NENI-Chefs Haya und Ilan Molcho: Mit Humus und Chaos zum Gastro-Imperium

Shownotes

Wer einen Kredit für ein Restaurant benötigt, bringt normalerweise Businesspläne und Sicherheiten zum Finanzierungsgespräch mit. "Wir haben dem Bankdirektor fünf Kilo Hummus mitgebracht und gemeinsam gegessen", erinnert sich Haya Molcho an die Anfänge ihres Lokals Neni am Naschmarkt. Im CEO-Podcast des STANDARD mit Gerold Riedmann erzählt sie zusammen mit Geschäftsführer und Sohn Ilan Molcho, wie aus einer Idee für ein Restaurant ein internationales Gastro-Imperium samt Lebensmittelproduktion wurde. "Und irgendwann ist er zur Bank gegangen mit zwei schwarzen Säcken mit Geld und wollte ein Firmenkonto eröffnen", erinnert sich Ilan Molcho an eine Episode seines Bruders Elio. "Die Person an der Rezeption wollte die Polizei rufen, weil sie dachte, er hat einen Laden ausgeraubt." Heute setzt "Neni" rund 55 Millionen Euro jährlich um. "Und seitdem haben wir gelernt, wie man ein Konto führt." Das Erfolgsgeheimnis von Mutter Molcho und ihren insgesamt vier Söhnen: "Symphatisches Chaos" und "wir sind Bauchmenschen, nach wie vor", erklärt sie im Podcast. Ein Ansatz, der gegen die klassische Hierarchie der Sternegastronomie läuft und sich auch an den Angestellten zeige, die für das Familienunternehmen arbeiten. "Wir suchen leidenschaftliche Menschen und bringen ihnen bei, Humus zu machen." Lebensläufe stünden da im Hintergrund.

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Transkript anzeigen

00:00:09: Auf euch wartet eine Stunde Gespräch mit Haia Molcho, mit Ilan Molcho.

00:00:15: Wir werden naja Österreichs bekannteste Gastronomin versuchen, nach Wurzeln, nach Zielen, aber auch nach Erfolgsgeheimnissen und vielleicht auch nach den Momenten des Scheiterns zu befragen.

00:00:28: Ein richtiger Familienbetrieb, der da auf uns wartet.

00:00:31: Drei der vier Söhne, alle geboren innerhalb von fünf Jahren, sind im Unternehmen tätig.

00:00:35: Ein Family Business.

00:00:37: Und ich kann mir vorstellen, dass es ab und zu auch knistert.

00:00:40: Vor allem, wenn sein eigener Sohn der Chef ist, nicht?

00:00:44: und CEO auf seiner Visitenkarte stehen hat, das wird doch einiges an Fragen aufwerfen.

00:00:49: Ich freue mich sehr, dass ihr da seid, dass wir miteinander diskutieren können und ich würde sagen, Hai und Ilan Molcho, das ist euer Applaus.

00:00:56: Vielen Dank.

00:00:57: Danke, danke.

00:01:02: Fangen wir mit mir und jetzt an.

00:01:04: Viele kennen Neni als Restaurant, waren am Naschmarkt, haben das begleitet über den vergangenen Jahr nahezu zwei Jahrzehnte.

00:01:10: Aber tatsächlich ist es ja ein richtiges Imperium geworden und sollten auch mit der Businessseite beginnen.

00:01:16: Siebenundvierzig Millionen Umsatz sind kursiert.

00:01:19: Restaurants, Lebensmittelproduktion, ein ganzes Franchise-Business, das daran hängt.

00:01:24: Restaurants in Berlin, Hamburg, München, Köln, Zürich, Kopenhagen, Amsterdam habe ich, glaube ich, vergessen.

00:01:30: Paris.

00:01:31: Paris.

00:01:31: Na schau, wir wollen nie Paris vergessen.

00:01:34: War das ein exakter Masterplan, Frau Molcho?

00:01:37: Oder ... hat sich das Ompassant so ergeben, ganz ohne Einsatz.

00:01:41: Also ich kann sagen, es ist sehr geplant.

00:01:43: Wurden die vier Söhne?

00:01:45: Die habe ich geplant, die habe ich auch bekommen.

00:01:47: Übrigens, sechs Jahre schwanger, nicht über fünf.

00:01:49: So schnell hat die es nicht geschafft.

00:01:50: Eigentlich haben wir gar nichts geplant.

00:01:52: Wir haben eigentlich geplant Nenny am Naschmarkt.

00:01:55: Das war unser Baby.

00:01:56: Und das war auch erst, nachdem ich Catering gemacht habe und die Kinder aus dem Haus waren und studiert haben, habe ich gedacht, okay, jetzt möchte ich eine eigene, weil Esami ist ja auf der Bühne gewesen, ich war ja lange mit ihm zusammen, wollte meine eigene Identität finden und habe dann beschlossen, ihr am Naschmarkt ein Lokal zu machen.

00:02:14: Vorfällig ist der Ilan und den Noriel gerade fertig gewesen.

00:02:17: Und ich habe sie gefragt, habt ihr Lust, mit uns am Nachschmack mitzumachen?

00:02:21: Mit mir?

00:02:22: Drei, vier Monaten zu helfen und dann macht ihr was ihr wollt.

00:02:25: Aber sie haben sich verliebt in dem Job.

00:02:27: Wir sind stecken geblieben, aber wir haben nichts geplant.

00:02:30: Nenny war geplant.

00:02:32: Alles andere ist auf uns zugekommen.

00:02:34: Das wäre so dann später bestimmt Fragen.

00:02:36: Spar, twenty five hours.

00:02:38: Wir haben keine Ahnung gehabt, dass wir mehr als Nenny am Nachschmack haben werden.

00:02:42: Das Tolle ist ja, dass wir heute genug Zeit haben, in die einzelnen Bereiche einzutauchen.

00:02:46: Ilan, wie ist die Rollenverteilung im Unternehmen?

00:02:50: Also wir haben alle mittlerweile sehr klare Aufgaben und Rollen.

00:02:55: Ich fange mal mit meiner Mutter an, mit Haier.

00:02:58: Ich finde es immer sehr schwer, ihre Rolle zu beschreiben, dass sie irgendwie das Herzstück von der Firma ist.

00:03:02: Aber auf jeden Fall alles, was um Lebensmittel, Küche, Rezepte, Innovation geht, das ist bei meiner Mutter.

00:03:10: Ich bin Geschäftsführer vom Unternehmen.

00:03:13: Mein ältester Bruder Nouriel ist zuständig für Social Media, Marketing, Branding.

00:03:19: Und Elio ist sehr operativ und er leitet das Team, was alle Restaurants im Ausland betreut im Franchising.

00:03:26: Und

00:03:27: der vierte.

00:03:27: Der vier Söhne, Nadeef, lebt in Los Angeles.

00:03:30: Er ist auf jeden Fall in die Kunstrichtung und er würde nie Nene machen, weil seine Leidenschaft, und wir reden über Leidenschaft.

00:03:36: Unsere Leidenschaft ist Gastronomie, seine Leidenschaft ist Schauspiel, Regie und das ist sein Leben.

00:03:42: Und er lebt in LA.

00:03:43: Und wir werden auch, weil du Sammy vorher angesprochen hast, auch über den weltberühmten Pantomimen und den Kontext herzustellen und Autor Sammy Molchow natürlich auch noch sprechen.

00:03:53: und um das Geheimnis.

00:03:55: Wenn ich richtig gezählt habe, mit Jahren bin ich jetzt vorsichtig.

00:03:57: Siebenundvierzigjährigen Partnerschaft.

00:04:00: Ich glaube, in zweieinhalb Jahren haben wir fünftigste Hochzeitstag.

00:04:03: Und ich bin immer noch glücklich.

00:04:05: Und ich erkläre euch, warum.

00:04:07: Wir nehmen uns sehr viel Freiheit.

00:04:09: Er fährt weg.

00:04:10: Ich bin glücklich.

00:04:11: Und wenn er zurückkommt, bin ich auch glücklich.

00:04:14: Jetzt wollte ich nach der Lebensmittelproduktion fragen.

00:04:16: Aber eigentlich, wie komme ich jetzt dahin von dieser wundervollen Antwort, die so viele Fragen stellt?

00:04:20: Ich verspreche, wir werden auf eure Beziehung zurückkommen.

00:04:22: Aber zunächst ... fangen wir vielleicht bei dem an, was jeder heute im Supermarktregal sieht.

00:04:27: Spa wurde schon angesprochen, das war sicherlich ein Meilenstein für euch in einen Bereich vorzustoßen, der heute von verschiedenen Seiten beackert wird.

00:04:37: Ich sage jetzt mal respektlos, jeder bessere Rapper hat heute seinen Eiste auf vielen Pizzen, klebt irgendein Markenname drauf und ja, daneben steht im Supermarkt, im Kühlregal auch Hummus von Neni.

00:04:49: Wie kam es dazu?

00:04:51: Meine Mutter hat schon erwähnt, wir waren sehr, sehr lange, nicht sehr strategisch.

00:04:56: Wir haben diese Vision gehabt, ein Restaurant am Naschmarkt zu eröffnen.

00:05:01: Und zwei Jahre später war ein Einkäufer von SPA, das war in den Jahren des Jahrhunderts, bei uns essen in Wien und hat unseren Hummus probiert.

00:05:10: Und er war so begeistert von dieser Qualität, weil es ist eine Rezeptur, die uns unsere gesamte Kindheit schon begleitet.

00:05:17: Und er ist auf uns zugegangen und hat gesagt, ich hätte gerne euren Hummus in einen Sparmarkt.

00:05:23: Und so haben wir angefangen.

00:05:24: In unserem Restaurant haben wir um Mitternacht, nachdem wir zugesperrt haben, in Spritzbeutel Hummus abgefüllt in ein paar Becher und sind selber mit dem Auto in die Sparmärkte gefahren.

00:05:37: Das war damals ein Markt und haben es selber noch in die Kühlvitrinien rein platziert.

00:05:42: Und wir haben uns nichts dabei gedacht, also für uns war nicht eine große Vision, eine Produktionsstätte zu haben, sondern es lief gut, eines nach dem anderen.

00:05:52: Und dann waren es zehn Märkte, zwanzig Märkte, fünfzig Märkte.

00:05:56: Und irgendwann mussten wir entscheiden, okay, entweder sind wir die Rapper und finden uns einen Produzenten, der für uns produziert.

00:06:04: Und es ist nur entweder meiner Mutter als Marke drauf oder Neni.

00:06:08: Oder wir nehmen es in die eigene Hand und produzieren selber.

00:06:11: Und wir haben uns für das zweite entschieden.

00:06:13: Und heute haben wir eine eigene Produktionsstätte und produzieren für sieben Länder.

00:06:18: Sind dann über den ... Zweiundzwanzigsten Bezirk nach Kumpelskirchen, wo es eigentlich eine Nenivabrik gibt, oder?

00:06:24: Genau, also nach der Produktion im Restaurant, was dann irgendwann bis um fünf Uhr früh, wir waren fertig und haben gesagt, okay, wir müssen jetzt irgendwie eine Lösung finden und haben uns im Zweiundzwanzigsten Bezirk halbtags in eine Produktionsstätte einmieten können und haben dann die erste Hummusanlage bestellt, wo wir es nicht mehr in einem Topf gekocht haben über den Herd, sondern wirklich eine größere Anlage.

00:06:49: Und irgendwann war diese Produktion zu klein und unsere Büros wurden Lagerhallen und dann wurden die Büros Baustellenkonzener für vier Jahre.

00:06:58: Und irgendwann war dann die Entscheidung, okay, wir sind jetzt zehn Jahre produzieren wir, es läuft wirklich gut.

00:07:04: Und erst dann haben wir den Schritt gewagt, eine eigene Produktionsstätte zu bauen.

00:07:09: Und heute sind wir in Gumpoltkirchen auf dreieinhalb Tausend Quadratmeter.

00:07:13: Ich möchte noch was ergänzen, weil du sagst Rapper oder wir.

00:07:16: Das war für uns das Wichtigste, dass wir selber produzieren, dass wir selber wissen, welche Qualität wir wollen.

00:07:22: Und das war auch der erste Gespräch mit Spar.

00:07:24: Gesagt, wenn wir mit euch bleiben, ich möchte keinen Vertrag.

00:07:28: Wenn ihr mich nicht unterdrückt von Qualität, bleiben wir, sonst gehen wir.

00:07:31: Und das war für uns klar.

00:07:33: Wenn wir produzieren, muss es eine höchste Qualität, so wie wir uns das vorstellen.

00:07:37: Und bis heute haben wir nie eine Diskussion gehabt, billigeres Zeug zu machen oder bessere, schlechte Retachina oder kein Olivenz, sondern gebrauch.

00:07:45: so geblieben, wie am ersten Tag ist heute der Hummus.

00:07:48: Und darauf sind wir stolz.

00:07:49: Wie

00:07:49: kriegt man den Unterschied her?

00:07:50: Weil man ja da in einem... Man ist im Geschäft der Fast-Moving Consumer Goods.

00:07:55: Man ist im Geschäft von Lebensmitteln.

00:07:57: Ich habe kürzlich Kai Pflaume im Tee-Regal auf einem Pflaumen-Tee entdeckt.

00:08:01: Wie schafft ihr den Unterschied zu sagen, dass haben wir selber gemacht, dann haben wir nicht nur ein Gesicht von Hayar Mojo drauf geklebt.

00:08:08: Du, das ist erst mal sehr viel Mut.

00:08:10: Mut erst mal zu investieren selber.

00:08:13: Wie wusste ich, ob das jetzt ausgehen kann oder nicht?

00:08:15: Und natürlich, wenn du viel Geld reinsteckst und deine Kinder, so wie als Eltern, haben natürlich die Verantwortung gemacht, oh je, was ist, wenn es nicht geht?

00:08:23: Ja, aber wenn du Mut hast, wenn du eine Passion hast, wenn du weißt, die Qualität, die du willst, dann ist der erste Schritt von Erfolg schon gemacht.

00:08:32: Und wir haben nie Kompromisse gemacht bis heute.

00:08:35: Und ich glaube, unser Team, das kann der immer viel mehr ... sagen, wir haben ein fantastisches Team dazu geholt und alle zusammen ist eine Nennie-Familie und alle geben alles in diese Produktion.

00:08:45: Und das ist unglaublich, was da passiert heute.

00:08:49: Wo wir vor zehn Jahren keine Ahnung hatten, was überhaupt eine Produktion ist.

00:08:52: Learning by Doing, Seminare machen Weiterbildung, die besten Menschen vertrauen, das ist schon der erste Schritt für einen Erfolg.

00:09:00: In der erweiterten Familie, also bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die im Nähenimperium arbeiten, wie viel wären das?

00:09:07: Sind das fünfhundert?

00:09:09: Also man muss es immer in zwei Spalten sehen.

00:09:11: Es sind unsere Angestellte und dann Angestellte von unseren Franchisepartner im Ausland.

00:09:16: Die sind nicht bei uns angestellt, aber arbeiten weiterhin für unsere Marke.

00:09:20: Also gesamt sind wir bei sechshundertfünfzig.

00:09:24: In Wien haben wir zuhundertzwanzig Mitarbeiter.

00:09:26: Und um bei den Zahlen zu bleiben, in dem von mir vorher genannten, ich glaube, das war der vierundzwanziger Umsatz mit siebenundvierzig Komma fünf Millionen, ist ja der Franchiseumsatz auch inkludiert, der ungefähr bei sechsundzwanzig Millionen liegt.

00:09:38: Also wir sind jetzt mit den Franchisebetrieben bei circa fünfundfünfzig Millionen.

00:09:42: Okay, also Wachstum weiterhin.

00:09:45: Wo lohnt sich es eigentlich mehr zu machen?

00:09:47: Ich will auf die Profitabilität anziehen.

00:09:49: Wir sind ja ein Business-Podcast und möchten davon anfangen, uns dem auch nähern.

00:09:53: Macht Sinn mehr Restaurants zu eröffnen selbst in Wien?

00:09:56: Macht Sinn mehr Franchisebetriebe zu finden?

00:10:00: Oder macht Sinn noch mehr Länder durch weitere Ketten?

00:10:03: Neben Spaß, dass in Deutschland ja auch Rewe in der Schweiz der Globus noch mehr Länder aufzumachen?

00:10:09: Mikro,

00:10:10: genau.

00:10:11: Wir sind Bauchmenschen, nach wie vor.

00:10:13: Natürlich, umso größer man wird, umso strategischer muss man auch werden.

00:10:17: Aber wir sind weiterhin Bauchmenschen und wir machen das, was uns Spaß macht.

00:10:22: Wir haben nie Das Geld gefolgt, wenn das Sinn macht.

00:10:25: Das war immer die Leidenschaft.

00:10:27: Wir sind Gastronomen und mittlerweile, heute sind wir auch Lebensmittelhersteller.

00:10:32: Und beides macht uns extrem viel Spaß.

00:10:35: Die Produktion ist natürlich Volumen, aber die Produktion und die Marke Neni im Regal, wäre heute nicht so beliebt, hätten wir nicht die Restaurants.

00:10:45: Beides ist wichtig und beides ist Teil unserer Strategie.

00:10:48: Die Restaurants, das ... Franchise-Geschäft, wie es dann, und wir kommen gleich zur Passion und zur Leidenschaft, aber das Franchise-Geschäft funktioniert oft in Städten auch mit dem Twenty-Five-Hours-Hotel gemeinsam.

00:10:59: So ähnlich wie es in Wien bei der Superboote aufsieht, wo ihr am Prater im Rooftop sozusagen residiert.

00:11:06: Welchen Vorteil hat es mit Hotels gemeinsam, sich zu bewegen?

00:11:10: Es hat extrem viele Vorteile.

00:11:11: Es kommt immer drauf an welches Hotel.

00:11:13: Twenty-Five-Hours-Hotel ist eine Gruppe, für die die Twenty-Five-Hours nicht kennen.

00:11:17: Es ist eine deutsche Gruppe, vier ganz tolle Eigentümer und Gesellschaften, die eine Vision hatten, nicht nur Hotels zu bauen, sondern Local Spaces.

00:11:28: Ein Hotel, wo sowohl die lokale Community- und Hotelgäste an einem Ort sich vermischen.

00:11:34: Mit vielen offenen Räumen, Musik, Lesungen, Bars, gastronomie, hat eine Riesenrolle gespielt, weil es ist ein Lifestyle-Hotel.

00:11:42: Und sie haben uns die Möglichkeit gegeben, Neni zu internationalisieren.

00:11:47: Sonst hätten wir es wahrscheinlich nicht gemacht, weil auch twenty-five hours, das ist wieder eine Geschichte, wir sagen immer, wir sind Storytellers, weil es sind so viele Geschichten, sie sind auf uns zugekommen und haben uns am Nashmark gesehen, wie wir damals noch jeden Tag alle am Nashmark gearbeitet haben, gekellnert haben, hier war in der Küche, wir waren im Service und haben gesagt, wow, wir sind Hoteliers, wir sind keine Gastronomen.

00:12:11: Wir können Hotels authentisch führen, ihr könnt Gastronomie authentisch führen.

00:12:16: Worum macht ihr nicht?

00:12:17: Restaurants in unsere Hotels.

00:12:19: Und so hat die Reise eigentlich angefangen.

00:12:22: Und es ist natürlich wie alles, wie jede Partnerschaft, Höhen und Tiefen.

00:12:26: Aber wir sind wahnsinnig dankbar und es hat uns unglaubliche Türen auch geöffnet.

00:12:32: So, wir haben verstanden, ich habe begriffen, Nenis mehr als ein, zwei, dreieinhalb Restaurants.

00:12:39: Es steckt was dahinter, es ist ein richtiges Gastronomieimperium geworden.

00:12:44: Ich möchte mit den Anfängen beginnen und zwar mit deinen Anfängen heier.

00:12:48: In Tel Aviv geboren, als neunjährige ins norddeutsche Bremen gekommen.

00:12:55: Als neunjährige geht man ja nicht allein auf Reisen.

00:12:58: Allein habe ich das nicht entschieden.

00:13:00: Von Tel Aviv, dreißig Grad und dann in Norddeutschland.

00:13:03: Lieber wär mir München oder Berlin gewesen.

00:13:05: Aber Bremen, das war wirklich extrem.

00:13:08: Aber mein Vater wurde eingeladen.

00:13:10: Er war Arzt.

00:13:10: Er hat auch eine Klinik gehabt.

00:13:11: Er hat die Implantologie einer der ersten Erfinder.

00:13:15: Hat er auch nach Deutschland gebracht.

00:13:17: Aber natürlich mit neun und mein Bruder war damals sehr fragst du nicht, ob wir wollen oder nicht.

00:13:22: Deutschland war deswegen, waren meine Eltern dort über.

00:13:24: Siegeln sind.

00:13:26: Ich als Mensch, als Heier, ich bin ein sehr positiver Mensch, ja?

00:13:29: Ich habe Gott sei Dank eine tolle Kindheit gehabt.

00:13:32: Ich kann nicht sagen, ich brauche eine Therapie, weil meine Eltern konnten mit uns über alles reden, ja?

00:13:37: Und für mich wieder mit der Familie zusammen zu sein, war ob das jetzt in Israel oder in Deutschland, war das gleiche.

00:13:43: Weil alle verwandten aus Israel, kamen zu uns mehr, weil sie ja endlich mal Urlaub machen konnten in Europa, weil sie dort umsonst wohnen konnten.

00:13:51: Also wir waren mit der Familie aus Israel, in Bremen, fast aufgewachsen.

00:13:54: Ist doch schlimm für mich.

00:13:56: Und du hast das Studium dann auch noch in Bremen begonnen?

00:13:58: Ja.

00:13:59: Philosophie und Psychologie?

00:14:00: Genau.

00:14:01: Also ich habe dort maturiert, dann habe ich studiert.

00:14:03: Und während ich studierte, habe ich dann auch schon meinen Mann kennengelernt in Bremen.

00:14:08: Er

00:14:08: hat Warten auf Godot inszeniert.

00:14:11: Und dann dachte es du dir, Pantomime, er spricht nicht viel?

00:14:16: Aber es wäre so toll, ich habe gedacht, mein Mann würde nicht sprechen, aber er spricht mehr als ich.

00:14:20: Ich habe gesagt, Pantomimi, wie toll, ne?

00:14:23: Nein, er hat natürlich ... das Sagen im Haus und zwar die letzte Entscheidung, wenn wir nicht wissen, werden wir immer den Sami dazu holen, obwohl der Sami hat sich nie gewünscht, dass seine Kinder ein Gastronomen werden und voran ihn ist seine Frau, weil er wusste... Früher hat er den Kühlschrank aufgemacht, das war Essen für ihn, dann war es schon kein Essen mehr für ihn, nur noch für die Gastronomie.

00:14:45: Also das hat sich enorm geändert, wo wir mit Gastronomie angefangen haben, auch in der Beziehung.

00:14:51: Weil jetzt war ich jahrelang mit Sami, jetzt musste Sami jahrelang mit uns zusammen sein.

00:14:57: Und auch ein anderer, heute wenn du ihn Sami fragst, er kennt sich mit Kochen vielleicht besser als ich, weil er sieht sich jede Kochschuhe an.

00:15:04: Er wollte nicht Außenseiter sein, er kennt sich aus.

00:15:07: Du hast vorher die Beziehung angesprochen.

00:15:08: Lass uns da für zwei, drei Minuten einen dauch.

00:15:11: neunzehn Jahre Altersunterschied.

00:15:13: Und mit den Jahren, ich hab gesagt, ich bin vorsichtig, aber das sind neunzehn Jahre Altersunterschied.

00:15:18: Kein Problem mit meinen Altern.

00:15:19: Mit einem eh nicht, aber die...

00:15:20: Auch nicht von Sami.

00:15:21: Auch nicht von Sami, der nächstes Jahr ist ein neunziger Fall.

00:15:23: Er

00:15:23: wird nächstes Jahr neunzig.

00:15:24: Ja, Respekt.

00:15:25: Jetzt

00:15:25: gehört die Ausrechnung, wie alt ich bin.

00:15:27: Also auf jeden Fall nicht so schwer.

00:15:29: Ich bin siebzig geworden dieses Jahr und bin ja eine glückliche siebzigjährige.

00:15:34: Ja, so ist das.

00:15:34: Und Szenenapplaus gibt es hier auf der Buch Wien.

00:15:39: Du hast die Offenheit der Beziehung betont und auch welche Freiräume ihr euch lässt.

00:15:44: Wie ist dann?

00:15:45: Und du hast jahrelang deine vier Söhne gemanagt.

00:15:48: Sozusagen, wie hat sich dann aus dir eine spätberufende Gastronomin entwickelt?

00:15:53: Das wird ja auch immer betont, dass du Quereinsteigerin bist, nicht klassisch in der Gastronomie, mit der Achtzehn, neunzehn gelernt hast.

00:15:59: Wie hat sich das entwickelt?

00:16:01: Es hat sich sehr organisch entwickelt, weil ich war ja sieben Jahren ohne Kinder auf Tournee Mitzami, auf der ganzen Welt, aber auf der Bühne.

00:16:07: Und ich habe gedacht, wie lange kann ich mein Mann bewundern, drei Monaten, vier Monaten, aber sieben Jahren jeden Tag zu bewundern, habe ich gedacht, das würde auch nicht gehen.

00:16:17: Und dann habe ich wirklich gesucht, wo meine Leidenschaft sowieso war, außer Psychologie und Philosophie.

00:16:23: Und Kochen war für mich immer durch zu Hause schon eine Leidenschaft.

00:16:27: Ich bin mit Fermentation, mit Köche aufgewachsen vor meiner Familie.

00:16:31: Und da, wo er auf der Bühne war, war ich in Markt.

00:16:34: Ich war in jeder Restaurant und habe mitgearbeitet in Indien, in Japan, in Marokko, in New York.

00:16:39: Ich bin rein in die Küchen, weil wir natürlich unglaubliche Kontakte durch die Pandemie haben.

00:16:44: Wir haben natürlich einheimische Leute kennengelernt und die haben mich reingegeben.

00:16:47: Und das war mir eine Ausbildung.

00:16:49: Sieben Jahre Ausbildung als Köchin ist mehr als drei Jahren.

00:16:52: die Basis lernen.

00:16:53: Schneiden kann alleine, aber die Welt, die ekläktische Küche, das kannst du, wenn du reißt, wenn du auf den Merken, wenn du riehst, wenn du schmeckst und wenn du die Kulturen kennengelernt.

00:17:04: Und das ist heute meine Küche, die ekläktische Küche.

00:17:08: Beschrieben wird ja, dass einer der ersten Aufträge, so ja ein Kettering war für ein Fest.

00:17:13: Ja.

00:17:14: Meine Nachbarin, die eigentlich meine beste Freundin, und sie hat gesehen, dass ich immer tolle Feste mache für uns.

00:17:19: Und sie hat gesehen, dass ich immer tolle Feste mache für uns.

00:17:21: Und sie hat gesehen, dass ich immer tolle Feste mache für uns.

00:17:23: Und sie hat gesehen, dass ich immer tolle Feste mache für uns.

00:17:25: Und sie hat gesehen, dass ich immer tolle Feste mache für uns.

00:17:26: Und sie hat gesehen, dass ich immer tolle Feste mache für uns.

00:17:28: Und sie hat gesehen, dass ich immer tolle Feste mache für uns.

00:17:30: Und sie hat gesehen, dass ich immer tolle Feste mache für uns.

00:17:32: Und sie hat gesehen, dass ich immer tolle Feste mache für uns.

00:17:33: Und sie hat gesehen, dass ich immer tolle Feste mache für uns.

00:17:35: Und sie hat gesehen, dass ich immer tolle Feste mache für uns.

00:17:37: Und sie hat gesehen, dass ich immer tolle Feste mache für uns.

00:17:38: Und sie hat gesehen, dass ich immer tolle Feste mache für uns.

00:17:40: Und sie hat gesehen Ich mach das mit dir nur, wenn du Geld nimmst.

00:17:41: Sonst nehm ich Don Corona Motto.

00:17:43: Und da war schon bei mir, na ah, ich mach es.

00:17:47: Und dann hab ich den Sami gefragt.

00:17:48: Und er hat mir auch einen Satz gesagt.

00:17:50: Du wirst dich schätzen lernen, wenn du auch Geld verlangst.

00:17:53: Weil du machst es immer ohne Geld.

00:17:55: Aber Wertschätzung ist auch, Geld zu verdienen.

00:17:58: Und das bist du gut?

00:17:59: Hast du es gut verdient, wenn ich kriegst du Kritik?

00:18:01: Und das war der Beginn von Catering, meine Freundin.

00:18:04: Catering wurde immer größer, aber Catering ist ein undankbares Geschäft.

00:18:09: Es ist ein sehr dankbares Geschäft.

00:18:11: Im Gegenteil, viel leichter als Gastronomie.

00:18:14: Weil du bekommst einen Auftrag, du weißt wie viele Leute, du weißt wie viel du einkaufst, du schmeißt nichts weg, du dekorierst, du gehst weg und damit hat sie es.

00:18:21: In ein Lokal weißt du nicht, ob der Gast kommt oder nicht.

00:18:24: Einmal kommt er und einmal kommt er nicht.

00:18:25: Catering ist toll, aber ich bin danach, weil ich alles alleine gemacht habe.

00:18:31: Dann war ich natürlich erschöpft und habe gesagt, stopp, ich muss was anderes machen.

00:18:35: Und das war die Zeit, wo zwei meine Söhne fertig waren und ich Neni am Nachschmack gefunden habe.

00:18:40: Das war der Schritt zum Gastronomie.

00:18:42: Neni, das müsst ihr zwar siebzehnhundert Mal erzählen, ich möchte es trotzdem ansprechen.

00:18:48: Es steht dir für was und es hätte genauso gut Nein heißen können.

00:18:51: Die Buchstaben waren fix.

00:18:52: Warum?

00:18:53: Also, ich erinnere mich, als wir, bevor wir das Nähnium-Naschmarkt in dem Jahr zwei Tausend Neun eröffnet haben, waren wir alle in Wien zu Hause beim Abendessen auf einem großen Tisch mit viel Essen, also mehr Klischee kann es nicht sein, und haben damals diese Vision von unserer Mutter besprochen, ein Restaurant zu eröffnen.

00:19:12: Und wir haben ganz, ganz viele unterschiedliche Ideen besprochen.

00:19:16: Aber eines war klar, das Familiengefühl, das wir zu Hause haben, Teilen vom Essen, teilen und miteinander.

00:19:23: Es soll ein Ort sein, was das widerspiegelt.

00:19:25: Dieses Gefühl, zu Hause zu sein.

00:19:28: Dann haben wir lange drüber geredet und mein Vater hat dann die Idee gehabt und hat gesagt, warum nicht die Anfangsbuchstaben von unserer Söhne, Nouriel Elionative Ilan, nur in der richtigen Reihenfolge würde das Konzept Nein heißen.

00:19:43: Ich bin nicht der Jüngste, ich bin Ilan.

00:19:44: Und ihm gesagt, Neni hört sich einfach schöner an und symbolisiert Familie.

00:19:49: Neni steht heute für die levantinische Küche, nicht für die orientalische.

00:19:55: Und auch die, die von Kochen jetzt gar keine Ahnung haben.

00:19:58: What's the difference?

00:19:59: Es ist ein Riesenunterschied, weil ich bin ja in Tel Aviv geboren und die israelische Küche ist zwar Middle East und wir sehen natürlich neben Palästin, Jordanien, Libanon, Persia, die wunderbare Küchen haben.

00:20:12: Nur Israel kam in ja alle Einwanderer nach dem Zweiten Weltkrieg und meine Eltern kamen aus Rumänien, Samis Eltern und aus Spanien.

00:20:18: Meine Nachbarschaft war die Welt.

00:20:20: Das heißt, jede Mensch, der aus einem anderen Land kam, hat sein Essen mitgebracht nach Israel.

00:20:26: Und deswegen nennen wir uns nicht nur orientalische Küche sollen.

00:20:29: dieklektische, weil ich als Kind war eingeladen zu einer polnischen Jüdin, eine Wiener Jude, wo wir Schnitzel in Israel gehabt haben.

00:20:37: Schnitzel ist gang und gäbe in Israel, weil die Wiener Juden und die Deutschen haben Schnitzel gebracht.

00:20:42: Knödel haben wir gehabt, aber wir haben auch jemenitisches Essen, libanesische, alle waren da.

00:20:48: Barwagonisch, alles war da.

00:20:49: Und das ist heute die Tel Avivien oder israelische Küche.

00:20:53: Nicht nur orientalisch, sondern wirklich Sammlung der Welt.

00:20:57: Indien.

00:20:59: Heute kam Japaner, Vietnamesen, Koreaner.

00:21:02: Du hast heute die meisten Sushi-Läden in Tel Aviv.

00:21:05: Deine Leidenschaft, diese Inspiration.

00:21:08: Und dann die Gastronomie, das Kochgewerbe.

00:21:10: Hierarchische Strukturen.

00:21:12: Alte Chefköche, die rumschreien.

00:21:15: Ganz, ganz starre Abläufe.

00:21:17: Und alles muss perfekt sein.

00:21:19: Bis auf den letzten, bis aufs letzte Eckchen im Teller.

00:21:24: Wie passen diese zwei Polen

00:21:25: zusammen?

00:21:26: Weiß ich, warst du schon mal in Tel Aviv?

00:21:27: Ja.

00:21:28: Du hast schon gesehen, was Balaghan ist.

00:21:29: Balaghan ist ein sympathisches Chaos.

00:21:32: Keine Perfektion, nicht mein Teller, dein Teller, Sharing-Konzept, mitten am Tisch.

00:21:38: Es wird geredet, es wird das.

00:21:39: Und wir wussten, wenn wir ein Lokal machen, wir sind nicht erst der Bezirk, wir sind nicht Feind Dining und wir sind nicht Teller neben Teller.

00:21:47: Wir sind Sharing-Konzept auf den Tisch, großzügig, miteinander teilen.

00:21:53: Das war das Konzept, das wir gesagt haben, wenn wir ein Lokal machen, Das war auch sehr mutig, weil damals hat mir gesagt, niemand sieht sie in einem Tisch zusammen.

00:22:01: Hier waren die ersten, die sehr holzdische.

00:22:04: Später kamen Vapiano, später kamen die anderen holzdische.

00:22:07: Wie waren die ersten?

00:22:08: Und das hätte ihr auch in die Hose gehen können.

00:22:10: Aber man hat uns verziehen, auch wenn wir Fehler gemacht haben, war die Leidenschaften so groß.

00:22:15: Wenn jemand nicht schnell genug das Essen hat, hat ein Cheesecake umsonst bekommen.

00:22:19: Später sind die Leute wegen Cheesecake gekommen, weil sagen hier kannst du umsonst ein Cheesecake bekommen.

00:22:24: Wenn du Hunger hast, geht's um Nenny.

00:22:26: Heute will man sich viel dafür.

00:22:28: Am Anfang nicht, da werden wir noch kurz darüber reden.

00:22:30: Balagan, da möchte ich kurz einhaken.

00:22:33: Das spielt für euch ja noch eine weitere Rolle, dieses gute Chaos sozusagen.

00:22:37: Auf jeden Fall.

00:22:38: Es ist sehr tief integriert in unsere Firmenkultur.

00:22:41: Auch in eure Haut.

00:22:42: Auch in unserer Haut.

00:22:44: Locken und...

00:22:45: Ihr habt euch das tätowieren lassen,

00:22:47: oder?

00:22:47: Das meinst du.

00:22:48: Ja, wir haben... Ist

00:22:49: gut informiert.

00:22:51: Unsere Mutter hat Geburtstag gehabt und wir wollten sie überraschen.

00:22:53: Wir haben sie überrascht und wir waren am Naschmarkt und haben gesagt, Haier, wir nehmen dich jetzt wo hin für dein Geburtstag als Überraschung.

00:23:00: Und ich glaube, sie dachte sich, vielleicht hat irgend ein cooles neues Restaurant eröffnet.

00:23:05: Und wir sind dann in den siebten Bezirk reinspaziert, in einem Tattoo-Studio und haben gesagt, wir lassen uns alle, also wir Söhne und Haier, wir lassen uns Balagan tätowieren.

00:23:17: weil es einfach so eine große Rolle in unserem Leben spielt.

00:23:21: Und ja, wir haben alle Balagan Tattoos.

00:23:23: Ich

00:23:24: habe schon Angst davor, was Sami zu seinem Neunziger geschenkt bekommt von euch.

00:23:27: Wo hoffe ich aber, hinaus wollte ich eben diese Führungsprinzipien in der Küche und ihr habt ja auch Köche-Köchinern aus anderen Betrieben dann bekommen und die haben sich bei euch beworben.

00:23:36: Wie kann man das gute Chaos in einer Küche leben?

00:23:39: Gibt es so etwas wie Demokratie in der Gastronomie oder in der Küche?

00:23:43: Schau, weil ich nicht von dieser Klassische ... Hierarchie komme von Gastronomie Gott sei Dank, weil ich kenne viele Köche, die immer noch mit Teller werfen.

00:23:52: Das war nie unsere Kultur.

00:23:54: Unsere Kultur war erst einmal alle Kulturen der Welt in unserer Küche.

00:23:58: Ob das Muslime sind, Christen, Juden, Buddhisten.

00:24:03: Alle arbeiten im Nenni.

00:24:04: Das war uns wichtig, dass hier keine Hierarchie.

00:24:07: Natürlich, der Chefkoch hat das sagen, aber wenn ich Chefkoch hatte, die wirklich das nicht gewusst haben, wie wir unsere Philosophie im Nenni leben wollen, hat er ungefähr eine Woche überlebt.

00:24:18: Also kein Koch hätte Autorität oder hätte kein Respekt haben können zu unseren Mitarbeiter bis heute.

00:24:25: Das ist einer der Voraussetzungen, wo ich mir anschaue, nehm ich ihn oder nehm ich nicht, egal wie gut er ist.

00:24:33: Und das haben wir bis heute auch geschafft.

00:24:34: Und die, die nicht menschlich waren, arbeiten heute nicht bei uns.

00:24:39: Das ist auch eine Regel, die wir bei uns haben.

00:24:41: Es fängt an, bevor die Mitarbeiter bei uns sind.

00:24:44: Es fängt im Recruiting-Prozess schon an.

00:24:46: Man muss wissen, welche Personen, welches Profil man sucht.

00:24:51: Und viele suchen dann zum Beispiel Chefköche mit unglaublich viel Erfahrung.

00:24:56: Und sie möchten diese Position so sehr professionell besetzen, dass sie die wichtigsten Elemente nicht berücksichtigen.

00:25:03: Und das ist langfristiges Denken, Leidenschaft und Menschlichkeit.

00:25:09: Und wir haben immer gesetzt nicht auf Erfahrung, sondern auf Menschlichkeit.

00:25:14: Und wir haben einen Satz bei uns, wir finden nicht Menschen, die perfekt Humus machen können und bringen denen bei, leidenschaftlich zu sein, sondern wir suchen leidenschaftliche Menschen und bringen denen bei Humus zu machen.

00:25:26: Und bis heute ist das unsere Philosophie.

00:25:28: Es ist manchmal kurzfristig ein schwieriger Weg, aber langfristig rentiertes Sicherung.

00:25:35: Wir haben unglaublich loyale Menschen, die bei uns arbeiten, die auch mit uns gewachsen sind, mit uns auch Fehler gemacht haben, gelernt haben, sich verbessert haben und heute das Unternehmen gemeinsam mit uns für die Zukunft führen.

00:25:49: Haian, Hummus begleitet dich ja nicht nur seit deiner Geburt sozusagen, sondern war auch ausschlaggebend für das erste Neni am Naschmarkt, auch für das Gespräch mit der Bank.

00:26:01: Inwiefern?

00:26:02: Natürlich, wir wollten nicht selber Geld investieren, wir wollten einen Kredit nehmen, weil ich meine, das war das Wichtigste für uns, nicht unser Haus jetzt zu geben oder eine kleine Wohnung, sondern das war unsere Sicherheit.

00:26:13: Und wir wollten die Bank überzeugen, wegen Homus uns das Geld zu geben.

00:26:17: Und was haben wir gemacht?

00:26:18: Wir haben zu dem Bankdirektor, das ging damals noch, fünf Kilo Homus mitgebracht und mit ihnen gemeinsam gegessen.

00:26:25: Außer Hummus habe ich eine ganz tolle Freundin, die eine Künstlerin war, die uns eine Mappe gemacht hat mit unserem Konzept, mit dem Look & Feel.

00:26:35: Das war perfekt.

00:26:36: War das auch schon Eva Berrensing?

00:26:39: Und die heute ja in Albertina schon ausstellt.

00:26:41: Aber sie hat doch nicht als Künstlerin gearbeitet.

00:26:43: Aber immer Chancen geben außerhalb der Box.

00:26:46: Ich wusste, ich will keine Architektin.

00:26:48: Ich will eine Künstlerin für uns, weil wir auch Quereinsteiger waren und sie war Quereinsteigerin.

00:26:54: Und das war mit der Mappe, mit dem Hummus, die Überzeugung, vier Bankdirektoren, unsere Konzept zu verstehen, das ganz neu war.

00:27:03: Und sie haben uns tatsächlich die Kredit gegeben.

00:27:06: Und deswegen bin ich dankbar, ich will nicht den Namen sagen.

00:27:09: Naja,

00:27:10: ich frage

00:27:10: jetzt, ob es die erste Bank war, weil...

00:27:12: Nee, damals noch nicht.

00:27:12: Okay,

00:27:13: weil da gab es ja noch eine andere Geschichte, weil die Filiale war schräg gegenüber am Naschmarkt.

00:27:17: Und irgendwann, das muss ich jetzt den Herrn Geschäftsführer fragen, Ilan, irgendwann ist dein Bruder mit einer Kliste Geld... in diese Bankfiliale spaziert, um ein Geschäftskonto zu eröffnen, aber Monate nachdem das Lokal eröffnet wurde.

00:27:31: Also ich fange mal an, indem ich sage, dass wir alle Queransteiger waren.

00:27:35: Keiner von uns kam aus der Gastronomie.

00:27:37: Ich habe Theaterwissenschaft und Schauspiel studiert.

00:27:41: Mein Bruder, Spanisch, mein anderer Eventmanagement macht jetzt was ganz anderes.

00:27:46: Also wir wussten gar nicht, wie wir ein Restaurant eröffnen sollen.

00:27:50: Wir haben es wirklich, wir sind ins kalte Wasser gesprungen und die Umsätze, die reinkamen, er hat das einfach, Elio kann auch ein bisschen chaotisch sein, in seiner Wohnung einfach gesammelt.

00:28:01: und irgendwann ist er zur Bank gegangen mit zwei schwarze Säcke mit Geld und wollte ein Firmenkonto eröffnen.

00:28:09: Und die Person an der Rezeption wollte die Polizei rufen, weil sie dachte, er hat irgendeinen Laden ausgeraubt.

00:28:15: Ich bin Gastronom und das sind die Umsätze von den letzten sechs Wochen.

00:28:20: Und seitdem haben wir gelernt, wie man auch ein Konto führt und wie man auch ordentlich Geld einzeiht.

00:28:25: Also heute ist es nicht mehr so, will ich sagen.

00:28:28: Du bist, das hast du an, klingen lassen.

00:28:31: Seit früher Kindheit ja dem Schauspiel verbunden gewesen, bist auch auf Bühnen gestanden, hast doch studiert.

00:28:36: In diese Richtung, wie kam der Switch dazu, dass du jetzt ... dass Brain die Zahlen, die Bilanzen unter Kontrolle herrscht.

00:28:42: Ich bin ein Jahr später dazugekommen, nachdem wir das Nenium-Naschmarkt eröffnet haben.

00:28:46: Und ich war in der Schule, ich sag nicht, dass ich gut war, aber ich war besser als meine Brüder, was Zahlen angeht und Struktur.

00:28:53: Er war gut.

00:28:54: Sie haben damals genau dem Grund nicht mehr Säcke mit Gates in die Bank zu bringen gefragt, ob ich ein bisschen helfen kann, Strukturen im Hintergrund aufzubauen.

00:29:03: Und ich hab fertig studiert.

00:29:06: Ich habe mir keine große Gedanken darüber gemacht, außer meine Familie braucht mich und das steht für mich außer Frage.

00:29:12: So sind wir aufgewachsen, uns gegenseitig immer zu unterstützen und habe mal einfach ein Jahr angefangen, die Buchartungsvorbereitung zu führen.

00:29:20: Ich habe auch keine Ahnung gehabt, alles Learning by Doing in den Restaurants zu arbeiten und ich habe seit dem Tag nicht einmal zurückgeschaut mit Reue oder mit Regrets, sondern ich liebe und wir lieben, was wir machen.

00:29:35: Und ich finde, das ist im Leben so wichtig, weil man wird irgendwie trainiert, etwas zur Schule zu gehen, etwas zu studieren, Arzt zu werden.

00:29:42: Und dann muss man diese Linie durchführen.

00:29:45: Ich habe mein Leben lang geschaut spielt und jetzt bin ich Gastronom.

00:29:49: Und ich liebe es, ich bin nicht gezwungen Gastronom.

00:29:51: Man muss das machen, was sich richtig anfühlt und immer mit dem Bauch und mit dem Herz.

00:29:57: Das hat immer Vorrang über Kopf.

00:29:59: Hi, aber es hat auch mit Vertrauen zu tun, weil dem Sohn, der von der Schauspiel-Ausbildung kommt, zu sagen, wir machen jetzt ein zweites Restaurant auf in Wien, Tel Aviv Beach Baders, das heute genähe ich am Wasser, am Donaukanal, mach mal.

00:30:11: Da gehört ja auch Mut dazu.

00:30:13: Ich glaube, Samuel und ich haben immer, auch als sie klein waren, als die Erziehung, haben wir sie immer Abenteuer oder Sport oder gefährliche Sachen, wo viele Eltern gesagt haben, seid ihr verrückt?

00:30:23: Wie könnt ihr das?

00:30:24: Sie lassen?

00:30:25: Wir haben einen Vertrauen gehabt, dass die Kinder selber wissen, wo ist eine Gefahr?

00:30:29: Natürlich über die Straße schauen, Auto, das haben wir natürlich gemacht.

00:30:33: Aber die haben geklettert, sie haben Snowballs, sie haben immer das Gefühl gegeben, ihr schafft es.

00:30:38: Und dieses Gefühl, auch wenn damals haben sie natürlich viele Fähigkeiten, gemacht, die ich gesehen habe.

00:30:44: Aber für mich war klar, sie machen ihre Fehler.

00:30:47: Ich werde sie nicht korrigieren.

00:30:48: Sie sollen selber lernen aus ihrer Fehler, weil ich wollte keine Mutter, Sönchen, sondern Männer als Partner.

00:30:54: Und heute habe ich Partner, die viel mehr machen als ich.

00:30:56: Und das war ganz klar Erziehung von klein auf.

00:31:00: Vertrauen?

00:31:01: Die schafft es.

00:31:02: Und wenn ihr nicht schafft, Kurskorrektur, macht was anderes.

00:31:05: Das haben sie gekriegt.

00:31:06: Noch dazu haben sie die Schule internationale, wo sie Sprachen gelernt haben, wo wir klar waren, wenn irgendwas brennt, ihr könnt die überall leben.

00:31:14: Das war für uns die zwei Sachen.

00:31:16: Selbstvertrauen, viele Sprachen.

00:31:19: Das war für uns die Basis der Kinder.

00:31:21: Ob sie gut oder schlecht in der Schule waren, Tatsache ist, er hat studiert.

00:31:24: Heute macht er Gastronomie, weil er offen ist.

00:31:27: Und das haben wir geschafft.

00:31:28: Ich glaube, das ist auch das Thema Neugier.

00:31:30: immer schon sehr wichtig.

00:31:32: Wir haben als Kinder, wir waren nicht auf den Handys, die gab es damals noch nicht.

00:31:35: Wir waren auf Bäume geklettert, gesprungen, akrobatik.

00:31:39: Wir haben viel Extreme Sports gemacht in unserer Kindheit, heute noch teilweise, aber ohne Angst, ohne Angst zu fallen, sondern immer zu wissen, wir können wieder aufstehen.

00:31:49: und wir haben auch die Aufmerksamkeit und die Unterstützung und Liebe unserer Eltern.

00:31:54: Und das macht es so viel leichter, neugierig zu bleiben, Sachen auszuprobieren.

00:31:58: Und heute ist das auch eine Riesenrolle in unserer Firma.

00:32:03: Wir tun eben mal unsere Mitarbeitende das Gefühl geben, probiert, versucht, versucht neue Wege.

00:32:11: Weil wenn wir immer dasselbe machen,

00:32:13: dann verändern

00:32:14: wir uns nicht.

00:32:15: Wir wachsen auch in dem Sinne dann nicht.

00:32:17: Und so entsteht dann auch keine Innovation.

00:32:19: Und in der heutigen Zeit, wenn ich mir anschaue, wie wir heute das Unternehmen führen oder die Restaurants, wo sie heute sind, und vor zehn Jahren.

00:32:27: Wir waren immer in Bewegung, ständig.

00:32:30: Und so kann man auch durch alle Krisen Wege finden, es zu schaffen.

00:32:34: Und ich möchte noch was ganz, ganz Wichtiges sagen.

00:32:36: In Westeuropa ist die Erziehung damals noch.

00:32:40: Wenn du ein Fehler hast, dann ist es schlecht.

00:32:43: Und wir haben immer gesagt, okay.

00:32:45: Wir sind nicht deine Meinung, wir haben hier eine Auseinandersetzung, aber wir lieben euch trotzdem.

00:32:50: Das heißt, auch wenn du ein Fehler machst, das lange nicht zu tun, dass du ein schlechter Mensch bist.

00:32:55: Vertraue dir selber, dann kannst du auch mit Fehler umgehen.

00:32:58: Und dann kannst du auch Kurskorrekturen machen.

00:33:00: Sonst hast du so ein Problem.

00:33:02: Schau, kitchen impossible, ein Beispiel.

00:33:04: Ja, veganere

00:33:06: Folge, da warst du.

00:33:08: Und das gegen die Melze hast du an die Wand gekrocht.

00:33:10: Aber viele Frauen machen es nicht oder zu wenige, weil sie Angst haben zu verlieren.

00:33:17: Und das ist doch scheißegal, ob man verliert oder nicht.

00:33:20: Man muss ins kalte Wasser springen und das muss Spaß machen.

00:33:24: Wenn du nicht diese Voraussetzung hast und unbedingt gewinnen und wenn nicht, verliere ich mein Gesicht oder verliere ich meine fünfzehn Jahre, das ich aufgebaut habe.

00:33:32: Wenn ich einmal verliere, dann gehst du nicht hin.

00:33:35: Und Frauen sind immer noch erzogen.

00:33:37: Wir müssen besser sein, wir müssen erschaffen, wir müssen perfekt sein.

00:33:40: Quatsch, vergiss das.

00:33:42: Man kann Fehler machen, man kann Korrektur machen und dann kann es so viel mehr schaffen.

00:33:48: Wir haben auch bei uns viel mehr Frauen in Führungspositionen als Männer.

00:33:52: Nicht weil wir das unbedingt so proaktiv angehen, sondern dass es einfach bei uns wie es ist.

00:33:58: Wir haben unglaublich starke Frauen, die sehr wohl keine Angst haben, Sachen auszuprobieren, Fehler zu machen, kein Gesicht zu verlieren.

00:34:06: Und darauf sind wir auch sehr, sehr stolz.

00:34:08: Jetzt sind Küchen nicht nur hierarchisch, klassischerweise, sondern eben auch sehr männlich.

00:34:12: Da hast du Themen gehabt, ernst genommen zu werden, wärst du fast verhindert worden?

00:34:17: oder ist die Selbstständigkeit, die sehr früh Selbstständigkeit in einer Karriere sozusagen, wohl im Lebensalter ja, mit forty-fünf, aber du hast deinen Einstieg in die professionelle Gastronomie mit Selbstständigkeit gewagt, war das ein guter Grund?

00:34:30: Das ist wieder, wenn du eine Erziehung hast, wo du selbstbewusstsein hast.

00:34:34: als Kind, Natürlich bin ich begegnet, bis heute.

00:34:37: Ich war jetzt in einer Show als Jurorin, als einzige Frau als Jurorin.

00:34:42: Und natürlich merkst du ganz stark diese Männerwelt.

00:34:45: Die eigene Sprache, nicht ganz respektvoll gegenüber Frauen.

00:34:49: Man spürt es, aber ich mit siebzig, was soll mir sein, fünfzigjähriger für ein Signal geben, ob ich wert bin oder nicht.

00:34:57: Das ist für mich, es ist wie eine kalte Dusche.

00:35:00: Ich kann mir vorstellen, dass junge Köchinnen unglaubliche Probleme noch haben, anerkannt zu werden, akzeptiert zu werden.

00:35:06: Und vor allen Dingen, wenn sie auch noch gewinnen, das ist sehr schwer für einige Männer, nicht für Tim.

00:35:12: Für Tim war es am Anfang schwer, jetzt heute nicht mehr.

00:35:15: Also ein Appell für Selbstbewusstsein.

00:35:17: Du hast über Fehler gesprochen.

00:35:18: Lass uns kurz über Fehler reden.

00:35:20: Das Leben ist nicht immer alles nach oben.

00:35:22: Es geht nicht immer aufwärts.

00:35:23: Du hast den New York Cheesecake angesprochen, der heute ein Signature Dessert bei Neni ist.

00:35:30: Aber es ist eigentlich in Wahrheit am Anfang ein Entschuldigungskuchen gewesen.

00:35:36: Absolut, wir haben natürlich vorher gesagt, wenn ein Gas nicht zufrieden ist, dann diskutiert kein Mitarbeiter.

00:35:42: Das haben wir auch geprüft.

00:35:44: Es wird sich entschuldigt, es wird was dafür gegeben und der Gas bezahlt nicht für das Essen.

00:35:49: Wenn es einem nicht schmeckt, ist egal, ob er recht oder nicht, kann es sein, dass er einen Streit hatte und er sagt, heute ist alle scheiße und das Essen ist auch scheiße.

00:35:56: Ich gehe jetzt nicht tief in die Psychologie, obwohl ich jeder Gas, der sich beschwert hat, hat nicht bezahlt und ein Cheesecake bekommen.

00:36:04: Cheesecake haben wir gemacht, ihr das nicht mehr bekommen.

00:36:06: Wir machen nicht mehr so viel.

00:36:08: Aber wenn ihr kommt, kriegt ihr trotzdem noch ein Cheesecake.

00:36:10: Kommt dann zu mir.

00:36:11: Aber ich habe damals alle meine Freundinnen, alle meine Tanten aus die Kamera und haben Cheesecake gebacken mit mir, das wurde immer mehr.

00:36:18: Weil am Anfang waren wir Ballaganisten, wir waren Quereinsteiger, wir haben sehr viele Fehler gemacht, aber wir haben uns entschuldigt, wir haben aus den Fehlern gelernt, Kurskorrektur gemacht und versucht diese Fehler nicht mehr zu machen.

00:36:33: Und das war das Wichtigste.

00:36:34: Nicht Ego sein, wir sind die besten, sondern wir haben verdammt viele Fehler gemacht, uns entschuldigt und heute sind wir schon da, wo wir wissen, heute sind wir da, wo wir sein sollten vor fünfzehn Jahren.

00:36:46: Aber ich kann auch da nur sagen, natürlich machen wir heute auch noch Fehler.

00:36:50: Es geht nicht darum, keine Fehler zu machen.

00:36:52: Es geht darum, wie geht man mit Fehler um?

00:36:55: Und das Cheesecake ist eigentlich ein Symbol für Großzügigkeit.

00:36:59: Wir machen heute, passiert es auch, dass ein Gast vielleicht eine Stunde warten kann auf seiner Hauptspeise, weil es passiert.

00:37:06: Wir sind siebenmal die Woche offen, es passiert.

00:37:09: Aber was braucht es?

00:37:10: um diesen Gast wieder eine Freude zu machen.

00:37:13: Eine Einladung, ein Glas Sekt, eine Entschuldigung.

00:37:16: Und das ist so viel wichtiger, als keine Fehler zu machen.

00:37:20: Und dann gibt es auch Fehler, die einfach passieren.

00:37:22: Und da war ja auch eine Pandemie in den vergangenen Jahren.

00:37:25: Gab auch ein Restaurant, ich persönlich auch sehr geschätzt, aber das Kopf.

00:37:29: Und dann funktioniert etwas nicht.

00:37:30: Und dann ist plötzlich Insolvenz irgendwie der letzte Ausweg oder die Konsequenz.

00:37:34: Wie war die Pandemie zu euch?

00:37:36: Und was war der Grund, dass dieses Kopf, das ja in zwei Standorten ... Biberstraße dann auch am Markt, dass das nicht funktioniert hat.

00:37:43: Ich glaube, Corona kann zu erzählen.

00:37:45: Ja,

00:37:46: und Corona waren zwei unterschiedliche Zeiten.

00:37:48: Beide sehr schwierige Phasen für uns.

00:37:51: In der Corona-Zeit, wie für wahnsinnig viele, wie für sehr, sehr viele, waren hart betroffen davon.

00:37:57: Wir haben gar keine Gäste annehmen können.

00:37:59: Alle, die bei uns arbeiten, haben nicht gewusst, wie es weitergeht.

00:38:03: Wir haben auch niemanden kündigen müssen.

00:38:06: Wir haben alle auf Kurzarbeit geschickt, aber ... Es war eine extrem herausfordernden Phase.

00:38:12: Aber das gesagt, heute stehen wir auf gesunde Beinen wegen der Pandemie.

00:38:17: Und ich weiß nicht, ob die Pandemie das schlechteste war, was uns passieren konnte oder das Beste war, was uns passieren konnte.

00:38:24: Weil vor der Pandemie haben wir einfach tausend unterschiedliche Projekte gehabt, ohne Fokus, alles ausprobiert, was unglaublich ist.

00:38:33: Aber wir mussten nie dastehen und sagen, wow, wenn wir nicht etwas jetzt ändern, dann können wir vielleicht morgen nicht mehr existieren.

00:38:40: Und seitdem sind wir viel strategischer geworden.

00:38:43: Wir mussten jedes Detail, jedes Blatt Papier aufdrehen und uns jeden Prozess genau anschauen.

00:38:50: Macht das so Sinn oder macht das nicht so Sinn?

00:38:52: Und heute sind wir stärker wegen der Pandemie.

00:38:56: Was habt ihr daraus gelernt?

00:38:57: Demi war auch sehr stark, werden wir uns zurückziehen und leiden?

00:39:01: und wie viele auch zugesperrt haben.

00:39:04: Oder wir machen was draus.

00:39:05: Das heißt, wir haben sofort reagiert.

00:39:07: Wir haben sofort Take-Away-Boxen.

00:39:09: Wir haben ein Kochbuch geschrieben.

00:39:11: Die Kinder sind zu uns nach Hause gekommen.

00:39:13: Wir haben alles gemacht.

00:39:15: Wir haben gesagt, wir arbeiten jetzt nicht.

00:39:17: Was können wir trotzdem?

00:39:18: Wir haben damals Koch, also YouTube-Kanäle.

00:39:21: gekocht.

00:39:22: Ich habe mit meinen Kunden, also die zu uns essen, habe ich gekocht.

00:39:26: Das heißt, man darf sich nicht richtig fallen lassen.

00:39:29: Es ist schwer.

00:39:30: Und das ist eine Gefahr gewesen, dass wir wirklich alles zu machen.

00:39:33: Aber daraus was zu machen, das ist die Kunst.

00:39:36: Nicht hängen lassen und nicht sagen, alles ist schlecht.

00:39:39: Was kann ich daraus machen?

00:39:40: Mit Kopf war das was ganz anderes.

00:39:43: Mit Kopf haben wir ein Partner gehabt, der den Edgeschäft hatte, Er ist Konkurs gegangen und da er unsere Vermieter war, hat Arialis uns beide raus.

00:39:52: Nicht weil Kopp nicht gegangen ist.

00:39:54: Kopp ist einer der bestgehendsten Lokale gewesen.

00:39:56: Das war ein reines Pech.

00:39:58: Und wir suchen natürlich wieder.

00:39:59: Also Hoffnung besteht sozusagen.

00:40:02: Das

00:40:02: war kein Konkurs bewusst gemacht, weil das Lokal ist sehr gut gegangen.

00:40:05: Ja, den Eindruck hatte ich eigentlich eher auch im eurem... Podcast mit dem Olchos, der neu gestartet ist und der ja auch diese Marke Neni unterstützen soll, denke ich.

00:40:16: Heißt es, Elior sei oft anderer Meinung als der Rest der Brüder.

00:40:20: Bei einem Verhältnis, wenn man ins Firmenbuch schaut, von dreiunddreißig, drei Prozent für je drei Brüder.

00:40:27: Wie funktioniert das im Alltag?

00:40:28: Wir sind ein Familienunternehmen und es ist immer die Herausforderung Familie und die Beziehung Eids Familie und Beziehung Eids.

00:40:37: Geschäftspartner zu trennen, weil es vermischt sich sehr oft.

00:40:41: Ellie und ich sind von vier, wir sind die zwei mittlere Brüder.

00:40:44: Und ich glaube, das ist schon seit unserer Kindheit so, dass wir beide sehr viel Validierung suchen, weil wir Aufmerksamkeit brauchen.

00:40:53: Der Jüngste ist der Jüngste und hat quasi drei ältere Brüder, die sich um ihn kümmern.

00:40:57: Der älteste ist der älteste.

00:40:59: Und wir zwei sind irgendwo in der Mitte und wissen nicht ganz, okay, bin ich mit dem jüngeren Bruder, bin ich mit dem älteren Bruder.

00:41:05: Und diese Dynamik Die geht natürlich nie weg, aber man arbeitet dran.

00:41:10: Elio sucht Validierungen, die er oft eine andere Meinung hat als wir, was auch wahnsinnig positiv sein kann, weil er uns auch herausfordert, unsere Denkweise in Frage zu stellen.

00:41:22: Und das kann sehr nervig sein, aber es kann auch sehr, sehr wichtig sein.

00:41:27: Oft ist es wichtig.

00:41:28: Ich suche Validierungen, die mich oft mehr mache, als ich muss, um da irgendwie Bestätigung zu bekommen.

00:41:35: Und Familien ist es halt eine sehr eigene Dynamik, aber wir schaffen es miteinander.

00:41:39: Weißt du, man muss auch in der Ehe oder bei Freunde oder bei der Partnerschaft im Büro, man muss wissen, wie man streitet.

00:41:45: Man soll sich streiten und Streit ist ja gesund.

00:41:48: Ich sage immer, wenn ich mit Sami einmal nicht streite, lass ich mich scheiden, weil er ist ja mir egal.

00:41:53: Streit ist sehr gesund, wenn man nicht unter der Gürtlinie geht.

00:41:56: Und das versuchen wir, respektvoll auf dem Thema zu gehen.

00:42:01: Und wir versuchen auch, letztes Mal war auch so, dass wir alle rausgehen wollten.

00:42:05: Und das war kein gutes Gespräch.

00:42:07: Und ich habe sie gezwungen zu bleiben.

00:42:09: Wir haben noch zwei Stunden weiter geredet.

00:42:10: Ich sage, wir gehen nicht vorher, wo wir streiten, aber danach jeder ein Danke an den anderen sagt.

00:42:17: Und man muss aufhören, wenn man ein Streit hat, mit irgendeinem Dankeschön auseinandergehen.

00:42:23: Und das haben wir bis jetzt geschafft.

00:42:25: Streit ist sehr wichtig und das können wir sehr, sehr gut.

00:42:28: Ich kann mir die Energie vorstellen.

00:42:30: Wie ist das mit dem beruflichen und dem privaten?

00:42:32: Wie hält man das auseinander?

00:42:34: Man darf es nicht liegen lassen.

00:42:36: Man darf nie die Erwartung haben, dass es sich von alleine löst.

00:42:40: Man muss daran arbeiten, sehr bewusst.

00:42:43: Regeln setzen, okay.

00:42:44: Wir haben alle zwei Wochen eine GLM Geschäftsleiter-Meeting, nennen wir das.

00:42:49: Man hört sich sehr, sehr professionell an.

00:42:52: Wir zuviert irgendwo zu Hause und wir besprechen alle Firmenthemen.

00:42:56: Das ist die Zeit, wo wir nicht kommen als Bruder, als Mutter, als Sohn, sondern in diese drei Stunden, vier Stunden sind wir als Geschäftspartner da.

00:43:04: Wenn wir Abendessen, müssen wir auch Regeln setzen.

00:43:08: Beim Abendessen wird nicht über die Arbeit gesprochen.

00:43:11: Am Anfang konnten wir das gar nicht.

00:43:14: Und zum Glück haben wir einen Vater, also mein Vater und ein jüngerer Bruder, die nicht im Family Business sind.

00:43:20: Und sie haben uns eigentlich gezwungen, nicht über Arbeit zu reden, weil sie haben gesagt, was uns macht, ist fertig.

00:43:26: Mittlerweile bin ich schon Teil vom Neni, weil ich so viel mitbekomme.

00:43:30: Und so mussten wir diese Grenzen setzen.

00:43:33: Und manchmal schafft man es, manchmal verliert man wieder den Faden.

00:43:36: Aber es ist super wichtig, einfach diese Spielregeln dazu haben und wirklich die Mühe geben und es ernst zu nehmen, sich daran zu halten.

00:43:44: Und noch eine letzte Sache.

00:43:45: Wir haben jetzt drei Schwiegertöchtern.

00:43:47: Ilan heiratet nächstes Jahr, zwei sind verheiratet.

00:43:49: Auch die Frauen wollen nicht über Nenny, ja.

00:43:53: Vergiss nicht, sie brauchen auch ihre eigene Identität.

00:43:55: Sie sind zwar die Ehefrauen, aber haben auch ihr eigenes Leben.

00:43:58: Das heißt, wir trennen das wirklich mehr und mehr, auch bei Freunde.

00:44:02: Nenny wird nur unter uns, ganz selten bei Freunden und bei der Familie geredet.

00:44:06: Und manchmal im Podcast.

00:44:20: Bevor wir zum letzten Teil hier kommen, gibt es bei uns immer sogenannte Schnellfragen.

00:44:24: Einen Word-Rap, wo ich dich heuer bitten würde, jeweils möglichst mit einem, vielleicht mit zweieinhalb Wörtern zu antworten.

00:44:31: Und wir würden beginnen mit vier Tage Woche oder sieben Tage Woche.

00:44:35: Vier

00:44:36: Tage Woche.

00:44:36: Vier Tage Woche, war das.

00:44:38: Sport vor oder nach der Arbeit?

00:44:41: Vor.

00:44:41: Welchen Sport?

00:44:43: Pilates, Yoga, Schwimmen.

00:44:45: Alles.

00:44:46: Ich mach viel Sport.

00:44:47: Führst

00:44:47: du deinen Terminkalender selbst?

00:44:49: Nicht ich,

00:44:50: meine Assistentin.

00:44:51: Auf welche Eigenschaften achtest du bei Bewerberinnen und Bewerbern?

00:44:56: Menschlichkeit, Kompetenz und das Herz in richtige Stelle.

00:45:01: Gibt es eine gute Art, zu kündigen?

00:45:03: Nein.

00:45:05: Sehr, sehr

00:45:05: schwer.

00:45:05: Für mich nicht.

00:45:06: Deswegen mache ich das nie.

00:45:08: Das müssen leider meine Söhne machen.

00:45:09: Das habe ich bis heute nicht geschafft.

00:45:11: Was ist dein wichtigster Softskill?

00:45:15: im Verbinden am besten.

00:45:16: Ich würde sagen, Konflikte beenden.

00:45:19: Gibt es Networking-Events, die du als die Allerwichtigsten bezeichnen würdest?

00:45:24: Was ist deiner Ansicht nach in Wien das wichtigste Networking-Event für dich, für Neni?

00:45:29: Also ich kann dir jetzt ein Beispiel sagen.

00:45:31: Ich war jetzt beim Düsseldorf.

00:45:33: Es dauert mehr als eine Sekunde.

00:45:34: Chefs in Town.

00:45:35: Dort habe ich eine Freundin, die Gastronomie.

00:45:37: Ich habe gesagt, kennst du jemand von Lidl?

00:45:39: Sie sagt ja, dem Vorstand und das ist Networking.

00:45:42: Den habe ich sofort kontaktiert.

00:45:44: Sehr gut.

00:45:44: Jetzt eine

00:45:45: Frage,

00:45:46: die in der Gastronomie nahezu bestraft wird.

00:45:48: Office, Home Office oder Hybrid?

00:45:54: Hybrid.

00:45:55: Hybrid.

00:45:56: Welche Eigenschaft hat dich an die Spitze gebracht?

00:46:00: Menschlichkeit.

00:46:01: Gibt es so was wie eine Work-Live-Balance?

00:46:03: Auf jeden Fall, einmal im Jahr, die ganze Familie kommt, was es will.

00:46:07: Wir machen zwei Wochen mit der Familie Urlaub und ich mache immer wieder Ayurveda oder Yoga mit.

00:46:12: Ich nehme mir die Zeit.

00:46:14: Was ist ein gutes Unternehmen?

00:46:16: Ein gutes Unternehmen sind diejenigen, die ihre Arbeit leidenschaftlich machen, glücklich sind und sagen, ich habe ein tolles Leben gehabt mit meiner Arbeit.

00:46:26: Das ist für mich Erfolg.

00:46:27: Und ein tip an junge Menschen, die erfolgreich werden möchten?

00:46:31: Auch wenn ihr Fehler macht, gib nicht auf.

00:46:34: Versuch nicht zu bleiben das, was ihr nicht mögt.

00:46:36: Mach das, was ihr wollt und das ist ein langer Weg und ein schwerer Weg.

00:46:40: Aber das ist Gesundheit, das ist Work Balance und das ist das Leben.

00:46:44: Nicht picken auf etwas, was ihr nicht

00:46:46: mögt.

00:46:52: Zum letzten Teil, bevor wir noch einmal zur Leidenschaft und zu dem kommen, zum Abschluss, was Nene ausmacht.

00:46:57: Vielleicht ein Thema, das in den vergangenen Jahren vor allem seit dem siebten Oktober zunehmend kontrovers diskutiert wird.

00:47:03: Die Rolle Israels, ihr steht natürlich für israelisches Lebensgefühl.

00:47:07: Wir merken es mit vielen Protestaktionen.

00:47:10: unterschiedliche Länder.

00:47:11: Ihr habt auch in Europa gibt es sehr große Unterschiede.

00:47:14: Verhalten sich unterschiedlich.

00:47:15: Manche können nicht zwischen Regierung und Bevölkerung und dem Land unterscheiden.

00:47:20: Ihr habt in den Küchen einen Zusammentreffen von vielen Bevölkerungsgruppen.

00:47:25: Wie erlebt ihr diese Zeit und wird man verstärkt mit Antisemitismus in Berührung gebracht?

00:47:30: Also ich von meiner Seite, meine ganze Familie lebt in Israel.

00:47:33: Das waren die schlimmsten zwei Jahre meines Lebens und auch von meinem Mann und auch von meinen Söhnen, weil wir sind in Israelis, die vor dem siebten Oktober gegen unsere Regierung auch auf der Straße waren.

00:47:43: Samuel und ich sind immer demonstrieren gegangen für alles, ja, nur für keine, nur Demokratie.

00:47:49: Und siebter Oktober hat uns eigentlich... umgehauen, wir waren sprachlos, wir sind unmächtig.

00:47:55: und für mich ist Politik, kann mal kritisieren, man kann ein Land kritisieren, aber dadurch eine ganze Antisemitismus wieder raufzubringen, dass wir selber auch spüren.

00:48:07: Das haben wir nie, nie, nie damit gerechnet.

00:48:10: Und ich bin eigentlich ein Aktivistin.

00:48:12: Ich bin ein Aktivistin für den Frieden.

00:48:14: Ich bin für zwei Staaten.

00:48:15: Aber ich kämpfe gegen Antisemitismus.

00:48:18: Und das werde ich kämpfen und ich bin kein Opfer.

00:48:20: Sondern ich bin stolz von wo ich herkomme.

00:48:22: Ich bin eine Jüdin.

00:48:23: Ich liebe die Welt.

00:48:24: Ich liebe alle Religionen.

00:48:26: Aber Antisemitismus, wiederzumachen, das ist für uns erschreckend.

00:48:35: Du sagst, du spürst Antisemitismus selbst in welcher Form?

00:48:38: Du, wir hatten im Nene am Wasser, hatten wir Hakenkreuze, wir haben in der Kochschule Hakenkreuze gehabt.

00:48:43: Wir haben manchmal Kommentare, wo wir eine Tachina, haben wir sogar für Palestine, Made in Palestine geschrieben.

00:48:50: Dann haben das gewisse Leute nicht gekauft, dann haben wir das weggenommen, dann haben das wieder Leute.

00:48:54: Das ist so verrückt, was mal mit Menschen, mit Lebens, mit Menschen wie wir oder Menschen, die jüdisch sind, das verbindet mit allem, was in Israel passiert.

00:49:03: Man kann dafür sein, man kann dagegen sein.

00:49:05: Wir sind dagegen, was passiert.

00:49:07: Wir sind auch genau so dagegen, was Hamas macht.

00:49:10: Das ist, wo man nichts versteht, wie kann das eine den anderen raufbringen, wenn es nicht schon da war.

00:49:16: Das ist meine Frage.

00:49:18: Es ist jetzt salonfähig.

00:49:20: Und dagegen kämpfen wir.

00:49:22: Und wirst du das auch weiter mit Engagement tun?

00:49:26: Zum Abschluss noch versöhnliche Töne und der Versuch eines leichteren Themas.

00:49:30: Du hast die Fernsehsendungen angesprochen, das perfekte Prom-Dinner, da spielst du keine Rolle, aber es ist etwas, wo auf den Millimeter bewertet wird, was der andere und die andere jeweils gut gemacht hat, schlecht gemacht hat.

00:49:42: Das wird jedes Detail kritisiert.

00:49:44: Dann gibt es diesen Trend, was anderes, die Molekularküche, wo nahezu mit medizinischen Geräten auf Millimeterbereich gearbeitet wird, mit Präzision.

00:49:52: Haubenrestaurast dort, vorher Fine Dining angesprochen.

00:49:56: Nene ist das Gegenteil nahezu davon, wieso muss Küche nicht perfekt sein.

00:50:01: Schau, ich sag nicht, ich gebe keine Werte.

00:50:04: Fine Dining, perfekt.

00:50:05: Oder ich liebe, wenn ich in eine wunderbare Sterne Restaurant und ein Koch wirklich fantastisches Essen anbietet.

00:50:12: Dagegengeil, aber ich bin authentisch, ich weiß, was ich kann.

00:50:15: Ich würde kein Fine Dining, weil Balagan, Nenny, Familie, ich will, dass jeder Gast sich leisten kann, zu und zu kommen.

00:50:23: Ob das eine Großmutter alleine kommt oder Familie mit Kindern oder ein Anwalt, ein Student oder wer immer, ja.

00:50:29: Jeder ist willkommen, so sind wir.

00:50:31: In Tel Aviv, wenn du gehst, Restaurants mit allem, du kannst dort alles sehen.

00:50:35: Ganz wenige Feindinig, da kommen nicht auf.

00:50:38: Der

00:50:38: Taste warst du auch, da muss alles auf einen Löffel passen.

00:50:41: Ja, Fekdiner bin ich nächste Woche.

00:50:42: Oh,

00:50:43: von daher.

00:50:44: Also, bei der Taste muss alles auf einen kleinen Löffel passen.

00:50:48: Würde Nelly auch auf einen kleinen Löffel passen?

00:50:50: Nein, sie wollten mich auch, dazu hab ich gesagt, gib mir einen Schöpfer, dann mach ich mit.

00:50:54: Ein Löffel mach ich nicht mit.

00:50:56: Nein, das wär für mich unmöglich.

00:50:58: Unmöglich, aber ich war dort als Testerin.

00:51:01: Wie entwickelt sich Neni jetzt weiter?

00:51:02: Was ist das nächste Stopp für Neni?

00:51:05: Braucht sein Papa in New York?

00:51:06: Muss doch nach Hause nach Tel Aviv sozusagen um Israel von Neni zu beglücken?

00:51:13: Was sind die nächsten Schritte?

00:51:14: Unsere Mission war immer, Menschen aus allen Kulturen durch gutes Essen zu verbinden.

00:51:19: Bis heute.

00:51:20: Auch zum Thema, wofür stehen wir?

00:51:23: Wir stehen für alle Religionen, alle Kulturen und wir sind nicht Politiker, wir sind Gastronomen.

00:51:28: Das ist das, was wir sind.

00:51:29: Für die Zukunft vieles, vieles.

00:51:32: Wir wollen aber jetzt nicht nach Amerika oder überall hin.

00:51:35: Wir wollen eigentlich da bleiben, wo wir uns wohlfühlen.

00:51:37: Und das ist in der Dachregion, also in Österreich, in Deutschland, in der Schweiz.

00:51:41: Wir sehen noch sehr, sehr viel weitere Potenzial im Einzelhandel.

00:51:46: Wir haben jetzt auch ein neues Konzept, was kommt.

00:51:48: Das ist kein großes Restaurant, wie wir es bis jetzt haben, sondern... Ein kleines Restaurant spezialisiert auf Frühstück- und Mittagessen und Geschwindigkeit, aber frische und Qualität.

00:51:59: Und das Erste wird jetzt eröffnet nächstes Jahr in Frankfurt am Flughafen.

00:52:04: Weil wir gesagt haben, es kann nicht sein, dass das Essen am Flughafen so oftmals einfach schnell und schlecht ist.

00:52:11: Und wir wollen dort auch einfach frische und Qualität reinbringen.

00:52:14: Das war jetzt ein Seitenhieber auf Jamie Oliver.

00:52:18: Nein, nein, nein.

00:52:19: Wir machen das selber.

00:52:21: Also, das sieht schon einen Unterschied.

00:52:22: Ob du jetzt ein Rapper ... Demi Oliver

00:52:24: ist ein Koch.

00:52:26: Ja, genau, genau, genau.

00:52:28: Nein, nein, das war zu viel und

00:52:29: er hat das abgegeben.

00:52:30: Wir sind dahinter.

00:52:31: Und wir machen das auch langsam.

00:52:32: Also, wir wollen nicht schnell expandieren weiterhin.

00:52:35: Alles, was wir machen, ist für uns sehr organisch.

00:52:37: Und wenn eines sitzt und wir fühlen uns wohl, dann nehmen wir den nächsten Step.

00:52:41: Und noch eines im Schweden machen wir nächstes Jahr auf in Stockholm.

00:52:44: Da komme ich jetzt gerade her.

00:52:45: Nicht mit Köttbullar?

00:52:47: Nein.

00:52:47: Nein.

00:52:48: Ich bin beruhigt.

00:52:49: Unsere Zeit ist am Ende hier.

00:52:50: Ich möchte mich herzlich bedanken für diesen Vorgeschmack bzw.

00:52:55: auch diese Leidenschaft.

00:52:55: Ich spüre aber es aus jeder Antwort.

00:52:57: Dieses Herzblut, dieses Unternehmerische, dass da sich mit Leidenschaft verbindet.

00:53:02: Vielen Dank für die Einblicke, auch hinter den Kulisten, für die angenehmen, für die unangenehmen Themen, für die, wo man besser werden kann und für die, wo ihr zeigt, was man aus einer Idee Bauen kann.

00:53:12: Vielen herzlichen Dank an Ilan und Haia Molcho.

00:53:15: Das ist euer

00:53:15: Applaus.

00:53:16: Danke auch dir.

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