:55:05: Sondern eine breitere wirtschaftliche Ausbildung ist sein Ziel – und ich stimme dem völlig zu.

00:55:11: wenn er sich später dazu entscheidet dass Tourismus jene Branche ist, nachdem er andere gesehen hat in dir einsteigen will dann soll es eine freiwillige Entscheidung sein.

00:55:22: Ich glaube Tourismus muss Wenn man so viel mit Menschen zu tun hat, wenn das ein Geschäft ist.

00:55:28: Das in Wahrheit dreihundertfünfundsechzig Tage im Jahr stattfindet.

00:55:32: Das muss eine freiwillige Entscheidung sein und das gilt für alle Kinder.

00:55:36: Niemand muss.

00:55:37: Jetzt haben Sie zu Beginn unseres Gespräches gesagt dass eigentlich sieben Tage die Woche beschäftigt sind?

00:55:44: Wie entspannen Sie sich denn?

00:55:46: Früher Mountainbike jetzt Mountain E-Bike und letztlich eine Form von Indien Natur Ohne Kopfhörer, Handy nur mit wenn es mich so wie vor kurzem mal überschlagt.

00:55:59: Meistens auch alleine dort hole ich mir

00:56:05: die

00:56:05: Energie.

00:56:06: Genau absolut!

00:56:07: Also ich bin überhaupt keiner und dann habe ich zuerst auch Networking gewennt.

00:56:10: also... Ich muss zum Open Ball und inzwischen gehe ich auch gerne dorthin und noch zu ein zwei anderen anlassen aber sonst gehe ich nirgendwo hin, wo ich nicht wirklich absolut muss.

00:56:23: Also diese ganzen Society-Events sind der pure Albtraum für mich, Smalltalk ist der pure Altraum für me.

00:56:30: Ich mag das alles überhaupt nicht!

00:56:32: Ich suche also dann die Einsamkeit und die Natur.

00:56:35: Und ein wunderschönes Privileg meines Berufs sind die Reisen.

00:56:39: Teils mit Familie, teils alleine, wo immer versuche Dinge auch zu entdecken.

00:56:45: Und je mehr mir der konzertes Hotelsack dort nicht, desto interessanter war es.

00:56:50: Zu einem der schönsten Erlebnisse gehören eine Wanderung im Atlasgebirge und einen Sonnenaufgang in Ballon, in Marokko – und viele solcher Dinge die ich erleben darf!

00:57:02: Ich bin jetzt im Herbst durch einen Fluss in Vietnam gegangen alles aus Lehm da geht man wie auf einem Teppich in teusten Farben.

00:57:12: also das sind die Dinge, die ich mache.

00:57:15: Ohne Mobiltelefon sage ich auch Eisern, bin nicht erreichbar.

00:57:19: Was würden Sie denn heute Ihrem Jüngeren Ich raten?

00:57:22: Mach's genau so!

00:57:25: Inklusive aller Fehler – ich hab von meinen Eltern die leider beide nicht mehr sehen – immer gelernt probiere die Dinge, versuche sie, denk schon drüber nach aber versuche die Dinge die dich interessieren mach sie und das habe ich gemacht.

00:57:43: in den bescheidenen Verhältnissen, in denen das möglich war durfte ich vieles auch schlecht sein in der Schule und dafür bin ich dankbar.

00:57:52: Und das würde ich genauso wieder machen.

00:57:54: Das einzige... Also wenn ich Menschen jemals wo verletzt habe dann tut mir das natürlich leid.

00:57:59: Das würde ich nicht wiederholen aber so in diesen großen Zügen würde ich alles genau so wiedermachen.

00:58:06: Matthias Winkler danke für das Gespräch!

00:58:08: Danke fürs kommen!

00:58:09: Danke vielmals für die Einladung was sehr spannend.

00:58:12: Wenn euch diese Folge gefallen hat und wenn ihr unsere Arbeit gerne unterstützen wollt, dann abonniert am besten den Standard.

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00:58:42: Diese Folge wurde produziert von Tobias Holop, Schold Wilhelm ist unser Podcastchef.

00:58:48: Mein Name ist Petra Stuber.

00:58:50: Ich freue mich wenn ihr das nächste Mal wieder mit dabei seid.

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